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Leben am Berg

18. Februar 2017 11:40; Akt: 18.02.2017 11:40 Print

Die Einsiedler-Mönche von Athos

Essen und Feuerholz wird per Seilzug geliefert, manche haben ihre Hütten seit Jahrzehnten nicht mehr verlassen: So abgeschieden leben die Mönche.

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Der heilige Berg Athos liegt in Griechenland, auf einer Halbinsel in der Ägäis. Er ist die Heimat der ältesten Mönchs-Republik der Welt. Sie hat einen autonomen Status unter Griechenlands Souveränität.

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Heimat für Mönche seit Hunderten von Jahren

Athos (das wahlweise nur den Berg oder die ganze Region bezeichnet) ist bereits seit der Antike bevölkert. In seiner 1800-jährigen Geschichte war er immer die Heimat von christlichen Gläubigen. Noch heute gibt es 20 Klöster in der Region, mit über 2000 Mönchen, die isoliert vom Rest der Welt leben.

Die meisten Mönche leben gemeinsam in einem Kloster und teilen sich dort die Arbeiten. Manche pflanzen Gemüse an, machen Wein, fischen, machen Holzschnitzereien oder Änderungsschneidereien. Im grössten Kloster, dem Megisti Lavra, leben heute 362 Mönche.

Gewählte Einsamkeit

Ein paar wenige haben sich aber für ein abgeschiedenes Leben in kompletter Isolation in einer kleinen Hütte entschieden. Die abgeschiedensten dieser Hütten, die Sketen genannt werden, liegen auf der südlichen Seite des Berges Athos.

Im stark abfallenden Gelände haben sich eine Handvoll Mönche häuslich eingerichtet. Das war alles andere als einfach: Die Hütten sind so unzugänglich, dass Dinge wie Feuerholz oder Nahrungsmittel mit Körben und einem Seilzugsystem zu den Glaubensbrüdern gebracht werden müssen.

Wer zu alt zum Klettern ist, der bleibt

Früher haben sich junge, kräftige Mönche auch an den Seilen aus der Einsamkeit gezogen. Die meisten, die heute dort leben, sind aber zu alt und zu schwach für eine so gefährliche und anstrengende Art zu reisen.

Manche Mönche haben ihre Sketen seit Jahrzehnten nicht mehr verlassen. Bekannt ist die Geschichte von Vater Iusif: Er hat den Berg angeblich seit 64 Jahren nicht mehr verlassen und ist jetzt auch zu schwach, um über die Klippen zu klettern.

(mst)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Daniel Styger am 18.02.2017 15:27 Report Diesen Beitrag melden

    ein stiller Geist ist glücklich

    Ich habe selber einige Zeit auf Athos gelebt. Die Mönche da zeigen uns auf, dass ein stiller Geist nicht die Kompensationsobjekte der vergänglichen Welt bedarf, um ein erfülltes Leben zu führen. Wenige getrauen sich ein solches Mass an Selbstbegegnung zu, da sie denken, da lauere gähnende Leere.

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  • Herr Max Bünzli am 18.02.2017 15:30 Report Diesen Beitrag melden

    Ja genau

    Vermutlich ist es nun vorbei, mit der Seelen Ruhe

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  • Noldi Schwarz am 18.02.2017 15:55 Report Diesen Beitrag melden

    Auch der liebe Gott kennt Sünder

    Dass gewisse Oberhäupter der Klöster von Athos vor rund 15 Jahren in krumme Geschäfte mit Landgeschäften verwickelt waren wird hier natürlich nicht erwähnt. Es ging um Millionen Euros. Das war ein Riesenskandal in Griechenland.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Rolling Stones am 18.02.2017 23:56 Report Diesen Beitrag melden

    Ich auch

    Ich würde auch gerne dort Leben! Aber gibt es dort W Lan? Ok. Dann lieber nicht.

  • R v N am 18.02.2017 20:29 Report Diesen Beitrag melden

    Einsiedler?

    Sind es nun Einsiedler oder leben sie in einer Gruppe? Ich finde es auch aberwitzig, dass die 'von aussen' versorgt werden müssen - eine grössere Abhängigkeit gibt es ja wohl nicht...

  • Noldi Schwarz am 18.02.2017 15:55 Report Diesen Beitrag melden

    Auch der liebe Gott kennt Sünder

    Dass gewisse Oberhäupter der Klöster von Athos vor rund 15 Jahren in krumme Geschäfte mit Landgeschäften verwickelt waren wird hier natürlich nicht erwähnt. Es ging um Millionen Euros. Das war ein Riesenskandal in Griechenland.

    • Cassandra am 18.02.2017 18:04 Report Diesen Beitrag melden

      Wertvolles Christentum

      Lieber Noldi, Schwarzmalen kann jeder, poltern auch: Waren Sie vor Ort? Kennen Sie die Fakten zum Skandal? Ausserdem ist es am Thema vorbeipolemisiert, DARUM gehts ja nun einfach im Artikel schlicht nicht. Aber nicht wahr, immer schön auf die Kirche draufhauen, Kirchenbashing ist ja heutzutage sowas von hip! Schon mal überlegt, dass es vielleicht gerade dieses Menschheitsdrittel, genau DIESE mehr als 3 Mia Christen sind, die als unscheinbares feines Netz die Welt überhaupt noch am Laufen halten? Aber dieser Gedanke ist natürlich weit weniger sensationslüstern.

    • Iakovos am 18.02.2017 19:31 Report Diesen Beitrag melden

      Was soll das ?

      Hat mit der hier beschriebenen Thematik nichts zu tun.

    • Christ Ina am 19.02.2017 10:24 Report Diesen Beitrag melden

      Vorbild sein wollen muss gut überlegt se

      Cassandra - ich verstehe dich. Man muss leider auch sehen, dass die "Institution Kirche" oft wenig mit dem Glauben zu tun hat. Wer den "Gläubigen" vorschreibt, was sie zu tun haben, der sollte mindestens so sauber sein, wie er es von ihnen verlangt. Die "Kirche" hat es Jahrhunderte lang versäumt, in den eigenen Reihen aufzuräumen. Stattdessen Lügen, Vertuschung, Korruption etc. Dass das nicht gut ankommt, ist klar. Alle in die Pfanne hauen, ist ebenso falsch. Deshalb, aufräumen und zu den Taten stehen, um wieder "glaub-würdig" zu sein. Mich ärgern Predigten wie jetzt am TV, auf SRF ...

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  • Herr Max Bünzli am 18.02.2017 15:30 Report Diesen Beitrag melden

    Ja genau

    Vermutlich ist es nun vorbei, mit der Seelen Ruhe

    • Mon Dieu am 19.02.2017 13:37 Report Diesen Beitrag melden

      Schöner Ort

      Meine Familie und ich waren 1994 auf einer Nachbarhalbinsel. Athos konnte nur per Boot von aussen besichtigt werden. Auf Athos selber haben ausser Mönche, andere Menschen keinen Zugang und Frauen sind "verboten". Also so hab ich das noch in Erinnerung und ich war damals 13.

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  • Daniel Styger am 18.02.2017 15:27 Report Diesen Beitrag melden

    ein stiller Geist ist glücklich

    Ich habe selber einige Zeit auf Athos gelebt. Die Mönche da zeigen uns auf, dass ein stiller Geist nicht die Kompensationsobjekte der vergänglichen Welt bedarf, um ein erfülltes Leben zu führen. Wenige getrauen sich ein solches Mass an Selbstbegegnung zu, da sie denken, da lauere gähnende Leere.

    • Maria Spiropoulos, in Thesaloniki am 18.02.2017 16:10 Report Diesen Beitrag melden

      Athos der verbotene Berg

      Ich habe nur eine frage, wie haben sie es angestellt,einige Zeit auf Athos zu leben,entweder sie sind ein Orth. Geistlicher oder sie sind ein Grieche, weil es ist fast unmöglich eine Aufenthaltsbewilligung für Athos zu bekommen

    • Swiatomuduchu Chrysostomus am 18.02.2017 18:39 Report Diesen Beitrag melden

      Frage beantworten

      Wir warten gespannt auf eine Antwort von Herrn Styger. Zum guten Post gehören auch Fakten. Bin gespannt.

    • Daniel Styger am 18.02.2017 20:12 Report Diesen Beitrag melden

      Zugang zum Athos

      Sorry, habe erst jetzt gesehen, dass da eine Nachfrage ist: es gab Mitte 90 er Jahre ein Büro in Thessaloniki, wo man ein 5 Tages Visa erhielt. Ich lebte und praktizierte in den im Klöstern Simonos Petras und dann ein paar Monate in Dionysiou. 2 Uhr Morgens aufstehen / rein vegan Speise / stundenlange wundervolle Gesänge und die Meditation über die Namen Gottes mit dem Komboskini. Eine wundervolle Welt, die nicht nur mein bisheriges Leben in der konsumistischen Kultur in Frage stellte, sondern auch meine gesamte Ich-Struktur, der Rolle, die ich in diesem Leben annahm, aufwühlte

    • Reto Vogel am 18.02.2017 20:22 Report Diesen Beitrag melden

      Sehnsucht

      Wir haben die Frage nach dem Letztendlichen, die eschatologische Frage, ausgeklammert und funktionieren nur noch im Allzu-Alltäglichen. Solche Relativierungsorte, wie Athos, von dem sie schreiben, fehlen mir in meinem Leben.

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