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Doktor Sex

03. November 2014 10:14; Akt: 03.11.2014 11:20 Print

«Er übernimmt beim Sex keine Verantwortung!»

Mit ihrem Freund Sex zu haben, bedeutet für Cloe ein mieses Vorspiel und eine idiotische Frage am Schluss. Wie kann sie das ändern?

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Wenn sich ein Partner aus der gemeinsamen Sexualität verabschiedet, wirds schwierig. (Symbolbild: Colourbox.de)

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Frage von Cloe (28) an Doktor Sex: Früher hatte ich mit meinem Freund oft stundenlang Sex – wie das am Anfang einer Beziehung halt so ist. Jetzt, wenn es hoch kommt, noch einmal die Woche. Es beginnt mit einem kurzem Vorspiel, bei dem ich kaum feucht werde, und endet mit der idiotischen Frage «Bist du gekommen?». Eigentlich weiss er genau, was er tun muss, damit ich komme. Die Frage würde sich also erübrigen. Auch was mich scharf macht, ist ihm bestens bekannt. Ich habe ihm dies oft genug gezeigt. Es verleidet mir langsam, dauernd die Initiative zu ergreifen, gleichzeitig ja keinen Druck auszuüben und verständnisvoll zu sein – mit dem Resultat, dass dann beim nächsten Mal wieder null Aktion von seiner Seite kommt. Ich bin mit meinem Latein und meiner Geduld am Ende. Was kann ich tun, damit er seinen Teil der Verantwortung für unser Sexleben übernimmt?

Umfrage
Wer übernimmt in deiner Beziehung beim Sex in der Regel die Initiative?
32 %
5 %
9 %
3 %
32 %
17 %
2 %
Insgesamt 9867 Teilnehmer

Antwort von Doktor Sex

Liebe Cloe

Es geschieht leicht, dass sich in einer Beziehung Verhaltensmuster und Rollenstereotype einstellen. Bis zu einem gewissen Grad ist das auch sinnvoll, denn durch die Standardisierung von Abläufen können alltägliche Aufgaben ohne grossen Kommunikationsaufwand bewältigt werden. Im Umgang mit Sexualität können solche Automatismen aber schnell einmal als Problem wahrgenommen werden und zu Konflikten führen.

Es wäre interessant zu hören, wie dein Freund die von dir geschilderte Situation erlebt. Ich mache in der Beratung immer wieder die Erfahrung, dass ein scheinbar eindeutiger Sachverhalt von den Beziehungspartnern komplett verschieden wahrgenommen wird. Und meist sind beide felsenfest davon überzeugt, dass der oder die andere sich nur ein klein wenig verändern müsste, damit endlich alles gut werden würde. Es würde mich daher nicht wundern, wenn dein Freund die Geschichte mit umgekehrten Vorzeichen erzählen und dein Verhalten als problematisch bezeichnen würde.

Zentral scheint mir, dass ihr miteinander ins Gespräch kommt. Hütet euch jedoch vor Schuldzuweisungen, denn für eure Situation ist niemand allein verantwortlich. Beziehungen sind endlose Abfolgen von Kommunikationen. Dazu gehört jede erdenkliche Form von Gegenwart und Verhalten. Indem die Beziehungspartner auf eine bestimmte Kommunikation Bezug nehmen, treffen sie eine Entscheidung. Und durch ihre Wahl dessen, was sie als «wichtig» oder «wahr» betrachten, und durch ihr daraus resultierendes Verhalten konstruieren sie gemeinsam ihre spezifische Beziehungsgegenwart. Würden sie eine andere Wahl treffen oder sich anders verhalten, ergäbe sich daraus auch eine andere Gegenwart mit anderen Gegebenheiten, welche wiederum andere Probleme generieren würden.

Sinnvoll scheint mir, wenn ihr euch je einzeln bewusst macht, was ihr unter einer lustvollen, abwechslungsreichen und befriedigenden Paarsexualität versteht. Und auch, was ihr diesbezüglich von eurem Partner erwartet. Versucht, euch dabei nicht einfach von den gängigen Klischees leiten zu lassen, sondern auch eure ganz individuellen Wünsche und Phantasien zu berücksichtigen. Setzt euch danach zusammen, teilt einander mit, was ihr herausgefunden habt und untersucht gemeinsam, was auf dieser Basis für euch als Paar im Moment sexuell möglich ist und was nicht. So werdet ihr nach und nach in eure individuelle Form von Sexualität hineinwachsen.

(wer)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Marilyn am 03.11.2014 11:30 Report Diesen Beitrag melden

    Beziehung

    Wer in einem Märliland leben und dem Alltag nicht ins Auge sehen will, soll lieber keine Beziehung eingehen. Eine gute Beziehung muss gepflegt werden und ist mit Aufwand verbunden. Nichts ergibt sich einfach so.

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  • Brumm am 03.11.2014 10:47 Report Diesen Beitrag melden

    Das hat doch nichts mit dem Sex zu tun

    Das Problem liegt ja offensichtlich woanders. Lass den Sex mal im Hintergrund und schau mal eure Beziehung

  • Hamlet am 03.11.2014 10:44 Report Diesen Beitrag melden

    Beziehungen?

    Also zuerst wild rumvögeln und dann merkt man, das man sich nicht mal unterhalten kann. Ja die lieben netten die reden viel und die kommen am Schluss nie zum Schuss weil die ja nur reden. Ja ich bin Single und Beziehungen, naja, sind mir auch verleidet, den man kann ja nicht über alles reden und wenn ich sehe was hier immer für Fragen gestellt werden. Ich bin in einer Beziehungen in der ich mich nicht mit meinem Partner austauschen kann. Ach ich habe dennoch Hoffnung das ich irgendwann mal die Dame meines Herzens treffe, mit der ich über alles reden kann und das tun was uns beiden Spass macht

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Pablo. S am 05.11.2014 13:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kurze Beziehungen

    Aus diesem Grund führe ich immer Beziehungen bis max. 6 Monate, so geben sich noch beide Parteien Mühe beim Sex :-)

  • TomCat am 04.11.2014 09:18 Report Diesen Beitrag melden

    Man weiss es doch eigetnlich schon...

    Hm, also ich, single, stelle mich zur Verfügung für all die Frauen, die zu Hause nicht mehr auf Ihre Rechnung kommen. Scherz beiseite: aus eigener Erfahrung kenne ich das auch. Das anfängliche Feuer erlischt langsam. Entweder man arrangiert sich so, oder man tut was dagegen. Zum Beispiel: neues Holz auflegen. Für die einen bedeutet das, mit dem Partner Neues entdecken, für die anderen halt "draussen" zu wildern. Beziehungen müssen gepflegt werden. Dumpfe Routine ist der Tod jeder anfänglich feurigen Beziehung.

  • T.K (19) am 03.11.2014 22:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    selber verantwortlich

    Wie unten schon geschrieben wurde.. Frauen sind für ihren Orgasmus selbst "zuständig". Der Mann kann da machen wie er will, Frauen sind selber verantwortlich! Bei meinem Freund und mir ist das seit dem Anfang klar. Wir kommen beide immer. (vlt 1 mal von 25 mal nicht)

  • Eine Frau am 03.11.2014 20:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Begehren

    Ich denke es geht auch nicht darum, jedesmal vom Freund/der Freundin zum Orgasmus gebracht zu werden. Aber wenn der Partner so gar kein Interesse mehr zeigt den anderen zu verwöhnen, dann ist das schon sehr frustrierend. Kenne das aus eigener Erfahrung. Jetzt habe ich zum Glück einen Freund mit dem es super passt. Wir haben zeitweise jeden Tag Sex oder spielen auch mal nur aneinander rum. Manchmal befriedigt sich auch jeder selber. Wichtig ist doch dass man den anderen noch begehrt und es ihm auch zeigt :)

  • Mike am 03.11.2014 19:47 Report Diesen Beitrag melden

    Werde erwachsen Prinzessin!!!

    Ich stelle immer wieder fest, dass viele Frauen noch immer der Ansicht sind der Mann sei ihr Diener und müsse sie glücklich machen. Sie selbst müssen sich aber null anstrengen. Es wundert mich deshalb nicht, dass die betroffenen Männer die Lust verlieren und diese dann halt woanders holen. Frauen, werdet erwachsen. Ihr seit keine kleinen Prinzessinnen mehr, welche von Papi alles geschenkt bekommen. Übernehmt Verantwortung!!!

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bruno wermuth

Bruno Wermuth ist Sexualberater und Sexualpädagoge mit eigener Praxis in Bern. Als «Doktor Sex» beantwortet er drei Mal wöchentlich Fragen zur schönsten Nebensache der Welt und im «Sexblog» spricht er das aus, was andere nicht zu denken wagen. www.brunowermuth.ch


(Styling von Doktor Sex:Jessica Montonato)

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