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Surf-Blog

30. November 2016 23:39; Akt: 30.11.2016 23:39 Print

Apnoe – in 20 Meter Tiefe mit nur einem Atemzug

von Melanie Keller - Wird man von der Welle begraben, schlägt beim Surfen die Euphorie schnell in Todesangst um. Ein Freediving-Kurs gibt Selbstvertrauen.

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Es ist komplett still um mich herum, das einzige Geräusch kommt aus meinem Inneren. Ein komisches Glucksen, so als ob ich mich im Beatboxen versuchen würde. Mache ich aber nicht. Ich befinde mich gerade sechzehn Meter unter Wasser, ohne Atmungsgerät. Obwohl alles in mir nach Luftholen schreit, tauche ich immer weiter in die Tiefe. Neben mir ist unser Instruktor Kirill. Gekonnt schwebt er auf meiner Höhe und macht mit seinen Fingern ein unmissverständliches Zeichen: Ich solle lächeln.

Freediving als Vorbereitung fürs Surfen

Wir haben einen zweitägigen Freedive-Kurs für Surfer im idyllischen Fischerdorf von Amed an der Nordostküste von Bali, gebucht. Freediven, oder auf Deutsch Freitauchen, ist die Kunst, mit nur einem einzigen Atemzug so tief oder so lange wie möglich hinunterzutauchen. Die Weltrekorde liegen dabei bei 281 Meter und bei 11:85 Minuten. Unser Ziel ist nicht die Tiefe. Je grösser die Welle, desto länger wird man von ihr unter Wasser gedrückt – im Extremfall können diese sogenannten Hold-Downs mehrere Minuten dauern. Und wenn einen die Welle so richtig durchwirbelt, fühlt es sich wie im Schleudergang einer Waschmaschine an. Panik und Orientierungslosigkeit sind dabei nicht selten. Mit dem Freedive-Training möchten wir uns für genau solche Situationen wappnen.

Der erste Teil des Kurses findet im Trockenen statt. Auf Yogamatten sitzend, folgen wir Kirills Einführung zum Freediven und lernen verschiedene Entspannungs- und Atmungstechniken. Auch kleine Tricks sind dabei, die uns helfen, im Wasser zu relaxen. Lächeln wir zum Beispiel, interpretiert das unser Körper positiv und entspannt sich. Die mentale Stärke ist ein wesentlicher Aspekt beim Freediven. Je besser man seine Reflexe und Instinkte kennt, desto einfacher kann man sie unter Wasser einsetzen und kontrollieren. Und je entspannter Körper und Geist, desto kleiner ist der Sauerstoffbedarf.

Entspannt 20 Meter runter mit nur einem Atemzug

Ob die Theorie auch wirklich funktioniert und die
Trockenübungen etwas gebracht haben, zeigt sich in der Praxis. Wir tauchen nacheinander in die Tiefe. An der Boje ist ein Seil befestigt und dient uns als Orientierung. Während den ersten Versuchen bin ich noch nervös und ungeduldig, von Entspannung keine Spur. Viel zu schnell gebe ich dem inneren Drang hochzutauchen nach. Wir machen jedoch schnell Fortschritte und werden immer routinierter. Das Kopfüber-Tauchen ist mittlerweile selbstverständlich. Auch das komische Glucksen stört mich nicht mehr. Dieser Reflex resultiert aus dem steigenden CO2-Level im Blut und ist unbedenklich – der Körper verfügt noch über genügend Sauerstoffreserven.

Am zweiten Tag erlebe ich mein persönliches Highlight: Das Tauchen empfinde ich nun als fast meditativ, das Lächeln kommt von allein. Ich geniesse die Ruhe, die mich umgibt, und betrachte fasziniert die Unterwasserwelt. Etwas berauscht komme ich zurück an die Oberfläche und erfahre die Tiefe meines Tauchgangs: 20 Meter – mit nur einem Atemzug!
Das Freediving-Training kann ich jedem Surfer empfehlen. Mit einem Tauchdrill ging der Kurs auch speziell auf die stressige Situationen ein, die wir beim Wellenreiten erleben. Die Natur wird immer unberechenbar sein, aber dank der Erfahrung des Apnoe-Tauchens begegnen wir hohen Wellen in Zukunft viel relaxter.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dive am 01.12.2016 07:22 Report Diesen Beitrag melden

    Pressluft, kein Sauerstoff!

    Sporttaucher haben in der Flasche komprimierte Luft oder ein Luftgemisch mit erhöhtem Sauerstoffanteil (Nitrox), niemals aber reinen Sauerstoff (siehe Bild 5)!!!

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  • Wassermann am 01.12.2016 00:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tolle Leistung

    Absolut faszinierend solche Menschen. Habe höchsten Respekt.

  • Patrik66 am 01.12.2016 00:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Respekt

    Ein Buch das ich empfehlen kann zu diesem Thema von Pippin Ferreras: Tiefenrausch. Film: The big blue (Le grand bleu).

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Kurt Leuenberger am 01.12.2016 17:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schön...

    Aber ich tauche lieber MIT Luft. Sehr entspannend, 60 Minuten am Riff entlang zu tauchen und sich die Natur anzusehen. Kann ich allen nur empfehlen! Ich würde es mir aber nie wagen, ohne Sauerstoff in grossen Tiefen zu tauchen, selbst wenn ich es körperlich könnte...

  • Skater am 01.12.2016 14:39 Report Diesen Beitrag melden

    ist mit vielem so

    Skaten ist auch total schön, bis man eine Treppe runterfällt.

  • Tacuherli am 01.12.2016 14:01 Report Diesen Beitrag melden

    Tauchen mit Sauerstoff

    Es ist wirklich unglaublich was hier immer wieder geschrieben wird. Sauerstoff wir nicht zum Tauchen verwendet zumindest nicht in reiner Form! normale Luft wir in die Flaschen gefüllt ca. 21 % davon sind Sauerstoff Pressluft. Nitrox ist ein Gemisch das max. 40% Sauerstoff Anteil hat... Redaktion Wikipedia hilft auch Euch.

    • Marcello am 01.12.2016 19:09 Report Diesen Beitrag melden

      reiner Sauerstoff

      Mit einem Sauerstoff-Kreislaufgerät wird mit 100% reinem Sauerstoff getaucht. Maximum 9m tief ansonsten gibt's eine Sauerstoffvergiftung. Sehr beliebt bei den Fotografen da keine Luftblattern oder in der Armee zum Bomben "ankleben" an Schiffen,

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  • Marco am 01.12.2016 07:43 Report Diesen Beitrag melden

    Unter einer Welle begraben...

    Das Gefühl kenn ich. In Dominical hats mich mal in die Tiefe gerissen. Komisches Gefühl, wenn du dich am Boden abstösst und noch 2-3 Schläge machen musst bis du auftauchst... Weiss nicht wie Tief ich war - brauchte auf jeden Fall eine Pause danach.

  • Dive am 01.12.2016 07:22 Report Diesen Beitrag melden

    Pressluft, kein Sauerstoff!

    Sporttaucher haben in der Flasche komprimierte Luft oder ein Luftgemisch mit erhöhtem Sauerstoffanteil (Nitrox), niemals aber reinen Sauerstoff (siehe Bild 5)!!!

    • A.J. am 01.12.2016 14:12 Report Diesen Beitrag melden

      Sauerstofftoxikose

      Davon abgesehen wäre es sogar mit ziemlicher Sicherheit tödlich, mittels reinem (!) Sauerstoff auf 20 Meter abzutauchen. Es gibt schon einen guten Grund dafür, warum selbst die Kampftaucher von der Marine einen Partialdruck (pO2) von 1,6 bar, der dann schon bei 6 Meter Tauchtiefe erreicht wird, nicht dauerhaft überschreiten.

    • JD22 am 01.12.2016 21:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Dive

      Sie heisst trotzdem sauerstoffflasche.. :P

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