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Doktor Sex

10. Juli 2017 08:42; Akt: 10.07.2017 08:43 Print

«Sie gönnt mir keine Erholung von der Arbeit!»

Steven arbeitet voll und muss zudem auch im Haushalt und für die Kinder Verantwortung übernehmen. Was tun, um nicht im Burn-out zu landen?

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Er arbeitet, sie ist Mutter und Hausfrau - diese Organisationsstruktur kann mit der Zeit negative Auswirkungen auf die Paarbeziehung haben. (Bild: Colourbox.de)

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Frage von Steven (45) an Doktor Sex: Ich bin verheiratet und habe zwei Töchter im Grundschulalter. Unter der Woche bin ich viel unterwegs und gebe alles, um die Firma, bei der ich angestellt bin, vorwärts zu bringen. Dabei muss ich auch Firmengeheimnisse wahren. Dies bedeutet mitunter, nicht zielführenden Fragen meiner Frau aus dem Weg zu gehen oder sie nicht vollumfänglich zu beantworten. Während ich ausser Haus bin, schmeisst sie den Haushalt und managt die Erziehung unserer tollen Mädels. Körperliche Nähe und Sex hingegen sind für sie nur noch eine Pflichtübung.

Umfrage
Stimmt bei dir die Balance zwischen Arbeit und Entspannung?
15 %
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Insgesamt 3216 Teilnehmer

Dies, so meinte sie neulich, sei der Preis dafür, dass sie mir seit fünf Jahren den Rücken freihalte und nur halbherzig informiert werde. Dass sie mich von Donnerstagabend bis Sonntagabend von früh bis spät in ihrem «Revier» einspannt, mir also zu keinem Zeitpunkt Erholung von der Geldbeschaffung gönnt, lässt sie dabei komplett ausser Acht. Meine Kräfte sind nicht unerschöpflich. Frau und Staat fordern dennoch unerbittlich ihren Tribut. Ich frage mich darum langsam, was ich tun kann, um das sich abzeichnende Burn-out abzuwenden.

Antwort von Doktor Sex

Lieber Steven

Dass du Alleinverdiener und somit ausschliesslich dafür verantwortlich bist, die Familie zu finanzieren, hat weitreichende Folgen für das ganze System: Während dich diese Aufgabe auf die Rolle des alleinigen Ernährers eurer Gemeinschaft festlegt, katapultiert sie deine Partnerin zwangsläufig in die Rolle der Hausfrau und Mutter. Wie du selbst feststellen kannst, hat diese Organisationsstruktur mit der Zeit negative Auswirkungen auf die Paarbeziehung.

Auch wenn ihr am Anfang eures gemeinsamen Weges bewusst das traditionelle Modell der Aufgabenteilung zwischen Mann und Frau gewählt habt: Dieser Entscheid muss nicht für die Ewigkeit gelten. Eure Kinder sind nicht mehr in einem Alter, in dem sie rund um die Uhr Betreuung brauchen. Der Zeitpunkt scheint mir daher nun gekommen, die gewählte Zusammenarbeitsform zu hinterfragen und andere Möglichkeiten in Betracht zu ziehen.

Die Familienforschung zeigt es eindeutig: Eine partnerschaftliche Aufteilung der familiären Aufgaben führt bei allen Beteiligten zu mehr Zufriedenheit. Insbesondere die Kinder schätzen den Wechsel in der elterlichen Betreuung und die Abwechslung, die dadurch in ihrer Lebens- und Beziehungswelt entsteht. Kinder aus traditionellen Haushalten dagegen vermissen häufig ihre Väter im Alltag und wünschen sich gleichzeitig weniger Präsenz der Mutter.

Mir ist bewusst, dass eine familiäre Struktur nicht von einem Tag auf den anderen verändert werden kann. Auch deshalb, weil finanzielle Verpflichtungen damit verbunden sind, beispielsweise eine Hypothek für das gemeinsame Heim. Letztlich ist eine Familie aber durchaus vergleichbar mit einer Firma, denn auch ihre Organisationsstruktur beruht auf Entscheidungen, die jederzeit anders gefällt werden können.

Nehmt euch Zeit, gemeinsam mit den Kindern eine Zukunftsvision zu entwickeln. Ihr könnt euch dazu von der Frage «Wo, unter welchen Umständen, wie und mit wem möchte ich in zehn Jahren leben?» leiten lassen. Gestaltet die Vision als Collage und hängt sie im Wohnzimmer auf, sodass für alle sichtbar ist, wohin der Weg geht. Setzt euch danach konkrete Teilziele im Hinblick auf die Umsetzung. Viel Spass und gutes Gelingen!

Deine Frage an Doktor Sex: doktor.sex@20minuten.ch

(wer)

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Ausgewählte Leser-Kommentare

Ich rate ich zu einer Familien- oder Paartherapie. Wenn der Hahn tropft, kommt auch der Klempner und macht das wieder in Ordnung. So ist es halt auch in einer Beziehung. Heute sowieso, wo Stress nur der Vorname im Alltag ist. Also los - nicht lange warten und meinen es werde dann schon besser! – Marcel Moser

Wir arbeiten seit über einem Jahr imTeilzeit-Teilzeit-Modell (50% und 60%). Eine tolle Sache. Die Kinder (3j und 2j) geniessen es, beide Eltern um sich zu haben. Zuhause ist auch alles ausgeglichen aufgeteilt (Wäsche, Haushalt). – Weber

Als Mann 100% für das Geld zuständig sein, ist tatsächlich nicht einfach. Die Frauen erwarten einen Mann, der nicht zu viel arbeitet aber trotzdem gut verdient. Das geht leider nur in den seltensten Fällen. Er hat den Druck von zwei Seiten. Ich kann jedem Mann nur empfehlen seine Frau zu ermutigen, trotz Kinder weiter im Beruf zu bleiben. – Vater und Realist

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Beat am 10.07.2017 08:50 Report Diesen Beitrag melden

    alles für die Firma...

    Du gibst alles, um die Firma vorwärts zu bringen? Schreibst Du zumindest. Da stelle ich mir die Frage, sagt Dir auch jemand Danke dafür? Vielleicht hilfts es mal zu rekapitulieren, was Du der Firma bringst und was Du dafür bekommst; und was Du der Familie bringst und was Du dafür bekommst.

  • Marilita am 10.07.2017 09:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weichlinge 

    Heutzutage sind die Männer zu verständnisvoll und können sich Zuhause sehr schlecht durchsetzen, auch wenn sie oftmals das recht dazu hätten, während die Frauen ihrer Sturheit freien lauf lassen. Verweichlichte Männer und ich-bezogene Frauen erhöhen die Scheidungsrate.

  • walti am 10.07.2017 13:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    glückspilz

    wen ich die kommentare lese und das beispiel von dem mann, muss ich sagen ich habe sehr grossen glück. meine frau ist zuhause und schaut auf den haushalt und das kind. ich gehe 100 prozent arbeiten. immer wen ich am abend heim komme ist eigendlich alles gemacht und verbringe viel zeit mit meiner tochter und meiner frau. das was ich hier lese schockiert mich sehr! das kenne ich alles gar nicht und das alles schon seit knapp 10 jahren!!!. ich habe wohl die einzig richtige frau. für die anderen männer, es gibt so viele andere frauen. das leben ist sehr schön wen ihr die richtige habt.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Arwin am 10.07.2017 13:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    50er

    Die gutbürgerlichen 50er und 60er sind vorbei, Zeiten in denen Mann vom Haushalt verschont blieb dahin. Nicht umsonst gelten Haushaltskurse auch für Jungs und Mütter bringen ihren Söhnen den Haushalt bei. Trotzdem ist die Einstellung deiner Frau nicht fair. Vielleicht will sie nicht mehr länger ihr Dasein als Hausfrau fristen. Redet mal miteinander.

  • walti am 10.07.2017 13:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    glückspilz

    wen ich die kommentare lese und das beispiel von dem mann, muss ich sagen ich habe sehr grossen glück. meine frau ist zuhause und schaut auf den haushalt und das kind. ich gehe 100 prozent arbeiten. immer wen ich am abend heim komme ist eigendlich alles gemacht und verbringe viel zeit mit meiner tochter und meiner frau. das was ich hier lese schockiert mich sehr! das kenne ich alles gar nicht und das alles schon seit knapp 10 jahren!!!. ich habe wohl die einzig richtige frau. für die anderen männer, es gibt so viele andere frauen. das leben ist sehr schön wen ihr die richtige habt.

  • jänu am 10.07.2017 13:00 Report Diesen Beitrag melden

    Partnerschaft?

    Partnerschaftf und Egogetue! Wenn sich Männlein und Weiblein "binden" sollten sie sich im klaren sein, dass nur "partnerschaftlichs Verhalten" der Schlüssel zum Erfolg ist! Also klemmt Euch in den H . . . .!

  • Anna am 10.07.2017 12:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Viel Glück und Erfolg

    Mir tun beide Seiten leid. Da ich das aus eigener Erfahrung so etwa kenne, weiss ich, wie verfahren eine solche Situation sein kann. Jeder fühlt sich ausgenommen, in seinen Bedürfnissen unverstanden. Vom Partner seelisch verlassen, verschwinden zudem die Puzzle für das Eheleben. Das wird schlimmer, je länger das so weiter geht. Die Sackgasse ist erreicht und das Leben ist nur noch Aufgabe und Frust. Ich kann nur dazu raten, beide Aufgaben unter den Partnern aufzuteilen. Dann bekommen auch die Kinder ein brauchbares Bild einer Familie und sie machen mit Freude mit!

  • Hugok am 10.07.2017 12:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Werde zum Alpha 

    Werde zum Alpha. Das mögen die Frauen. Sie wollen keine Betas die alles machen was sie sagen. Alpha sein heisst nicht, die Frau unterdrücken!

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Bruno Wermuth ist Sexualberater und Sexualpädagoge mit eigener Praxis in Bern. Als «Doktor Sex» beantwortet er drei Mal wöchentlich Fragen zur schönsten Nebensache der Welt und im «Sexblog» spricht er das aus, was andere nicht zu denken wagen. www.brunowermuth.ch


(Styling von Doktor Sex:Jessica Montonato)

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