Neue Herausforderungen

05. November 2017 05:02; Akt: 05.11.2017 11:03 Print

Transkinder stellen Schulen vor Probleme

Es gibt zwar nicht mehr Kinder, die ihr biologisches Geschlecht ablehnen, aber es gibt mehr Kinder, die über ihre Gefühle sprechen, sagt eine Expertin.

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Transkinder sollten ihre Identität ausleben können: Zwei Teilnehmende der LGBT-Parade in Tschechien. (Symbolbild) (Bild: Keystone/Martin Divisek)

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2009 hat Dagmar Pauli ihre erste Sprechstunde für Transkinder in der Deutschschweiz eröffnet. Seither werde sie immer häufiger aufgesucht, sagt die Chefärztin der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich in der «NZZ am Sonntag». «Die Zahl der bei uns angemeldeten Fälle steigt stark.» Zunehmend würden schon Kindergartenkinder zur Sprechstunde kommen.

Wie Pauli im «SonntagsBlick» ergänzt, liege es aber nicht daran, dass es früher weniger Transkinder gab. «Heutzutage wagen es Kinder und Jugendliche eher, ihre Gefühle auszudrücken.» Auch würden Eltern und Lehrer eher hinhören.

Kinder könnten Suizidgedanken entwickeln

Die steigende Zahl von Transkindern stelle Schulen aber vor Probleme, sagt Heilpädagogin Tanja Martinez zur «NZZ am Sonntag». Martinez, die die Beratungsstelle für Kinder und Jugendliche für das Transgender Network Switzerland leitet, erklärt: «Es gibt Schulen, die in solchen Fällen ganz natürlich auf das Kind eingehen.» Kinder, die ihr wahres Geschlecht jedoch nicht ausleben dürften, «sind unglücklich, werden oft depressiv bis zu suizidal». Im Gegenzug würden Kinder aufblühen, wenn sie ihre Identität ausleben können.

Auch bei den Eltern gebe es Handlungsbedarf. Martinez müsse ihnen Schuldgefühle nehmen. «Ihnen erklären, dass Transidentität eine seltene, aber normale Form von Geschlechtsvarianz ist.»

In der kommenden Woche wird gemäss «SonntagsBlick» das Thema Transkinder an der Pädagogischen Hochschule Zürich diskutiert - mit dem Ziel, Lehrer zu sensibilisieren.

(roy)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • N. Anina am 05.11.2017 07:41 Report Diesen Beitrag melden

    Merkwürdig

    Kindergartenkinder in der Sprechstunde bei Psychiatern, obwohl aus psychiatrisch- und biologischer Sicht, Kinder erst etwa mit 10 Jahren ihre sexuelle Identität erhalten, irritieren mich ein bisschen. Für mich klingt das eher nach Eltern die ein Problem haben, weil ihr Bub mit einer Puppe spielen will im Kindergarten.

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  • Normler Mann am 05.11.2017 07:33 Report Diesen Beitrag melden

    Verrückt

    Ich habe als kleiner Junge mit Puppen gespielt. Gott sei Dank musste ich nicht zum Psychologen...

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  • CRM am 05.11.2017 07:34 Report Diesen Beitrag melden

    Zynismus

    Hoffentlich wird diesen armen Kindern wegen ihres Verhaltens nicht auch noch ADS diagnostiziert, dies dann dem bösen Gluten und der Laktose zugeschrieben und Veganismus als Rettung angepriesen. Ich denke, man sollte auf jeden Fall das Kind Ernst nehmen, es aber nicht zu eilig in einen Kasten stecken. Denn plötzlich findet es sich in einer zugewiesenen Rolle und aus einem Spleen wird ein Problem - meist für die Eltern. Lieber beobachten und schauen, wie sich das Kind entwickelt. Und dann erst handeln. Nicht umsonst ist es per Gesetz erst ab 14 Jahren urteils- und ab 16 handlungsfähig.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Leser am 06.11.2017 08:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es ist absolut unwichtig

    entscheiden zu wollen eine Frau oder ein Mann zu sein! Es ist viel, viel wichtiger sich zu entscheiden ein guter Mensch sein zu wollen...!!

  • Kritiker am 05.11.2017 19:37 Report Diesen Beitrag melden

    Experten haben herausgefunden

    dass es noch einige Felder zu bewirtschaften gibt auf denen "Experten" noch noch ein Geschäft machen können. Und Kinder eignen sich hervorragend um Erwachsenen über Mitleid Geld abzupressen. Eine Gesellschaft hat immer Probleme. Die Frage ist nur welche wichtig sind! Die hier sprechen für sich und vor allem über den Zustand dieser Gesellschaft.

  • Soso am 05.11.2017 17:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Äääähm!

    Wäre es nicht viel wichtiger in einem gesunden Körper zu sein als in einem falsch männlichen oder falsch weiblichen, den man dann per Operation oder medikamentösen Eingriffen in genau diesem Bereich gefährdet...?!!

  • Angela am 05.11.2017 15:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    meine Wahrheit?

    Die meisten operierten Transgender haben ein Leben lang Schmerzen und bleiben Dauerpatient. Es folgen immer wieder Nachoperationen. Die Sexualität funktioniert nicht und ist schmerzhaft. Depressionen und Selbstmordgedanken bleiben ständige Begleiter. Ob operiert oder nicht, sie sind ununterbrochen mit ihrem Körper beschäftigt. Warum hat man sie operiert? Wer profitiert am meisten davon? Warum hilft man ihnen nicht einfach das beste aus der Sache zu machen? Man kann sich schminken, demensprechend kleiden und das Selbstbewusstsein fördern. Ohne körperliche Verstümmelung. Die nackte Wahrheit wäre nämlich, dass der Mensch sein Geschlecht nicht ändern kann. Aber wir leben ja in einer Zeit, wo die Wahrheit nicht mehr wahr ist, sorry habe ich ganz vergessen.

    • Akzeptanz am 05.11.2017 19:32 Report Diesen Beitrag melden

      @Angela

      das kann ich verstehen, es berührt mich das zu lesen. Dies ist die andere Seite, die verschwiegen wird. Damit umzugehen..das finde ich mutig, und hat meinen Respekt!

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  • pandalina am 05.11.2017 15:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wartet doch bis sie 10Jahre alt sind

    Als kleines mädchen habe ich auch nur mit autos und pistolenspielzeuge gespielt und hatte nur jungs freunde. Doch bin ich 100% hetero und weiblicher konnte ich nicht sein.