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Thailand


Minderjährige Prostituierte in Bangkok (Bild: Keystone)

Kinder aus den armen Regionen im Nordosten des Landes, aber auch aus Burma, Kambodscha und Laos, werden oft von den Eltern an Schlepper verkauft, die ihnen falsche Versprechungen auftischen wie eine qualifizierte Ausbildung oder eine gut bezahlte Arbeit. Meistens landen die Kinder danach in Bordellen oder werden pädophilen Ausländern angeboten. Nach Schätzungen von «Médecins sans frontières» werden in Thailand über 200 000 Kinder und Jugendliche zur Prostitution gezwungen.
Sex-Tourismus, inklusive dem Verkauf von Kindern an ausländische Pädophile, trägt im Jahr schätzungsweise 26 Milliarden Dollar an die thailändische Wirtschaft bei.

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USA


Illegale Landarbeiter in den USA

Wie in Europa handelt es sich bei den Billig- und Zwangsarbeitern im Land um Opfer des Menschenhandels. Stark ins Gewicht fällt dabei die Prostitution; daneben befinden sich aber auch zahlreiche Haushaltshilfen in einem unfreien Arbeitsverhältnis. Stark vertreten ist Billig- und Zwangsarbeit auch in der Landwirtschaft oder in Fabriken.
Die Routen des Menschenhandels laufen hauptsächlich über Mexiko in die USA, aber auch über Kanada oder von Übersee. Jedes Jahr werden schätzungsweise 20 000 Menschen ins Land geschleust. Die meisten Betroffenen stammen aus Lateinamerika und Asien, aber der Zustrom aus Osteuropa hat in letzter Zeit zugenommen.

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Haiti


Junge beim Reisanbau in der Provinz Gonaïves

Mehr als 100 000 Kinder aus dem desolaten karibischen Inselstaat arbeiten als Haushaltssklaven. Waisenkinder werden von anderen Familien aufgenommen und müssen dann unentgeltlich in deren Haushalten rund um die Uhr schuften. Nur die wenigsten können zur Schule gehen; manche werden von ihren Besitzern misshandelt oder sexuell ausgebeutet.
Tausende Kinder werden von Haiti aus als Plantagenarbeiter, Zwangsprostituierte und Haussklaven in die benachbarte Dominikanische Republik verkauft.

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Brasilien


Ein Landarbeiter in Nordbrasilien, der zuvor auf einer Farm versklavt war. (Bild: Keystone)

Zwangsarbeit ist vor allem in ländlichen Gebieten – nicht nur in Brasilien – verbreitet. Betroffen sind oft die indianischen Ureinwohner im Amazonas- und Andengebiet. Aber auch an der so genannten Agrargrenze im Norden Brasiliens, wo der Regenwald gerodet wird, ist Sklavenarbeit gebräuchlich. Sie ist zudem oft bei der Produktion wichtiger Exportgüter wie Rindfleisch, Holz und Stahl beteiligt. Meistens handelt es sich in den stark feudal geprägten Gebieten um Schuldsklaverei, bei der den Arbeitern horrende Beträge für Kost und Logis verrechnet werden.

Aus Brasilien stammen zudem zahlreiche Opfer des internationalen Menschenhandels, die als Prostituierte in Nordamerika und Europa landen.
Der Staat will Sklaverei und Menschenhandel bekämpfen, indem einschlägigen Firmen der Zugang zu staatlichen Krediten, Subventionen oder Steuervergünstigungen verwehrt werden soll.

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Europa


Prostituierte in Frankreich

Wie in Nordamerika wird das Reservoir an Billig- bzw. Zwangsarbeitern in Europa, das die Internationale Arbeitsorganisation (IAO) auf etwa 360 000 Personen schätzt, vornehmlich durch Menschenhandel versorgt. Dabei ist die Prostitution, die auch in der Öffentlichkeit am meisten Aufmerksamkeit auf sich zieht, das hauptsächliche Einsatzgebiet. Französische Schätzungen zum Beispiel gehen davon aus, dass etwa 90 Prozent der rund 15 000 Prostituierten im Land Opfer des Menschenhandels sind. Immer mehr Billigarbeiter werden jedoch in der Landwirtschaft, als Haushaltshilfen, auf dem Bau oder in Fabriken eingesetzt.
Die meisten Betroffenen stammen aus Asien, den ehemaligen Sowjetrepubliken, Osteuropa und Afrika.

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Mauretanien


Sklaven in Mauretanien

Obwohl die Sklaverei 1981 offiziell abgeschafft wurde, befinden sich noch schätzungsweise 90 000 Mauretanier in einem Abhängigkeitsverhältnis, das von der traditionellen Sklaverei faktisch nicht zu unterscheiden ist. Rechnet man andere Formen der Zwangsarbeit hinzu, ist die Zahl bedeutend grösser.
Es gibt zahlreiche Formen der Unfreiheit; von Menschen, die zur Heirat die Einwilligung ihres Herrn benötigen, bis zu solchen, die jeden Bissen von ihrem Eigentümer erhalten und täglich geschlagen werden.
In Afrika kommen die Opfer der Zwangsarbeit oft aus anderen ethnischen oder religiösen Gruppen. So auch in Mauretanien, wo es vor allem schwarze Afrikaner sind, die der arabisch-berberischen Elite dienen, deren Hautfarbe heller ist.

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Sudan


Kinderarbeit im Sudan

In den Bürgerkriegen im Süden des Landes führten paramilitärische Verbände aus dem muslimischen Norden bis 2005 regelrechte Sklavenjagden im christlich-animistischen Süden durch. Stark betroffen waren vor allem die Dinka in der Provinz Bahr al-Ghazal und die Nuba.
Heute kommt es vor allem in der westlichen Krisenprovinz Darfur zu Verschleppungen von Zivilisten durch Reitermilizen. Auch hier sind die Sklavenjäger hellhäutigere Nordsudanesen, die ihre Opfer in der schwarzafrikanischen Bevölkerung suchen. Allerdings geschieht dies seltener als im Süden, da die Bewohner des Darfur ebenfalls Muslime sind und deshalb von anderen Muslimen nicht versklavt werden dürften.

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Türkei


Prostituierte in Moldawien. Viele der Frauen landen in der Türkei.

Die Türkei ist ein bedeutendes Transit-Land für Frauen aus Osteuropa und den ehemaligen Sowjetrepubliken, die danach in westeuropäischen Bordellen in der Zwangsprostitution landen.
Die türkischen Behörden haben 2005 ein Programm zur Bekämpfung des Menschenhandels in Zusammenarbeit mit der Internationalen Organisation für Migration eingeleitet und 2007 das Gesetz über das Delikt des Menschenhandels geändert.

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V.A.E.


Kamel-Jockey in Dubai

In den Emiraten am Golf arbeiten tausende von kleinen Jungen, überwiegend aus Südasien, als Kameljockeys. Sie werden auf dem Schwarzmarkt gehandelt, regelmässig geschlagen und bekommen nur wenig zu essen, damit ihr Gewicht niedrig bleibt. In Dubai und Saudi-Arabien ist eine Altersgrenze für Kameljockeys festgelegt worden, die in der Praxis aber nicht eingehalten wird. In Dubai, dem Bangkok des Mittleren Ostens, arbeiten zudem Tausende von russischen, armenischen, indischen und iranischen Prostituierten unter übelsten Bedingungen.
Aus den Armenhäusern Süd- und Südostasiens kommen jedes Jahr Tausende von Bauarbeitern in die Emirate. Oft bleibt in den ersten zwei Jahren von ihrem Lohn kaum etwas übrig, weil sie ihren Vermittlern die Kosten erstatten müssen. Ihre Pässe werden einbehalten. Frauen und Kinder nachholen dürfen die wenigsten.

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Indien


Kinderarbeit ist endemisch in Indien

Hunderttausende von Kindern werden gezwungen, unter unmenschlichen Bedingungen Teppiche zu knüpfen, Zigaretten zu rollen, auf Teeplantagen und in Sarifabriken zu schuften. Ungefähr eine Million Kinder arbeiten als Schuldknechte. Jedes dritte «Teppichkind» ist ein Schuldknecht.
Auch Erwachsene, ihre Zahl geht in die Millionen, landen oft in der Falle der Schuldensklaverei: Manchmal müssen ganze Familien ein Darlehen über mehrere Generationen hinweg abarbeiten.
Zwangsarbeit ist vor allem in der Landwirtschaft, Hausarbeit, Sexindustrie und in Gewerben wie Ziegeleien, Glasbläsereien und Gerbereien verbreitet.

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China


Zwangsarbeiter in China nach ihrer Befreiung (Bild: Keystone)

Amnesty International zufolge gibt es in China ein Heer von rund 200 Millionen Wanderarbeitern, die oft unter sklavenähnlichen Bedingungen arbeiten müssen. Sie schuften in der Regel zwölf bis vierzehn Stunden am Tag, sieben Tage in der Woche, bei einem freien Tag im Monat. Sie leben in provisorischen Unterkünften und können sich nur das billigste Essen leisten. Versicherungsschutz gibt es für sie nicht, und oft werden sie um ihren kargen Lohn betrogen.
2007 befreite die Polizei in mehreren chinesischen Ziegeleien und Bergwerken geraubte Arbeiter, die dort als Sklaven gehalten wurden.
Hunderttausende von Gefangenen müssen zudem in chinesischen Lagern Zwangsarbeit verrichten.

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