Paper House

03. März 2017 19:20; Akt: 03.03.2017 19:20 Print

Ein Haus komplett aus Zeitungen

von M. Steiger - Wo andere mit Beton und Backsteinen arbeiten, hat Elis Stenman Zeitungen benutzt. Aber nicht nur die Wände seines Hauses bestehen aus Papier.

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Die Geschichte des Paper House beginnt schon 1922: Damals entschloss sich der Ingenieur Elis Stenman in Rockport, Massachusetts, ein Sommerhäuschen für sich und seine zukünftige Familie zu bauen.

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Ein Grundgerüst unter Papier

Beim Bau begann er so wie bei normalen Häusern: Es braucht ein Holzgerüst, ein Dach mit Ziegeln und Böden, die nicht verrotten. Bei den Wänden ging Stenman dann einen neuen Weg: Zeitungen sollten dem Haus Charme verleihen – und die Baukosten senken.

Stenman begann also Zeitung um Zeitung zusammenzukleben, bis er so rund 2,5 Zentimeter dicke Platten hatte. Anschliessend wurden die Zeitungen lackiert, um sie haltbarer zu machen.

Nicht nur die Wände sind aus Zeitungen

Bei den Wänden hat Stenman aber noch nicht haltgemacht: Alles im Haus besteht ebenfalls aus Papier: Stühle, Tische, Bücherregale und sogar Vorhänge und Bilderrahmen sind aus alten Zeitungen, sogar eine Uhr hat der Ingenieur gebastelt.

Es gibt einige wenige Ausnahmen: Das Piano ist aus Holz und wurde lediglich mit Zeitungen bedeckt, um den Schein zu wahren. Und auch das Cheminée ist – aus offensichtlichen Gründen – mit Ziegelsteinen gebaut.

Zeitungsliebhaber oder Recyclingkönig?

Warum Stenman sich entschlossen hat, sein Haus aus Zeitungen zu bauen, ist unbekannt. Seine Nachfahren vermuten, dass es schlicht am Materialmangel zur Zeit der grossen Depression lag – der Ingenieur suchte nach billigen Materialien. Das zeigt sich auch im Kleber, der ebenfalls selbstgemacht ist. Er besteht aus Mehl, Wasser und Apfelschalen.

Es könnte aber auch sein, dass Stenman einfach ein Vorreiter in Sachen Recycling war – oder schlicht ein grosser Zeitungsfan. In den Jahren, in denen er am Haus baute, verbaute er rund 100'000 Zeitungen.

Das Sommerhäuschen wird zum Museum

Elis Stenman starb bereits 1942, baute also insgesamt rund 20 Jahre an seinem Haus. Nach seinem Tod wurde es in ein Museum umgewandelt. Heute freuen sich Besucher über die langsam abblätternden Wände, die Geschichten aus vergangener Zeit zum Vorschein bringen.

Am Schreibtisch gibt es ein Stück über Charles Lindberghs Atlantikflug, auf dem Radio sieht man die Präsidentschafts-Kampagne von Herbert Hoover. Auf dem Klavier sind Zeitungen aus der Zeit von Admiral Byrds Reisen zum Nord- und Südpol. Im Laufe der nächsten Jahre werden die Wände noch mehr abblättern und neue alte Geschichten enthüllen.

Häuser aus Papier haben wir nicht. Aber hier finden Sie Angebote für Mietobjekte mit Cheminée:

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Petra am 03.03.2017 20:20 Report Diesen Beitrag melden

    Gute alte Zeiten äh Zeitungen

    In der Schweiz hat man früher die Häuser auch mit alten Zeitungen isoliert. Oder mit Stickereimustern. Aufgrund meiner Tätigkeit war ich schon in solchen Häusern. Hat mich jeweils ausserordentlich fasziniert, was da alles unter der obersten Schicht zum Vorschein kam. Interessante Nachrichten von damals.

  • Phil am 03.03.2017 20:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    alte Zeitungen gibts genug

    naja, wenns hält, warum nicht. Billige Alternative, wenn man bedenkt wieviel alte Zeitungen zusammen kommen.

  • Ayrton Senna am 03.03.2017 21:56 Report Diesen Beitrag melden

    Zeitungshaus

    Und das hält bei Regen und Schnee?

Die neusten Leser-Kommentare

  • chämifägär am 04.03.2017 14:32 Report Diesen Beitrag melden

    kamin aus papier

    Der Kamin irritiert mich ein wenig.. ist wohl nur für schön.

  • Nix für mich am 04.03.2017 11:22 Report Diesen Beitrag melden

    Lack und Leim

    Würde mich nicht wundern wenn man ständig High wäre in diesem Lack & Leim Haus. Und wenns mal brennt.... mmmh, feine Dämpfe. Brrrr...

  • Lore am 04.03.2017 11:05 Report Diesen Beitrag melden

    Für Puppemhaus ok

    Na ja als Haus zum wohnen kann ich mir das Papierhaus nicht vorstellen , aber eine gute Idee für ein Puppenhaus das unter Dach ist um Altpapier zu verbrauchen.Was mich aber stutzig macht ist der viele Lack der verwendet wird , ob da nicht unerwünschte Dämpfe entstehen?

  • TOM am 04.03.2017 10:56 Report Diesen Beitrag melden

    Sicher hier nicht machbar

    Na ich glaub , da gäbe es hier schwierigkeiten mit einer Baubewilligung , wird ja zuviel vorgeschrieben , weil ja immer alle besser wissen was gut ist oder nicht.Ausserdem wären die Versicherungskosten extrem hoch.Verlangen ja schon für ein Holzhaus viel mehr als für einen Betonklotz .Begründung .Leichter Brennbar !! Na und dann erst Papier

  • G.K. am 04.03.2017 08:56 Report Diesen Beitrag melden

    Naja Geschmäcker sind verschieden

    Sehr aufwendige Arbeit, die viel mühe kostet und jedes Jahr neu Lackieren? Der Lack den sie brauchen, ist sichlerich nicht wenig und giftig zu gleich. Na ja, dann lieber ein Haus aus Naturholz!