2011
Gefangenenaustausch
Gilad Schalit
Als Teil eines gross angelegten Gefangenenaustausches zwischen Israel und der Hamas lässt die palästinensische Terrororganisation am 18. Oktober den 2006 entführten israelischen Soldaten Gilad Schalit frei. Im Gegenzug setzt Israel 1027 palästinensische Gefangene auf freien Fuss. Während viele Israelis die Vereinbarung befürworten, kritisieren andere, der Preis für Schalits Freilassung sei zu hoch.
2011
Isoliertes Israel
Demonstranten stürmen Botschaft
Am 18. August kommen im Süden Israels bei einem Terroranschlag acht Menschen ums Leben. Israel reagiert mit Luftangriffen auf den Gazastreifen; bei der Verfolgung der Terroristen töten israelische Soldaten irrtümlich fünf ägyptische Grenzbeamte.
Tausende wütender Demonstanten greifen am 10. September die israelische Botschaft in Kairo an. Das Botschaftspersonal wird nach Israel ausgeflogen. Der Vorfall belastet die angespannten Beziehungen zwischen Ägypten und Israel weiter.
Israel reagiert mit einer diplomatischen Offensive auf die Ankündigung der palästinensischen Autonomiebehörde, beim UNO-Sicherheitsrat die Anerkennung eines unabhängigen Staates Palästina zu beantragen. Die USA kündigen an, gegen den Antrag ihr Veto einzulegen.
2011
Verunsicherung
Richard Goldstone
Die Welle von Revolten in der arabischen Welt, die in Tunesien und Ägypten zum Fall der Machthaber führen, verunsichert die israelische Führung.
Der UNO-Sonderermittler Richard Goldstone revidiert im April in der «Washington Post» seinen Bericht zum Gaza-Krieg 2009: Die israelischen Streitkräfte hätten damals nicht absichtlich zivile Ziele angegriffen. Im «Goldstone-Bericht» waren Israel und der Hamas mögliche Kriegs-verbrechen vorgeworfen worden.
In einer Grundsatzrede zum Nahen Osten stellt sich US-Präsident Barack Obama im Mai erstmals hinter die Forderung der Palästinenser nach einem eigenen Staat auf Grundlage der Grenzen vor dem Sechstagekrieg 1967. Israel lehnt die Forderung als «nicht vertretbar» ab.
2010
Spannungen
Soldaten entern Gaza-Flotte
Die Ankündigung des Baus von weiteren 1600 jüdischen Wohneinheiten in Ostjerusalem führt im März zu einer ernstlichen Verstimmung im israelisch-amerikanischen Verhältnis.
Eine israelische Eliteeinheit stürmt in der Nacht auf den 31. Mai Schiffe der «Solidaritätsflotte» für den Gazastreifen. Neun Aktivisten kommen ums Leben. Am 2. September nehmen Israelis und Palästinenser im Beisein von US-Aussenministerin Hillary Clinton erstmals nach zweijährigem Stillstand wieder direkte Friedensgespräche auf. Ziel: Eine Zwei-Staaten-Lösung und die Klärung aller Statusfragen.
2009
Kontroverser Bericht
Richard Goldstone
Der im September veröffentlichte Goldstone-Bericht über den Gaza-Krieg stellt fest, dass während der Kampfhandlungen sowohl bewaffnete palästinensische Gruppen als auch die israelischen Streitkräfte gegen das Kriegsvölkerrecht verstossen hätten. Sowohl die israelische Regierung wie auch die Führung der Hamas lehnen den Bericht ab.
Am 16. Oktober nimmt der UNO-Menschenrechtsrat eine Resolution zum Goldstone-Bericht an, die ausschliesslich israelkritische Positionen enthält und die Hamas nicht erwähnt. Die UNO-Vollversammlung stimmt der Annahme des Berichts am 5. November zu.
2008/09
Krieg in Gaza
Explosion im Gaza-Streifen
Nachdem die Hamas Ende Dezember den sechsmonatigen Waffenstillstand aufgekündigt hat und weiterhin Ziele in Israel beschiesst, fliegt die israelische Luftwaffe massive Bombenangriffe auf Einrichtungen der Hamas im Gazastreifen.
Am 3. Januar 2009 beginnt die israelische Bodenoffensive. Bis zum Waffenstillstand am 18. Januar kommen über 1300 Palästinenser um, darunter zahlreiche Kinder.
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2008
Hamas gegen Fatah
Flüchtlinge aus Gaza in Israel
Der Konflikt zwischen Hamas und Fatah flammt Ende Juli erneut auf. Nach schweren Kämpfen im Gaza-Streifen mit elf Toten gewährt im August ausgerechnet Erzfeind Israel über 150 flüchtenden Fatah-Mitgliedern temporäres Asyl.
Ein Teil der Flüchtlinge darf sich ins Westjordanland begeben, da ihr Leben im Gaza-Streifen bedroht ist.
2008
Kassams auf Sderot
Opfer einer Raketenattacke
Immer häufiger beschiessen militante Palästinenser aus dem Gaza-Streifen heraus Sderot mit Kassam-Raketen, die von mobilen Rampen aus gestartet werden. Die israelische Kleinstadt 70 km südlich von Tel Aviv liegt innerhalb der Reichweite der nicht sehr zielgenauen Geschosse. Israel reagiert zunächst mit einer Blockade des Gazastreifens, doch der Raketenhagel auf Sderot verstärkt den innenpolitischen Druck auf die Regierung Olmert, eine Bodenoffensive in Gaza durchzuführen.
2007
Friedens-Show in Annapolis
Olmert, Bush und Abbas in Annapolis
Die Nahostkonferenz in Annapolis (US-Staat Maryland) soll Ende November die Voraussetzungen dafür schaffen, dass die Konfliktparteien bis Ende 2008 alle ihre strittigen Fragen bereinigen.
Präsident Bush möchte den Konflikt bis zum Ende seiner Amtszeit im Januar 2009 lösen. Doch die ohnehin vagen Hoffnungen verfliegen bald.
2007
Bruderkrieg in Gaza
Hamas-Kämpfer in Gaza
Der seit längerem schwelende Konflikt zwischen Hamas und Fatah eskaliert. Im Februar 2007 einigen sich die beiden Parteien auf die Bildung einer Einheitsregierung, doch die Waffenruhe wird ständig wieder durch Schiessereien unterbrochen. Im Juni besiegt die Hamas in Gaza die Fatah – die faktische Zweiteilung der Palästinensergebiete in ein «Hamastan» (Gaza) und ein «Fatahstan» (Westjordanland) wird Realität. Präsident Abbas löst die Einheitsregierung auf und ruft den Notstand aus.
2006
Krieg im Libanon
Trümmer in Beirut
Auf die Entführung von israelischen Soldaten an der Grenze zum Gaza-Streifen und später an der libanesischen Grenze reagiert die Regierung Olmert im Juli mit einer massiven Militäraktion: Truppen dringen in den Gaza-Streifen und nach heftigen Bombenangriffen auch in den Süden des Libanon ein. Der Raketenbeschuss von Nordisrael durch die Hisbollah kann jedoch nicht gestoppt werden. Beim Waffenstillstand gilt die Hisbollah daher als Gewinner.
2006
Die Hamas siegt
Demonstration der Hamas
Am 26. Januar gewinnt die Hamas in den Parlamentswahlen die absolute Mehrheit. Mehrere westliche Staaten machen darauf ihre weitere finanzielle Unterstützung der Autonomiebehörde davon abhängig, dass die Hamas das Existenzrecht Israels anerkennt. Der fortgesetzte Beschuss israelischer Ortschaften aus dem Gaza-Streifen heraus enttäuscht jedoch die Hoffnungen auf eine friedliche Entwicklung nach dem israelischen Abzug.
2005
Abzug aus Gaza
Eine Siedlerin wird gewaltsam evakuiert
Der israelische Premierminister Ariel Scharon setzt im August gegen starken Widerstand aus dem nationalistischen Lager die Räumung aller 21 jüdischen Siedlungen im Gaza-Streifen durch. Die radikalislamische Hamas feiert den Abzug als ihren Sieg. Scharon verlässt im November den Likud und gründet eine neue Partei, die Kadima.
2004
Arafat stirbt
Mahmud Abbas vor einem Plakat Arafats
Am 11. November stirbt der Chef der Palästinensischen Autonomiebehörde, Jassir Arafat, in einem französischen Krankenhaus in der Nähe von Paris. Sein Nachfolger als PLO-Chef wird Mahmud Abbas, genannt Abu Mazen. Abbas wird im Januar 2005 als Kandidat der Fatah auch zum Präsidenten der Autonomiebehörde gewählt.
2003
«Die Mauer»
Sperranlage im Westjordanland
Israel beginnt mit dem Bau einer umstrittenen Sperranlage, die das Eindringen von Selbstmordattentätern verhindern soll. Der Zaun, der in einigen Abschnitten eine Mauer ist, verläuft zum grössten Teil auf palästinensischem Gebiet und verbindet die Mehrzahl der jüdischen Siedlungen mit dem israelischen Kernland. Oft trennt der Zaun palästinensische Bauern von ihrem Land und unterbricht Verkehrswege.
2002
Dschenin
Israelischer Panzer in Dschenin
Im April marschieren israelische Truppen in das palästinensische Flüchtlingslager ein. 23 Soldaten und eine unbekannte Anzahl Lagereinwohner finden den Tod. Die Weltpresse spricht zunächst von einem Massaker, doch eine Uno-Untersuchung stellt fest, dass dies nicht der Fall ist.
2000-2005
Zweite Intifada
Selbstmordattentäter
Nachdem Arafat und der israelische Premierminister Ehud Barak in Camp David keine Einigung erzielen und der Oslo-Friedensprozess endgültig gescheitert ist, nimmt die Gewalt wieder zu. Ein provokativer Besuch von Ariel Scharon auf dem Tempelberg löst einen bewaffneten Aufstand militanter Palästinenser aus – die Zweite oder al-Aqsa-Intifada, die durch Selbstmordattentate und gezielte Tötungen von palästinensischen Führern durch die israelische Armee geprägt ist.
2000
Rückzug aus dem Libanon
Israelische Panzer auf dem Rückzug
Israel zieht sich im Mai einseitig aus der Pufferzone im Südlibanon zurück. Die Südlibanesische Armee kollabiert, die Hisbollah rückt in deren Positionen vor. Die «Partei Gottes» erklärt sich zum Sieger über Israel.
1995
Rabin ermordet
Trauernde in Tel Aviv
Am 4. November wird der israelische Premierminister nach einer Rede an einer grossen Friedensdemonstration in Tel Aviv von einem fanatischen jüdischen Siedler erschossen. Nach seinem Tod gerät der Friedensprozess ins Stocken, auch wenn die PLO 1998 offiziell das Existenzrecht Israels anerkennt.
1993
Hoffnungsschimmer
Nobelpreis für Arafat, Peres und Rabin (1994)
Mit dem Oslo-Abkommen, das den Abzug der israelischen Armee aus dem Westjordanland und dem Gaza-Streifen vorsieht, wird eine palästinensische Selbstverwaltung in diesen Gebieten möglich. Arafat kehrt im Juli 1994 aus dem Exil zurück und bildet die Palästinensische Autonomiebehörde. Im Dezember erhalten Arafat, Shimon Peres und Jitzhak Rabin gemeinsam den Friedensnobelpreis.
1989-1995
Russische Einwanderung
Einwanderer aus Russland kommen in Israel an
Ab 1989 wandern Juden aus der UdSSR nach Israel aus. Nach dem Zusammenbruch der kommunistischen Supermacht 1991 schwillt die Zahl der Immigranten aus den Gebieten der ehemaligen Sowjetunion an; bis 1995 strömen insgesamt rund
1987-1993
«Krieg der Steine»
Strassenkämpfer in Halhoul
Ersten Intifada («Intifada» = Aufstand) setzen sich die Palästinenser vor allem mit zivilem Ungehorsam gegen die israelische Besatzung zur Wehr. Bilder von Jugendlichen, die Steine gegen schwer bewaffnete Soldaten werfen, kosten Israel viele Sympathien. Ab 1991 nimmt die Gewalt ab; 1993 endet die Intifada mit der Unterzeichnung des Vertrags von Oslo.
Im Zuge der Ersten Intifada wird die Hamas gegründet.
1982
Feldzug im Libanon
Beirut unter israelischem Beschuss
Am 6. Juni dringen israelische Truppen in den Libanon ein, in dem seit 1975 ein Bürgerkrieg tobt. Beirut wird besetzt; die PLO, die im Süden des Libanons einen Staat im Staat errichtet hat, wird vertrieben. Im September verüben christliche Milizen unter den Augen der israelischen Armee ein Blutbad in den palästinensischen Flüchtlingslagern Sabra und Schatila. Von 1985 bis Ende Mai 2000 hält Israel einen Sicherheitsstreifen im Südlibanon besetzt.
1978
Frieden mit Ägypten
Sadat, Begin und US-Präsident Carter
Der israelische Premierminister Menachem Begin und der ägyptische Präsident Anwar as-Sadat unterzeichnen in Camp David ein Friedensabkommen. Im März 1979 folgt der israelisch-ägyptische Friedensvertrag. Israel zieht sich bis 1982 aus dem Sinai zurück; Ägypten anerkennt den Staat Israel. 1994 schliesst Israel auch mit Jordanien ein Friedensabkommen.
1973
Jom-Kippur-Krieg
Israelische Truppen am Suezkanal
Ein überraschungsangriff von Ägypten und Syrien am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur bringt die überheblich gewordene israelische Armee in Bedrängnis. Die israelische Regierung muss deswegen im April 1974 zurücktreten. Obwohl der Krieg schliesslich für Israel militärisch günstig endet, wird er in der arabischen Welt als Sieg gefeiert. Die Opec setzt erstmals die «Ölwaffe» (ein Öl-Embargo) ein, was zur Ölkrise von 1973 führt.
1972
Massaker in München
Geiselnehmer im olympischen Dorf
Ein palästinensisches Kommando, das sich «Schwarzer September» nennt, entführt und ermordet an den Olympischen Spielen in München elf israelische Athleten. Eine Sondereinheit des israelischen Geheimdiensts Mossad tötet darauf in den folgenden Jahren zwei der drei überlebenden Terroristen und weitere beteiligte – aber auch unschuldige – Palästinenser.
1970
Schwarzer September
Palästinenser sprengen die entführten Jets
Die Palästinensische Volksfront entführt im September drei Flugzeuge nach Jordanien, darunter eine Swissair-Maschine. Im gleichen Monat scheitert ein palästinensischer Anschlag auf König Hussein. Die jordanische Armee vertreibt darauf die PLO nach blutigen Kämpfen aus dem Königreich; die Palästinenser müssen ihre Stützpunkte in den Libanon verlegen.
1968-1970
Illegale Siedlungen
Siedler in Elon Moreh, Westjordanland (1977)
Der Sieg im Sechstagekrieg verwandelt Israel in eine Besatzungsmacht. In den neu eroberten Gebieten entstehen – von der Regierung geduldet und zunehmend gefördert – erste jüdische Siedlungen, die den israelisch-palästinensischen Konflikt verschärfen und komplizieren.
1967
Sechstagekrieg
Israelischer Panzer bei Bethlehem
Nachdem Ägypten die Strasse von Tiran gesperrt und an der Grenze zu Israel Truppen massiert hat, schlägt die israelische Luftwaffe am 5. Juni zu. Die ägyptischen, syrischen und jordanischen Truppen werden vernichtend geschlagen. Israel erobert Ost-Jerusalem, das Westjordanland, die Golanhöhen, den Gaza-Streifen und den Sinai >>Karte
Erneut fliehen hunderttausende Palästinenser.
1964
Die PLO tritt auf den Plan
PLO-Chef Arafat (1969)
Aus verschiedenen palästinensischen Widerstandsbewegungen geht die PLO («Palestine Liberation Organisation») hervor, die ab 1969 von Fatah-Chef Jassir Arafat geführt wird. Bis 1997 vertritt die PLO offiziell die Doktrin von der Vernichtung Israels.
1956
Suez-Krise
Der ägyptische Präsident Nasser (1956)
Als Antwort auf die Verstaatlichung des Suez-Kanals und die Sperrung der Strasse von Tiran durch den ägyptischen Präsident Nasser greifen israelische, britische und französische Truppen im Oktober Ägypten an. Trotz militärischer Erfolge endet das Unternehmen in einem Fiasko: Die Supermächte zwingen die Koalition zum Rückzug. Nassers Position ist gestärkt; die Sowjetunion gewinnt an Einfluss in der Region.
1948-1957
Neue Einwanderer
Jüdische Immigranten aus Europa
Der grösste Teil der jüdischen Einwohner der arabischen Länder flieht oder emigriert freiwillig nach Israel. Auch die Immigration aus Europa, vor allem aus Rumänien und Polen, nimmt zu. Insgesamt kommen in kurzer Zeit rund
1948-1949
«An Nakba»
Palästinenser auf der Flucht
Der Unabhängigkeitskrieg endet im Juli 1949 mit einem Waffenstillstand; Israel hat West-Jerusalem erobert und kontrolliert nun 77% des ehemaligen britischen Mandatsgebiets. Hunderttausende von Palästinensern fliehen oder werden vertrieben («An Nakba» = die Katastrophe); nur wenige dürfen zurückkehren. Ägypten verwaltet den Gazastreifen; Jordanien das Westjordanland.
1948
Unabhängigkeit und Krieg
Israelis mit einer erbeuteten irakischen Flagge
Am 14. Mai endet das britische Mandat; die Briten ziehen ab. Am selben Tag erklärt David Ben Gurion die Unabhängigkeit Israels. Am 15. Mai greifen der Libanon, Syrien, der Irak, Jordanien, Saudi-Arabien und Ägypten den neuen Staat an: Der erste arabisch-israelische Krieg beginnt.
1947
Geteiltes Land?
Der Uno-Teilungsplan für Palästina
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Die Uno-Vollversammlung stimmt im November der Teilung des Mandatsgebiets in einen jüdischen (53%) und einen palästinensischen Staat (47%) zu. Jerusalem soll internationale Stadt und neutral werden. Die jüdische Seite ist einverstanden; die arabische lehnt den Plan ab.
1932-1938
Flucht vor Hitler
SA-Männer in einer deutschen Stadt
Beinahe
1920-1930
Wachsende Spannungen
Ein Opfer des Pogroms in Hebron (1929)
1923 teilen die Briten das Mandatsgebiet von Palästina und schaffen aus den östlichen 70% Trans-Jordanien, das heutige Jordanien. 1929 entladen sich die jüdisch-arabischen Spannungen in Pogromen gegen die jüdische Bevölkerung in Jerusalem, Hebron und Safed.
1917
Die Briten kommen
General Allenby zieht in Jerusalem ein
Der britische General Allenby erobert im Dezember Jerusalem von den Türken. Palästina (das zunächst auch das heutige Jordanien umfasst) wird britisches Völkerbundsmandat. Bereits vorher hat sich die britische Regierung in der Balfour-Deklaration verpflichtet, die Schaffung einer jüdischen Heimstätte in Palästina zu unterstützen.
1897
Zionistenkongress in Basel
Herzl 1897 in Basel
Theodor Herzl, der 1896 das Buch «Der Judenstaat» veröffentlicht hat, organisiert den Ersten Zionistischen Weltkongress. Ziel ist, eine «Heimstätte des jüdischen Volkes» in Palästina zu schaffen.
1882
Die Einwanderung nimmt zu
Jüdische Siedler im 19. Jhdt.
In mehreren Einwanderungswellen («Alijot») suchen Juden aus Osteuropa, vor allem aus Russland, eine neue Heimat in Palästina. Sie fliehen vor Diskriminierung und Pogromen. 1909 wird bei Jaffa die erste moderne jüdische Siedlung, Tel Aviv, gegründet.
1517
Osmanische Herrschaft
Jerusalem in osmanischer Zeit
Die Osmanen erobern Palästina; ihre Herrschaft dauert bis 1917. Seit dem 17. Jahrhundert stagniert die dünn bevölkerte Gegend kulturell und wirtschaftlich. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts leben knapp
1099
Das Massaker von Jerusalem
Die Kreuzritter belagern Jerusalem
Das Heer der Kreuzritter erobert nach fünfwöchiger Belagerung Jerusalem und richtet ein Blutbad unter den jüdischen und moslemischen Einwohnern an. Die Kreuzfahrerstaaten können sich auf die Dauer nicht halten; 1187 erobert Sultan Saladin Jerusalem zurück. 1291 ist die moslemische Rückeroberung abgeschlossen.
636
Arabische Eroberung
Kalif Omar, der Eroberer Jerusalems
Vier Jahre nach dem Tod Mohammeds erobern arabische Truppen das Land. Das Judentum wie das Christentum werden vom Islam als Buchreligionen toleriert; die nicht-moslemische Bevölkerung wird aber hoher Besteuerung unterworfen. Am Ende des 11. Jahrhunderts ist die jüdische Bevölkerung stark zurückgegangen.
313-636
Byzantinische Herrschaft
Kaiser Justinian I.
Der Landstrich ist überwiegend christlich; die verbleibenden Juden werden unterdrückt und dürfen Jerusalem nur an einem Tag im Jahr betreten.
132
Der letzte Aufstand
Die Juden werden aus Jerusalem gewiesen
(Miniatur, 15. Jhdt.)
Römische Truppen schlagen auf Befehl von Kaiser Hadrian den Bar-Kochba-Aufstand nieder. Das zusammenhängende jüdische Siedlungsgebiet hört auf zu existieren; die Mehrzahl der Juden lebt fortan in der Diaspora. Die römische Provinz Judäa wird in «Syria Palaestina» umbenannt, Jerusalem in «Aelia Capitolina».