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Staaten-Blog

27. Juni 2016 19:47; Akt: 27.06.2016 19:47 Print

Stonehenge mitten in der Prärie

von Pascal Meister - Mitten im Nirgendwo Nebraskas steht Carhenge, die US-Version des berühmten Steinkreises. Dorthin gelangt man auf den Spuren des Pony-Express.

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Neu trifft auf alt: Der Old Market in Omaha erstrahlt in neuem Glanz und bietet Platz für viele Pubs und kleine Geschäfte. Dank einer sorgfältigen Restauration konnte der Charme aus den Wild-West-Zeiten erhalten werden. Seit 1979 ist die Halle auf der Liste der US-amerikanischen Kulturdenkmäler. Am Stadtrand von Lincoln, im Pioneers Park, zollt ein Denkmal eines Indianers den vielen Stämmen amerikanischer Ureinwohner in Nebraska Tribut. Die Statue wird «Smoke Signals» genannt und ist 1935 eingeweiht worden. Auf dem Weg nach Westen sollte sie für längere Zeit die letzte grosse Skulptur sein, denn fortan bestimmt die Prärie die Szenerie. Es gibt weltweit nur zwei Städte mit dem Namen Göteborg. Die bekanntere davon befindet sich in Schweden, die Schwesterstadt schlummert in der Einöde Nebraskas (hier Gothenburg genannt) vor sich hin. Hier kann man eine Station des legendären Pony-Expresses, des ersten berittenen Postservices in der Neuen Welt, besichtigen. Eine Rarität! Anwesen wie die Neverland-Ranch gab es schon vor Michael Jacksons Zeit. William «Buffalo Bill» Cody kaufte dieses 1878 und nannte es fortan Scouts Rest Ranch. Hier legte der Bisonjäger den Grundstein für das moderne Showbusiness, indem er auf seinem Anwesen seine bekannte «Wild West Show» startete und mit übertriebenen Darstellung das bis heute anhaltende Klischee des Wilden Westen mitbegründete. Wer wissen möchte, wie Postreiter, Soldaten und Durchreisende einst hausten, der findet im Fort McPherson Museum eine authentische Schlafkabine vor. Ähnlich wird auch Unternehmer-Pionier John Jacob Astor auf seinen langen Reisen gewohnt haben. Stonehenge made in USA: Reinders kurioses Kunstwerk ist eine Hommage an die Megalithkreise im Süden von England sowie an die moderne Autoindustrie. Die 38 Oldtimer wurden von Reinders 1987 errichtet, um den Tourismus in Nebraska voranzutreiben. Der 99 Meter hohe Chimney Rock (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Felsen in North Carolina) gehörte zu den markantesten Eckpfeilern des Oregon Trails. Für Siedler und Händler war er ein wichtiger Orientierungspunkt auf dem Weg nach Westen. Beim Anblick des Steinriesen wussten sie, dass die Prärie nun hinter ihnen lag und sie kurz vor der Grenze zu Wyoming standen. ist der bekannteste Orientierungspunkt entlang des Oregon Trails. Der Legende nach erlebte Lakota-Häuptling Crazy Horse hier seine Vision, die ihm vermittelte, in den Kampf gegen die Weissen zu ziehen. Zahlreiche Missionare (darunter die Mormonen) zogen mit ihren Planwagen noch vor dem Goldrausch am Sandsteinmonument vorbei und dokumentierten diesen markanten Riesen in ihren Tagebüchern. Benannt wurde der Fels nach Hiram Scott, einem Trapper der hier von einer Klippe stürzte.

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John Jacob Astor, einem deutschen Einwanderer und Patriarchen der einflussreichen Astor-Familie, verdankt die USA den Oregon Trail. Der erste Multimillionär des Landes suchte eine geeignete Route von Osten nach Westen, wo er sein lukratives Pelzhandelgeschäft betreiben konnte. Die Strecke durch Nebraska ist so unberührt wie damals und führt durch eine schier endlos erscheinende Prärie, die nur von den Städten Omaha und Lincoln unterbrochen wird.

Raues Klima und Recht des Stärkeren

Die beiden grössten Städte des Staates vermitteln das Bild vom rauen Amerika. Gestärkt wird dieses Bild zusätzlich von Marlon Brando und Henry Fonda, zwei Söhnen Nebraskas, die in ihren Filmen immer wieder die harten Burschen mimten und im Osten des Staates aufwuchsen. Aber auch der Old Market in Downtown Omaha zeugt noch vom einstigen Recht des Stärkeren. Der mit Pflanzen überwachsene Backsteinbau aus dem Jahr 1901 war einst Dreh- und Angelpunkt für Händler und Geschäftsleute, die hier von morgens bis abends versuchten, ihre Produkte anzupreisen und sich wüste Faustkämpfe lieferten. Seit 1990 befinden sich in den Nischen und Räumen schmucke Einkaufsläden, Restaurants und Kunstgalerien.

Der letzte Halt in der Zivilisation war damals wie auch heute die Hauptstadt Lincoln. Westlich von ihr beginnt die Prärie. Aufbruchstimmung herrscht bereits am Stadtrand, wo die Tonstatue eines Rauchzeichen gebenden Indianers die Reisenden Richtung Wildnis verabschiedet.

Stonehenge-Kopie aus Oldtimern

Den Trail erreicht man auf der Höhe von Grand Island. Vorbei an knarrenden Windrädern und endlosen Steppen erreicht man Gothenburg, wo ein erster Leckerbissen aus der Vergangenheit auf einen wartet; eine Originalstation des Pony-Express, des einst schnellsten Postverbindungsdienstes der USA. Die Reiterstafette nutzte 1860 ebenfalls den Oregon Trail auf ihrem Weg Richtung Kalifornien. Fortan ist man als Nebraska-Tourist also auf zwei historischen Pfaden unterwegs. Einer der damaligen Postreiter war ein gewisser William Frederick Cody, der später als Buffalo Bill in die Geschichte eingehen sollte. Er kaufte sich entlang des Trails in der Stadt North Platte eine Ranch, von wo aus er später seine bekannte «Wild West Show» startete. Die Ranch aus dem 19. Jahrhundert öffnet täglich für Besucher die Tore und gewährt Einblicke ins Leben des Büffeljägers und Showbiz-Pioniers.

Bevor man die Interstate im Westen Nebraskas verlässt, um weiter dem Oregon Trail zu folgen, sollte man kurz einen Blick ins Fort McPherson werfen. Wer wissen will, wie Postboten oder Soldaten in den 1860ern hausten, ist hier richtig. Am Lake McConaughy rastete John Jacob Astor viele Male auf seinem Weg nach Oregon. Entlang des North Platte Rivers reihen sich verlassene Städtchen aneinander, die Opfer der Transkontinentalen Eisenbahn wurden. In Alliance, etwas abseits des Trails, hat ein Witzbold ein Monument Namens Carhenge geschaffen, indem er 38 Oldtimer so in den Boden rammte und auftürmte, bis das Kunstwerk dem englischen Stonehenge glich.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • antonzum am 27.06.2016 22:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pascal

    Ich würde dich gerne einmal so für 2, 3 Wochen begleiten! Lässt sich das einrichten?

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  • Roland am 29.06.2016 09:38 Report Diesen Beitrag melden

    Alert

    Das ist imfall nicht das echte Stounhensch! Echt nicht imfall, ich hab nachgeschaut imfall.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Roland am 29.06.2016 09:38 Report Diesen Beitrag melden

    Alert

    Das ist imfall nicht das echte Stounhensch! Echt nicht imfall, ich hab nachgeschaut imfall.

  • antonzum am 27.06.2016 22:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pascal

    Ich würde dich gerne einmal so für 2, 3 Wochen begleiten! Lässt sich das einrichten?

    • Tennesseean am 28.06.2016 03:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @antonzum

      Flieg einfach rüber ohne Plan. Fahre wohin du willst und gehe auf die Bewohner zu. Gerne werden sie dir Auskunft über ihren Bundesstaat geben. Du wirst neue Freunde bekommen und viel interessantes erleben.

    • DariusN am 01.07.2016 17:16 Report Diesen Beitrag melden

      Facebook Kontakt

      Schreib ihm doch auf facebook (Profilfoto auf Motorrad mit weissem Shirt). Er hat mir auch bereits öfters Fragen über die USA besntwortet.

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