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Doktor Sex

15. Juli 2013 09:23; Akt: 15.07.2013 09:36 Print

«Leidet meine Frau an einer Spermaphobie?»

Chris hat sich unterbinden lassen und der Weg ist endlich frei für unbeschwerten Sex ohne Verhütung. Aber seine Frau besteht weiterhin darauf, Kondome zu verwenden. Was nun?

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Es gibt Verhaltensweisen, die eine Beziehung grundsätzlich in Frage stellen. (Symbolbild: Colourbox.com, Frédéric Cirou)

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Frage von Chris (35) an Doktor Sex: Ich bin seit fünf Jahren verheiratet und habe mit meiner Frau eine Tochter im Kindergartenalter. Da unsere Familienplanung abgeschlossen ist, habe ich mich vor einem Jahr einer Vasektomie unterzogen. Nachdem ich vom Urologen grünes Licht erhalten hatte, freute ich mich auf Sex ohne Verhütung. Zu meinem Erstaunen bestand meine Frau aber weiterhin auf das Kondom und erklärte mir, dass sie es nicht mag, mein Ejakulat in ihrer Vagina zu haben. Sie würde dadurch immer unangenehm riechen und hätte zudem einen nassen Slip. Mich irritiert diese Aussage. Sie geht nach dem Sex jeweils aufs WC und dort läuft ja wohl der grösste Teil heraus. Zudem ist die Flüssigkeitsmenge wirklich gering. Meinen Vorschlag, dass wir jeweils mit Kondom verhüten, wenn Sie danach keine Zeit hat, um zu duschen, lehnte sie ab. Natürlich könnte ich jetzt auf dem Kompromiss beharren, aber ich denke, dass sie dann beim Sex noch weniger entspannt wäre, als sie es jetzt schon ist.
Ich kann mir gut vorstellen, dass das Ejakulat nicht etwas ist, was frau toll findet. Trotzdem bin ich enttäuscht, dass meine Frau Mühe hat mit etwas von mir, das doch einfach zum Sex dazugehört. Was denken Sie darüber? Und kann ich etwas tun, damit meine Frau Ihre «Spermaphobie» überwinden kann?

Antwort von Doktor Sex

Lieber Chris

Eine verzwickte und emotional ziemlich aufgeladene Situation, in der du dich da gerade befindest. Brisant daran scheint mir, dass gleichzeitig verschiedene Aspekte auf äusserst konfliktträchtige Art miteinander verbunden sind, von denen jeder einzelne schon enorm viel Zündstoff enthält: Es geht um dein Selbstwertgefühl, um das Selbstbestimmungsrecht deiner Partnerin über ihren Körper und um die Qualität des Sex – denn so interpretiere ich deine Aussage über den Mangel an Entspannung, den du an deiner Frau dabei wahrzunehmen scheinst.

Ich glaube nicht, dass deine Partnerin an einer - wie du es nennst - «Spermaphobie» leidet. Sie drückt einfach aus, was neben ihr auch viele andere Frauen denken und erleben. Jedoch benutzt sie dein Ejakulat und die für sie damit verbundenen Unannehmlichkeiten mindestens teilweise auch als Vorwand, um tiefer gehenden Auseinandersetzungen auszuweichen. Einerseits mit sich selbst und andererseits mit dir. Dass sie das tun kann, hast du dir selber zuzuschreiben. Mit deiner Zurückhaltung ermöglichst du nämlich überhaupt erst die Vermeidungsstrategie deiner Frau. Aber offenbar lässt du dich lieber abspeisen und bevorzugst es, in Selbstmitleid zu baden, statt der Sache auf den Grund zu gehen und die schlafenden Hunde in eurer Partnerschaft zu wecken.

Über die Beweggründe für euer Verhalten kann ich nur spekulieren. Ich vermute, ihr fürchtet euch beide davor hinzuschauen - weil ihr genau spürt, dass das zwangsläufig eine Auseinandersetzung mit unabsehbaren Folgen nach sich ziehen würde und eure Beziehung dadurch in den Grundfesten erschüttert werden könnte. Eine bedrohliche Vorstellung. Letztlich wird dies aber auch geschehen, wenn ihr weiterhin gute Mine zum letztlich ziemlich bösen Spiel macht. Wenn du mich fragst: Es ist Zeit, nicht mehr länger die Angst über eure Beziehung bestimmen zu lassen - gerade auch im Interesse eurer Tochter. Denn diese spürt ganz bestimmt, dass zwischen euch grundlegende Dinge nicht mehr stimmen.

Die Grundsatzfrage, die es – möglicherweise mit der Unterstützung einer Fachperson - zu klären gilt, lautet: Haben wir eigentlich noch ein Interesse daran, zusammen zu sein, oder ist es möglicherweise besser für uns alle, wenn wir uns trennen? Und falls wir zusammenbleiben: Was brauchen wir, damit unsere Beziehung lebendig und unser Umgang miteinander von Wertschätzung und Respekt getragen wird? Viel Glück!

(wer)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Eine Frau am 16.07.2013 14:51 Report Diesen Beitrag melden

    Komplexe!!

    Also ich finde die Schlussfolgerung von Dr. Sex zwar möglich, aber viel zu radikal! Ich kann den unangenehmen Geruch und das Nässen der Hösli aus eigener Erfahrung bestätigen - allerdings wäre das für mich kein Grund, deswegen auf einem Kondom zu bestehen. Ich denke aber, dass Deine Frau eher ein Problem mit sich selbst und ihrem Körper oder Sex im Allgemeinen hat.

  • Teufelchen am 15.07.2013 18:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es gibt nichts schöneres...  

    Ich kann nur sagen es gibt doch nichts schöneres als wenn ich beim Sex merke wie mein Partner in mir kommt! Einfach wunderschön!

  • Horst B. am 16.07.2013 14:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Natürlicher Vorgang ohne Prostata

    Der Austritt von Sperma in der Vagina ist für die Fortpflanzung notwendig. Wir Menschen praktizieren Sexualität längst zum Vergnügen und entsprechend ist das Sperma nicht unbedingt "notwendig". Am besten sollte man in den Partnerbörsen neben den genauen Massen der Organe, der Beschreibung der Behaarungswünsche auch noch eine Geruchsprobe der Flüssigkeiten beilegen, damit man nicht enttäuscht wird. Oder die Männer sollten sich gleich die Prostata entfernen lassen? Frau sucht Mann mit Ausdauer, grossem Schwengel, aber bitte ohne Sperma?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Wern Hably am 16.07.2013 17:13 Report Diesen Beitrag melden

    So einfach:

    Die Frau traut ihrem Mann nicht und will sich von ihm keine Krankheit holen!

  • Susanne am 16.07.2013 15:49 Report Diesen Beitrag melden

    Schlechter Tipp Dr. Sex!

    Ich hätte der Frau geraten, sich gleich ins Kloster zu verziehen. Da gibts keine Männer die eventuell Sex haben möchten. - Und dem Mann hätte ich empfohlen, den Schlüssel des Klosters ins Säurebad zu schmeissen und die neu gewonnene Freiheit zu geniessen. - Sex ist m.E. überbewertet!!

  • Eine Frau am 16.07.2013 14:51 Report Diesen Beitrag melden

    Komplexe!!

    Also ich finde die Schlussfolgerung von Dr. Sex zwar möglich, aber viel zu radikal! Ich kann den unangenehmen Geruch und das Nässen der Hösli aus eigener Erfahrung bestätigen - allerdings wäre das für mich kein Grund, deswegen auf einem Kondom zu bestehen. Ich denke aber, dass Deine Frau eher ein Problem mit sich selbst und ihrem Körper oder Sex im Allgemeinen hat.

  • Pit Rorschach am 16.07.2013 14:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bitte mehr Respekt

    Ich habe mich schon lange gefragt, ob es eine Frau wirklich nicht stört, wenn ihr das Ejakulat die Beine runter läuft. Antwort bekam ich auf meine Frage von meiner Frau. Doch, sie stört es. Deshalb geht sie nach dem Sex auch duschen, was ich absolut verstehe und auch akzeptiere. Persönlich finde ich es eine Schweinerei, wenn Männer darauf bestehen, ohne Präservativ ejakulieren zu können. Sowas ist aus meiner Sicht nur dann angezeigt, wenn man Kinder zeugen will, womit wir wieder dort angelangt sind, was früher Gang und gäbe war und etwas mit Ethik und Respekt zu tun hat.

  • Horst B. am 16.07.2013 14:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Natürlicher Vorgang ohne Prostata

    Der Austritt von Sperma in der Vagina ist für die Fortpflanzung notwendig. Wir Menschen praktizieren Sexualität längst zum Vergnügen und entsprechend ist das Sperma nicht unbedingt "notwendig". Am besten sollte man in den Partnerbörsen neben den genauen Massen der Organe, der Beschreibung der Behaarungswünsche auch noch eine Geruchsprobe der Flüssigkeiten beilegen, damit man nicht enttäuscht wird. Oder die Männer sollten sich gleich die Prostata entfernen lassen? Frau sucht Mann mit Ausdauer, grossem Schwengel, aber bitte ohne Sperma?

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Bruno Wermuth ist Sexualberater und Sexualpädagoge mit eigener Praxis in Bern. Als «Doktor Sex» beantwortet er drei Mal wöchentlich Fragen zur schönsten Nebensache der Welt und im «Sexblog» spricht er das aus, was andere nicht zu denken wagen. www.brunowermuth.ch


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