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Karlie Kloss' neue Brust
05. Oktober 2012 08:59; Akt: 05.10.2012 09:14 Print
Mit Photoshop gegen die Magersucht
von Y. Di Mambro - Sexy in Lack und Leder: So präsentiert sich Karlie Kloss im Modemagazin «Numéro». Von ihrer angeblichen Anorexie ist nichts zu sehen – Photoshop sei Dank. Sehr zum Ärger des Fotografen.
Sie gilt als neues Supermodel der Fashionszene: Karlie Kloss. Aus dem Teenager-Model, das bereits mit 15 Jahren für die «Teen Vogue» posiert hat, ist eine millionenschwere Karrierefrau geworden. Ob Dior, Dolce & Gabbana, Yves Saint Laurent, Elie Saab, Hermès, Chloé, Donna Karan, Oscar de la Renta oder Jean-Paul Gaultier: Sie alle haben die junge Amerikanerin für eine ihrer Werbekampagnen gebucht. Denn für sie verkörpert Karlie Kloss das neue weibliche Schönheitsideal.
Bildstrecken Vom Sexsymbol zur Muse
«Sie bewegt sich wie eine Katze. Ich liebe ihren Walk. Für mich ist ein guter Walk wichtiger als Schönheit», sagte kürzlich Designerin Carolina Herrera. John Galliano war so angetan von Karlies Wandlungsfähigkeit, dass er sie als Chamäleon bezeichnete – ein Prädikat, das bislang Supermodel Linda Evangelista vorbehalten war.
Starfotograf schockiert, zeigt Original-Foto
Karlie Kloss liebt das Spiel der Verwandlung – auch mit Lack und Leder. Für die Oktober-Ausgabe des französischen Fashion-Magazins «Numéro» liess sie sich von Starfotograf Greg Kadel als verführerische Femme fatale und Fetischistin fotografieren. Die Halbaktfotos in Schwarz und Weiss sind subtil inszeniert. «Eine Hommage an die Schönheit des weiblichen Körpers», jubelte die internationale Fashionszene bei der Publikation der Fotos.
Doch die Freude währte nicht lange, denn kurz darauf wetterte Greg Kadel öffentlich gegen die Macher von «Numéro». Der Grund? Karlies nackter Oberkörper war mit Photoshop überarbeitet worden. Von ihrem skelettartigen Brustkorb ist im Magazin nichts mehr zu sehen. Dank Photoshop hat sie nämlich jetzt mehr Fleisch auf den Rippen.
In einer Stellungnahme gegenüber dem «New York Magazine» erklärte der Starfotograf, das Foto sei ohne sein Wissen und Einverständnis retuschiert worden. Er sei schockiert. Die Retusche sei inakzeptabel und unnötig. Seine Absicht sei es gewesen, Karlie so zu zeigen, wie sie ist: schlank, athletisch und schön.
Erinnerungen an Auschwitz?
Das Original-Foto wird im Internet bereits heftig diskutiert: «unweiblich», «abstossend» oder «erinnert an Auschwitz» ist in Blogs zu lesen. Andere hingegen finden die hervorstehenden Rippen des Models das Natürlichste der Welt.
Die Verleger von «Numéro» haben bislang keine Stellungnahme abgegeben. Für Fashion-Insider ist jedoch klar: Das Magazin wollte einen Skandal à la «Vogue Italia» verhindern. Diese löste nämlich im Dezember 2011 in der internationalen Modeszene einen Sturm der Entrüstung aus, als sie Fotos veröffentlichte, auf dem das Untergewicht von Karlie Kloss klar zu sehen war. Das Model ist 1.83 m gross und trägt Kleidergrösse 34.
Fashion-Business schuld an Verbreitung von Magersucht?
Carla Sozzani, Chefredaktorin von «Vogue Italia», musste sich öffentlich gegen den Vorwurf wehren, sie verherrliche und fördere die Anorexie junger Frauen. In einem Blog-Beitrag mit dem Titel «Die Wahrheit über Karlie Kloss und die Fotos von Steven Meisel» rechtfertigte sie sich mit den Worten: «Karlie ist nicht magersüchtig. Sie hat einen muskulösen Körper und runde Konturen.»
Im April räumte Sozzani während einer Vorlesung an der Harvard-Universität jedoch ein, dass «Mode einer der Gründe für Anorexie» sei. Hat sie deswegen etwas an der Auswahl der Models für die Shootings von «Vogue Italia» geändert? Nein. Es gilt weiterhin die Devise je «schlanker, desto schöner». Das dürfte auch Karlie Kloss freuen. Wetten, dass sich zu ihren 20 «Vogue»-Covers noch viele mehr gesellen werden?
Ihre Meinung ist gefragt! Was halten sie von der Kritik an «Vogue Italia» und «Numéro»? Müssen Anzeichen einer allfälligen Magersucht retuschiert werden? Ist Karlie Kloss Ihrer Meinung nach magersüchtig oder nur schlank? Ist es nicht auch beleidigend, dass man sehr schlanke Frauen sofort als krank bezeichnet? Diskutieren Sie mit!
Ich arbeite in der Bildbearbeitung und musste auch schon oft Models mit Tendenz zu Magersucht noch schlanker retuschieren. Für mich fördert die Modebranche Magersucht bei den Models und mit solchen Retuschen auch noch die Magersucht bei den Leserinnen. Aber ich hatte auch schon den Auftrag, klar magersüchtige Models mit mehr Fleisch zu versehen, vor allem die Streichholzbeinchen und Ärmchen. Dabei fühle ich mich dann wieder genau so schlecht wie bei den anderen Retuschen. – Karl
Ich möchte nicht unhöflich sein, aber gehts euch noch gut? Ich war mal so dünn und ich wäre fast daran gestorben. Begreift ihr das? Das ist eine ernsthafte Krankheit, die zum Tod führt, wenn man sie nicht behandelt. Ich habe die Krankheit überlebt, aber dauerhafte Organschäden. Und ihr redet hier von "schön", "gesund", "Neid" und "Pummelfeen". Ihr findet einen Körper schön, der gegen das Sterben kämpft.Ich weiss nicht, ob ich deshalb weinen oder mich übergeben soll! – Ex Magersüchtige
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Alle 129 Kommentare

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Traurig
Es ist eine Tatsache, dass viele junge Mädchen ein gestörtes Verhältnis zu ihrem Körper haben, da ihnen vorgegaukelt wird nur extrem!!! dünn und möglichst kurvenlos sei schön! "Dicke" Kinder, bzw Kinder, die nicht dieser Idealvorstellung entsprechen werden schon in der Primar von überheblichen zu selbstbewussten und von ihren Eltern verzogenen Mitschülern gemobbt! Modedesigner bekräftigen dieses flasche Bild, indem sie nur fast magersüchtige und magersüchtige Models unter Vertrag nehmen und die Modeindustrie auch, wenn sie die Kleider immer kleiner macht.
Krankmacher
bedenklich was man immer wieder in der Presse über Fettleibigkeit liest, aber eben die Diätindustrie hat wohl zuviel Macht, so wird immer noch spärlich diskutiert, was mit Shows von der Klum und Co. den Tenns vorgegaukelt wird. Leider kriegen diese "Krankmacher" immer wieder gern gesehen ihre Plattform in den Medien. Bakterien werden mit Antibiotika bekämpft, scheinbar sind diese "Vorbilder" Viren, gegen die gibt es leider kein wirklich wirksames Kraut. Natürlich schon, aber man darf es nicht öffentlich benennen.
Soll das schön sein???
Ich finde es sehr bedenklich das man immer noch solche Models zeigt, die so extrem dünn sind. Das ist durch normales Essverhalten ganz sicher nicht möglich so eine Figur zu halten! Dann heisst es manchmal von extrem dünnen Frauen sie können essen was sie wollen, sie bleiben so dünn, dass ist genau so ein Märchen wie wenn eine dicke Frau sagt, sie esse nicht viel und trotzdem dick ist... Sind wir mal ehrlich schön ist das nicht und gesund schon gar nicht. Es ist erschreckend das bald jede Frau ein gestörtes Verhältnis zum Körper hat.
Blabla
Doch, ist es. Aber sicher nicht so häufig, dass das bei jedem Model so ist. Und es gibt tatsächlich Krankheiten, die einen zunehmen lassen. Egal, was man tut.