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Doktor Sex

21. November 2014 11:03; Akt: 21.11.2014 11:13 Print

«Wie komme ich von meiner Pornosucht los?»

Pit lädt täglich bis zu 30 Clips herunter, verkehrt auf Dating-Plattformen und schaut oft bis nach Mitternacht Pornos. Alle Versuche, damit aufzuhören, sind gescheitert.

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Eine Online Sexsucht geht oft mit anderen Süchten einher. (Symbolbild: Colourbox.de)

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Frage von Pit (24) an Doktor Sex: Ich sehe gut aus, bin aber etwas schüchtern. Meine Freundin ist sehr attraktiv und es läuft gut im Bett. Wir sehen uns etwa dreimal in der Woche und haben dann jeweils tollen Sex. Jedoch ist er nicht mehr so wie am Anfang der Beziehung. Manchmal muss ich an andere Frauen denken, um zu kommen. Zudem schaue ich jeden Abend Pornos und lade täglich etwa 30 Clips herunter, in denen sich Frauen selbst befriedigen, auch wenn ich sie nicht alle schaue. Auch auf Datingplattformen verbringe ich viel Zeit. Insgesamt bin ich so täglich während zwei und mehr Stunden beschäftigt. Manchmal geht es gar so weit, dass ich vor dem Schlafengehen noch Pornos herunterlade und deshalb erst nach Mitternacht einschlafe. Wenn die Freundin nicht da ist, masturbiere ich mehrmals am Tag. Ich habe auch schon ein paar Mal versucht, alle Dateien zu löschen und mein Verhalten zu stoppen. Doch nach spätestens zwei Wochen begann alles wieder von vorne. Wie kann ich davon loskommen? Soll ich versuchen, am Anfang keine Clips mehr herunterzuladen, alle bestehenden Filme und Bilder zu löschen und alle Zugänge zu den Plattformen zu sperren?

Umfrage
Wie oft schaust du Pornos?
20 %
23 %
25 %
11 %
12 %
9 %
Insgesamt 15521 Teilnehmer

Antwort von Doktor Sex

Lieber Pit

Damit von einer Sucht gesprochen werden kann, müssen vier Kriterien erfüllt sein: Erstens: Eine Person ist nicht oder nur noch schwerlich in der Lage, frei zu entscheiden, ob sie ein Verhalten ausführen will oder nicht. Zweitens: Eine Person führt ein Verhalten trotz absehbarer oder bereits eingetretener negativer Konsequenzen weiterhin aus. Drittens: Das Beschaffen und der Konsum nehmen die betroffene Person zeitlich so in Anspruch, dass sie soziale und berufliche Kontakte oder Verpflichtungen vernachlässigt. Und schliesslich viertens: Bei der Person oder bei Menschen in ihrem Umfeld besteht ein Leidensdruck, der Hilfsangebote erfordert.

Auch wenn ich mir nicht anmasse, aus der Ferne eine Diagnose zu stellen, scheinen aus meiner Sicht bei dir – abgesehen von den negativen Konsequenzen – alle Kriterien so weit erfüllt zu sein, dass ich von einer sehr ausgeprägten Tendenz zur Sucht sprechen würde.

Wie du schreibst, hast du bereits mehrmals erfolglos versucht, dein Verhalten zu ändern. Es scheint mir daher wenig sinnvoll, es ein weiteres Mal auf eigene Faust zu probieren. Suche dir stattdessen eine Fachperson, die dich im anstehenden Veränderungsprozess begleitet. Sich einem fremden Menschen gegenüber zu outen ist zwar möglicherweise beschämend, gleichzeitig aber auch ein erster Schritt zur Bewältigung des Leidens. Ein seriöser Therapeut untersteht der Schweigepflicht und du darfst daher davon ausgehen, dass niemand von deiner Herausforderung im Umgang mit Sex im Internet erfahren wird.

Falls du bei der Suche nach einem geeigneten Therapieplatz Unterstützung benötigst, darfst du dich ungeniert wieder bei mir melden. Viel Glück!

(wer)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • B. friedigend am 21.11.2014 13:20 Report Diesen Beitrag melden

    und alles nur, weil ich dich liebe....

    ich schaue eigentlich auch fast täglich pornos, würde mich aber nicht als süchtig bezeichnen. es ist die einzige möglichkeit etwas mehr sexualität zu erfahren, und vor allem nicht fremdzugehen, da meine freundin einfach nicht die gleiche libido besitzt wie ich und ich mehrmals in der woche sex haben möchte. sie nicht! wenns gut kommt ists einmal die woche. auch mehren sich streitereien die dazu führen, dass wir dann gut 3-4 wochen wieder keinen sex haben. da ich nicht fremdgehen möchte ( ist gar nicht so einfach bei all den schönen frauen die ich täglich sehe ) bleibt ausser ein ende nur porno

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  • Felix Heinzer am 21.11.2014 11:24 Report Diesen Beitrag melden

    Thematisieren

    Es ist gut das dieses Problem thematisiert wird. Leider wird viel zu wenig darauf hingewiesen das Pornografie süchtig machen kann. Wer kennt das nicht, man beginnt zu schauen, will eigentlich nur kurz, aber es werden Stunden daraus. Man bekommt nie genug und will immer neues sehen. Man muss dann aufpassen das sich die Gedanken nicht immer nur noch um diese Filme drehen. Eine gutes Hobby oder tolle Freundschaften bringen einem auf andere Gedanken und Tätigkeiten. Wo Deine Gedanken sind, da ist auch Dein Herz ! Man muss wachsam und selbstkritisch sein sonst gleitet man schnell in eine Sucht ab.

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  • Kenn Das am 21.11.2014 14:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    lenk dich ab

    du bist nicht alleine mit diesem problem. quäle dich aber nicht mit unangebrachten schuldgefühlen. suche ein hobby wie z. b. body building das dich zeitlich und körperlich fordert und ablenkt. pornkonsum entsteht oft aus langeweile heraus.... die 'sucht' beginnt erst wenn mann mal angefangen hat. aus 5 minuten werden stunden...

Die neusten Leser-Kommentare

  • blubb am 21.11.2014 14:09 Report Diesen Beitrag melden

    auf eigene hand aufhören

    interessant wäre es hier zu erfahren wies auch ohne hilfe geht.. ich würde vorschlagen: - beschäftige dich anderwertig (mit freunden ausgehen, kino, sport etc.) nicht mehr hand anlegen wenn du schaust - bloss schauen nicht mehr runterladen (+ du läufst weniger gefahr dass die freundin etwas sieht, dich verlässt und somit eine sehr wichtige stütze entreisst) ziemlich schwierig davon loszukommen aber am besten probierst du es wenigstens.. kann ja nicht schaden und auch sex wird viel besser wenn du mal ne woche nicht hand anlegst

    • maddin am 21.11.2014 15:07 Report Diesen Beitrag melden

      Wie soll denn das gehen ?

      Nur schauen ohne was zu machen ? Mhm ok, dann hab ich 30minuten oder 1 Stunde nen Ständer und mache nichts ? Verstehe denn Sinn darin nicht ? XD und wenn der Film vorbei ist hab ich immernoch nen Ständer ... :-P

    • Siffredi am 21.11.2014 15:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Besser ohne Hand

      Oh ja, Sex wird viel viel besser und intensiver wenn mal ne Woche nicht Hand anlegst. Vor allem habe ich eine mega Ejakulation wen eine Woche kein Sex oder Masturbation habe und meiner Freundin gefällt es auch.

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  • Kenn Das am 21.11.2014 14:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    lenk dich ab

    du bist nicht alleine mit diesem problem. quäle dich aber nicht mit unangebrachten schuldgefühlen. suche ein hobby wie z. b. body building das dich zeitlich und körperlich fordert und ablenkt. pornkonsum entsteht oft aus langeweile heraus.... die 'sucht' beginnt erst wenn mann mal angefangen hat. aus 5 minuten werden stunden...

  • Renato am 21.11.2014 13:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frage dich warum

    Einen Therapeuten aufzusuchen ist sicher ein guter Weg. Du bist ja jetzt sogar an die Öffentlichkeit gegangen und beginnst deine Sorge zu teilen. Dann kannst du ab sofort dich selbst fragen, warum du den Konsum von Pornografie zusätzlich zu deiner als gut aber immer weniger erfüllenden Sex-/Liebesbeziehung brauchst. Um auszugleichen? Oder ist gerade der Pornokonsum mit den vielen starken Bilder das was dein Sexleben im Vergleich weniger attraktiv werden lässt? Du brauchst immer höhere Reize von aussen um dich zu spüren. Da könnte ein Ansatzpunkt sein. Aus Sex kann man nicht mehr als Sex machen

  • jowe am 21.11.2014 13:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ..kein Problem draus machen...

    ...die Frage ist weshalb man(n) so denkt. Reine Erziehungssache. Schuldgefühle wurden durch die Umgebung, Eltern oder wer auch immer anerzogen. So auch, Pornos schauen ist unanständig und tut man nicht. Da frage ich mich, weshalb nicht? Es ist Meine Entscheidung und auch Meine Verantwortung und wenn ichs tue geniesse ich es. Schuldgefühle nur wenn Ich es will und somit ist es wieder Meine Entscheidung. Also tue ich es oder tue ich es nicht. Ich entscheide!

    • Meier am 21.11.2014 15:01 Report Diesen Beitrag melden

      Es geht nicht um Schuldgefühle

      @ jowe: Ich denke darum geht es hier gar nicht. Es ist eine Sucht, wenn man eingeschränkt wird im normalen Leben. Er schreibt ja von zwanghaft Pornos schauen und zwar mehr als 2h täglich. Ja, das ist krankhaft (per Definition), ansonsten muss man das Wort krankhaft anders definieren.

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  • B. friedigend am 21.11.2014 13:20 Report Diesen Beitrag melden

    und alles nur, weil ich dich liebe....

    ich schaue eigentlich auch fast täglich pornos, würde mich aber nicht als süchtig bezeichnen. es ist die einzige möglichkeit etwas mehr sexualität zu erfahren, und vor allem nicht fremdzugehen, da meine freundin einfach nicht die gleiche libido besitzt wie ich und ich mehrmals in der woche sex haben möchte. sie nicht! wenns gut kommt ists einmal die woche. auch mehren sich streitereien die dazu führen, dass wir dann gut 3-4 wochen wieder keinen sex haben. da ich nicht fremdgehen möchte ( ist gar nicht so einfach bei all den schönen frauen die ich täglich sehe ) bleibt ausser ein ende nur porno

    • Meiner Treu am 21.11.2014 15:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Geht mir auch so

      Willkommen im "Club" der "Treuen". Nur weiss ich nicht, ob meine Partnerin dies nicht auch teilweise als Fremdgehen (Fremddenken) betrachten würde, wenn sie wüsste, dass ich Pornos schaue um "Dampf" abzulassen.

    • Schwester am 21.11.2014 16:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Nicht nur Männer..

      Ging mir auch lange Zeit so. Mein Ex wollte auch nir 1-2 mal pro Woche.. Seither bin ich mir bewusst wie wichtig es ist, sexuell au gut zusammen zu passen. Jetzt bin ich single und habe gar kein sex.. Naja, schicksal.

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Bruno Wermuth ist Sexualberater und Sexualpädagoge mit eigener Praxis in Bern. Als «Doktor Sex» beantwortet er drei Mal wöchentlich Fragen zur schönsten Nebensache der Welt und im «Sexblog» spricht er das aus, was andere nicht zu denken wagen. www.brunowermuth.ch


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