Karlie Kloss' neue Brust

05. Oktober 2012 08:59; Akt: 05.10.2012 09:14 Print

Mit Photoshop gegen die Magersucht

von Y. Di Mambro - Sexy in Lack und Leder: So präsentiert sich Karlie Kloss im Modemagazin «Numéro». Von ihrer angeblichen Anorexie ist nichts zu sehen – Photoshop sei Dank. Sehr zum Ärger des Fotografen.

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Für das französische Fashion-Magazin «Numéro» setzte sich Karlie Kloss als erotische Verführerin in Szene. Die Verantwortlichen des Magazins wollten jedoch das Original-Foto (links) nicht publizieren und liessen es kurzerhand retuschieren (rechts). Die 20-jährige Amerikanerin gehört derzeit zu den meistgebuchten Models der Fashion Weeks in Paris, Mailand und New York. Karlie Kloss im Fetisch-Outfit. Die am Rücken hervorstehenden Knochen wurden nicht retuschiert. Die in St. Louis (Missouri) aufgewachsene Amerikanerin nahm als Kind jahrelang Ballettunterricht. Sie ist 1.83 m gross und trägt Kleidergrösse 34. Mit 15 Jahren wurde sie von Elite Model Management, der grössten Modelagentur der Welt, unter Vertrag genommen. Ein Jahr später wechselte sie zu Next Model Management. Es folgte ein Rechtsstreit zwischen den beiden Agenturen. 2011 lief sie erstmals als «Victoria's Secret»-Engel über den Runway. Unzählige Luxus-Modelabels haben sie bereits für Werbekampagnen gebucht: Dior, Elie Saab, Jean Paul Gaultier, Donna Karan, Nina Ricci, Chloé, Alexander McQueen, Yves Saint Laurent, Dolce & Gabbana, Hermès, Oscar de la Renta u. a. In einer Folge von «Gossip Girl» hatte sie einen Gastauftritt. Zu ihren Hobbys gehören das Backen von Cookies, Rad fahren und Ballett. Ihr Untergewicht sorgt immer wieder für Schlagzeilen. Im Dezember 2011 wurde Franca Sozzani, Chefredaktorin von «Vogue Italia» heftig kritisiert, als sie Fotos von Karlie Kloss veröffentlichte, ... ... die ihren mageren Körper zeigen. Solche Fotos würden die Magersucht fördern, hiess es damals. Die hervorstehenden Rippenknochen wurden von «Vogue Italia» nicht retuschiert. Am heftigsten wurde dieses Foto kritisiert. «Vogue Italia» nahm es daraufhin von ihrer Website. Auf ihrem «Vogue»-Blog veröffentlichte Carla Sozzani daraufhin einen Beitrag mit dem Titel «Die Wahrheit über Karlie Kloss und die Fotos von Steven Meisel». Im Beitrag schrieb sie u. a.: «Karlie ist nicht magersüchtig. Sie hat einen muskulösen Körper und runde Konturen (...).» Auf ihrer Website verweist «Vogue Italia» auf ihre Petition gegen Websites, die Magersucht verherrlichen.

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Sie gilt als neues Supermodel der Fashionszene: Karlie Kloss. Aus dem Teenager-Model, das bereits mit 15 Jahren für die «Teen Vogue» posiert hat, ist eine millionenschwere Karrierefrau geworden. Ob Dior, Dolce & Gabbana, Yves Saint Laurent, Elie Saab, Hermès, Chloé, Donna Karan, Oscar de la Renta oder Jean-Paul Gaultier: Sie alle haben die junge Amerikanerin für eine ihrer Werbekampagnen gebucht. Denn für sie verkörpert Karlie Kloss das neue weibliche Schönheitsideal.

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«Sie bewegt sich wie eine Katze. Ich liebe ihren Walk. Für mich ist ein guter Walk wichtiger als Schönheit», sagte kürzlich Designerin Carolina Herrera. John Galliano war so angetan von Karlies Wandlungsfähigkeit, dass er sie als Chamäleon bezeichnete – ein Prädikat, das bislang Supermodel Linda Evangelista vorbehalten war.

Starfotograf schockiert, zeigt Original-Foto

Karlie Kloss liebt das Spiel der Verwandlung – auch mit Lack und Leder. Für die Oktober-Ausgabe des französischen Fashion-Magazins «Numéro» liess sie sich von Starfotograf Greg Kadel als verführerische Femme fatale und Fetischistin fotografieren. Die Halbaktfotos in Schwarz und Weiss sind subtil inszeniert. «Eine Hommage an die Schönheit des weiblichen Körpers», jubelte die internationale Fashionszene bei der Publikation der Fotos.

Doch die Freude währte nicht lange, denn kurz darauf wetterte Greg Kadel öffentlich gegen die Macher von «Numéro». Der Grund? Karlies nackter Oberkörper war mit Photoshop überarbeitet worden. Von ihrem skelettartigen Brustkorb ist im Magazin nichts mehr zu sehen. Dank Photoshop hat sie nämlich jetzt mehr Fleisch auf den Rippen.

In einer Stellungnahme gegenüber dem «New York Magazine» erklärte der Starfotograf, das Foto sei ohne sein Wissen und Einverständnis retuschiert worden. Er sei schockiert. Die Retusche sei inakzeptabel und unnötig. Seine Absicht sei es gewesen, Karlie so zu zeigen, wie sie ist: schlank, athletisch und schön.

Erinnerungen an Auschwitz?

Das Original-Foto wird im Internet bereits heftig diskutiert: «unweiblich», «abstossend» oder «erinnert an Auschwitz» ist in Blogs zu lesen. Andere hingegen finden die hervorstehenden Rippen des Models das Natürlichste der Welt.

Die Verleger von «Numéro» haben bislang keine Stellungnahme abgegeben. Für Fashion-Insider ist jedoch klar: Das Magazin wollte einen Skandal à la «Vogue Italia» verhindern. Diese löste nämlich im Dezember 2011 in der internationalen Modeszene einen Sturm der Entrüstung aus, als sie Fotos veröffentlichte, auf dem das Untergewicht von Karlie Kloss klar zu sehen war. Das Model ist 1.83 m gross und trägt Kleidergrösse 34.

Fashion-Business schuld an Verbreitung von Magersucht?

Carla Sozzani, Chefredaktorin von «Vogue Italia», musste sich öffentlich gegen den Vorwurf wehren, sie verherrliche und fördere die Anorexie junger Frauen. In einem Blog-Beitrag mit dem Titel «Die Wahrheit über Karlie Kloss und die Fotos von Steven Meisel» rechtfertigte sie sich mit den Worten: «Karlie ist nicht magersüchtig. Sie hat einen muskulösen Körper und runde Konturen.»

Im April räumte Sozzani während einer Vorlesung an der Harvard-Universität jedoch ein, dass «Mode einer der Gründe für Anorexie» sei. Hat sie deswegen etwas an der Auswahl der Models für die Shootings von «Vogue Italia» geändert? Nein. Es gilt weiterhin die Devise je «schlanker, desto schöner». Das dürfte auch Karlie Kloss freuen. Wetten, dass sich zu ihren 20 «Vogue»-Covers noch viele mehr gesellen werden?

Ihre Meinung ist gefragt! Was halten sie von der Kritik an «Vogue Italia» und «Numéro»? Müssen Anzeichen einer allfälligen Magersucht retuschiert werden? Ist Karlie Kloss Ihrer Meinung nach magersüchtig oder nur schlank? Ist es nicht auch beleidigend, dass man sehr schlanke Frauen sofort als krank bezeichnet? Diskutieren Sie mit!

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Ausgewählte Leser-Kommentare

Ich arbeite in der Bildbearbeitung und musste auch schon oft Models mit Tendenz zu Magersucht noch schlanker retuschieren. Für mich fördert die Modebranche Magersucht bei den Models und mit solchen Retuschen auch noch die Magersucht bei den Leserinnen. Aber ich hatte auch schon den Auftrag, klar magersüchtige Models mit mehr Fleisch zu versehen, vor allem die Streichholzbeinchen und Ärmchen. Dabei fühle ich mich dann wieder genau so schlecht wie bei den anderen Retuschen. – Karl

Ich möchte nicht unhöflich sein, aber gehts euch noch gut? Ich war mal so dünn und ich wäre fast daran gestorben. Begreift ihr das? Das ist eine ernsthafte Krankheit, die zum Tod führt, wenn man sie nicht behandelt. Ich habe die Krankheit überlebt, aber dauerhafte Organschäden. Und ihr redet hier von "schön", "gesund", "Neid" und "Pummelfeen". Ihr findet einen Körper schön, der gegen das Sterben kämpft.Ich weiss nicht, ob ich deshalb weinen oder mich übergeben soll! – Ex Magersüchtige

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Stürmer am 05.10.2012 10:11 Report Diesen Beitrag melden

    Was ist normal?

    Mich nerven diese Diskussionen über dick und dünn. Es gibt Menschen, die stehen auf dicke Körper, andere stehen auf dünne Körper. Na und? Es gibt kein normal. Zudem kann es uns doch egal sein, ob die Schauspielerin X oder das Model Y Grösse 34 oder 48 trägt. Wir können uns unsere Vorbilder selber aussuchen, falls wir welche brauchen.

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  • Mitte 40er am 05.10.2012 11:52 Report Diesen Beitrag melden

    Lasst euch doch nicht so beeinflussen.

    Es wird uns ein absolut verzerrtes Bild von Jugendlichkeit und damit Schönheit gezeigt. Bei Kindern mag dieses Bild ja noch passen, aber eine Frau ab 18 bekommt durch den Aufbau von Muskeln deutlich rundere Formen. Was normal, sportlich und auch schön ist. Und selbst eine professionelle Ausdauersportlerin, mit sehr wenig Körperfett, sieht anders aus als dies Magermodells. Aber offenbar ist es der Modeindustrie gelungen, das Bild der Mageren derart in die Köpfe der Menschen zu brennen, dass das normale Bild einer Frau als zu dick empfunden wird. Schöne Menschen brauchen kein Photoshop!

  • Lukas Häny am 05.10.2012 09:16 Report Diesen Beitrag melden

    Toll!

    ...was Photoshop so alles kann. Werd' ich mir kaufen!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Keep smiling! am 08.10.2012 21:06 Report Diesen Beitrag melden

    Traurig

    Es ist eine Tatsache, dass viele junge Mädchen ein gestörtes Verhältnis zu ihrem Körper haben, da ihnen vorgegaukelt wird nur extrem!!! dünn und möglichst kurvenlos sei schön! "Dicke" Kinder, bzw Kinder, die nicht dieser Idealvorstellung entsprechen werden schon in der Primar von überheblichen zu selbstbewussten und von ihren Eltern verzogenen Mitschülern gemobbt! Modedesigner bekräftigen dieses flasche Bild, indem sie nur fast magersüchtige und magersüchtige Models unter Vertrag nehmen und die Modeindustrie auch, wenn sie die Kleider immer kleiner macht.

  • Beni Hochuli am 06.10.2012 23:17 Report Diesen Beitrag melden

    Krankmacher

    bedenklich was man immer wieder in der Presse über Fettleibigkeit liest, aber eben die Diätindustrie hat wohl zuviel Macht, so wird immer noch spärlich diskutiert, was mit Shows von der Klum und Co. den Tenns vorgegaukelt wird. Leider kriegen diese "Krankmacher" immer wieder gern gesehen ihre Plattform in den Medien. Bakterien werden mit Antibiotika bekämpft, scheinbar sind diese "Vorbilder" Viren, gegen die gibt es leider kein wirklich wirksames Kraut. Natürlich schon, aber man darf es nicht öffentlich benennen.

  • Sunflower am 06.10.2012 09:52 Report Diesen Beitrag melden

    Soll das schön sein???

    Ich finde es sehr bedenklich das man immer noch solche Models zeigt, die so extrem dünn sind. Das ist durch normales Essverhalten ganz sicher nicht möglich so eine Figur zu halten! Dann heisst es manchmal von extrem dünnen Frauen sie können essen was sie wollen, sie bleiben so dünn, dass ist genau so ein Märchen wie wenn eine dicke Frau sagt, sie esse nicht viel und trotzdem dick ist... Sind wir mal ehrlich schön ist das nicht und gesund schon gar nicht. Es ist erschreckend das bald jede Frau ein gestörtes Verhältnis zum Körper hat.

    • Aura am 07.10.2012 14:13 Report Diesen Beitrag melden

      Blabla

      Doch, ist es. Aber sicher nicht so häufig, dass das bei jedem Model so ist. Und es gibt tatsächlich Krankheiten, die einen zunehmen lassen. Egal, was man tut.

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  • ally am 05.10.2012 21:30 Report Diesen Beitrag melden

    schönheit auf kosten der gesundheit

    ob tatsächlich magersüchtig weiss nur sie selber. aber als model steht sie unter beobachtung und der druck dünn zu sein, scheint sie schon von kind auf begleitet zu haben. ich bezweifle sehr, dass es so möglich ist, ein freies und normales essverhalten zu entwickeln. tatsache ist, dass es enorm viel arbeit und disziplin kostet eine solche figur zu bekommen und aufrecht zu erhalten. denn "einfach so" hat man bei der grösse solche massen nicht...manchen gefällts, manchen nicht. ob sie jetzt auch glücklich ist und wie lange ihr körper mitmachen wird, bleibt offen.ich wage zu behaupten nicht lange

  • Alina Knöchel am 05.10.2012 20:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Pose, die Pose....

    Mensch, das ist weil sie ihre Arme so nach oben streckt!! Das hat jede Frau/Mann, der schlank ist!! So ein Drama um nichts!