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Ferien in Nordkorea

05. Juli 2017 15:29; Akt: 05.07.2017 16:30 Print

«Viele Klischees sind für mich widerlegt»

von C. Steiner - Der Westschweizer Thomas Gerber suchte das ultimative Abenteuer – und reiste im April nach Nordkorea. So ist es ihm dort ergangen.

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Herr Gerber, viele haben Sie für verrückt erklärt. Warum wollten Sie nach Nordkorea reisen?
Ich wollte wissen, wie das Land wirklich ist. Eine politische Neugierde hat mich angetrieben. Wie sehen ein System und eine Gesellschaft, die so anders sind als unsere, wirklich aus?

Wie kommt man überhaupt ins Land rein?
Eigentlich recht einfach. Man muss über eine Agentur buchen, die in Kontakt mit einem internationalen koreanischen Reisebüro steht. Diese Agenturen gibt es auch in der Schweiz, wir haben uns für eine in Schweden entschieden.

Wie ging es dann weiter?
Wir mussten um ein Visa ersuchen. Dafür legten wir unsere Arbeitsverträge vor. Wir mussten auch unterschreiben, dass wir keine Journalisten sind. Ich als Lehrer musste angeben, welche Fächer ich unterrichte. Nachdem Pyongyang den Visumsantrag akzeptiert hatte, konnten wir das Visum in der Botschaft in Bern abholen.

Wie haben Sie sich vorbereitet?
Meine zwei Freunde und ich haben uns für einen privaten Trip entschieden und gegen eine Reisegruppe. So konnten wir aus einer Liste von Sehenswürdigkeiten auswählen. Vor Ort mussten wir uns dann an das von Nordkorea abgesegnete Programm halten. Wir konnten noch Last-Minute-Vorschläge machen, aber unser Guide musste sich jeweils telefonisch ein Okay einholen.

Hatten Sie überhaupt keine Angst?
Doch. Vor allem weil wir Anfang April reisten, als die Spannungen zwischen Nordkorea und den USA auf dem Höhepunkt waren. Aber als wir unsere Guides begrüssten, waren unsere Sorgen verflogen. Wir sagten uns: Schlimmstenfalls müssen wir mit dem Zug nach China zurückfahren, falls der Konflikt ausbricht.

Durften Sie frei fotografieren und filmen?
Ja, ausser militärische Einrichtungen, Checkpoints und Soldaten. Die Reiseführer kontrollierten auch nicht wirklich, was wir fotografierten. Einmal schaute ich auf ein Bild, das ich von der Statue von Kim Il-sung gemacht hatte. Der Guide forderte mich dann auf, es zu löschen. Der Grund: Die ganze Statue musste auf dem Bild sein, ich hatte aber versehentlich einen Teil abgeschnitten. Es geht den Nordkoreanern vor allem um Respekt.

Was ist Ihr Eindruck vom Land?
Viele Klischees sind für mich widerlegt. Es gibt keine allgegenwärtige Überwachung. Alle arbeiten, haben ein Dach über dem Kopf und zu essen. Allerdings merkt man, dass die Sprache sehr einstudiert wirkt, wenn man mit den Leuten über nationale oder internationale Politik spricht. Eine Kritik an ihrem System oder ihren Führern ist nicht möglich.

Man hört oft, dass Nordkorea für die Touristen nur eine Show abzieht.
Diesen Eindruck hatte ich nicht. Wir sind hunderte von Kilometern durchs Land gereist und in ländlichen Gebieten waren wir praktisch die einzigen Touristen. Was wir dort sahen, war nicht für uns inszeniert. Das waren keine Schauspieler. Wir haben das Land wirklich so gesehen, wie es ist.

Wie haben die Nordkoreaner auf Ihren Besuch reagiert?
Unsere Guides haben sich sichtlich gefreut, dass sich Leute aus dem Westen für ihr Land interessieren. Auf der Strasse haben sich viele Menschen nach uns umgedreht und uns neugierig angesehen. Viele haben uns mit einem grossen Lächeln begrüsst. Die Begegnungen mit Einheimischen waren sehr berührend.

Was war Ihr Highight?
Dass es in Nordkorea überhaupt keine Werbung gibt! Was für eine wunderbare Sache. Und die Atmosphäre in Pyongyang ist wirklich sehr besonders.

Ein paar Eindrücke der Reise sehen Sie in der Bildstrecke.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Blabliblu am 05.07.2017 15:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lalilu

    Klar nichts war einstudiert. Darum darf man nur das anschauen was inszeniert wird ;) wäre der nette herr ein paar kilometer von seinem weg abgekommen hätte er einiges zu gesicht bekommen das er vielleicht nicht so toll gefunden hätte

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  • Discoverer am 05.07.2017 15:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wirklich?

    Der Autor darf wohl nichts anderes schreiben...

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  • Sehnsucht 6 7 am 05.07.2017 16:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    die zwei Seiten von Nordkorea

    Man kann natürlich alles schön reden. Wie sieht es hinter der Fassade aus? Wieviele Menschen wurden eliminiert? Was ist mit Menschenrechte? Das Land hat sicher ihre schönen Seiten aber dieses Land lebt ja nicht nur von der schönen Seite. Wieviele Menschen hungern in Nordkorea? Wenn ich ein Land bereise will ich auch alles erleben und wissen um mir ein objektives Bild zu machen und nicht nur das schöne sehen. In Brasilien gibt es sehr schöne Orte zum Beispiel, es gibt auch Favelas und Menschen die Hunger leiden. Kurz gesagt eine Medaille hat immer zwei Seiten.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • michi Züri am 05.07.2017 22:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wer noch nie da war, soll sich mit der Meinung zur

    99% der Kommentatoren waren noch nie selber in Nordkorea, glauben aber alles besser zu wissen wie es dort ist. Klar weil man nur das erfährt was die Medien sagen möchten... Also finde ich dass die Eindrücke von diesem Reisenden Objektiv und unvoreingenommen dargestellt wurden. Und es ist nicht der erste Reisende der die Eindrücke so darstellt. Dass Nordkorea sehr darauf bedacht ist, möglichst alles zu inszinieren, ist leider auch Wahr. Nordkorea ist und bleibt sehr unberechenbar.

  • Erika Walther am 05.07.2017 20:13 Report Diesen Beitrag melden

    Beschönigt

    Ich denke, sogar in Nordkorea selber spüren die Leute, dass sie von ihrer Führungskaste betrogen werden. Aber jeder hat wegen der drakonischen Strafen Angst und schaut, dass er mindestens der Norm entspricht. Die Konsequenzen für Abweichler sind grausam. In der Schweiz kann man als Tourist aber eher auch nicht Fabriken oder Gefängnisse ansehen gehen...

  • Massimilano P. am 05.07.2017 19:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Naiver Lehrer

    Wie kann man als Lehrer nur so naiv sein und denken, man hätte das wirkliche Leben in Nordkorea kennen gelernt. Nur schon dieser angebliche "Guide". Das ich nicht lache, das war kein Guide, sondern die Überwachung in Gestalt eines Touristenführers. Leben gibt es in NK nur für ein paar Auserwählte, der Rest hat zu gehorchen und sein Leben dem Führer zu widmen. Mehr gibt es für diese Leute nicht.

  • Sugo am 05.07.2017 19:00 Report Diesen Beitrag melden

    Unentschuldbar!

    Was immer die Gründe waren, was immer er zu sehen gemeint hat, Fakt ist, wer nach Nordkorea reist beschafft diesem Regime Devisen und das halte ich für unentschuldbar! Das man das mit "politischer Neugierde" kaschiert ist einfach nur naiv.

  • Noldi Schwarz am 05.07.2017 18:55 Report Diesen Beitrag melden

    Wissen statt meinen. Geht hin.

    Jeder kann problemlos NK besuchen. Das ist schon seit Jahren so. Flugzeugfans können mit all den alten Kisten fliegen, die es sonst nirgends mehr gibt. Ein Deutscher hat eine Surfschule gegründet. Jährlich findet ein Marathonlauf statt, mit über 1,000 ausländischen Teilnehmern. Das Land hat viele schöne Ecken und ist wirklich eine Reise Wert. Und wie Thomas Gerber sagt, die Realität ist eine andere, als die, die uns westliche Medien versuchen zu vermitteln. Da ist viel Fake News dabei. Aber das kennen wir ja schon länger. Und irre gibt es auch in anderen Ländern (USA, TR, usw.)

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