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Japan-Blog

11. September 2016 16:20; Akt: 11.09.2016 16:20 Print

Gegen «Hanabi» ist der erste August nichts

von Ronja Sakata - Im japanischen Sommer gäbe es jeden Tag ein Feuerwerk zu bestaunen. Wer denkt, in kleinen Städten werde ein kleines Spektakel geboten, liegt falsch.

Ronja Sakata erklärt, was an dem japanischen Feuerwerk so speziell ist.
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«Feuerwerk» ist eines meiner japanischen Lieblingswörter: Es ist aus Hana =花=Blume und hi=火=Feuer zusammengesetzt: Blumenfeuer, so schön! In meinem einzigen Japan-Sommer in Takatsuki sind wir mit zwei Liegestühlen losgezogen, um uns auf dem breiten Flussufer neben dem Deich, der gegen Hochwasser schützt, einen Platz mit bester Aussicht zu sichern.

Hirakata, die Stadt auf der anderen Flussseite, hat ein Feuerwerk angesagt. Die Stimmung ist gemütlich. Alle sichern sich ihre Plätze mit Stühlen oder den grossen Plastikplanen, wie beim Hanami, dem Kirschblütenfest. Die Menschenmassen auf der Wiese sehen schön aufgereiht aus, wie ein Openair-Publikum, das auf den Filmstart wartet.

In Japan wird nicht gedrängelt

Wie aus dem Nichts erscheinen dazu unzählige Marktstände mit Okonomiyaki, Yakisoba – gebratene Nudeln – und Toriyaki – gebratene Pouletspiesse – im Angebot. Überall dampft es von den Teppanplatten und es riecht fantastisch. So ein Volksfest heisst Matsuri. Japaner und Japanerinnen lieben Matsuris.

Viele junge Leute kleiden sich traditionell in Sommeryukatas. Mit knalligen Regenbogenfarben sind die Kimonos modern interpretiert. Männer und Frauen tragen Gettas, die traditionellen Holzschuhe. Es herrscht ein reges Treiben, trotzdem wird nirgends gedrängelt. Das macht Menschenmassen in Japan zu einem angenehmen Erlebnis.

Weniger angenehm ist hingegen die schwüle Sommerhitze. Wer im Sommer nach Japan reist, muss sich darauf einstellen, dass es sich konstant so anfühlt wie im Dampfbad. Entschädigt wird man mit dem Spektakel am Nachthimmel: Das Feuerwerk dauert mindestens eine Stunde. Die Lichtershow übersteigt alle Erwartungen, denn der üppige Abschluss eines Seenachtsfestes der Schweiz ist etwa so mächtig wie das Auftaktbouquet in Japan. Jede Stadt will etwas richtig Umwerfendes zeigen, darum kann man auf einer Sommerreise darauf vertrauen, dass irgendwo in der Nähe sicher ein Feuerwerk stattfindet.

Grund zu feuern gibt es das ganze Jahr

Hanabi ist in Japan das ganze Jahr im Supermarkt erhältlich und ein Kindervergnügen, das an der Kasse erbettelt wird, wie bei uns die Kaugummis. Sind wir bei unseren Verwandten im Süden Japans zu Besuch, ob Frühling oder Herbst, die Kinder können mindestens einmal ein paar Packungen gemischte Kinderhanabis verzeuseln.

Der wahre Star für mich persönlich ist dabei ein ganz kleines, unscheinbares, bei uns leider nicht erhältliches Feuerwerk. Es heisst «Senkohanabi» (senko = kurzlebig, wie ein Strohfeuer), kurzlebige Feuerblume. Einmal angezündet, entsteht ein Tropfen, wie flüssige Lava, aus dem es kleine Funken regnet. Für die Kinder ist es eine Herausforderung, dass dieser «Lavatropfen» nicht herunterfällt, bevor die Funken zu sprühen beginnen. Ohne Knall und für kurze Zeit erfreut uns Senkohanabi mit seinen Feuerblumen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Weitweg am 11.09.2016 17:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Danke für den Tipp

    Coole empfehlung nächstes jahr schau ich mir das mal an. Bisher mag ich den Herbst in Japan, so gegen ende Oktober, noch warm aber nicht so heiss wie im sommer.

    einklappen einklappen
  • Codeti am 11.09.2016 17:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    zauberhaft

    ein schöner Artikel......ich liebe Feuerwerk. ich bin immer wie verzaubert wenn ich ein Großes sehen kann und komme aus dem Staunen nicht raus.

  • Volpone am 12.09.2016 11:31 Report Diesen Beitrag melden

    Das Problem am ersten August...

    ... ist das alle Feste und Feuerwerke immer mehr dezimiert und abgebaut werden auf den Geheiss der Linken um den "Nationalismus" einzudämmen. Könnte ein Schweizer den 1.August so feiern wie er wollte, ganz ohne Rassismusvorwürfe, wäre das Fest gigantisch!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Gaijin am 12.09.2016 17:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Toriyaki?

    Ich dachte das heisst Yakitori. Vielleicht hat sie zu viel Teriyaki beigegeben und ist nun dadurch verwirrt :)

  • Kevin am 12.09.2016 17:02 Report Diesen Beitrag melden

    Noch zu haben?

    Ist Ronja Sakata single?

  • C. Koller am 12.09.2016 13:22 Report Diesen Beitrag melden

    Tiere leiden enorm darunter

    Schade, dass die Menschen jeweils ausschliesslich an sich denken! Dass sämtliche Tiere unter dieser "Chlöpferei" leiden, scheint leider nur wenige zu interessieren.

  • Volpone am 12.09.2016 11:31 Report Diesen Beitrag melden

    Das Problem am ersten August...

    ... ist das alle Feste und Feuerwerke immer mehr dezimiert und abgebaut werden auf den Geheiss der Linken um den "Nationalismus" einzudämmen. Könnte ein Schweizer den 1.August so feiern wie er wollte, ganz ohne Rassismusvorwürfe, wäre das Fest gigantisch!

  • Lemä am 12.09.2016 07:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Schweizer

    kaufen den Japaner das kleine Feuerwerk ab, das große und schöne Feuerwerk verballern sie selbst und die haben auch ihre Freude daran

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