Italien

20. Mai 2017 19:52; Akt: 20.05.2017 19:52 Print

100 Schlösser und Burgen gratis zu haben

Die italienische Regierung verschenkt derzeit 103 prachtvolle Immobilien – unter einer Bedingung.

Der italienische Staat verschenkt derzeit 103 Schlösser und Burgen. (Video: Vizzr/Tamedia)
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Wer ein Schloss oder eine alte Burg in Italien möchte, der muss es nur sagen: Der italienische Staat ist gerade dabei, 103 historische Gebäude zu verschenken. Die Bewerber werden allerdings dazu verpflichtet, die zum Teil baufälligen Immobilien zu sanieren, um sie in Touristenattraktionen zu verwandeln.

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Wie «Il Sole» berichtet, wollen das Kulturministerium und die Agentur für Staatseigentum mit der Initiative «Cammini e percorsi» (Wege und Pfade) den Tourismus in abgelegenen Regionen ankurbeln. Gleichzeitig soll die Staatskasse von Sanierungskosten verschont bleiben.

Gratis, aber trotzdem teuer

Derzeit stehen auf der Website einer Immobilienagentur drei besondere Gebäude im Angebot: Der im 13. Jahrhundert erbaute Castello di Montefiore, der Castello Orsini-Odescalchi bei Rom, in dem die Schauspieler Tom Cruise und Katie Holmes 2006 heirateten, sowie die Villa Bonelli in der Provinz Barletta-Andria-Trani in Apulien. Auf der Liste befinden sich zudem Leuchttürme, stillgelegte Bahnhöfe und historische Gutshöfe.

Das Angebot richtet sich in erster Linie an Unternehmer unter 40 Jahren. Die Interessenten sollten bis zum 26. Juni einen Plan vorlegen, wie sie die Objekte für Touristen attraktiv gestalten wollen, etwa durch die Einrichtung eines Hotels oder eines Spas. Wird das Projekt akzeptiert, bekommt der Unternehmer das Besitzrecht für die Immobilie für neun Jahre zugesprochen. Danach besteht die Möglichkeit, auf weitere neun Jahre zu verlängern. Besonders lukrative Vorschläge werden mit einem Pachtvertrag auf 50 Jahre belohnt, berichtet die «Huffington Post».

Durch aktuelle Wirtschaftsreformen wurden Steuererleichterungen für historische Bauten vor einiger Zeit abgeschafft. Die Betriebskosten eines Castello können darum spürbar ansteigen. Wer eine Burg geschenkt haben möchte, muss also trotzdem tief in die Tasche greifen.

(kle)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Leser am 20.05.2017 20:34 Report Diesen Beitrag melden

    Zu kurze Zeiträume

    Auch nach den hohen Investitionen, bleiben die Gebäude in Staatsbesitz. Ergo: Irreführender Titel "Gratis zu haben".

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  • Realist am 20.05.2017 20:49 Report Diesen Beitrag melden

    Findet den Dummen

    Ist so ähnlich, wie wenn ich eine alte Schrottkarre jemandem verleihe, in der Auflage, dass ich sie nach einem Jahr perfekt restauriert zurückbekomme.

  • Rene am 20.05.2017 20:53 Report Diesen Beitrag melden

    Gratis? 9 Jahre?

    Da sagt doch kein normaler Mensch ja dazu. Da butterst du Millionen rein und gehört dennoch nicht dir und dann noch tausende Touristen die durchlatschen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Isabella Elisabeth Fatima karadal am 21.05.2017 19:26 Report Diesen Beitrag melden

    Frau

    Das ist schon ein Kindheit Traum von mir wie eine Königin zu wohnen . ich liebe solche alten historischen Gebäude sehr sehr gemütlich finde ich .sie sollten erhalten bleiben . Sanierung wehre kein Problem so das es für jeden Wunder schön ist .

  • Dr. Beat Wicki, Littau am 21.05.2017 16:08 Report Diesen Beitrag melden

    Interessant aber

    nur wenn das Schloss dann auch mir gehört. Auf 9 Jahre und viel geld investieren ist nicht interessant. Plötzlich ändert der Wind in der Regierung und es gehört wieder dem Staat und Investitionen sind futsch. Ohne mich.

    • itsMe am 21.05.2017 16:13 Report Diesen Beitrag melden

      den ganzen bericht lesen.

      vertrag ist erneuerbar auf weitere 9 jahre, besonders lukrative können auf 50 jahre erweiter werden.

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  • itsMe am 21.05.2017 15:57 Report Diesen Beitrag melden

    Kreativität gefragt

    da liegt bestimmt eine win win situation drin, sonst würden sie das angebot nicht machen. alles eine frage der kreativität und guter organisation. das spricht wohl eher nur gewiefte macher typen an, al milchbüechlirächner und HSG manager (boniabsahner ohne rücksicht auf verlust) mentalitäten. an alle die die italos bashen, ihr unterschätzt einmal mehr ein sehr intelligentes volk.

    • M.B. am 21.05.2017 21:51 Report Diesen Beitrag melden

      @itsMe: du auch

      Und du unterschätzt HSG-Absolventen. Soviel ist sicher: die haben definitiv einiges mehr drauf, als du.

    • Bartli am 21.05.2017 22:26 Report Diesen Beitrag melden

      Bitte lieber nichts schreiben wie so was

      @ its Me. Herrgott, diese Pauschalisierung immer, das liegt definitiv einmal mehr am Mangel von Selbstwertgefühl. Muss jeder der einen besseren Job oder das Glück studieren zu können immer schlecht sein? Es gibt doch auf allen Ebenen solche und solche von oben bis unten. Es wäre so viel einfacher, wenn dies einmal alle verstehen würden. Sorgt doch nur für Spaltung, solches Geschwurbel.

    • itsMe am 21.05.2017 22:32 Report Diesen Beitrag melden

      in wie fern mehr drauf als ich?

      das (sollten sie ja wissen) ist relativ.

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  • Hugo Kunz am 21.05.2017 15:21 Report Diesen Beitrag melden

    Idee weiter ausbauen!

    Warum nur bei den Schlösser bleiben?! Stichwort: "Alitalia"

  • Giordano Pesce am 21.05.2017 14:51 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Immobilien Agentur

    die Agenzia del Demanio ist nicht "eine Immobilienagentur", es handelt sich um ein Verwaltungs-Amt für staatliches Eigentum. (Nicht immer glauben was auf Wikipedia steht.)