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08. August 2017 22:23; Akt: 09.08.2017 14:46 Print

«Bodyshaming ist ein Nebenprodukt der Werbung»

Die Sendung «Club» hat sich mit dem Druck zum Schönsein befasst. Eine Nacktkünstlerin und ein Insta-Star gaben Einblicke in ihr Leben auf Social Media.

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Die Schweizer Performancekünstlerin Milo Moiré postet Nacktfotos von sich auf Instagram. «SRF» hat die Provokateurin in die Sendung «Club» eingeladen. Und auch das Schweizer Fitness-Model Anja Zeidler kennt sich mit dem Phänomen des perfekten Körpers in den sozialen Medien bestens aus.

Frauen wollen Likes für ihre Brüste, Männer zeigen auf Facebook ihre Muskeln. Internetstars verdienen Geld mit ihren Selfies. Doch auch der Nachbar tut es und die Bürokollegin. Wieso beugen sich so viele dem Schönheitsdiktat? Und wieso wird vor allem bei Frauen, die sich exponieren, auf ihr Äusseres geschossen?

«Bodyshaping macht nicht glücklicher»

Im «Club» diskutierten auch die Politologin und Autorin Regula Stämpfli, Werner Kieser, Fitnessstudio-Pionier und Philosoph, Morena Diaz, «Body Positivity»-Bloggerin sowie Cynthia Wolfensberger, ästhetische und plastische Chirurgin. Moderiert wurde die Sendung von Urs Gredig.

Der makellose Körper ist ein Konstrukt, das in den Medien und in der Werbung geschaffen wird, lautete der Tenor. «Die Vielfalt der Menschen ist sympathisch», sagten die beiden Instagram-Stars einstimmig. Anja Zeidler erzählte, sie habe früher Dinge gemacht, die sie so nicht wieder machen würde. Sie sei reifer geworden und habe gerade durch ihre Arbeit am Körper erfahren, dass Bodyshaping nicht glücklich mache.

Die modernste Form der Werbung

Die Runde war sich einig, dass Geld die grösste Rolle spiele am Schönheitswahn in den Sozialen Medien. Denn Werbefirmen gehen nicht mehr wie früher zu Models, die sie für Plakate anwerben. Sie suchen sich für die «modernste Form der Werbung» Bloggerinnen und Blogger aus, die so viele Follower wie möglich haben.

Hätten wir ein bedingungsloses Grundeinkommen, wagte Regula Stämpfli ein Off-topic-Gedankenexperiment, würden vielleicht nicht mehr so viele Fitnessblogger Geld in ihr Training und in Schönheitsoperationen stecken.

(oli)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Avocado 15 am 08.08.2017 23:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Suchthaufen

    Schönheit ist relativ und Geschmäcker bekanntlich verschieden,zum Glück...Mir geht dieser Hype um immer mehr Schönheit am verlängerten Rücken vorbei...Ich werf einfach mal die Behauptung in den Raum,dass jene die sich immer und überall zeigen müssen, eigentlich ganz arme Würstchen sind und sich in die Sucht von Bodybuilding und Schönheitsops flüchten,damit sie sich überhaupt etwas akzeptieren können.Und im hohen Alter haben auch sie Falten und sterben müssen auch sie.Wieso kann man nicht einfach natürlich bleiben...Etwas Sport und gesunde Ernährung reicht doch auch völlig...

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  • Lydia am 08.08.2017 20:52 Report Diesen Beitrag melden

    Schöne obe, sehe ich mir an.

    Heutzutage ist der druck schön oder "perfekt" zu sein sehr hoch. Ich bin mit meinem Körper auch nie zufrieden. verfolge aber kein Instagram oder sowas. Ich wäre gerne etwas dünner und hätte auch gerne straffere Haut und keine Orangenhaut. Aber man muss lernen sich zu lieben und dan findet man was man sucht.

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  • Rotzbueb am 09.08.2017 05:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verstehe ich nicht

    Und für diese Sendung werden ausgerechnet zwei operierte Damen eingeladen???

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Andreas D am 09.08.2017 16:03 Report Diesen Beitrag melden

    Smartphonezeit

    Ich gehöre zur Generation, die ihre freie Zeit nicht mit Smartphones und social media verplempert. Wenn die Jungen also schön und fit sein wollen, einfach nur die Hälfte der bisherigen Zeit mit dem Smartphone verbringen und es reicht locker für Sport und Körperpflege. - Oder dann macht social media wenigstens zu eurem Beruf, wie die zwei jungen Damen und verdient so Geld.

  • Cassie am 09.08.2017 13:25 Report Diesen Beitrag melden

    Kenne das gut

    Ich kenne das gut. Als Teenie wollte ich auch unbedingt dünn sein, es war für einige Zeit sogar mein Lebensinhalt gewesen. Ich war zwar stolz auf meinen Körper. Bald aber ging es mir wegen meinem Hungern psychisch nicht gut, ich war ständig nervös, unruhig und alle Dinge, die ich erledigen musste kamen mir unheimlich anstrengend vor. Irgendwann merkte ich, dass ich so nicht weitermachen möchte, es ist es nicht wert, das Leben ist zu kurz und es gibt viel Wichtigeres. Nun bin ich normalgewichtig, esse gesund & regelmässig, mache Sport und fühle mich wohl wie nie zuvor in meiner Haut!

  • Astra am 09.08.2017 11:21 Report Diesen Beitrag melden

    "Herrlich hässlich...

    Warum die Welt nicht den Schönen gehört" ist ein Buch vom Ehepaar Gasper. Kann ich nur empfehlen mal zu lesen. Herrlich...ehrlich.

  • Petit Prince am 09.08.2017 11:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Versteh ich irgendwie nicht 

    Diese beiden Frauen, die sich so unglaublich gern (fast) nackig zeigen finden, dass bodyshaping nicht glücklich macht und sagen, dass die Vielfalt der Körper wichtig ist? Gerade Frauen wie die beiden sind mit ein Grund, dass der Druck auf die (jungen) Frauen perfekt auszusehen, steigt! Kann ich nicht ernst nehmen sowas. Wenn für sie die inneren Werte zählen, sollte man davon auch mal was mitbekommen, statt nur sixpack, Brüste, Po und weiss ich was in die Kamera zu halten!

  • w.u. am 09.08.2017 10:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    _÷_÷_

    früher ganz früher fand ich den club mal eine tolle Sendung. aber das ist halt beim SRF so alles was gut ist. wird abgesetzt. vielleicht bleiben deshalb die chefs bestehen.