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Doktor Sex

25. November 2013 10:00; Akt: 25.11.2013 10:37 Print

«Wie gefährlich ist es, die Pille zu nehmen?»

Meret ist beunruhigt, seit sie die Berichte zum Fall Céline gelesen hat. Besteht Anlass zur Sorge?

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Die Pille ist ein Medikament, deshalb muss mit ihr auch entsprechend vorsichtig und bewusst umgegangen werden. (Symbolbild: Colourbox.com)

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Frage von Meret (18) an Doktor Sex: Ich nehme seit einem halben Jahr die Pille und bin eigentlich zufrieden damit. Aber seit ich gelesen habe, dass diese Form der hormonellen Verhütung im Verdacht steht, bei einem 17-jährigen Mädchen eine Lungenembolie verursacht zu haben, bin ich sehr verunsichert. Welchen Gefahren setze ich mich durch die Einnahme der Pille aus?

Umfrage
Wie gefährlich ist es Ihrer Meinung nach für die Gesundheit einer Frau, mit der Antibabypille zu verhüten?
16 %
27 %
27 %
18 %
12 %
Insgesamt 7931 Teilnehmer

Antwort von Doktor Sex

Liebe Meret

Um die Gefahren in Zusammenhang mit der Einnahme der Antibabypille einschätzen zu können, ist es wichtig, einen Unterschied zu machen zwischen den gefühlten Gefahren und den statistisch tatsächlich nachweisbaren Risiken, die es bei dieser Form der hormonellen Verhütung gibt. Diese Risiken sind relativ klein und schwere Komplikationen sind wenig wahrscheinlich. Trotzdem: Es gibt sie. Jede Frau tut deshalb gut daran, sich ausführlich damit auseinanderzusetzen und eine sorgfältige Risikoabwägung vorzunehmen. Am besten gemeinsam mit dem Arzt oder der Ärztin, die das Rezept ausstellt.

Grundsätzlich gilt: Die Pille ist ein Medikament. Und wie bei jedem Medikament besteht die Möglichkeit, dass dessen Einnahme zu nicht beabsichtigten und so gesehen unerwünschten Wirkungen führt. Diese sind auf dem Beipackzettel aufgelistet und werden dort – beschönigend – als Nebenwirkungen bezeichnet. Dazu gehören unter anderen Übelkeit, Erbrechen, Gewichtszunahme, Spannungsgefühle in den Brüsten, Stimmungsschwankungen und sexuelle Unlust. In seltenen Einzelfällen können auch schwerere Nebenwirkungen wie Bluthochdruck, Thrombosen – in dem von dir beschriebenen Fall – oder Störungen der Leberfunktion auftreten.

Laut einem kürzlich in der SonntagsZeitung publizierten Beitrag erleidet jedes Jahr etwa eine von 10'000 Zwanzigjährigen aus dem Nichts eine Lungenembolie, ausgelöst durch eine Venenthrombose. Bei den 50-jährigen Frauen sind es zehn von 10’000. Die Einnahme der Verhütungspille – egal, um welches Produkt es sich handelt – erhöht dieses Embolierisiko. Zu Beginn und während der ersten Monate der Pilleneinnahme ist es rund doppelt so hoch. Ein zusätzlicher Risikofaktor ist das Rauchen. In Kombination mit der Pille verstärkt es das Thromboserisiko.

Der Bericht enthielt auch einen sehr anschaulichen Vergleich, um das Gefahrenpotenzial einer solchen Komplikation besser einschätzen zu können: Das Risiko für eine junge Frau, als Fahrerin oder Beifahrerin bei einem Autounfall schwer verletzt oder gar getötet zu werden, ist rund 20-mal höher, als aufgrund der Einnahme einer Verhütungspille eine Lungenembolie zu erleiden.

Wohl nur wenige Frauen lesen die Packungsbeilage und machen sich bewusst, welchen Risiken sie sich aussetzen oder welche Abstriche – ich denke hier zum Beispiel an Störungen der Libido – sie möglicherweise in Kauf nehmen. Die meisten verdrängen das alles wohl einfach – so, wie wir das im Leben auch mit anderen Gefahren relativ oft tun. Manche verstehen vielleicht auch nicht, was sie lesen, oder können sich nichts darunter vorstellen.

Möglicherweise ist es aber auch der Begriff «Nebenwirkungen», der dazu führt, dass manche Frauen das Risiko ausblenden. Weil der Wortbestandteil «neben» impliziert, dass diese Wirkungen nebensächlich und wenig gravierend sind. Dem ist aber nicht so. Genau genommen hat ein Medikament nämlich gar keine Nebenwirkungen, sondern nur Wirkungen. Der einzige Unterschied ist, dass diese nicht alle im gleichen Mass erwünscht sind und unter bestimmten Bedingungen mehr oder weniger häufig auftreten. Wenn sie es aber tun, kann dies sehr einschneidend sein und sogar tragische Konsequenzen für die betroffene Frau haben, wie der aktuell diskutierte Fall der 22-jährigen Céline zeigt.

(wer)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • lio am 25.11.2013 13:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    als Freund sehe ichs so..

    meine freundin hat vor ca. 1.5 monaten die pille abgesetzt (nach ca. 2 jahren einnahme). sie bekam plötzlich übelkeit und auch fühlte sich auch allgemein nicht mehr so wohl. somit entschied sie sich die pille abzusetzen. bis jetzt bereut sie es nicht und auch ich als ihr freund nicht, denn seither war sie immer gut drauf und lachte 10x mal mehr am tag :) ich denke ich werde wohl dann weniger sex haben, aber das ist es mir mehr wert als dass ich sie nicht lachen sehe. natürlich will ich die pille nicht nur schlecht machen, aber es ist doch ein ziemlich heftiger eingriff in den hormonspiegel. meine erfahrung als freund..

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  • Mina am 25.11.2013 12:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ohne Pille abgenommen

    Seit ich die Pille aufgehört habe, habe ich ohne etwas zu machen 10 Kilo abgenommen, mehr Lust auf Sex, bin feuchter und kein Problem mit übermässigem Schwitzen mehr.

  • Theresa am 25.11.2013 11:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frauenärzte sollen besser beraten 

    Ich habe 10 Jahre lang die Pille genommen, war mir dabei immer über allfällige Nebenwirkungen bewusst. Habe nun vor 6 Monaten beschlossen, dass ich weg von den Hormonen will. Aber als ich bei den Ärtzen nach Alternativen fragte, bekam ich immer nur zur Antwort, dass bei mir doch alles OK wäre, ich sollte nicht wechseln. Habe dann zum Glück eine unabhängige Beratung durch eine Sozialarbeiterin an der Frauenklink Bern erhalten! So konnte ich selbst für mich über alle Vor- und Nachteile entscheiden und habe zur Kupferkette gewechselt!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • beeri am 26.11.2013 23:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    frau

    also ich hab mit 28 das erste mal die pille bekommen, da ich immer schmerzen wie die sau hatte während den tagen. habe dieses jahr gwechselt zu einer anderen pille, da ich mit der erstn bisschen probleme hatte aber jetzt gehts besser und ich will auch keine familie gründen und nicht mehr solche schmerzen während den tagen habe!!!

  • Karin am 26.11.2013 15:44 Report Diesen Beitrag melden

    Niemals

    2 x habe ich die Pille für je eine Woche probehalber genommen. Ergebnis; unglaubliche Schmerzen in den Beinen, so als hätte ich vom Fuss bis Leiste einen Schweissbrenner in meinen Venen stecken. Da war klar, das ist nichts für mich.

  • Anja am 26.11.2013 08:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ohne Pille gehts doch auch! 

    Ich verhüte nun seit einem Jahr mit einem Verhütungscomputer und bin super zufrieden. Zudem verhüten mein Ehemann und ich während der Roten Tag mit einem Kondom. Ich möchte keine Hormone mehr einnehmen.

  • Niggidaetsch am 25.11.2013 21:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Erhöhtes Brustkrebsrisiko

    Ich bin 40 und habe vor einigen Monaten die Diagnose Brustkrebs erhalten- der Tumor war einer, der sich von Oestrogen "ernährte"... 3 Mal raten, was der Auslöser war? ueber 20 Jahre habe ich die Pille genommen ..

  • NFP-Anwenderin am 25.11.2013 21:01 Report Diesen Beitrag melden

    Pille ade, hallo NATÜRLICHE VERHÜTUNG

    Habe mit 16 die Pille angefangen und sie 7 Jahre genommen. Am Anfang hatte ich keinerlei Probleme. In den letzten 2 Jahren hatte ich aber vermehrt Nebenwirkungen (Brustschmerzen, Stimmungsschwankungen, Libidoverlust etc). Dann bin ich auf die NFP/symptothermale Methode zur Verhütung umgestiegen. Damit kann man genau so sicher verhüten wie mit der Pille (wenn man es konsequent nach den Regeln macht). Seit ich umgestellt habe und endlich mal meinen natürlichen Zyklus nicht unterdrücke geht es mir viel besser (körperlich und seelisch). Ich kann es nur jedem empfehlen, der auf sich achten möchte.

    • Zyklus? am 26.11.2013 14:47 Report Diesen Beitrag melden

      Bist du sicher?

      Natürlicher Zyklus unterdrücken? Also die Pille meiner Freundin unterdrückt den Zyklus in keinster Weise. Sie hat genauso ihre Tage einmal im Monat, kann aber einfach nicht Schwanger werden. Sie nimmt die Pille schon seit 10 Jahren, ohne Nebenwirkung oder sonst was.

    • Carla am 26.11.2013 18:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Entzugsblutung

      Der Zyklus bei der Pilleneinnahme ist nicht natürlich. Es handelt sich um eine Entzugsblutung, da einmal im Monat Pause gemacht wird von der Hormoneinnahme.

    • Oh Gott am 26.11.2013 19:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @zyklus

      Informier dich mal!!! Das ist keine richtige Periode!!!

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Bruno Wermuth ist Sexualberater und Sexualpädagoge mit eigener Praxis in Bern. Als «Doktor Sex» beantwortet er drei Mal wöchentlich Fragen zur schönsten Nebensache der Welt und im «Sexblog» spricht er das aus, was andere nicht zu denken wagen. www.brunowermuth.ch


(Styling von Doktor Sex:Jessica Montonato)

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