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Doktor Sex

12. Mai 2014 10:00; Akt: 07.05.2014 13:56 Print

«Sollen wir mitten in der Krise zusammenziehen?»

André und seine Freundin erleben schwierige Zeiten. Ein Kollege, der Ähnliches durchgemacht hat, empfiehlt eine gemeinsame Wohnung als Lösung des Problems. Kann das gut gehen?

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Zusammenziehen kann ungeahnte Auswirkungen auf eine Beziehung haben. (Symbolbild: Colourbox, Monkey Business Images)

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Frage von André (22) an Doktor Sex: Ich und meine Freundin sind seit vier Jahren ein Paar. Wir sind ein Herz und eine Seele. Nun sagte mir meine Freundin aber, dass wir uns ihrer Meinung nach beide sehr verändert haben und sie sich in der Beziehung manchmal verstellen muss. Gewisse Veränderungen stelle ich an mir auch fest. Trotzdem: Schluss machen ist für mich tabu! Ich denke, wir haben insgesamt einfach zu wenig miteinander unternommen und sind deshalb in dieser Situation gelandet. Ein Kollege, der Ähnliches durchgemacht hat, empfahl mir, mit ihr zusammenzuziehen. Das ändere einiges und könne unsere Beziehung neu aufleben lassen. Ist dies eine gute Lösung?

Umfrage
Kann Zusammenziehen eine angeschlagene Beziehung retten?
7 %
6 %
36 %
40 %
11 %
Insgesamt 1628 Teilnehmer

Antwort von Doktor Sex

Lieber André

Die einzige Konstante im Leben ist Veränderung. Es ist daher sinnvoll, den Umgang damit möglichst früh zu lernen. Was ihr gerade erlebt, gehört zum Verlauf einer Beziehung. Wichtig scheint mir, dass ihr erst einmal einfach versucht, bewusst und gelassen wahrzunehmen, was sich an Impulsen und Bewegungen zeigt, ohne gleich in einen von Angst und Prinzipien diktierten Aktivismus zu verfallen. Zusammenziehen könnt ihr später immer noch. Jetzt geht es erst einmal darum, innezuhalten und herauszufinden, in welche Richtung die Bewegungen gehen, wohin euch das Leben und die Lust ziehen.

Vergesst für den Moment das Bild, das ihr bisher von eurer Partnerschaft hattet. Und auch für dein Tabu in Bezug auf das Schlussmachen hat es keinen Platz. Ihr befindet euch in einer Phase des Übergangs, in einem zieloffenen Prozess. Das Alte ist nicht mehr und das Neue erst im Entstehen begriffen. Solche Zwischenzeiten können bewegt und äusserst anstrengend sein. Sie haben aber einen grossen Vorteil: Man darf Vergangenes und Überlebtes loslassen, sich eine Zeit lang ganz seinen Träumen hingeben und aus den aufsteigenden Visionen neue Lebenskraft schöpfen. Sobald sich abzeichnet, wohin es euch je einzeln zieht, könnt ihr entscheiden, ob ihr die Reise gemeinsam fortsetzen oder ob ihr euch trennen wollt.

Es ist oft nicht einfach, in einer Phase der Neuorientierung einen klaren Kopf zu bewahren und Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden. Daher empfehle ich euch beiden, ein Tagebuch zu führen und eure Gedanken darin festzuhalten. So kriegt ihr erstens den Kopf frei und zweitens entsteht dadurch die Möglichkeit, im Verlauf des Prozesses das Essenzielle zu erkennen.

Um euch unnötige Verletzungen zu ersparen, solltet ihr in der kommenden Zeit besonders achtsam sein im Umgang mit eurer Kommunikation. Es geht nämlich nicht darum, alles, womit ihr euch einzeln in Gedanken auseinandersetzt, auch gleich dem Partner oder der Partnerin mitzuteilen. Manches, was auf den ersten Blick wichtig scheint, entpuppt sich später als kleine Episode auf dem Weg zu einer umfassenden Erkenntnis.

Sinnvoll könnte sein, wenn ihr teilweise an den gleichen Fragestellungen arbeitet. Nachfolgend zwei Vorschläge: Welche Voraussetzungen brauche ich, damit ich mich in der Beziehung nicht verstellen muss? Woran erkenne ich, dass sich unsere Beziehung in die von mir gewünschte Richtung verändert? Falls ihr Lust habt, den Zeithorizont etwas zu erweitern, könntet ihr euch auch noch folgende Frage stellen: Wo, wie und mit wem möchte ich in fünf Jahren leben? Versucht, darauf möglichst offen und ohne Rücksicht auf die aktuelle Beziehungssituation zu antworten. So kriegt ihr die brauchbarsten Ideen für mögliche Ansatzpunkte in der Gegenwart.

(wer)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • ernest am 12.05.2014 12:37 Report Diesen Beitrag melden

    An alle Frauen und Männer

    Man darf sich in Beziehungen nie verstellen. Wer das nicht lernt, wird alleine bleiben. Auf den anderen zugehen, Kompromisse eingehen, versuchen, den anderen zu verstehen ist super wichtig, aber n i e sich selbst verstellen.

  • dumme idee am 12.05.2014 12:27 Report Diesen Beitrag melden

    bloss nicht!

    zusammenziehen stellt eine beziehung schon genug auf die probe. nur schon der umzug an sich! geschweige denn, die suche nach dem gemeinsamen traumobjekt. eine beziehung sollte schon ziemlich stabil sein, bevor man zusammenzieht. so eine krise ist jedenfalls keine gute voraussetzung! das ist vergleichbar mit den "beziehungsretter-babys". tut das nicht, arbeitet an euch und eurer beziehung und wenn ihr euch wieder zusammengefunden habt, könnt ihr ja mal drüber reden.

  • Manfred F. am 12.05.2014 13:34 Report Diesen Beitrag melden

    Kind

    Wenn ihr schon die Beziehung testen wollt, dann kriegt doch gleich ein Kind. Es gibt nichts besseres um zu sehen, ob ihr wirklich zusammen passt. Ausserdem wirst du sie auch kaum verlassen, wenn du siehst, wieviele Alimente du abdrücken musst. Wer Ironie in meiner Antwort findet, darf diese gerne behalten.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Sebi am 12.05.2014 14:12 Report Diesen Beitrag melden

    Änlichkeit

    Meine Freundin wünscht sich dass ich zu ihr also in ihre nähe ziehe aber damit kann ich nicht viel anfangen. Wir sind noch nicht lange zusammen und wenn zu ihr, dann auch gleich mit ihr zusammen ziehen. Aber man sollte sich genug zeit lassen und nicht immer sofort auf das hören was der partner will damit man sich selber noch sein kann.

  • Nadja am 12.05.2014 13:48 Report Diesen Beitrag melden

    Wenns chlöpft, denn chlöpfts

    Ich habe den gleichen Fehler mit meinem Exfreund gemacht. Es hat nach zwei Jahren gekriselt. Mit der Idee, wenn wir zusammenziehen, wird alles besser. Nach einem Jahr (...) haben wir dann eine Wohnung gefunden und drei Monate später bin ich ausgezogen. Besser erst die Krise lösen und dann weiter schauen. Ich bin mit meinen jetzigen Freund auch erst nach sechs Jahren zusammen gezogen und ich habe es nicht bereut.

  • JJuppppaaaii am 12.05.2014 13:35 Report Diesen Beitrag melden

    tuts, tuts nichts

    Schon glückliche Päärchen die umziehene bleiben nicht zusammen, wie soll dass denn klappen wenn man nichts mehr voneinander wissen will??? Mit dem Typ zusammenziehen der mir auf den Sack geht?? Und das dann 24h lang? Nein! Aber nein tut es wiederum! Denn spätestens während des stressigen Umzugs trennt ihr euch, und allerspätisten beim nervigen auspacken und aufbau, bis überhaupt mal die hälfte der wohnung steht, werdet ihr euch hassen

  • Manfred F. am 12.05.2014 13:34 Report Diesen Beitrag melden

    Kind

    Wenn ihr schon die Beziehung testen wollt, dann kriegt doch gleich ein Kind. Es gibt nichts besseres um zu sehen, ob ihr wirklich zusammen passt. Ausserdem wirst du sie auch kaum verlassen, wenn du siehst, wieviele Alimente du abdrücken musst. Wer Ironie in meiner Antwort findet, darf diese gerne behalten.

  • Asterix am 12.05.2014 13:23 Report Diesen Beitrag melden

    Kann helfen

    Es kommt sehr darauf an was die Probleme sind. Bei meiner Beziehung waren die Probleme meist da, wenn wir uns zuwenig gesehen haben. Seit wir zusammen wohnen (3 Jahre), läuft alles viel harmonischer. Das ist aber von Paar zu Paar verschieden. Macht doch zuerst einmal eine Woche oder zwei zusammen Urlaub und schaut ob es dann besser ist, oder eher schlechter. Dann beantwortet sich diese Frage von selbst.

    • mann86 am 12.05.2014 15:34 Report Diesen Beitrag melden

      gute idee

      aber nicht in einem hotel sondern in eine ferienwohnung, wo man einkaufen, kochen, waschen, bügeln... müss

    einklappen einklappen
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Bruno Wermuth ist Sexualberater und Sexualpädagoge mit eigener Praxis in Bern. Als «Doktor Sex» beantwortet er drei Mal wöchentlich Fragen zur schönsten Nebensache der Welt und im «Sexblog» spricht er das aus, was andere nicht zu denken wagen. www.brunowermuth.ch


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