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Doktor Sex

13. März 2017 07:41; Akt: 13.03.2017 07:41 Print

«Seit sie gegangen ist, bin ich am Boden zerstört!»

Die Gefühle von Damians Frau haben sich nach der zweiten Schwangerschaft verflüchtigt. Nun hat sie ihn verlassen. Soll er um sie kämpfen?

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Plötzlich verlassen zu werden, kann einem den Teppich unter den Füssen wegziehen. (Szene aus «Before Midnight», Drafthouse Recommendments)

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Frage von Damian (37) an Doktor Sex: Ich bin zwölf Jahre verheiratet und wir haben zwei Kinder. Die zweite Schwangerschaft hat bei meiner Frau emotional sehr viel verändert. Wie sie mir mitteilte, sind die Gefühle, die sie für mich hatte, bevor sie erneut schwanger wurde, in den vergangenen sechs Jahren immer weniger geworden. Letzte Woche nun hat sie sich von mir getrennt und fühlt sich seither viel gelöster. Ich hingegen bin am Boden zerstört, denn ich liebe sie immer noch über alles. Gleichzeitig plagen mich aber grosse Zweifel über mögliche nächste Schritte. Soll ich mich noch um sie bemühen, oder ist es besser, wenn ich sie in Ruhe lasse?

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Antwort von Doktor Sex

Lieber Damian

Um die grossen Herausforderungen zu meistern, die du gerade erlebst, wünsche ich dir viel Kraft und einen wachen Geist. Lass dich nicht unterkriegen von den Stürmen, die um dich herum und in dir toben und versuche, dem Impuls zu widerstehen, deinen Emotionen zu folgen und klein beizugeben. Verbinde dich stattdessen mit lichtvollen Gedanken und der Liebe zu deiner Frau. Sei dir bewusst: Auch diese Suppe wird nicht so heiss gegessen werden, wie sie gerade am Kochen ist.

Wichtiger als die Frage, ob du in den Kampf ziehen sollst, scheint mir, dass du mit dir verbunden bleibst und ehrlich zu dir bist. Egal, ob es letztlich zu einer definitiven Trennung kommen oder eure Ehe ein Revival erleben wird: Es geht nun darum, angemessene und bewusste Schritte zu machen. Vielleicht kann dir das eben erschienene Buch des Familientherapeuten Jesper Juul dabei nützliche Denkanstösse liefern.

In «Liebende bleiben. Familie braucht Eltern, die mehr an sich denken» gibt der Autor nicht nur Tipps für einen konstruktiven Umgang mit Differenzen in der Beziehung, sondern widmet sich auch der Frage, unter welchen Umständen es besser sein könnte, getrennte Wege zu gehen.

Als wesentlichen Grund für Paarkonflikte macht Juul unausgesprochene Erwartungen aus und lädt dazu ein, für diese selber die Verantwortung zu übernehmen, statt zu glauben, der Partner oder der Partnerin könne sie erahnen. Er fordert klare Ansagen, zum Beispiel: «In der aktuellen Situation erwarte ich dies oder das» – auch wenn man damit möglicherweise scheitert. Eine Absage zu riskieren, so Juul, sei allemal sinnvoller, als zu schweigen und daran die Beziehung zugrunde gehen zu lassen.

Zur Frage, ob und wie man denn feststellen könne, ob der «point of no return» erreicht ist und man sich besser trennt, meint der Autor: «Familie zu bleiben, ist immer eine emotionale und existenzielle Wahl. Manchmal ist am Ende eine Trennung der bessere Weg, um weniger unglücklich zu sein oder glücklich zu werden.»

Für Juul ist klar: Wenn die Eltern es trotz Trennung schaffen, gemeinsam für ihre Kinder da zu sein und authentisch zu bleiben, können diese mit einer Trennung sehr wohl umgehen. Für den Nachwuchs sei es aber wichtig, dass die Erwachsenen achtsam seien mit sich selbst. Vielleicht kannst du dich ja an diesem Statement orientieren und jetzt nur mal für dich schauen. So gibst du auch deiner Frau Zeit, in der neuen Situation erst einmal anzukommen und Ruhe zu finden. Danach kannst du immer noch weiterschauen. Alles Gute!

Deine Frage an Doktor Sex: doktor.sex@20minuten.ch

(wer)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Blueyonder am 13.03.2017 09:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht einfach

    Ich fühle mit dir mein Freund. Ich war 6 Jahren in einer Beziehung bis sie den Stecker gezogen hat vorletzten Februar. Es braucht viel Zeit und Energie um darüber hinwegzukommen. Jedenfalls hoffe ich noch immer die richtige zu finden. Lenke dich ab. Geh mit freunden weg, mach etwas das dir spass macht...

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  • Kudi, Weggis am 13.03.2017 08:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Leben geht weiter  

    Das Leben geht weiter. Mit 67 Jahren weiss ich, wovon ich rede. Es geht immer wieder eine Türe auf. Du darfst nur nicht die Augen schliessen.

  • Geissenpeter am 13.03.2017 09:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ich würde mich nicht um sie bemühen

    das kostet nur Gefühle, Nerven und Herzblut. Investier das lieber in Kummerbewältigung und der Suche nach dem neuen Glück. Wenn sich jemand verabschiedet sollte man ihn ziehen lassen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Swiss_familyguy am 13.03.2017 12:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ansage!! 

    Klare Ansagen resp. Kommunikation ist nicht nur in privaten Beziehungen das A und O. Redet miteinander!! Sagt was Ihr wollt usw.

  • Susanah am 13.03.2017 11:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ... 

    Liebe heißt auch Loslassen... Leider ist das so. Und wenn es die wahre Liebe war kommt ihr wieder zusammen..irgendwie. Das Leben merkt sich alles.

  • Ein Mensch am 13.03.2017 11:32 Report Diesen Beitrag melden

    Sklave der eigenen Gefühle

    Ich kann nicht verstehen, warum sich manche Menschen zum Sklaven der eigenen Gefühle machen. Die Gefühle, die man für einen Menschen empfindet, bleiben nicht das Leben lang gleich. Aber dies bedeutet nicht, dass man dabei völlig hilflos ist. Gefühle entstehen bzw. vergehen nicht willkürlich. Es gibt immer Gründe dafür. Mit etwas Willenskraft ist es darum möglich an seinen Gefühlen zu arbeiten. Für deine Frau könnte dies bedeuten, dass sie nun darüber nachdenkt, warum sie so fühlt, wie sie fühlt. Danach könnte sie, mit dir zusammen, eine Möglichkeit suchen, eure Famile zu retten.

  • Morgerot am 13.03.2017 11:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es duet weh..

    Der Preis bei einem solchen Entscheid ist für alle beteiligten zu hoch..Es leiden alle....früher oder später...

  • sisi am 13.03.2017 10:55 Report Diesen Beitrag melden

    Raffi

    Jeder macht im Leben solche Sachen durch und jedes mal wird man stärker !

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Bruno Wermuth ist Sexualberater und Sexualpädagoge mit eigener Praxis in Bern. Als «Doktor Sex» beantwortet er drei Mal wöchentlich Fragen zur schönsten Nebensache der Welt und im «Sexblog» spricht er das aus, was andere nicht zu denken wagen. www.brunowermuth.ch


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