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Doktor Sex

25. August 2017 08:52; Akt: 25.08.2017 08:52 Print

«Trotz des Alkohols möchte ich ihn zurück»

Valerie wurde von ihrem Ex belogen. Sie vermutet, dass ein Suchtproblem hinter dem Verhalten steht. Trotzdem liebt sie ihn noch. Was tun?

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Valerie wurde von ihrem Ex belogen. (Bild: Colourbox)

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Frage von Valerie (28) an Doktor Sex: Ich hatte eine Beziehung, die leider gescheitert ist, da der Mann mich angelogen hat. Er lügt auch seine engsten Freunde an. In meinen Augen hat er ein Suchtproblem, denn ihm scheint der Alkohol wichtiger zu sein als die Liebe oder seine Freunde. Er trinkt bis spät in die Nacht, wenn er allein zu Hause ist. Sogar im Bett trinkt er noch weiter. Seine Haltung ist, das Leben zu geniessen und alles auf sich zukommen zu lassen.

Umfrage
Nutzt du Alkohol, um dich gut zu fühlen?
16 %
13 %
9 %
37 %
14 %
11 %
Insgesamt 2492 Teilnehmer

Manchmal sagt er mir, dass er noch Gefühle für mich habe. Trotzdem gibt es Streit, wenn ich mit ihm über uns oder sein Problem reden will. Es verletzt mich sehr, wie abweisend er zu mir ist. Nach meiner Beziehung vor ihm war er der erste Mann, dem ich wieder voll vertrauen konnte und dem ich mein Herz schenkte. Es wäre nun eigentlich an ihm, mein Vertrauen zurückgewinnen.

Er weiss, wie wichtig mir Ehrlichkeit ist und dass ich mit den Menschen, mit denen ich in einer Beziehung bin, ganz und gar offen sein will – auch wenn es sich «nur» um gute Freunde handelt. Trotzdem ignoriert er mein Bedürfnis komplett. Mir scheint manchmal, dass er lügt und dabei aber denkt, dass er die Wahrheit sage. Dennoch liebe ich ihn immer noch und ich hätte ihn gern zurück. Was soll ich tun?

Antwort von Doktor Sex

Liebe Valerie
Sucht Schweiz unterscheidet risikoarmen, problematischen und abhängigen Alkoholkonsum. Als risikoarm gilt er, wenn massvoll und an die jeweilige Situation angepasst getrunken wird. Alter, Geschlecht, Menge und Umfeld spielen bei der Beurteilung der Art des Konsums eine entscheidende Rolle. Da du davon ausgehst, dass der Mann ein Alkoholproblem hat, gehe ich etwas genauer auf den problematischen Konsum ein.

Von chronisch risikoreichem Konsum spricht man, wenn eine Frau täglich 20g und mehr reinen Alkohol oder ein Mann 40g und mehr konsumiert. Drei Deziliter Bier enthalten ca. 13g und zwei Deziliter Wein ca. 10g reinen Alkohol. Als episodisch risikoreicher Konsum wird bezeichnet, wenn ein Mann in einer einzelnen Situation 50g oder mehr beziehungsweise eine Frau 40g oder mehr reinen Alkohol zu sich nimmt.

Der Übergang von einem problematischen zu einem abhängigen Alkoholkonsum ist fliessend. Ob dein Exfreund tatsächlich ein Alkoholprolem hat, müsste detailliert abgeklärt werden. Eine Abhängigkeit wird nämlich nicht allein über die Menge des konsumierten Alkohols definiert. Sucht ist letztlich eine Krankheit, die anhand international festgelegter Kriterien von einer Fachperson diagnostiziert wird.

Wenn du magst, kannst du den Mann darauf hinweisen, dass auf der Website der Kampagne «Alkohol? – Kenne dein Limit» ein sogenannter Einheitsrechner angeboten wird. Dort kann er einfach feststellen, wie viel reinen Alkohol er täglich konsumiert. Dadurch könnte er zur Erkenntnis gelangen, sich Unterstützung zu holen.

Dieser Schritt muss aber von ihm ausgehen. Du kannst ihn dabei bestenfalls punktuell unterstützen. Und dafür eignet sich die Rolle der kollegialen Freundin besser als die der Liebespartnerin, denn als solche bist du schnell in einen Loyalitätskonflikt verwickelt und läufst Gefahr, dich in eine Co-Abhängigkeit zu verstricken.

Deine Frage an Doktor Sex: doktor.sex@20minuten.ch

(wer)

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Ausgewählte Leser-Kommentare

Du kannst ihn nicht ändern, das kann nur er selbst. Und falls er wirklich abhängig ist, wird er - auch trocken - immer suchtkrank sein. Sei dir dessen bewusst! – Frau Meier

Den Kampf gegen den Alkohl kannst du nicht gewinnen. Dein Ex muss das Problem zuerst erkennen und dagegen angehen. Meist ist der Alkohl ein Symptom und nicht die Ursache. Womöglich ist das Problem viel umfangreicher. Ich wünsche dir viel Kraft und hoffe, du merkst für dich, wieviel Zeit und Energie du wirklich in die Sache stecken willst, ohne dadurch dich und deine Bedürfnisse aus den Augen zu verlieren. – Choia

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • ExKokser am 25.08.2017 09:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sorry 

    Sich mit Süchtigen rumzuschlagen, ist reine Zeitverschwendung.. Es grüsst ein Ex-Süchtiger.

    einklappen einklappen
  • Susanne D. am 25.08.2017 09:40 Report Diesen Beitrag melden

    Lass in gehen...

    ...du kannst ihm nicht helfen. Nur er kann sich helfen. Schau auf dich selber, bevor es zu spät ist. Liebe hin oder her. Schütze dich!

  • Zägg und Wägg am 25.08.2017 09:59 Report Diesen Beitrag melden

    Wozu?

    Langfristig bist Du ohne ihn besser dran. Du bist erst 28-jährig. Also genug Zeit, jemanden zu finden, dem Du wichtiger bist als Alkohol und der es ernst mit Dir meint. Wenn Du Dir genau überlegst, was Du eigentlich von Eurer gemeinsamen Zukunft erwarten dürftest, wirst Du schneller über ihn hinweg sein, als Du denkst. Auf zu neuen Ufern!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Daniel Kolb am 25.08.2017 19:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lass ihn gehen

    Liebe Valerie,du hast erkannt dass dein Ex ein Alkoholiker ist.Doch dass du ihn zurück willst,verstehe ich überhaupt nicht.Du kannst mit aller Liebe,Kraft keinen Alkoholiker bekehren,er wird weiter lügen,betrügen usw.Ich kenne niemanden der seine/n Partnerin/Partner davon weggebracht hat.Das kann ich dir als trockener Alkoholiker sagen.Entweder macht es bei sich selbst Klick oder gar nicht.Eine Therapie bringt nur was wenn man es selbst will.Therapien unter Druck,Anordnungen des Gesetzes bringen nichts weil es für den Alkoholiker nicht freiwillig ist und er nicht einsieht dass er krank ist.

  • Knuff am 25.08.2017 19:38 Report Diesen Beitrag melden

    Liebe

    Liebe ist leider oft nicht stark genug, um aus der Sucht zu kommen. Da muss anderes passieren, damit die Augen geöffnet werden. Mitleid? Mitleid tötet, da es die Sucht sogar noch rechtfertigt.... Gruss Ex-Alkoholiker

  • Pegi am 25.08.2017 19:35 Report Diesen Beitrag melden

    Träumerei

    Dein Ex wird nicht wie erhofft dich liebevoll anschauen und du ihn einfach aus der Sucht entzaubern indem ihm die Hand reichst. Sucht geht leider viel tiefer als diese Erlöserinträumerei. Die Liebe ist nicht so stark wie seine aktuelle Sucht, sonst hätte er schon lange aufgehört. Augen auf. Ändern kann sich der Süchtige nur selbst... Es gibt keine Prinzessin die angeritten kommt und ihn rettet.

  • KM am 25.08.2017 18:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schütze dich selbst!

    Lass ihn. Wenn er nicht selber merkt, dass er sich nicht nur abhängig, sondern auch total einsam macht, wird er auch auf dich nicht hören, sondern dich nur verletzen.

  • Rebby am 25.08.2017 15:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mut

    Auch eine Beziehung zu einem Süchtigen ist letztendlich ein Abhängigkeits ( sprich= Suchtproblem). Hol dir Hilfe um aus dieser unglückliche Situation heraus zu kommen. Du wirst viel über dich selbst lernen und einen Partner finden, der deine Werte teilt. Das hast du verdient. Viel Mut und Glück wünsche ich dir!

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Bruno Wermuth ist Sexualberater und Sexualpädagoge mit eigener Praxis in Bern. Als «Doktor Sex» beantwortet er drei Mal wöchentlich Fragen zur schönsten Nebensache der Welt und im «Sexblog» spricht er das aus, was andere nicht zu denken wagen. www.brunowermuth.ch


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