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Doktor Sex

18. Dezember 2017 07:16; Akt: 18.12.2017 07:16 Print

«Bin ich einfach nur eine Jammertante?»

Sandras Leben droht aus den Fugen zu geraten. Sogar ihre Arbeit und das Liebesleben leiden an ihren Stimmungstiefs.

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Wann ist es Zeit, sich bei einer Fachperson Hilfe zu holen? Szene aus «Arrival». (Bild: Walt Disney)

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Frage von Sandra (31) an Doktor Sex: Seit einiger Zeit beobachte ich, wie meine Gedanken immer düsterer und schwerer werden. Es gibt nichts, worauf ich mich noch freue, und auch kein Ziel, auf das ich hinarbeiten will. Obwohl mich mein Job und mein soziales Umfeld auf Trab halten und äusserlich alles den Anschein von Glück hat, falle ich täglich in melancholische Phasen und tiefe Trauer.

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Das alles ist zunehmend auch für mein Berufs-, Familien- und Liebesleben sehr bedrückend, und langsam frage ich mich, wann es Zeit ist, um mir Hilfe durch eine Fachperson zu holen. Ich verletze mich nicht selbst und habe auch nicht vor, dies in Zukunft zu tun. Eigentlich habe ich alles, was ich brauche. Bin ich einfach nur eine Jammertante?

Antwort von Doktor Sex

Liebe Sandra

Nein, das bist du nicht! Was du schilderst, sind nämlich typische Symptome einer depressiven Episode. Du solltest dich daher unbedingt bei einer Psychiaterin oder einem Psychiater zu einem Gespräch anmelden, damit du entsprechend unterstützt werden kannst und bald wieder aus diesem Stimmungstief herausfindest. Je früher die Behandlung einsetzt, desto besser sind die Heilungschancen.

Von einer depressiven Episode Betroffene leiden – so wie du – unter einer gedrückten Stimmung und an vermindertem Antrieb. Ihre Fähigkeit zu Freude, das Interesse und die Konzentration sind reduziert. Häufig tritt schon nach einer kleinen Anstrengung eine grosse Müdigkeit auf. Der Schlaf ist meist gestört und der Appetit vermindert. Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen sind fast immer auch beeinträchtigt.

Auch bei der leichten Form treten oft Schuldgefühle oder Gedanken über die eigene Wertlosigkeit auf. Das Stimmungstief verändert sich von Tag zu Tag nur wenig oder gar nicht. Es reagiert auch nicht auf Lebensumstände und kann von weiteren körperlichen Symptomen begleitet werden, wie frühes Erwachen, ausgeprägtes Morgentief, deutliche psychomotorische Hemmung, Unruhe sowie Appetit-, Gewichts- und Libidoverlust.

Häufig stehen am Anfang einer depressiven Episode belastende Ereignisse oder Situationen. Abhängig von der Anzahl Symptome und deren Schweregrad werden sie unterteilt in leichte, mittelgradige oder schwere Formen. Zusammensetzung und Intensität der Symptome können von Person zu Person sehr verschieden sein. Entsprechend individuell gestaltet sich auch die Behandlung.

Dazu können Psychotherapie, stimmungsaufhellende Medikamente, Stressbewältigungsverfahren, Entspannungstechniken und komplementärmedizinische Methoden wie Akupunktur, Shiatsu oder Pflanzenmedizin eingesetzt werden. Bei sehr schweren Fällen ist manchmal auch ein Klinikaufenthalt notwendig. Bei dir scheint mir ein solcher aber nicht angezeigt. Falls du dich vertieft informieren möchtest, findest du hier weitere Fakten. Alles Gute!

Deine Frage an Doktor Sex: doktor.sex@20minuten.ch

(wer)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sandy am 18.12.2017 09:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mangel nicht vergessen! 

    Zuerst grosses Blutbild beim Hausarzt machen lassen! Vitamin D-, B 12-, Eisen-Mangel, Schilddrüsenprobleme und und und haben einen massiven Einfluss auf die Psyche.

  • Mit erlebt am 18.12.2017 09:41 Report Diesen Beitrag melden

    Symptome Ernst nehmen

    Dapression habe ich nicht wirklich als Krankheit gesehen, bis ich es in der eigenen Familie erlebt habe. Depression ist ein schlimme Krankheit, die dem Menschen den es betrifft und das ganze Umfeld mit runterzieht. Symptome unbedingt ernst nehmen und aktiv mit Unterstützung eines Psychiaters dagegen angehen.

  • Smörebröd am 18.12.2017 07:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hilfe holen

    Ich hatte vor einem Jahr eine grosse Operation. Mein Leben war danach nicht mehr wie vorher. Plötzliche Depressionen und Elende Erschöpfung. Seither bin ich in Therapie und nehme Medikamente. Körperlich fehlt mir rein gar nichts. Mein Leben ist völlig auf den Kopf gestellt. Doch ich musste erkennen, dass es vorher auch schon jahrelang Warenzeichen gab. Und jetzt Diagnose Burn out. Du bist nicht alleine. Such dir schnell Hilfe. Ich selber erhole mich langsam. Alles braucht seine Zeit.

Die neusten Leser-Kommentare

  • launische meckerliese am 18.12.2017 10:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    winterdepression 

    mir gehts momentan auch so. sehr ermüdend. aber spätestens wenn die sonne wider lacht (bei mir auf jeden fall), steigt meine motivation wieder und ich fange an, wege zu suchen die mir gut tun und mich glücklich machen :) alles gute und zieh dich nicht zu tief runter. und noch: mecker dich aus. tut gut.

  • Sandy am 18.12.2017 09:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mangel nicht vergessen! 

    Zuerst grosses Blutbild beim Hausarzt machen lassen! Vitamin D-, B 12-, Eisen-Mangel, Schilddrüsenprobleme und und und haben einen massiven Einfluss auf die Psyche.

  • Mit erlebt am 18.12.2017 09:41 Report Diesen Beitrag melden

    Symptome Ernst nehmen

    Dapression habe ich nicht wirklich als Krankheit gesehen, bis ich es in der eigenen Familie erlebt habe. Depression ist ein schlimme Krankheit, die dem Menschen den es betrifft und das ganze Umfeld mit runterzieht. Symptome unbedingt ernst nehmen und aktiv mit Unterstützung eines Psychiaters dagegen angehen.

  • Psychologin am 18.12.2017 09:35 Report Diesen Beitrag melden

    Psychiater und unnötige Medikamente

    Geh zu einem Psychologen. Psychiater greifen bevorzugt zu Medikamenten, wo es auch andere Wege gäbe. Zudem: Eine Therapie würde vielen, auch nicht kranken Menschen gut tun.

  • Liseli am 18.12.2017 09:20 Report Diesen Beitrag melden

    Zum Hausarzt, nicht zum Psychiater...

    Meist haben depressive Verstimmungen körperliche Ursachen und sind keine psychischen Probleme. Sie sollte sich auch häufiger mal etwas Gutes tun. In die Sauna, zur Massage, aktive Entspannung suchen statt sich unter Druck zu setzen, funktionieren und "happy" sein zu müssen. Der Gang zum Psychiater kann man antreten, wenn die Laborwerte im Normbereich sind und Mangelerscheinungen ausgeschlossen werden können

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Bruno Wermuth ist Sexualberater und Sexualpädagoge mit eigener Praxis in Bern. Als «Doktor Sex» beantwortet er drei Mal wöchentlich Fragen zur schönsten Nebensache der Welt und im «Sexblog» spricht er das aus, was andere nicht zu denken wagen. www.brunowermuth.ch


(Styling von Doktor Sex:Jessica Montonato)

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