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SCHWEIZ

Schwulen und Lesben sind gleichberechtigte Bürger. Bereits 1938 wurde die männliche Homosexualität in der Schweiz mit der Einführung des Schweizerischen Strafgesetzbuches entkriminalisiert. Heute verbietet die Bundesverfassung generell Diskriminierung aufgrund der Lebensform. Auch im Militärstrafgesetz wird Homosexualität heute nicht mehr erwähnt.

Seit 2007 können Schwule und Lesben ihre Partnerschaft registrieren lassen. Das Schutzalter liegt — sowohl bei homosexuellen wie bei heterosexuellen Beziehungen — bei 16 Jahren.

SAUDI-ARABIEN

Im Königreich Saudi-Arabien, das vom wahhabitischen Islam geprägt ist, sind homosexuelle Handlungen strikt verboten. Höchststrafe ist der Tod; allerdings wird die Todesstrafe für homosexuelle Handlungen derzeit nicht vollstreckt. Neben der Todesstrafe werden auch Peitschenhiebe und Haftstrafen unterschiedlicher Dauer verhängt. So wurden 2007 zwei Männer zu je 7000 Peitschenhieben verurteilt.

ISRAEL

Neben der Türkei, Jordanien, Zypern und den Palästinensischen Autonomiegebieten ist Israel der einzige Staat in der Region, der homosexuelle Handlungen von Erwachsenen im privaten Rahmen nicht verfolgt. In Israel gibt es keine Strafgesetze gegen homosexuelle Handlungen. Israel ist zudem das einzige Land im Nahen Osten mit einem Antidiskriminierungsgesetz. Auch die Armee diskriminiert nicht nach sexueller Orientierung.

Homosexuelle Paare werden steuerlich wie heterosexuelle Paare behandelt und dürfen auch Kinder adoptieren. Seit einer Entscheidung des Obersten Gerichts 2006 werden im Ausland geschlossene gleichgeschlechtliche Ehen anerkannt.

AFGHANISTAN

Unter den radikalislamischen Taliban wurden homosexuelle Handlungen mit dem Tode bestraft. Heute gilt Homosexualität nach wie vor als Verbrechen, aber die Todesstrafe wird nicht mehr verhängt. Das 1976 verabschiedete Gesetz sieht eine Freiheitsstrafe von 5 bis 15 Jahren vor.

NIEDERLANDE

Die Niederlande sind eines der liberalsten Länder, was die Rechte von Homosexuellen betrifft. Schwule und Lesben haben die gleichen Rechte wie heterosexuelle Bürger und sind auch nicht vom Militärdienst ausgeschlossen.

Homosexualität wurde bereits 1811 entkriminalisiert. Seit 1971 ist das Schutzalter für Homo- und Heterosexuelle gleich. Diskriminierung, auch auf dem Wohnungs- und Arbeitsmarkt, ist seit 1993 gesetzlich verboten. 1998 wurde die registrierte Partnerschaft eingeführt; seit 2001 ist die Gleichgeschlechtliche Ehe und auch die Adoption für gleichgeschlechtliche, verheiratete Paare möglich. Die Niederlande sind weltweit das erste Land, das die Gleichgeschlechtliche Ehe eingeführt hat.

JAMAIKA

Homosexualität ist auf der Karibikinsel strengstens geächtet. Der sexuelle Akt zwischen Männern ist verboten; sämtliche homosexuellen Handlungen sind illegal. Frauen werden im Gesetz jedoch nicht erwähnt.

§76 des Gesetzes «Offenses against the Person Act», das noch aus der britischen Kolonialzeit stammt, ahndet männlichen homosexuellen Verkehr als «das abscheuliche Verbrechen der Sodomie [gemeint ist Analverkehr]» mit bis zu 10 Jahren Freiheitsstrafe, verbunden mit schwerer Zwangsarbeit.
Jamaika gilt — wie nahezu die gesamte englischsprachige Karibik — als gefährlicher Ort für sexuelle Minderheiten. Gefördert wird der Schwulenhass auch durch viele Reggae- oder Dancehall-Sänger, die zum Mord an Schwulen aufrufen.

IRAN

In der Islamischen Republik Iran ist Homosexualität gesellschaftlich tabuisiert, homosexuelle Handlungen sind illegal.
Laut Artikel 110 steht auf Homosexualität die Todesstrafe durch öffentliches Erhängen. Das auf der Scharia basierende Strafrecht sieht bereits für leidenschaftliches Küssen unter Männern die körperliche Bestrafung durch Peitschenhiebe vor; «Wiederholungstäter» müssen mit der Todesstrafe rechnen.
Für Frauen gilt Artikel 129: Die Strafe für lesbische Liebe sind für jede Beteiligte hundert Peitschenhiebe. Artikel 131 sieht die Todesstrafe für lesbische Liebe vor, wenn das Delikt dreimal begangen und jedesmal eine Strafe verhängt wurde. Die Tötungsart steht im Ermessen des religiösen Richters.

USA

Die rechtliche Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften ist derzeit stark umstritten; das Thema besitzt enorme politische Brisanz. Aufgrund des föderalen Systems geniessen Homosexuelle in den einzelnen Bundesstaaten sehr unterschiedliche Rechte.
Illinois hob das Verbot gleichgeschlechtlicher sexueller Handlungen 1962 als erster Bundesstaat auf, aber noch bis 2003 wurden in mehreren amerikanischen Bundesstaaten — so in Kansas, Oklahoma, Missouri und Texas — homosexuelle Handlungen bzw. sexuelle Praktiken, die unter Homosexuellen besonders verbreitet sind, mit teilweise hohen Freiheitsstrafen und Geldbussen geahndet.
Die Bandbreite der legalen Anerkennung homosexueller Partnerschaften ist enorm: Neben Bundesstaaten ohne diesbezügliche gesetzliche Bestimmungen wie New Mexico gibt es eine Reihe von Bundesstaaten mit höchst unterschiedlichen Regelungen. Eingetragene und nicht eingetragene Partnerschaften können als «Civil Union» (etwa «Zivilpakt»), «Domestic Partnership» («Häusliche Partnerschaft») oder unter anderem Namen erlaubt sein; in einigen Bundesstaaten wie Massachusetts besteht die gleichgeschlechtliche Ehe.

NIGERIA

In dem bevölkerungsreichen westafrikanischen Land sind homosexuelle Handlungen verboten. Gefängnisstrafen bis zu 14 Jahren stehen auf «Geschlechtsverkehr unnatürlicher Art», worunter «Sodomie, Analverkehr und Zoophilie» fallen. In zwölf nördlichen Bundesstaaten mit islamischer Bevölkerungsmehrheit gilt die Scharia; hier ist als Maximalstrafe die Todesstrafe durch Steinigung vorgesehen, die allerdings selten vollstreckt wird.
Derzeit ist eine Gesetzesverschärfung in Vorbereitung, die auch die Betätigung in Gruppierungen, die für schwule Gleichberechtigung eintreten, automatisch mit fünf Jahren Haft bestraft.

MAURETANIEN

Homosexuelle Handlungen sind in dem islamischen Land in Nordwestafrika strengstens verboten. Das Strafrecht basiert auf der Scharia; auf homosexuelle Handlungen von erwachsenen Männern steht als Mindeststrafe der Tod.

SIMBABWE

Das Land im Süden Afrikas kennt seit 2006 ein Gesetz gegen «sexuelle Abnormitäten», unter die auch jede Handlung fällt, «die Kontakt zwischen zwei Männern beinhaltet und von einer vernünftigen Person als unanständige Handlung angesehen wird». Damit sind auch Händchenhalten, Umarmungen oder Ähnliches unter Männern strafbar. Der Strafrahmen reicht von einer Geldbusse bis zu 3 Jahren Haft.