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Hitchcock Estate

06. November 2017 01:11; Akt: 06.11.2017 01:11 Print

Fliegen Sie durch Timothy Learys Drogen-Villa!

In Millbrook, New York, steht eine Villa, die schon einiges gesehen hat: Dort lebten in den Sechzigern LSD-Papst Timothy Leary und seine Anhänger.

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Mitten im Hudson Valley liegt das Dorf Millbrook mit nur gerade etwas mehr als 1000 Einwohnern. Berühmt wurde das sonst sehr unscheinbare Dörfchen nur wegen eines Hauses: dem Hitchcock Estate, das nicht vom Master of Suspense, sondern einer gleichnamigen Familie bewohnt worden war.

Unglaublich viel Platz

Aber wie kam das Hitchcock Estate zu dieser Berühmtheit? Architektur und Bauweise können es nicht sein: Das Haus unterscheidet sich optisch nur unwesentlich von den Nachbarhäusern. Erbaut wurde es 1912 von Charles F. Dieterich, einem deutschen Millionär.

Dieterich kaufte 1889 in Millbrook fünf nebeneinanderliegende Bauernhöfe für sein Projekt. Das Grundstück, auf dem das Hitchcock Estate steht, ist sagenhafte zehn Quadratkilometer gross. Der Architekt des Haupthauses ist Addison Mizner, der vor allem für seine Ferienresorts bekannt war. Das Hitchcock Estate hat vier Stockwerke und insgesamt 38 Zimmer.

Berühmte Besitzer

Nach Dieterichs Tod kaufte Walter C. Teagle, damals Präsident der Standard Oil Company, das Haus. Es blieb aber nicht lange in seinem Besitz: Teagle verkaufte die Millbrook-Villa bald an die Familie Hitchcock weiter. Die Geschwister William, Tommy und Margaret Hitchcock waren für den Einzug von Timothy Leary verantwortlich.

Nachdem die Geschwister von der aussergewöhnlichen Arbeit des Harvard-Psychologen Timothy Leary gehört hatten, luden sie den umstrittenen Doktor ein. In den folgenden fünf Jahren lebte der Advokat für psychedelische Substanzen im Haus und begrüsste in dieser Zeit berühmte Gäste wie Allen Ginsberg.

Leary und die Drogen

Was Leary in den fünf Jahren dort gemacht hat, ist unklar. Während die einen von seriösen Experimenten und Nachforschungen im Zusammenhang mit psychedelischen Drogen wie LSD reden, sagen andere, Leary habe dort eigentlich eine Art Sekte geführt und fünf Jahre lang ausschweifende, drogenreiche Partys gefeiert.

Was man aber sicher weiss: Dem FBI waren Leary und seine Anhänger ein Dorn im Auge. Es gab diverse Festnahmen und regelmässig Razzien auf dem Grundstück. Diese häufigen Besuche der Polizei führten schliesslich auch dazu, dass Leary das Hitchcock Estate wieder verliess.

Das Haus war danach jahrzehntelang leer und zerfiel. Ende des 20. Jahrhunderts wurde es renoviert und neu möbliert, um Teil einer Serie in den New York Social Diarys zu werden. Das Haus gehört noch immer der Familie Hitchcock.

(mst)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • TAOLPA RAMERTA am 06.11.2017 07:50 Report Diesen Beitrag melden

    RE: Drogenjukies

    Sekte hin oder her. Die Drogenjunkies als Bankiers aus Zürich verhalten sich heute auch nicht anders und sind sektenhaft mit eintönigen Anzügen bestückt und sülzen zumeist den gleichen auswendig gelernten Mumpitz vor sich her, sogar ohne Drogeneinfluss. Da kann man also gleich die neuen KI-Roboter aus Japan einsetzen, die brauchen auch keine Aufputschdrogen

  • Uygur am 06.11.2017 02:36 Report Diesen Beitrag melden

    T Leary - spannend

    Ich finde diese Geschichte sehr interessant. Hat Timothy Leary Psychopharmaka auch in der medizischen Therapie angewendet?

    einklappen einklappen
  • Passen der Titel am 06.11.2017 09:14 Report Diesen Beitrag melden

    Wo fliegt man jetzt genau?

    Fliegen Sie... Ein mega lustiger Titel! Leary - LSD - Fliegen... Tschäggsch... So lustig! Ich bin voll durch die Villa geflogen!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Hunter S. Thompson am 07.11.2017 12:53 Report Diesen Beitrag melden

    Haus

    Das Haus kommt in den Büchern "The electric kool-acid test" von Tom Wolfe und "Hells Angels" von Hunter S. Thompson vor. Jetzt stellt euch mal vor, wie hammermässig die Parties dort gewesen sein müssen wenn gleich 2 Schriftsteller diese in Ihren Büchern erwähnen!! :-)

  • Galaxie des Innersten am 07.11.2017 11:49 Report Diesen Beitrag melden

    Grosser Denker, Wissenschaftler& Pionier

    Jaja, der gute Leary. Auch wenn der ungebildeten (nicht abwertend gemeint, simpler fakt) breiten Bevölkerung gänzlich unbekannt, ein Vorreiter und Kämpfer der heutigen Zeit und Menschheit. Von Staat und Mächtigen gehasst und gejagt, gab er sich trotzdem einer Aufgabe, die weit der Zeit voraus war (und ist) hin. Extrem spannende und tiefe Thematik, welche sträflich vernachlässigt und unterdrückt wird. Selbst in der "fortschrittlichen" CH, dem Mutterland vieler prägender Denker&Pioniere (ALBERT HOFMANN als Stichwort hier) sind wir diesbezüglich in der Kreidezeit der Wissenschafft. Sehr schade.

  • Passen der Titel am 06.11.2017 09:14 Report Diesen Beitrag melden

    Wo fliegt man jetzt genau?

    Fliegen Sie... Ein mega lustiger Titel! Leary - LSD - Fliegen... Tschäggsch... So lustig! Ich bin voll durch die Villa geflogen!

  • SJthecat am 06.11.2017 08:00 Report Diesen Beitrag melden

    Welche Familie denn?

    Gehört es nun der Familie Hitchchock, zu der auch Alfred gehörte, oder heissen die bloss gleich?

    • Reader am 06.11.2017 08:37 Report Diesen Beitrag melden

      Lesen

      Steht im Artikel. Lesen müssen Sie aber selbst.

    • Peter am 06.11.2017 12:42 Report Diesen Beitrag melden

      Das haus

      heisst so. Er hat die 68er Bewegung gestarteter und lsd in Umlauf gebracht

    einklappen einklappen
  • TAOLPA RAMERTA am 06.11.2017 07:50 Report Diesen Beitrag melden

    RE: Drogenjukies

    Sekte hin oder her. Die Drogenjunkies als Bankiers aus Zürich verhalten sich heute auch nicht anders und sind sektenhaft mit eintönigen Anzügen bestückt und sülzen zumeist den gleichen auswendig gelernten Mumpitz vor sich her, sogar ohne Drogeneinfluss. Da kann man also gleich die neuen KI-Roboter aus Japan einsetzen, die brauchen auch keine Aufputschdrogen