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Doktor Sex

28. April 2014 10:00; Akt: 15.04.2014 12:09 Print

«Er verbietet mir Sexchats mit anderen Männern!»

Jahrelang tauschte sich Charlotte ohne das Wissen ihres Mannes im Netz mit Fremden über Sex-Fantasien aus. Seit er das herausgefunden hat, ist Schluss damit. Die Folgen sind fatal.

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Es gibt auch Frauen, die Spass haben an virtuellem Sex. (Symbolbild: Colourbox, Lev Dolgachov)

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Frage von Charlotte (30) an Doktor Sex: Seit zwölf Jahren lebe ich glücklich mit meinem Mann und unseren Kindern zusammen. Weil ich mit 19 Mutter geworden bin und mich deshalb sexuell nie ausleben konnte, nahm ich mir in all den Jahren die Freiheit, mit anderen Männern im Netz über Sex zu chatten und Ideen und Fantasien auszutauschen. So gelang es mir, meine Lust auch in Zeiten zu bewahren, in denen der Sex sonst durch die Alltagsanforderungen auf der Strecke geblieben wäre. Davon konnte auch mein Mann profitieren: Weil ich immer neue Ideen erhielt, wie ich ihn verführen könnte, hatten wir elf Jahre lang mehrmals pro Woche Sex.

Umfrage
Hast du dich auch schon in Chats über sexuelle Phantasien ausgetauscht?
41 %
56 %
3 %
Insgesamt 3993 Teilnehmer

Nun hat er aber vor einem Jahr herausgefunden, dass ich mich beim Chatten mit anderen Männern aufgeile und mir weitere Kontakte verboten. Seither ist bei uns im Bett tote Hose, denn mir fehlt es, Fantasien auszutauschen und mich so heiss zu machen. Mein Mann hat keine Zeit, mir tagsüber zu schreiben. Trotz allem erwartet er, dass ich abends geil bin. Was soll ich tun?

Antwort von Doktor Sex

Liebe Charlotte

Wie es scheint, hat dein Mann in Bezug auf euer Sexualleben den Ast abgesägt, auf dem er mit dir zusammen die letzten elf Jahre bequem gesessen hatte. Und damit ist aus einer lebendigen Situation, in der alle Beteiligten auf ganz unterschiedliche Art Gewinner waren, plötzlich eine tote Ordnung geworden, in der es nur Verlierer gibt. Du verhältst dich nun zwar korrekt, also so, wie dein Partner es will und wie er glaubt, dass es sich aus moralischer Sicht in einer Beziehung «gehört». Aber wie schon Edith Piaf gesagt hat, ist Moral, wenn man so lebt, dass es gar keinen Spass macht, so zu leben.

Auch wenn ich verstehen kann, dass dein Mann das Ganze nicht einfach schweigend hinnehmen und zur Tagesordnung übergehen wollte, scheint mir das Verbot vorschnell ausgesprochen. Allein schon dass er dir in Bezug auf deine Sexualität Vorschriften macht, ist schräg, denn du gehörst ja schliesslich nicht deinem Mann. Die Sexualität eines Menschen ist ein höchst persönliches Gut und kein Ehepartner hat das Recht, über diese zu bestimmen. Weder hattest du mit den Männern Sex, noch hast du dich für sie vor dem Bildschirm ausgezogen oder ihnen Fotos und Filme geschickt. Es ging einzig darum, Ideen und Fantasien auszutauschen.

Was ist also das Problem? Und wo liegt der Unterschied zum Pornokonsum, der ja von vielen Männern praktiziert und als völlig harmlos dargestellt wird?

Ich denke, ihr solltet euch zusammensetzen und auf dieses Verbot noch einmal zurückkommen. Kannst du dir vorstellen, deinen Mann zu einer Chatsequenz einzuladen? So hätte er die Möglichkeit, sich ein Bild zu machen von dem, was tatsächlich läuft, und müsste sich bei der Beurteilung der Situation nicht auf seine Fantasien stützen. Basierend darauf könntet ihr danach Rahmenbedingungen aushandeln, unter denen er einverstanden wäre, wenn du weiterhin mit anderen Männern chatten würdest.

Ein zentrales Argument in dieser Diskussion wäre sicher, dass er ja unmittelbar von der Lust profitiert, die bei dir dadurch entsteht. In diesem Zusammenhang darfst du ihm ruhig auch die Frage stellen, wie er es denn mit dem Konsum pornografischer Darstellungen hält.

Was nicht mehr zieht, ist das Argument mit deiner Vergangenheit. Lass sie einfach vergangen sein und halte dich an das, was jetzt ist: Du hast Spass an dieser Form von Austausch über Sex. Sie inspiriert dich und macht dich heiss. Das ist Grund genug und es ist nicht nötig, dein Handeln weiterhin mit deiner frühen Mutterschaft zu legitimieren.

(wer)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • franky am 28.04.2014 13:09 Report Diesen Beitrag melden

    Was für ein Vergleich..

    Pornokonsum = passiv, sexchat = Aktiv...bis zum eventuell effektiven Seitensprung. Kann ich dem Mann nicht verübeln.

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  • Walther's Surprise am 28.04.2014 13:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hmmm

    Die dümmste Antwort ever von Doktor Sex...

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  • Jacky M. am 28.04.2014 12:19 Report Diesen Beitrag melden

    Ich finde

    den Vergleich "Pornokonsum - Sexchats" etwas "gewagt. Einen Porno sieht man sich an, in eine Sexchat tauscht man sich direkt mit anderen aus, dh. ist aktiv. Ich kann den Mann der Fragestellerin also durchaus verstehen. Sie kann sich ja mit ihm einen Porno ansehen und so Anreize holen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Theo B. am 28.04.2014 17:26 Report Diesen Beitrag melden

    Geld dabei verdient?

    Hat die Dame dabei wenigstens Geld verdient?! Schliesslich kriegt man heutzutage für "Sexchats", soviel ich weiss, ca. 5 CHF/Minute! Wow! 12 Jahre x 365 Tage x 2 Sexchats x 60 Minuten x 5CHF/Min = 2.6 Millionen CHF! Minimum! Der Mann sollte gefälligst da bleiben und die von der Frau in dieser Zeit beiseite gelegten Millionen suchen und ausgeben:-)

  • Mann am 28.04.2014 17:23 Report Diesen Beitrag melden

    Besserer Vergleich: Telefonsex?

    Vielleicht war Pornokonsum vs. Sexchat ein schlechter Vergleich, aber wenn ich denke wie viel Telefon-Sex-Hotlines man nachts um die Ohren gehauen bekommt, dann scheint es auch genug männliche 'interaktive' Konsumenten zu geben (oder ich habe das Angebot falsch verstanden).

  • Treuer Ehemann am 28.04.2014 17:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dummes Geschwätz

    Meine Herren seit ihr alle konservativ und engstirnig. Es gibt viele die fremdgehen oder Kuckuckskinder in Familien setzen. Ich finde diese Art von Sexualität richtig harmlos. Auf der Strasse (Internet) kannste dir Appetit holen aber gegessen wird zu Hause. Amen :-|

  • Doesn't Matter am 28.04.2014 17:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Soso..

    C'mon die antworten die ich hier lese scheinen alle von Fachpersonal zu sein ^^ Spannend macht weiter so :D

  • K. Mmentar am 28.04.2014 17:17 Report Diesen Beitrag melden

    Echt jetzt..

    Heutzutage muss man sich als Mann jeden Mist gefallen lassen von diesen "empanzipierten" Damen. Mein Gott, wenn ein Mann im Sexchat gewesen wäre, würde man ihn als Perversling abstempeln. Sexchat im Kontakt mit realen Personen, wahrscheinlich noch in der Nähe wohnenden, Personen ist wohl noch etwas anderes als anonymer Pornokonsum ohne jeden Kontakt! Er soll jetzt wieder der Böse sein, aber ich würde das auch nicht akzeptieren, genau so wie keine Frau es akzeptieren würde, wenn ihr Mann im Sexchat wäre

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Bruno Wermuth ist Sexualberater und Sexualpädagoge mit eigener Praxis in Bern. Als «Doktor Sex» beantwortet er drei Mal wöchentlich Fragen zur schönsten Nebensache der Welt und im «Sexblog» spricht er das aus, was andere nicht zu denken wagen. www.brunowermuth.ch


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