Star Style

04. September 2009 09:55; Akt: 03.09.2009 20:17 Print

Im Lalaland

Ihr Schmollmund, ihre Zahnlücke, ihre ­Kurven: Einfach alles an Supermodel Lara Stone ist anbetungswürdig. Nur Lara selbst sieht das etwas anders.

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Sie solle sich nicht so anstellen und endlich akzeptieren, dass sie in die Liga der Kates und Naomis gehöre, wies ein Journalist das Model Lara Stone unlängst in einem Interview zurecht. «Niemals, mein Lieber», sagte Lara Stone. «Ach, du lebst doch auf einem anderen Planeten», entgegnete der Mann. «So ist es», sagte Lara Stone, «und zwar im Lalaland.»

Im Lalaland sind die Mädchen femininer, verführerischer und verwegener als auf der Erde. Die 25-jährige Lara Stone sieht ein bisschen aus wie ein Playboy-Bunny aus den Siebzigerjahren. Und ihr Lalaland ist längst zu einem Fixstern im Modeuniversum geworden – auch wenn sie es nicht zugeben will. Die Blondine mit den dicken Haaren, dem Schmollmund, der gros­sen Zahnlücke und dem coolen Blick ist das Titelgesicht der Septemberausgabe der französischen «Vogue» – ihr Haar trägt sie da neuerdings braun gefärbt. Schon im Februar war sie der Star des Modemagazins, damals widmete man ihr eine ganze Ausgabe. Lara Stone lief auch alle gros-sen Shows: in Paris unter anderem für Chanel, Balmain und Givenchy, in New York für Marc Jacobs und in Mailand exklusiv für Prada. Designer Karl Lagerfeld drehte einen Kurzfilm mit ihr. Und sie posierte für den Pirelli-Kalender 2009.

Lara Stone ist ein Supermodel. Das hat aber auch ein bisschen – nun ja, fast zehn Jahre – gedauert. Sie wuchs im niederländischen Mierlo auf. Entdeckt wurde sie als 12-Jährige in Paris, als sie mit der Familie dort Ferien machte. Das damals magere grosse Mädchen wurde in der Metro angesprochen und als 15-Jährige von der renommierten Agentur Elite unter Vertrag genommen. «Model zu werden, das war nie mein Traum», sagt Lara. Aber der Umzug nach Paris als Teenie kam ihr gelegen: Die Enge in ihrem Heimatdörfchen ertrug sie fast nicht mehr, sie bockte, war frech, flog schliesslich sogar von der Schule.

Doch der Start in der grossen Stadt war auch nicht einfach: Sie tingelte mit Tausenden anderen Models von Casting zu Casting. Jahrelang. Zu viele hübsche Gesichter auf dem Markt. Und eigentlich war sie so weit, alles hinzuschmeis-sen. Doch dann wechselte Lara zu IMG, der Agentur von Topmodels wie Kate Moss und Gisele Bündchen, und endlich, endlich kam der Durchbruch. Im Januar 2006 eröffnete sie die ­Givenchy-Modenschau in Paris. Dann fotografierte sie Starfotograf Terry ­Ri­chard­son für das Label Sisley. Carine Roitfeld, die Chefin der französischen «Vogue», wurde auf sie aufmerksam. «Manchmal berührt mich ein Mädchen einfach», sagte Roitfeld über ihren neuen Schützling. Givenchy-Designer Riccardo Tisci schwärmte: «Sie ist eine Art Gothic-Brigitte-Bardot. Als ich sie an einem Casting sah, wusste ich: Sie ist eine Ikone unserer Zeit.»

Aber auch wenn sie nun ­supererfolgreich ist, superhübsch findet sie sich nicht. «Ich habe zu grosse Ohren und komische Zähne.» Und sie möge zwar ihren Körper und habe auch kein Problem mit Nacktaufnahmen, aber sie fühle sich oft zu üppig. In Modelkreisen mag das wohl stimmen. Denn mit Kleidergrösse 36 und einem grossen Busen («Meine Titten scheinen die Welt echt zu beschäftigen») setzt sie sich von den russischen Magermodels ab, die derzeit die Catwalks bevölkern.

«Sie wiegt immerhin sechs, sieben, acht Kilo mehr als die anderen. Ein tolles Mädchen», sagt Karl Lagerfeld. Sie selbst sagt im Magazin «W»: «Viele Leute sagen, es sei cool, ein Model zu sehen, das nicht entzweibricht, wenn man es berührt.» Dann ist da noch die Sache mit dem Laufsteg: Lara Stone ist bekannt für ihren wackligen Gang - und einige böse Stürze. «Ich bin immer verdammt ängstlich, denn ich kann einfach nicht in hohen Hacken gehen.»

Unser Lieblingsmodel des Jahres, die wunderschöne Lara Stone, motzt gern ein bisschen an sich herum. Das macht sie doch gleich noch sympathischer.