Reisen

Auf der Suche nach Inspirationen für Ihre nächsten Ferien oder Ideen für den geplanten Kurztrip?

 

Klicken Sie auf die interaktive Weltkarte!

Zur interaktiven Karte

Japan-Blog

04. April 2017 14:46; Akt: 04.04.2017 14:46 Print

«Disupuree» – der Augenschmaus aus Plastik

von Ronja Sakata - Es sieht täuschend echt aus und soll Lust auf einen Restaurant-Besuch machen: das Fake-Essen in Japans Schaufenstern.

Ronja Sakata erklärt, wie man dank Disupurees einfacher bestellt.
Zum Thema
Fehler gesehen?

Schlendert man durch die Strassen Japans, egal in welcher Stadt, stechen sie einem sofort in die Augen: die Auslagen der Restaurants, Disupuree genannt. Alles, was der hungrige Magen begehrt, wird hier aus Plastik oder Wachs so echt nachgebildet, dass einem die Sushiplatten, Tapas-Teller, Sandwiches und Glacetürme das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen.

Umfrage
Was halten Sie vom japanischen Plastikessen?
77 %
8 %
15 %
Insgesamt 305 Teilnehmer

Teure Auslagen

Mehrere zehntausend Franken kostet es die Lokale, eine grosse Menü-Übersicht herstellen zu lassen. Dafür weiss man als Gast, schon bevor man überhaupt einen Schritt ins Restaurant gemacht hat, was einen dort erwartet: Bis ins kleinste Detail sehen die servierten Gerichte aus wie die Plastiknachbildungen – exakt gleich dekoriert, in der gleichen Grösse und genau so verführerisch.

Auch beim Bestellen kann das Disupuree (oder auf Englisch: Display) sehr hilfreich sein. Man kann das Personal fast an der Hand nehmen, um bei Kommunikationsproblemen zeigen zu gehen, was man gerne essen möchte. «Sumimasen, disupuree de misete ii desuka?» Das heisst Wort für Wort übersetzt: «Entschuldigung, darf ich Ihnen das beim Display zeigen?» Und dann einfach mit dem Finger draufzeigen und sagen: «Kore o tabetai desu.» Also: «Ich möchte das da essen.»

Mit nur diesen zwei Sätzen ist man perfekt darauf vorbereitet, in einem Restaurant mit Display zu bestellen. Mit Handzeichen geht es natürlich auch, und vielleicht kann jemand sogar ein bisschen Englisch.

Auch die Herstellung ist fast wie in Wirklichkeit

Die einzelnen Komponenten des Disupurees heissen sampuru – Samples. Diese werden in kleinen Manufakturen liebevoll von Hand hergestellt. In den dortigen Schubladen lagern Gemüse, Crevetten, Nudeln und alles, was es sonst noch braucht, zum Beispiel für gebratene Nudeln: Yakisoba.

Hat ein Sushi-Restaurant eine Sampuru-Platte bestellt, sieht das Zusammenbauen der Reisbödeli und Fischstücke nicht viel anders aus als in der Küche. Nur muss hier mit Wärme gearbeitet werden, um die Wachsstücke geschmeidig zu machen und in die richtige Position zu bringen. Sample-Kurse sind inzwischen eine Geschäftsidee und sehr beliebt bei internationalen Touristen.

In meinem Video zeige ich, wie eine Freundin in Japan ein Weisskabis-Sample herstellt. Ihre japanische Kollegin kreiert parallel dazu eine frittierte Crevette. Man spürt den Spass förmlich, den die beiden dabei hatten!

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Auswanderer am 04.04.2017 16:40 Report Diesen Beitrag melden

    Disupuree? Shokuhin Sampuru!

    Wo in Japan werden die disupuree genannt? Der korrekte Begriff ist shokuhin sampuru (food sample). disupree (oder gaenger disupurei) bedeutet zwar "Display", aber im Sinn von "Monitor".

    einklappen einklappen
  • Joel W. am 04.04.2017 17:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Krasse Wahrheit

    Das Essen auf dem Schaufenstern sehen nicht nur gut aus, das Essen in Echt ist richtig gut! Ein Hoch auf Japan und ihre kulinaritäten!

    einklappen einklappen
  • P. Aucker am 04.04.2017 15:00 Report Diesen Beitrag melden

    Geschichtliches...

    Die abgebildeten Auslagen haben auch den Hintergrund, dass in Japan in der Bevölkerung der Analphabetismus lange Zeit weit verbreitet war...

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • yves am 07.04.2017 10:29 Report Diesen Beitrag melden

    bessere quali

    finde es eigentlich immer spannend und interessante themen. Aber die ton qualität.... als währe sie auf dem WC....

  • Anonym am 06.04.2017 01:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Danke Frau Sakata!

    Ich finde die Beiträge von Frau Sakata sehr spannend und hoffe auf mehr! Die Displays sind Natsukashii :)

  • h.p. am 05.04.2017 12:11 Report Diesen Beitrag melden

    Auch hier

    Gibt's bei uns auch. In einem Lokal beim Sihlcity, Zürich, sind die Speisen auch aus Plastik ausgestellt. Mir fielen ja fast die Augen aus dem Kopf als der Mitarbeiter diese vor Feierabend abstaubte :-)

  • DannyHi am 05.04.2017 11:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Asia

    Da sind uns eben die Asiaten immer ein spürchen voraus, für gute Ideen, Innovation und vorallem FREUNDLICHKEIT

    • Tiefencastel am 05.04.2017 12:43 Report Diesen Beitrag melden

      Schweizerdeutsch!

      Aber der Name stammt aus dem Schweizerdeutschen: Puree aus Diesel (also Kunststoff)

    • martin am 06.04.2017 13:00 Report Diesen Beitrag melden

      ja da könnten wir was lernen

      ja bei uns gibt es bildli von essen das aber in wirklichkeit leider nie so aussieht..

    einklappen einklappen
  • jane77 am 05.04.2017 07:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    super

    einfacher geht bestellen im ausland, ohne sprachkenntnis, nicht mehr. deshalb..daumen hoch

    • mana am 05.04.2017 17:50 Report Diesen Beitrag melden

      @jane77

      Ich würde eher "Kore GA tabetai (desu)" sagen. Mit "O" klingt etwas merkwürdig. Dieser Blog von Ronja würde ich ohnehin mit Vorsicht geniessen. Da ist vieles nicht wirklich richtig.

    einklappen einklappen
Traumreisen
bis zu 70% günstiger
Melden Sie sich mit Ihrer E-Mail-Adresse kostenlos bei Secret Escapes an!
Jetzt entdecken