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Doktor Sex

20. August 2014 10:15; Akt: 20.08.2014 10:37 Print

«Mein Freund sorgt sich wegen seiner Potenz»

Der Freund von Cloé denkt vor und während dem Sex oft über sein Stehvermögen nach. Dabei verliert er seine Erektion. Was tun, damit die Gedanken aufhören?

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Erektionsstörungen beim Mann können auch die Partnerin belasten. (Symbolbild: Colourbox.de, Laurence Mouton)

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Frage von Cloé an Doktor Sex: Wenn mein Freund (18) eine Erektion hat und wir zusammen schlafen, kommt es oft vor, dass er sich dabei Gedanken macht darüber, ob er wohl lange genug durchhalten kann und sein Penis dabei hart bleibt. Dadurch passiert dann aber genau das Gegenteil: Sein Hoffen und Bangen führt dazu, dass sein Glied schlaff wird. Was kann man machen, damit diese Gedanken aufhören?

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Wurdest du auch schon einmal von Gedanken daran gehindert, dich ganz auf den Sex einzulassen?
62 %
12 %
6 %
17 %
3 %
Insgesamt 811 Teilnehmer

Antwort von Doktor Sex

Liebe Cloé

Entstehung und Dauer einer Erektion sind abhängig von verschiedenen Regelkreisen. Diese sind komplex miteinander verbunden, weshalb Störungen oder Abweichungen in einzelnen Bereichen sofort Auswirkungen auf das Gesamtsystem haben. Eine solche Störung können zum Beispiel Gedanken sein, wie sie sich dein Freund macht. Sorgen und Ängste führen zu Reaktionen im System, die je nach ihrer Intensität eine Erektion erschweren oder sogar gänzlich verunmöglichen können.

Am besten funktioniert der Erektionskreislauf, wenn er frei von störenden Einflüssen ablaufen kann. Indem dein Freund sich überlegt, ob er standhaft bleiben und durchhalten können wird, programmiert er sein Scheitern selber. Dies zu wissen, wird ihn jedoch kaum weiterbringen, sondern im Gegenteil den Druck möglicherweise sogar noch erhöhen. Was also tun?

Gedanken kann man nicht beenden. Jedoch ist es möglich, den Mechanismus zu untersuchen, durch den sie zustandekommen. Und den Wert, den wir ihnen beimessen. Dabei wird klar, dass jeder Mensch letztlich die Wahl hat, ob er sich mit seinen Gedanken identifizieren will. Also ob er sie als etwas verstehen will, das er selber produziert hat oder als Produkt, das sich unabhängig von seinen bewussten Bemühungen fortlaufend selbst erzeugt. Letztere Haltung ermöglicht es, entspannter damit umzugehen und sie als «Hintergrundgeräusch» zu sehen, dem bewusst keine Aufmerksamkeit geschenkt wird.

Wichtig scheint mir aber auch, dass dein Freund sich bewusst macht, welchen Wert er der Standhaftigkeit und dem Durchhaltevermögen beimisst und inwiefern er diese mit seinem Konzept von Mannsein und Männlichkeit in Verbindung bringt. Ich vermute, dass er sich selber unter Druck setzt damit, beim Sex eine bestimmte Leistung erbringen und ein festgelegtes Programm absolvieren zu müssen. Ein Programm, das sich mit grosser Wahrscheinlichkeit an der Rammelnummer orientiert, die in den gängigen Pornos gezeigt wird.

Ich denke, hier kannst du deinem Freund ein wichtiges Gegenüber sein. Indem du ihm sagst und zeigst, was dir beim Sex Vergnügen und Freude bereitet. Und indem du ihn einlädst, gemeinsam herauszufinden, was neben der Penetration, also dem mechanischen Rein-Raus, auch noch oder allenfalls sogar mehr Spass macht. Idealerweise fokussieren diese Erkundungen nicht nur die Genitalregion und den erregten Penis, sondern den ganzen Körper und schliessen auch Situationen mit ein, in denen die Erregung abgeklungen ist. Viel Spass beim Ausprobieren!

(wer)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Gunther am 20.08.2014 11:01 Report Diesen Beitrag melden

    Verständnis und Zeit

    Hatte ich auch... zum Gluck hab ich eine wundervolle verständnisvolle Partnerin, die mir die Angst immer wieder nimmt... und mit der Zeit verschwinden diese Gedanken... einfach Geduldig sein und den Sex nicht als maschinellen Akt betrachten...ruhig auch mal Quatsch machen, lachen und die Situation entschärfen.

  • Tim am 20.08.2014 15:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kopfsache 

    Mit 18 geht alles schnell oder gar nicht. Kennen wir doch alle. Der Druck von Pornos und anderen Medien ist mit schuld. Lernt euch kennen! Lass dir beim wichsen zuschauen und schau ihr auch dabei zu. Tabus brechen hilft viel. Nichts muss, nur kann...

  • S. am 20.08.2014 13:53 Report Diesen Beitrag melden

    Problem von vielen

    Kam bei mir auch immer wieder vor und das Schlimme ist, dass man sich immer wie mehr hineinsteigert, da man immer wieder ans "Versagen" denkt.. Da hilft sicher mal eine verständnissvolle Frau und gute & offene Gespräche. Jedoch nimmt dies nicht unbedingt die "Angst" davor - es ist echt schwierig diese Gedanken zu unterdrücken.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Mara am 20.08.2014 20:03 Report Diesen Beitrag melden

    Zeit nehmen und fallen lassen...

    Nehmt euch beim Sex viel Zeit! Streichelt, küsst und erkundet gegenseitig eure erogenen Körperzonen. Verständnis zeigen, wenn dein Freund zu schnell kommen sollte. Vielleicht hat er ja schlechte Erfahrungen mit einer früheren Partnerin gemacht. Dein Freund soll nicht Pornos und die dort vermittelten Bilder als Massstab nehmen für euer Liebesleben. Wichtig: geniesst den Sex miteinander, lasst euch fallen. Vertraut einander, verbindet die Augen des Partners und verwöhnt diesen mit Zunge und Händen. Wenn die Erektion nachlassen sollte: Hodensäcke kneten + anal stimulieren - das hilft!

  • Tim am 20.08.2014 15:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kopfsache 

    Mit 18 geht alles schnell oder gar nicht. Kennen wir doch alle. Der Druck von Pornos und anderen Medien ist mit schuld. Lernt euch kennen! Lass dir beim wichsen zuschauen und schau ihr auch dabei zu. Tabus brechen hilft viel. Nichts muss, nur kann...

  • S. am 20.08.2014 13:53 Report Diesen Beitrag melden

    Problem von vielen

    Kam bei mir auch immer wieder vor und das Schlimme ist, dass man sich immer wie mehr hineinsteigert, da man immer wieder ans "Versagen" denkt.. Da hilft sicher mal eine verständnissvolle Frau und gute & offene Gespräche. Jedoch nimmt dies nicht unbedingt die "Angst" davor - es ist echt schwierig diese Gedanken zu unterdrücken.

  • Chris D. am 20.08.2014 12:05 Report Diesen Beitrag melden

    @Cloé

    Wenn das kein Teufelskreis ist, gibts den gar nicht. Jeder Versuch sich bewusst um dieses Thema zu kümmern führt mit hoher Wahrscheinlichkeit zu noch mehr Blockaden. Der Trick ist, oder sollte sein, eben nicht darüber nachzudenken. Aber das ist schwerer als es klingt. Die Tips vom Doktor sind sicher nicht falsch. Aber wenn diese "Methodik" mit dem Ziel einer erhöhten Standfestigkeit angewendet wird, sind wir wieder am Anfang dieses Kommentars. M. M. nach hilft vor allem die positive Erfahrung. Eine hohe Wahrscheinlichkeit dafür entsteht durch starken Trieb/Lust und Offenheit/Vertrauen.

  • Chris am 20.08.2014 12:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich schaue für mich

    Ist doch nicht so schlimm wenn er nicht lang standhaft ist. Mir ist das egal Hauptsache ich habe mein Orgasmus.

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Bruno Wermuth ist Sexualberater und Sexualpädagoge mit eigener Praxis in Bern. Als «Doktor Sex» beantwortet er drei Mal wöchentlich Fragen zur schönsten Nebensache der Welt und im «Sexblog» spricht er das aus, was andere nicht zu denken wagen. www.brunowermuth.ch


(Styling von Doktor Sex:Jessica Montonato)

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