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Doktor Sex

06. Juni 2018 09:25; Akt: 06.06.2018 09:25 Print

«Er nutzt Webcam-Sex, um sich zu befriedigen!»

Zufällig hat Corinne herausgefunden, dass ihr Freund den gemeinsamen Computer nutzt, um Sexportale zu besuchen. Soll sie dies ansprechen?

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Soll man seinen Partner auf dessen Pornokonsum ansprechen? (Bild: iStock)

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Frage von Corinne (28) an Doktor Sex: Ich bin seit sechs Jahren mit meinem Freund zusammen. Nun habe ich neulich auf unserem gemeinsamen Computer zufällig einen Link entdeckt, der zu einer Website führt, auf der man Live-Webcam-Sex mit Prostituierten haben kann. Seither bin ich etwas im Zwiespalt, da dies ja nicht wirklich ein Betrug ist, ich mir aber trotzdem irgendwie betrogen vorkomme.

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Ich möchte dazu noch sagen, dass ich nichts gegen den Konsum von Pornos habe. Ich nutzte diese auch selbst ab und zu, wenn ich mir etwas Gutes tun möchte, im Kopfkino aber gerade kein Programm läuft. Jedoch geht Live-Webcam-Sex da schon eine Stufe weiter. Schliesslich interagiert man ja mit einer bestimmten Person live, zeigt seinen Körper und hat am Schluss einen Orgasmus.

Es ist nicht «richtiges» Fremdgehen, aber von «richtiger» Treue kann man ja auch nicht wirklich sprechen. Was denkst du darüber? Soll ich die Sache einfach als Beihilfe zum Masturbieren abtun, was Pornos letztlich ja auch sind? Oder muss ich mir Gedanken machen? Ich habe nämlich ein wenig Angst, dass ihm der Webcam-Sex irgendwann nicht mehr ausreicht und er im realen Leben fremdgeht.

Antwort von Doktor Sex

Liebe Corinne

Die unzähligen Möglichkeiten, sich im Netz sexuell zu vergnügen, machen es für ein Paar geradezu unumgänglich, deren Nutzung und die Auswirkungen zu besprechen, die diese allenfalls auf die Beziehung haben könnten. Dazu gehört auch, sich über die Bedingungen zu verständigen, die man sich diesbezüglich geben will.

Ich denke, eine solche Auseinandersetzung steht auch bei euch an. Was ich über die Sache denke, ist unbedeutend, denn letztlich seid ihr es, die herausfinden müssen, wo die Grenzen gesetzt werden sollen – also wo die Treue aufhört und das Fremdgehen beginnt.

Wie wäre es, wenn du deinem Freund in einer ruhigen Minute sagen würdest, dass du zufällig auf diesen Link gestossen bist und bei näherem Hinschauen festgestellt hast, dass dir die Möglichkeit, dass er allenfalls Live-Webcam-Sex konsumieren könnte, ziemlich zu denken gibt?

Du darfst in diesem Gespräch ruhig auch offenlegen, dass du Angst hast davor, dass deinem Freund in absehbarer Zeit diese virtuellen Begegnungen nicht mehr genügen und sein nächster Schritt sein könnte, auch in der Realität mit fremden Frauen Sexaffären zu haben.

Wichtig scheint mir dabei jedoch, dass du grundsätzlich von der Unschuldsvermutung ausgehst, denn sich auf einer solchen Seite mal ein bisschen umzusehen, ist ja nicht gleichbedeutend damit, virtuellen Sex zu haben. Wenn dein Freund aufrichtig ist – und davon gehe ich aus –, wird er dir sagen, wie weit er bereits gegangen ist.

Danach könnt ihr gemeinsam die Regeln aushandeln, die in Zukunft gelten sollen. Genauso wie in der Wirklichkeit wird es auch in der virtuellen Welt nicht ohne Opfer und Verzicht gehen. Alles Gute!

Deine Frage an Doktor Sex: doktor.sex@20minuten.ch

(wer)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • K. Munzinger am 06.06.2018 10:07 Report Diesen Beitrag melden

    Unbedingt klären

    Ich würde ihn unbedingt darauf ansprechen, je nach Seite, zb. Streamingseiten von Kinofilmen, nistet sich oft ein solcher Link im Computer ein. Das heisst noch lange nicht, dass dieser auch genutzt wird. Zudem sind diese kostenpflichtig, d.h. auf einer Rechnung wären diese Kosten ersichtlich. Ich denke auch, dass dein Freund, falls er dies nun nützen würde, doch nicht einfach einen Link davon auf dem gemeinsamen Computer abspeichern würde, das wär ja dann wirklich idiotisch.

  • Bloob am 06.06.2018 10:51 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht sicher

    So eine seite kann sich auch so öffnen wen man auf Pornoseiten unterwegs ist. Je nach deinen pc einstellungen. Er muss also nicht unbedingt so eine cam-show angesehen haben. Rede zuerst mal mit ihm.

  • Philippe R. am 06.06.2018 10:21 Report Diesen Beitrag melden

    Je nach Konsumart...

    Man muss vorsichtig sein. Ich selber schaue ab und zu auch gerne auf solchen Webcam-Seiten vorbei. Jedoch schaue ich mir die Darbietung einer passenden Darstellerin an die mir gefällt ohne mit ihr zu interagieren oder Geld zu zahlen. Somit ist dies auf der gleichen Stufe wie ein Porno, nur das es halt live ist. Ich würde mir darum hier nicht gross den Kopf zerbrechen, sondern ihn einfach mal darauf ansprechen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Kevin am 06.06.2018 11:30 Report Diesen Beitrag melden

    gewissheit

    wahrscheinlich wird auch in diesem fall nicht so heiss gegessen, wie gekocht wurde. wie oft gehen solche anzüglichen seiten auf, wenn man einen film streamt? und selbst wenn er bewusst eine camshow angeschaut hat, ist das kaum schlimmer als pornos schauen. sollte es dich doch stören und nicht in ruhe lassen, dann musst du ihn ansprechen. anders wirst du nie Gewissheit haben.

  • jdu am 06.06.2018 11:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    sollte doch jeder wissen

    kennen diese leute denn den inkognito modus nicht?!

  • nina love am 06.06.2018 11:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    sich selber fragen 

    Stell ihn zur Rede und schau mal, wie er reagiert. immer sich zuerst fragen, ob man es selber ok findet, wenn das der Partner macht...

  • Thommy Carr am 06.06.2018 11:08 Report Diesen Beitrag melden

    Initiative ergreiffen..

    Schau doch mal was er sich da genau ansieht und überrasch ihn mit etwas ähnlichem. Wenn er da wirklich «Fetisch» hat, wird er die Finger nicht mehr von dir lassen können. Hinsetzen und die Sache todreden, ist nicht unbedingt die beste Lösung. Taten sprechen eben lauter als Worte.

  • John Doe 1970 am 06.06.2018 11:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur echter Sex bringts

    Wenn schon Sex, dann echten Sex. Ich habe das, mit meiner Ex zusammen, auch einmal ausprobiert. Ein virtueller Vierer sozusagen. Es blieb bei dem einen Versuch.

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Bruno Wermuth ist Sexualberater und Sexualpädagoge mit eigener Praxis in Bern. Als «Doktor Sex» beantwortet er drei Mal wöchentlich Fragen zur schönsten Nebensache der Welt und im «Sexblog» spricht er das aus, was andere nicht zu denken wagen. www.brunowermuth.ch


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