Petticoats & Rock’n’Roll

27. Oktober 2011 13:22; Akt: 02.11.2011 14:46 Print

Die Rückkehr des Vollblutweibs

von Yolanda Di Mambro, Wien - Sie hat sexy Kurven und den Glamour einer Diva aus den Fifties. Mit ihren femininen Kleidern ermutigt Lena Hoschek Frauen, ihre Rundungen in Szene zu setzen statt dem Size-Zero-Ideal nachzueifern.

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Bei den femininen Kleidern der Designerin Lena Hoschek käme auch John Draper ins Schwärmen. Sie hat sexy Kurven und sieht wie eine Diva aus den Fifties aus. (Foto: Yolanda Di Mambro) Minirock mit Blütenprint und transparente Latex-Strumpfhosen im Fetisch-Stil. Lena Hoschek sammelt Stoffe. Für ihre Kleider verwendet sie auch Möbelstoffe mit Blütenprints, u. a. der britischen Marke Sanderson. Punk-Rock und ... ... Fetisch-Elemente für die selbstsichere Frau. Rockabilly-Chic. Lena Hoschek lässt sich auch von Betty Page inspirieren. Die erfolgreiche Designerin Lena Hoschek in ihrer schönen Boutique in Wien. (Foto: Yolanda Di Mambro) Für den Winter 2011/12 empfiehlt sie uns den sexy Sekretärinnen-Look mit Tweed-Pencilskirt und Schluppenbluse aus goldfarbenem Satin. Eine Hommage an Rita Hayworth? Für dieses Outfit liess sich Lena vom japanischen Anime-Look inspirieren. Karo-Print für ein modernes Schneewittchen. Zarte Spitzen für einen Glamour-Event. Taille und Décolleté im Fokus: Christina Hendricks aus «Mad Men» würde in diesem Kleid zauberhaft aussehen. Lenas Retro-Mode reflektiert ihre Leidenschaft für Filmstars aus den 40er- und 50er-Jahren. Der Sekretärinnen-Look ist wieder hoch im Kurs: schwarzer Pencilskirt mit grau-weiss gestreifter Schluppenbluse mit Volants. Lena Hoschek legt grossen Wert auf eine sehr gute Schnittführung und taillenbetonte Designs. Die Outfits eignen sich auch fürs Büro. Auffallen, aber mit Stil. Lena Hoschek entwirft auch Kleider für Kinder - mit ähnlichen Stoffen. In Zukunft möchte die Designerin auch Dessous im Retrostil entwerfen. Derzeit werden Babydolls produziert. Ein perfektes Deux-Pièces für Peggy Olson, die in «Mad Men» von der Sekretärin zur Anzeigentexterin aufsteigt. Lenas neue Location in Wien ist eine ehemalige 470 m2 grosse Strickfabrik. Die Kleider der Lena-Hoschek-Linie werden in Österreich, Kroatien, Ungarn und Slowenien genäht. Nach Hosen sucht man in Lenas Kollektionen fast vergeblich. Jeans findet sie extrem unbequem. Ein Eyecatcher: Der Umkleidekabinen-Vorhang in Lenas Boutique. (Foto: Yolanda Di Mambro) Stylish: Gürtel mit applizierten Rosen. (Foto: Yolanda Di Mambro) Bei dieser Lady sollten sich Männer in acht nehmen. Sexy: Der Reissverschluss entlang des Pos. In diesem Elvis-Zweiteiler wird jede Frau zur Beach-Queen. Lena Hoscheks Shootings sind immer mit viel Glamour und Stil inszeniert. Coole T-Shirts mit frechen Sprüchen.

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Wer die Wiener Boutique von Lena Hoschek betritt, wähnt sich in einer Folge der US-Kultserie «Mad Men», die in den Sechzigerjahren spielt. Feminine Kleider aus den Forties bis Sixties, Tellerröcke, Pencilskirts, Sling-Pumps, Cat-Eye-Brillen à la Grace Kelly, Dirndl im Fifties-Stil, Twin-Sets, Betty-Page-Accessoires und coole Vintage-Möbel. Die Boutique ist mit viel Liebe zum Detail eingerichtet. Als Drink wird uns Brauselimonade in einer kleinen Flasche gereicht. Mit Strohhalm, versteht sich. Schliesslich kaufen hier nur stylische Ladys ein. Mit einem fröhlichen «Hallo» betritt kurz darauf Lena Hoschek ihren Laden. Welch ein Starauftritt. Die temperamentvolle Designerin scheint einem Werbespot der 50s oder 60s entsprungen zu sein. In ihrem knielangen Tellerrock-Kleid mit farbigen Blüten, enger Taille und betontem Dekolleté sieht die 30-Jährige bezaubernd aus. Der knallrote Lippenstift und die rot lackierten Fingernägel passen perfekt zu ihrem Glamour-Look. Kein Vergleich zur skelettartigen Victoria Beckham, die ständig mit einer düsteren Miene durch die Welt stolziert und immer nur von ihren It-Pieces spricht. Lena Hoschek ist eine aufgeweckte, sympathische junge Frau, die stolz auf ihre Femininität ist und ihre Kurven auch gerne zeigt.

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Wie gefällt Ihnen die Mode von Lena Hoschek, die Frauen auffordert, ihre Kurven zu zeigen statt sie zu kaschieren?
96 %
4 %
Insgesamt 779 Teilnehmer

Marilyn Monroe und die Queen of Punk

Schon als 13-Jährige fühlte sich die Grazerin magisch vom Modestil grosser Hollywood-Schauspielerinnen wie Marilyn Monroe, Sophia Loren und Audrey Hepburn angezogen. Ihrer Vorliebe blieb sie auch während ihres Modestudiums treu. «Als ich die Modeschule in Wien besuchte, waren gerade der Minimalismus der Nineties und die androgynen Models in. Ich bevorzuge jedoch seit jeher die feminine Silhouette, die Filme aus den 50er- und 60er-Jahren. Zudem war ich schon immer ein Fan von Laura Ashley und ihren romantisch-nostalgischen Kleidern mit Blumenprints», erklärt uns Lena Hoscheck.

Nach Abschluss ihres Modedesign-Studiums in Wien 2003 absolvierte sie ein achtmonatiges Praktikum bei Vivienne Westwood in London. Die Queen of Punk riet ihr, eine eigene Kollektion zu entwerfen statt noch mehr Zeit in Praktika zu investieren. Im November 2005 eröffnete Lena Hoschek ein Atelier in Graz und lancierte ihr eigenes Label. Ganz schon mutig für eine 24-Jährige ohne Business-Erfahrung. «Für mein Praktikum bei Vivienne Westwood in London kriegte ich keinen Penny. Also sagte ich mir: Wenn ich schon gratis arbeite, kann ich auch gleich mein eigenes Label lancieren. Also begann ich mit einer Serie von 20 bis 30 Röcken. Und habe dabei alles selbst genäht.»


Lena Hoschek zeigt ihre Boutique in Wien (Quelle: YouTube, Crane.tv)

«Meine Models sind immer die dicksten»

Der Erfolg liess nicht lange auf sich warten. Ihre Fangemeinschaft wurde von Jahr zu Jahr grösser und 2008 trug sogar Weltstar Katy Perry ein Kleid von Lena Hoschek bei einem Galaauftritt in Berlin. Hoschek entwarf auch das Hochzeitskleid der vierten Frau von Modedesigner Otto Kern. Die Medienaufmerksamkeit hatte sie somit auf sicher. 2008 eröffnete sie eine Boutique in Wien, 2010 eine in Berlin. Um sich als internationale Designerin zu etablieren, präsentiert sie seit 2010 zweimal pro Jahr ihre Kollektion an der Fashion Week in Berlin. Im Gegensatz zu ihren Designer-Kollegen schickt sie dort jedoch keine Size-Zero-Models über den Laufsteg. Ihre sexy Outfits im Retro-Stil sind schliesslich für Frauen mit Kurven bestimmt, die mit einem kecken Hüftschwung durchs Leben stolzieren. «Meine Models sind immer die dicksten», lacht Lena Hoschek. «Bei jeder Show habe ich aber Silikoneinlagen zur Hand, um nach Bedarf den BH der Models auszustopfen.»


Lena Hoschek präsentiert ihre Frühjahrs- und Sommerkollektion 2011 an der Fashion Week in Berlin (Quelle: YouTube, Mercedes-Benz)

Metal-Punk, Rock'n'Roll und Appenzeller Trachten

Für ihre Kollektionen lässt sich Lena Hoschek auch von der Musik inspirieren - und zwar querbeet. «Ich stehe auf Musik der Fifties und Sixties, Metal Punk, Rock'n'Roll und Edith Piaf», sagt sie. Auf die Frage «Was assoziierst du mit der Schweiz?», kommt es wie aus der Pistole geschossen: «Appenzeller Trachten», meint sie lachend. «Ich liebe die folkloristische Kleidertradition der Schweiz. Es ist wichtig, dass diese wertvolle Handwerkskunst auch heute noch gepflegt wird.» Was viele nicht wissen: Lena Hoschek hat auch eine Dirndl-Serie entworfen und sich dafür intensiv mit den Schnitttechniken des Dirndl befasst. «Ich mag nun mal schöne feminine Kleider. Ohne Unterrock gehe ich schon gar nicht aus dem Haus. Hosen und Jeans? Nein danke. Es gibt nichts Unbequemeres als Jeans. Oder hast du schon einmal eine Styling-Queen in Jeans gesehen?»


Lena Hoscheks Herbst- und Winterkollektion 2011/12 (Video: YouTube, FashionTV)

Ab 3. November 2011 ist ein Teil von Lena Hoscheks neuer Herbst- und Winterkollektion auch in der Schweiz erhältlich - und zwar im Globus (Zürich Bahnhofstrasse und Glattzentrum, Genf, Lausanne, Bern und Basel). Kleider von Lena Hoschek können auch per Internet (www.lenahoschek.com) oder bei Maison Julie in der Laternengasse 3 in Zürich gekauft werden.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Anna K am 27.10.2011 22:33 Report Diesen Beitrag melden

    Naja

    Schlank und rank sind sie ja trotzdem, nur dass im Gegensatz zu (unerotischen) Models, Busen und Hintern dazukommt und das ist ja gerade das Ideal für junge Frauen. Hat man weder noch, versteht man sich als unsexy. Deshalb bin ich dem gegenüber kritisch eingestellt.

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  • Lucia Hochreutener am 28.10.2011 13:31 Report Diesen Beitrag melden

    glam versus globus

    Lena Hoscheks Mode gibts im "Glam" in Zürich schon lange zu kaufen.

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  • claus clop am 27.10.2011 13:55 Report Diesen Beitrag melden

    wurde auch zeit

    wurde auch zeit, dass die frauen endlich wieder ihr altes schönheitsideal entdecken und dazu stehen :-) die meisten männer finden dies nämlich viel schöner, trauen sich nur nicht, offen dazu zu stehen, weil sie von der werbung hirngewaschen werden...

Die neusten Leser-Kommentare

  • John Hamm am 28.10.2011 19:53 Report Diesen Beitrag melden

    Mad Men

    Als grosser Fan von Mad Men finde ich es genial, dass die Mode der Fifties und Sixties jetzt wieder in ist. Frauen im Schlabber-Look oder im Ich-ziehe-mich-so-unauffällig-wie-möglich-Look finde ich zum Schreien. Nicht weil sie Männern nicht auffallen, sondern weil sie die Chance verpassen, sich mit schönen Kleidern zu stylen und sich selber besser zu gefallen. Auf den beiden Fotos sieht man Hoschek an, dass sie ihren Glamour und ihre Weiblichkeit geniesst und lebt.

    • lollipop am 28.10.2011 21:01 Report Diesen Beitrag melden

      Rothaarige Vamp

      Christina Hendricks alias Joan hat Grösse 44-46 und ist die Frau mit dem grössten Sexappeal in der Serie.

    • Trauerweide am 07.11.2011 13:25 Report Diesen Beitrag melden

      Christina Hendricks

      Miau, die Frau find auch ich richtig heiss. Allerdings ist sie auf gar keinen Fall eine 44-46. Eher eine 40-42. Es ist ihr grosser Busen, der sie etwas stämmiger erscheinen lässt.

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  • Lucia Hochreutener am 28.10.2011 13:31 Report Diesen Beitrag melden

    glam versus globus

    Lena Hoscheks Mode gibts im "Glam" in Zürich schon lange zu kaufen.

    • Baslerin am 28.10.2011 19:41 Report Diesen Beitrag melden

      Glam nur für Zürcherinnen?

      @Lucia: Nicht alle Leserinnen von 20 Minuten Online wohnen in der Stadt Zürich. Ich finde es gut, dass die Mode von Lena Hoschek jetzt auch in einem grossen Warenhaus verkauft wird, das in mehreren Regionen der Schweiz vertreten ist.

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  • Anna K am 27.10.2011 22:33 Report Diesen Beitrag melden

    Naja

    Schlank und rank sind sie ja trotzdem, nur dass im Gegensatz zu (unerotischen) Models, Busen und Hintern dazukommt und das ist ja gerade das Ideal für junge Frauen. Hat man weder noch, versteht man sich als unsexy. Deshalb bin ich dem gegenüber kritisch eingestellt.

    • Cybot am 28.10.2011 16:01 Report Diesen Beitrag melden

      Schlank

      Natürlich sind sie schlank, das ist doch gerade der Punkt. Auch eine Frau mit Grösse 42+ ist eben durchaus noch schlank. Aber das haben leider viele vergessen, die denken sie müssten sich auf 36 hungern, um attraktiv zu sein - meist sind sie dann natürlich genau das Gegenteil davon.

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  • Beat Vogel am 27.10.2011 21:30 Report Diesen Beitrag melden

    Richtig weiblich!

    Mehr davon; so macht's Freude! Diese dünnen Klappergestelle sind definitiv nicht mein Ding

  • Funckyerdoder am 27.10.2011 19:47 Report Diesen Beitrag melden

    Super Location

    Madonna Inn! :D