1619: Der Sklavenhandel

Plakat, das für die Versteigerung von Sklaven wirbt.
(17. Jhdt.)


Das erste Schiff mit Sklaven aus Afrika erreicht die Stadt Jamestown in Virginia.





1777: Verbot in Vermont

Bild: «Some Historical Account of Guinea by Anthony Benezet» (London, 1788).

Vermont spaltet sich vom Staat New York ab und verbietet in seiner neuen Verfassung als erster Bundesstaat die Sklaverei.


1804: Underground Railroad

(Bild: U.S.Dept. of the interior/ Gannett News Service)

Mit der Gründung der Underground Railroad entsteht ein Netzwerk von Fluchthelfern, die Sklaven aus dem Süden in die Nordstaaten und nach Kanada bringen.


1852: Onkel Toms Hütte

Der Roman «Onkel Toms Hütte» von Harriet Beecher Stowe wird ein Welterfolg und zu einem wichtigen Propagandamittel der Sklavereigegner.

«Onkel Toms Hütte» war zuerst als Fortsetzungsroman in der von Abolutionisten* geführten Zeitung «The National Era» erschienen. Als er in Buchform herauskommt, ist er innerhalb von 48 Stunden ausverkauft.

Harriet Beecher Stowe nannte als Quelle für ihren Roman die Memoiren von Pfarrer Josiah Henson, einem früheren amerikanischen Sklaven. Henson war 1830 nach Kanada geflüchtet.

*Unter Abolitionismus versteht man eine Bewegung zur Abschaffung der Sklaverei.




1856: Dred Scott

Dred Scott (1799-1858)

Der Oberste Gerichtshof entscheidet, Sklaven seien «Eigentum» ihres Besitzers und hätten kein Anrecht auf die US-Staatsbürgerschaft («Dred Scott vs. Sandford»). Das Urteil heizt die Kontroverse zwischen Befürwortern und Gegnern der Sklaverei an.



1861: Abraham Lincoln

Abraham Lincoln, 1809-1865)


Die Wahl des Sklaverei-Gegners Abraham Lincoln zum 16. US-Präsidenten löst den Bürgerkrieg zwischen Nord- und Südstaaten aus.

Vor Lincoln kamen die meisten Präsidenten aus dem Süden und vertraten die Interessen der reichen Pflanzeraristokratie. Der Süden, als Agrarland auf die Ausfuhr von Baumwolle und Tabak angewiesen, trat für Freihandel und Sklaverei ein.

Nach der Sezession* von elf sklavenhaltenden Südstaaten führte Lincoln die Nordstaaten durch den Bürgerkrieg und trieb die Sklavenbefreiung voran. Nach dem Sieg der Nordstaaten wurden die abtrünnigen Südstaaten wieder in die Union eingegliedert.

Unter seiner Regierung schlugen die USA den Weg zum zentral regierten, modernen Industriestaat ein und schufen so die Basis für ihren Aufstieg zur Weltmacht im 20. Jahrhundert.


*Sezession: die Loslösung einzelner Landesteile aus einem Staat




1863: Die Emanzipationsakte

Die Emanzipationsakte

Mit der von Abraham Lincoln unterschriebenen Emanzipationserklärung werden alle Sklaven für frei erklärt. Zu diesem Zeitpunkt leben rund 3,5 Millionen Sklaven und 500 000 freie Schwarze in den USA.



1865: Das Attentat

Am 14. April 1865, einem Karfreitag, wird Abraham Lincoln während einer Vorstellung im Ford-Theater in Washington, D.C., von dem Schauspieler John Wilkes Booth erschossen.

John Wilkes Booth (Bild links) gelingt es gegen 22 Uhr, sich in die Loge des Präsidenten zu schleichen, wo er ihm mit einem 44er-Deringer in den Hinterkopf schiesst. Anschliessend springt er auf die Bühne und kann, obwohl er sich beim Sprung verletzt hat, fliehen.

Am 26. April wird der Attentäter in einer Scheune in Virginia gestellt und erschossen.

Das Attentat war das Ergebnis einer Verschwörung, an der sich ausser Booth noch weitere neun Sympathisanten des Südens beteiligt hatten.











«Black Codes»

Nachdem die Niederlage der Südstaaten im Sezessionskrieg das endgültige Ende der Sklaverei besiegelt hat, werden im Süden schon bald erste Statuten verfügt, welche die Rechte der freigelassenen Sklaven einschränken («Black Codes»).

Die Black Codes beschränken u.a. die Freiheit in der Berufs- und Ortswahl sowie bei der Wahl des Ehepartners.

Der Norden sieht in den Black Codes des Südens den Versuch, die Sklaverei durch die Hintertür wieder einzuführen.








1866: Der Ku Klux Klan

Das brennende Kreuz und die weissen Röcke mit den Kapuzen, die das Gesicht verbergen, sind Kennzeichen des Ku Klux Klans


A
m 24. Dezember wird im Staat Tennessee der Ku Klux Klan (KKK) gegründet.

Der Klan ist ein noch heute bestehender rassistischer Geheimbund in den Südstaaten. Das klandestine Netz der Organisation ist bei Mitgliedern unter dem Namen Invisible Empire («Unsichtbares Reich») bekannt

Der Klan hinderte die Schwarzen an der Wahrnehmung ihrer neu erworbenen Bürgerrechte durch Einschüchterung, Brandstiftung, körperliche Gewalt, Entführung und Mord.

Der Klan wurde offiziell 1869/71 aufgelöst und erlebte nach der Premiere von Griffiths «Birth of a Nation» eine Wiedergeburt. Der neue KKK richtete sich gegen alle ethnischen und auch religiösen Minderheiten (Schwarze, Katholiken, Juden, Iren...).

Heute steht der Klu Klux Klan neonazistischen und rechtsextremistischen Organisationen nahe.


1890: Rassentrennung

Die Rassentrennungsgesetze waren im Süden auch in den 50-er Jahren noch gültig


In den Südstaaten treten die ersten Gesetze zur Rassentrennung («Jim Crow»-Gesetze) in Kraft. Sie werden vom Obersten Gerichtshof in den folgenden Jahrzehnten gestützt.




1909: NAACP

Demonstration der NAACP gegen die Lynchjustiz


Die National Association for the Advancement of Colored People (NAACP) wird von einer Gruppe Bürgerrechtsaktivisten gegründet. Die NAACP ist bis heute eine der wichtigsten Bürgerrechtsvereinigungen der USA.


1914: Marcus Garvey

Der in Jamaika geborene Publizist und Unternehmer Marcus Garvey (1887-1940) gilt als einer der wichtigsten Führer des schwarzen Separatismus und als Begründer der Back-to-Africa-Bewegung. 1914 gründet er die UNIA-ACL (Universal Negro Improvement Association and African Communities League).

In den 1920er Jahren sagt Garvey die Krönung eines mächtigen schwarzen König in Afrika voraus und trägt damit unwillkürlich zur Entstehung der Rastafari-Bewegung in seiner jamaikanischen Heimat bei, die den 1930 zum äthiopischen Kaiser gekrönten Haile Selassie als ihren Messias sieht. Er selbst ernennt sich zum «Präsidenten von Afrika», verleiht Adelstitel, gründet eine «Afrikanische Legion» und eine «Afrikanische orthodoxe Kirche».
1923 verweigert die Regierung Liberias eine Konzession für die Gründung einer Siedlung. Darauf wird Marcus Garvey wegen Betrugs zu einer fünfjährigen Haftstrafe verurteilt. Nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis hat sich seine Bewegung aufgelöst.

(Quelle: Wikipedia)


1930: Nation of Islam

Elijah Muhammad (1934-1985)


Die Nation of Islam, auch bekannt als «Black Muslims», ist eine im Jahr 1930 durch Wallace Fard Muhammad gegründete religiös-politische Organisation farbiger US-Amerikaner.

Die Nation of Islam verfolgt separatistische Ziele, unter anderem die Einrichtung eines getrennten afroamerikanischen Homelands in den Vereinigten Staaten. Die Gruppe wird von Kritikern als rassistisch bezeichnet.

Im Zeitraum zwischen den 50er- und 70er-Jahren erreicht die Nation of Islam Relevanz als grosse meinungsbildende afroamerikanische Organisation. Während dieser Zeit werden in den ganzen USA neue Tempel eröffnet, wodurch die Zahl der Mitglieder in den 70er-Jahren bis auf eine Million steigt.

Ihr wichtigster Vertreter ist Elijah Muhammad.

(Quelle: Wikipedia)



1936: Jesse Owens
Jesse Owens auf der Siegertribüne in Berlin.

Bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin schreibt Owens Sportgeschichte: Er ist der erste Athlet, der bei Olympischen Spielen vier Goldmedaillen gewinnt.

Die Spiele sollen Hitlers Theorie von der Überlegenheit der weissen Rasse demonstrieren, der Sieg Owens und der Gewinn von insgesamt 13 Medaillen durch afroamerikanische Sportler ist für den Diktator eine Demütigung.

Hitler gratuliert Owens nicht persönlich, reicht an diesem Tag aber auch keinem anderen Athleten die Hand, da er sich an das Gebot der Olympischen Neutralität halten muss.

Owens geniesst – Ironie der Geschichte – während seines Aufenthalts im rassisitischen Nazi-Deutschland dieselben Rechte wie die weissen Sportler. In den demokratischen USA dagegen muss er während eines Empfangs zu seinen Ehren den Lastenaufzug benutzen.

Präsident Franklin D. Roosevelt weigert sich, Owens im Weißen Haus zu empfangen. Er steckt mitten im Wahlkampf und fürchtet sich vor den Reaktionen aus den Südstaaten, falls er Owens ehren sollte. Owens bemerkt dazu später: «Nicht Hitler hat mich brüskiert, sondern Franklin D. Roosevelt. Der Präsident hat mir nicht einmal ein Telegramm geschickt.»


Quelle: Wikipedia



1948: Präsident Truman

Seit jeher haben Farbige an der Seite der Weissen in der US-Armee gekämpft, aber erst am 2. Juli 1948 wird die Rassentrennung in der Armee durch Präsident Truman aufgehoben. Ein erster Anlauf für ein Gesetz, das den Schwarzen die Bürgerrechte garantieren soll, scheitert jedoch.


1954: Rassentrennung an Schulen

Der Oberste Gerichtshof erklärt die Rassentrennung in den öffentlichen Schulen für verfassungswidrig.


1955: Mord an Emmett Till

Emmett Louis Till (1941-1955)

Emmett Louis Till aus Chicago ist 14 Jahre alt, als er seinen Cousin in Money (Mississippi) besucht.

Am 24. August hält er sich im Laden Bryant's Grocery and Meat Market auf. Als Till Ms.Bryant sieht, die Frau des Ladenbesitzers, pfeift er anerkennend.

Einige Tage später entführen Bryant und einige Männer den Jungen, foltern ihn gnadenlos und erschiessen ihn schliesslich.

Emmetts Mutter holt die schrecklich entstellte Leiche ihres Sohnes ab. Sie lässt bei der Abdankung im Bestattungsinstitut in Chicago den Sarg offen – sie will, dass alle sehen, was ihrem Sohn angetan worden ist. Die Bilder gehen um die Welt und lösen eine grosse Schockwelle aus.



Das Foto von Tills enstellter Leiche.

Die Mörder werden freigesprochen, was zur Folge hat, dass landesweit heftige Unruhen ausbrechen.


1955: Rosa Parks

Rosa Parks (Polizeibild)

In Montgomery (Alabama) weigert sich die Schneiderin Rosa Parks (1913-2005), die auch als Sekretärin bei der NAACP arbeitet, ihren Sitz in einem städtischen Bus für einen Weissen freizugeben. Sie wird verhaftet.

Der damals noch relativ unbekannte Baptistenprediger Martin Luther King ruft zu einem 13-monatigen Busboykott auf. Er endet mit einem Urteil des  Obersten Gerichtshofs, das die Rassentrennung in Bussen für verfassungswidrig erklärt. Rosa Parks gilt als «Mutter der Bürgerrechtsbewegung».



1957: Little-Rock-Krise

Soldaten der National Guard verweigern einer schwarzen Studentin den Zutritt zur Schule

Obwohl die Rassentrennung an Schulen seit 1954 gesetzlich verboten ist, ordnet die National Guard in Arkansas an, schwarzen Studenten den Zutritt an die traditionell weisse Central High School zu verweigern.

Präsident Eisenhower befiehlt den Abzug der National Guard, worauf die schwarzen Studenten die Schule betreten können. Ein Aufstand ist die Folge. Eisenhower schickt 1000 US Army Troopers nach Arkansas, um die Ordnung wiederherzustellen.



US Army Troopers stellen die Ordnung wieder her.


1960: Martin Luther King Jr.

Martin Luther King Jr. (1929-1968)

Der Baptistenpastor Martin Luther King Jr. ist seit Mitte der 1950er-Jahre in der Bürgerrechtsbewegung der USA aktiv.

Er zählt weltweit zu den wichtigsten Vertretern im Kampf gegen die Unterdrückung der Afroamerikaner und für soziale Gerechtigkeit.

King predigt die Gewaltlosigkeit, wird dreimal tätlich angegriffen, überlebt mindestens ein Bombenattentat und wird zwischen 1955 und 1968 mehr als 30-mal inhaftiert.

1964 erhält er den Friedensnobelpreis.

Am 4. April 1968 wird Martin Luther King Jr. in Memphis (Tennessee) erschossen.



1961: Freedom Riders

Dieser Greyhound wurde in Birmingham angehalten und angezündet.

Die Freedom Riders sind weisse und schwarze Friedensaktivisten, die in den Süden fahrende Autobusse begleiten, um die Einhaltung der Bürgerrechte gegen die Rassentrennung zu garantieren. Sie werden schikaniert und verhaftet, weil sie gegen lokale «Jim Crow»-Gesetze (lokale Rassentrennungsgesetze) verstossen. In den schlimmsten Fällen arten die Reaktionen in Gewaltausbrüche des Mobs bis hin zur Lynchjustiz aus.



1963: March on Washington

Im Sommer 1963 finden innerhalb von 4 Monaten 841 Demonstrationen statt. Präsident Kennedy legt dem Kongress als Reaktion auf die Kundgebungen eine Gesetzesvorlage zur Gleichberechtigung vor.

Beim legendären Marsch auf Washington am 28. August demonstrieren vor dem Lincoln Memorial mehr als 250 000 Schwarze und Weisse und neben King sechs weitere schwarze Führer, auch um die Bürgerrechts-Gesetzgebung Präsident Kennedys zu unterstützen. Hier hält King seine wohl bekannteste Rede «I Have a Dream».


1964: Das Bürgerrechtsgesetz

TIME-Cover von 1964

Präsident Johnson unterzeichnet das Bürgerrechtsgesetz, das Rassentrennung und Diskriminierung am Arbeitsplatz für illegal erklärt.

Martin Luther King erhält 1964 den Friedensnobelpreis, wobei er das gesamte Preisgeld in Höhe von 54 000 $ einem Fond seiner Bewegung spendet. Das amerikanische Nachrichtenmagazin Time kürt ihn zum «Mann des Jahres 1964».



1965: «Bloody Sunday»


Eskalation in Selma, Alabama

Am «Bloody Sunday», dem 7.März 1965, machen sich 600 Menschen auf einen Marsch von Selma (Alabama) zum Capitol in Montgomery. Sie demonstrieren gegen die Einschränkung des Wahlrechts und für das Andenken an Jimmie Lee Jackson, der drei Wochen zuvor von einem State Trooper erschossen worden ist, als er seine Mutter an einer Bürgerrechtsdemonstration vor der Polizei beschützen wollte.

Am Stadtrand von Selma werden die Demonstranten von schwer bewaffneten State Troopers und Deputies angegriffen ? vor den Kameras der Journalisten.



Präsident Johnson unterzeichnet ein Gesetz, das «Intelligenztests» für Schwarze als Voraussetzung für die Gewährung des Stimm- und Wahlrechts verbietet.


1965: Unruhen in Watts

Ein verwüstete Strasse in Watts.

In Watts, einem armen, schwarzen Stadtteil im Süden von Los Angeles, brechen am 11. Mai 1965 schwerste Unruhen aus. Die Ausschreitungen fordern 34 Todsopfer und über tausend Verletzte, 4000 Menschen werden verhaftet. Sechs Tage lang herrschen kriegsähnliche Zustände; ein verbranntes, verwüstetes Gebiet bleibt zurück.
Während der Unruhen werden viele Geschäfte geplündert und angezündet. Der Aufstand wird schliesslich durch die Nationalgarde niedergeschlagen.

Die Unruhen wurden durch eine Polizeikontrolle ausgelöst; der wirkliche Grund liegt jedoch in der Frustration über die schlechten Lebensbedingungen, die Armut und Arbeitslosigkeit und die polizeiliche Willkür und Gewalt. Das Polizeikorps besteht vor allem aus Weissen, denen vorgeworfen wird, ihre Macht rassistisch auszunützen.



1965: Attentat auf Malcolm X

Malcolm X (1925-1965)

Malcolm X war in seiner Jugend ein Kleinkrimineller, der eine Beziehung zu einer weissen, verheirateten Frau unterhielt und deshalb zu 10 Jahren Haft verurteilt wurde.

Im Gefängnis wird er von einem Vetreter der «Nation of Islam» rekrutiert. Nach seiner Haftentlassung 1952 wird er zur charismatischsten Leitfigur der Bewegung.

1964 bricht er nach einer Pilgerfahrt nach Mekka und einer 4-monatigen Reise durch Afrika mit der «Nation of Islam».

Er gründet die «Organization of Afro-American Unity» (OAAU) und versucht, den Befreiungskampf der Schwarzen in Amerika mit dem der afrikanischen Völker zu koordinieren.

Als er in mehreren Reden die Korruption und Bigotterie der «Nation of Islam»-Führung anprangert, wird er während eines Vortrags erschossen.



1966: Black Panther Party


Vor dem Hauptquartier

Die «Black Panther Party» wird gegründet. Die Gruppe ist eine militante Bürgerrechts- und Selbstschutzbewegung, die ein 10-Punkte-Programm aufstellt:

  1. Freiheit & Selbstbestimmung
  2. Beschäftigung
  3. ein Ende der Ausbeutung
  4. menschenwürdige Wohnungen
  5. ein reformiertes Bildungssystem und eine Überarbeitung der Geschichtsbücher.
  6. Freistellung vom Militärdienst
  7. ein Ende der willkürlichen Polizeigewalt
  8. Freilassung aller schwarzen Gefangenen wegen Benachteiligung während der Verhandlungen
  9. faire Gerichtsprozesse vor schwarzen Geschworenen und durch schwarze Ankläger
  10. einen Volksentscheid unter der schwarzen Bevölkerung über deren nationales Schicksal

Die «Black Panther Party» teilt sich im Laufe der Jahre in zwei Hauptgruppen; die eine Gruppe konzentriert sich auf Selbtshilfe in den schwarzen Stadtteilen, während die militante Gruppe den bewaffneten Widerstand gegen den Staat aufnimmt.

Ab 1971 treten die «Black Panthers» nicht mehr als Bewegung auf.



1967: Muhammad Ali

Der amerikanische Boxer Cassius Clay ändert seinen Namen in Muhammad Ali, als er 1964 der «Nation of Islam» beitritt.

1960 gewinnt er in Rom die olympische Goldmedaille im Halbschwergewicht.

Als Ali im April 1967 auf dem Höhepunkt seiner Karriere aus religiösen Gründen den Wehrdienst verweigert, wird ihm der Titel aberkannt. Er wird zu fünf Jahren Gefängnis und 10 000 $ Strafe verurteilt. Später wird das Urteil aufgehoben. Der stolze, charismatische Boxer wird dadurch zur Idol der Schwarzen.

1970 darf Ali wieder in den Ring steigen. 1971, im «Kampf des Jahrhunderts» gegen Joe Frazier, erleidet er seine erste Niederlage, erst im Rückkampf 1974 kann er Frazier besiegen.

Ali wird am 30.Oktober 1974 in Kinshasa (Zaire) erneut Weltmeister, als er in einem spektakulären Kampf George Foreman besiegt.

1975 konvertiert er zum sunnitischen Islam und tritt seitdem als Botschafter für seinen Glauben und wohltätige Zwecke auf.

1982 erkrankt er an der Parkinsonschen Krankheit.



1967: Thurgood Marshall

Der Oberste Gerichtshof entscheidet, dass Verbote von gemischtrassigen Ehen gegen die Verfassung verstossen.


Thurgood Marshall (1908-1993) wird als erster Schwarzer Mitglied des Obersten Gerichtshofs.

Marshall ist seit den 40er-Jahren Chief Counseler der NAACP und vertritt immer wieder erfolgreich Schwarze vor Gericht. Er pflegt freundschaftlichen Kontakt zum Chef des FBI, Edgar J.Hoover.



1968: Olympiade in Mexiko

Tommie Lee und John Carlos erheben bei der Siegerehrung die Hand zum Black-Power-Gruss


Tommie Lee gewinnt die Goldmedaille im 200-Meter-Lauf mit einer neuen Weltrekordzeit von 19,83 Sek., Teamkollege John Carlos holt Bronze.

Noch während der Siegerehrung werden Smith und Carlos vom US-NOK aufgefordert, das Olympische Dorf zu verlassen, weil sie während der Zeremonie die schwarzbehandschuhte Faust zum Black-Power-Gruss emporgereckt haben.



1968: Attentat auf M.L.King

Am 3. April 1968 sagt Martin Luther King in seiner berühmten Rede «I've Been to the Mountaintop», dass er das Gelobte Land gesehen habe. Viele deuten diesen Satz als Todesahnung. King spricht noch einmal zu den Demonstranten, um sie von der Gewaltlosigkeit zu überzeugen und legt den 8. April als neuen Termin für eine Demonstration fest.

Minuten vor und nach den tödlichen Schüssen (Bild 1 & 2)


Am 4.April wird Martin Luther King in Memphis vor seinem Hotelzimmer erschossen.

In über 100 Städten kommt es nach der Ermordung Kings zu Krawallen.

Am 8. April 1968 führt Coretta Scott King anstelle ihres Mannes den geplanten Protestmarsch durch Memphis.

Am 9. April wird Martin Luther King unter der Anteilnahme von 50 000 Menschen in Atlanta auf dem South View Cemetery beerdigt, einem Friedhof für Schwarze. In seinen Grabstein sind die letzten Worte seiner berühmtesten Rede, «I have a Dream», in einer Abwandlung eingraviert: «Free at Last! Free at Last! Thank God Almighty, I'm Free at Last!»

Mit Martin Luther King verliert die schwarze Bürgerrechtsbewegung ihren wichtigsten Führer, der es verstanden hat, auch weisse Politiker für die Sache der Afroamerikaner zu überzeugen.



1989: Colin Powell

Colin Luther Powell (*1937) wird 1987 als erster schwarzer US-Amerikaner Sicherheitsberater des Weissen Hauses.

1989 bis 1993 ist er Vorsitzender der Joint Chiefs of Staff. Nach seiner Pensionierung geht er in die Politik und amtet in der ersten Amtszeit von US-Präsident George W. Bush (2001-2005) als Aussenminister.


1992: Rodney King

Am 3.März 1991 wird Rodney King wegen einer Geschwindigkeitsüberschreitung von der kalifornischen Polizei angehalten. Bei der Verhaftung, die von einem Anwohner zufällig gefilmt wird, gehen die Beamten derart brutal gegen ihn vor, dass die vier Beamten (drei weisse und ein Latino) dafür vor Gericht gestellt werden. Durch die Amateuraufnahmen kann rekonstruiert werden, dass die Polizisten ihr Opfer mit mehr als 50 Stockschlägen und sechs Tritten traktierten. Sie machten selbst dann weiter, als King längst überwältigt war.

Die Beamten werden von weissen Geschworenen freigesprochen, worauf die schwersten Rassenunruhen seit Jahrzehnten ausbrechen.


2006: Quotenregelung

Der Oberste Gerichtshof entscheidet, dass Quotenregeln für Schwarze an Schulen gegen die Verfassung verstossen.


2008: Barack Obama

Der charismatische Barack Obama (*1961) wird am 28. August als erster Afroamerikaner als Präsidentschaftskandidat einer grossen Partei – der Demokraten – nominiert.

Am 4. November schlägt er seinen republikanischen Rivalen John McCain deutlich und wird zum 44. Präsidenten der USA gewählt.

Infografik zur US-Präsidentschaftswahl 2008 »