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15.6.2018 Print

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Die alkoholfreie Revolution an der Bar

Klebrig süss und uninspiriert war gestern: Heute begreifen Top-Barkeeper Mocktails als reizvolle Herausforderung.

Cocktails ohne Alkohol sind langweilig? Dann kennst du die von Ivan Urech noch nicht. Seit rund fünf Jahren zaubert der Schweizer Mocktail-Meister von 2016 aus Säften, Gewürzen und Kräutern flüssige Kunstwerke, die aromatisch so ausbalanciert und komplex sind, dass es gar keine Spirituosen mehr braucht.

Urechs Trick: Er denkt nicht nur wie ein Barkeeper, sondern auch wie ein Koch. In seiner Atelier Classic Bar in Thun bietet er unter anderem einen Drink mit Kokosmilch, Koriander und Zitronengras an. Die geschmackliche Verwandtschaft zur Tom-Kha-Gai-Suppe ist kein Zufall: Suppen dienen dem Barprofi oft als Inspiration.

Urechs Meister-Mocktail, der Nelya, besteht ebenfalls aus überraschenden Komponenten: Lavendel, Heidelbeermark und rosa Pfeffer. Schärfe ist genauso wie Salz oder Gemüse ein Mittel, Spannung in den Drink zu bringen. Das Wort «Mocktail» kommt übrigens vom englischen «to mock», was so viel wie «vortäuschen» bedeutet.

Weil der Kreationsprozess nicht wie sonst üblich bei einer Spirituose beginne, sei es schwieriger, einen Mocktail zu mixen, betont Ivan Urech. Und wieder zieht er einen Vergleich zur Küche: «Zum Steak genügt vielen eine gewöhnliche Gemüsebeilage. Gibt es kein Fleisch, muss man das Gemüse fantasievoll verarbeiten, damit die Leute zufrieden sind. So ist es auch an der Bar, wenn der Alkohol als Option wegfällt.»

In der Atelier Classic Bar entfallen zwischen 10 und 20 Prozent der Bestellungen von Mixgetränken auf Mocktails. «Das ist viel mehr als noch vor ein paar Jahren, und die Entwicklung schreitet weiter voran», sagt Urech. «Wir sind allerdings auch bekannt für diese Drinks. Die Leute wissen, dass sie nicht einfach nur einen Fruchtsaftmix bekommen. Wir treiben genau den gleichen Aufwand, ob nun Alkohol drin ist oder nicht.»



Hier findest du das Rezept für den Mocktail Mule.