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Japan-Blog

07. Februar 2017 14:06; Akt: 07.02.2017 20:02 Print

Bus fahren in Japan – immer der Reihe nach!

von Ronja Sakata - Es gibt kein geduldigeres Volk als die Japaner, was das Warten in schönen Einerkolonnen betrifft. Das gilt auch im öffentlichen Verkehr.

So geht Busfahren in Japan. (Video: Ronja Sakata)
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Sumimasen – Äxgüsi, aber Busfahren kann nun sicher keinen Artikel wert sein? Das schaff ich auch ohne Tipps! Klar! Busfahren birgt ohne Insiderinformationen einige Überraschungen und lässt Fragezeichen aufpoppen.

Wo kauf ich mein Ticket? Im Wartehäuschen hats keinen Automaten. Im Bus auch nicht. Bezahlt wird für Einzelfahrten beim Aussteigen beim Chauffeur vorne. Ist das nicht umständlich? Je nachdem, wie viele Menschen im Bus sind, schon, aber mit japanischer Disziplin und Rücksichtnahme ist diese Übung kein Problem.

Schön Ordnung halten

Um die Ordnung einzuhalten, wird immer bei der hinteren Türe eingestiegen, die mit 入口- iriguchi (irigutschi) angeschrieben ist. Die Zeichen bedeuten hinein und Mund. Der Mund, um hineinzugehen ist der Eingang, der Mund zum Rausgehen 出口 – deguchi (degutschi). Vor dem Einsteigen stehst du ganz brav in die Einerreihe.

Sogar bei nur zwei oder drei weiteren auf den Bus Wartenden lässt man der ersten Person den Vortritt und steigt schön der Reihe nach ein. Bei Bahnhöfen sieht das superlustig aus, vor allem frühmorgens, wenn bei jeder Bushaltestelle eine lange Schlange steht und der Bus noch nicht eingefahren ist. Drängeln? Fehlanzeige. Ich glaube, es gibt kein geduldigeres Volk als die Japaner, was das Warten in schönen Einerkolonnen betrifft.

Taxi kann günstiger sein

Der Preis für die Fahrt steht vorne beim Fahrer auf einem Schild. 大人sind die Zeichen für gross und Mensch = Erwachsene. 子供 in Kanji oder こども in Hiragana bedeutet Kodomo = Kind. Kinder von 6 bis 12 fahren günstiger. Ist das Kind jünger als 6-jährig, ist die Fahrt in Begleitung gratis.

In einer Stadt gilt meistens für die gesamte Strecke derselbe Preis. Wer von der Starthaltestelle bis zur Endhaltestelle fährt, hat gewonnen, wer nur kurz rein- und wieder raushüpft, bezahlt am meisten. Wer zu viert unterwegs ist, macht je nach Strecke mit dem Taxi den besseren Deal. Da schreib ich in den nächsten Wochen drüber, denn auch da ist fast alles anders, als bei uns.

«Ich biege jetzt rechts ab!»

Und bei diesem Bus mit der Nummerntafel mit leuchtenden Preisen drauf? Das funktioniert wie das Leiterlispiel. Beim Einsteigen zieht man sich die Nummer aus dem Automaten, welche für diese Haltestelle festgelegt ist. Die Zahl, welche bei dieser Nummer steht und mit längerer Fahrdauer immer höher wird, ist dein Preis, den du für deine Busfahrt bezahlst.

Was für uns ungewohnt ist, sind die ständigen Durchsagen im Bus. Zum Beispiel spricht der Fahrer ins Mikrofon «migi ni magarimasu», «hidari ni magarimasu» dazu leuchtet jeweils eine Tafel mit japanischen Zeichen auf. 右 – migi bedeutet rechts, 左 – hidari links. Ich biege rechts/links ab, ist die Vorwarnung vor jeder markanten Kurve, damit alle Fahrpassagiere sich darauf vorbereiten können. Bei fast jeder Haltestelle, an der viele Menschen aussteigen, sagt der Fahrer: «O wasuremono nai you shite kudasai.» (owasuremono = ehrenwerte Vergessens-Dinge) Bitte vergessen Sie nichts!

Prägst du dir diese paar Wörter ein, wirst du deine total normale profane Busfahrt in Japan ganz sicher mit einem Lächeln geniessen!

Mata ne! Bis bald, Ronja

PS: Hast du den JR-Railpass? Dann ist ein riesiges Busnetz, welches zwischen Städten, aber auch in den Städten die hintersten Winkel miteinander verbindet. Sitzplatzreservationen können da ein guter Trick sein, vor allem auf beliebten Strecken. Hier gelten dieselben Regeln: Anstehen, einsteigen und beim Aussteigen zeigst du einfach deinen Railpass statt des Tickets.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Swisshoopz am 07.02.2017 14:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    True

    In der Schweiz ist ja alles geregelt bis ins letzte Detail. Aber in Japan ist es noch einen Ticken präziser. Die Züge halten ganz genau dort wo man einsteigen muss, der Bus kommt extrem pünktlich. Und das beste ist, japaner bedanken sich bei jedem Satz! Ich mag Japan von Ihrer Art her, finde einfach es ist gleich wie eine grossstadt in Europa.

    einklappen einklappen
  • emf949 am 07.02.2017 14:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vorstoß gegen die Etikette

    Ganz klar : ich hatte nur die Bodenmarkierungen notiert ( in der Tat halten die Bus sehr genau) und bin vorn eingestiegen. Und kein Japaner hat gemeckert. Mit den Gaijin sind die Japaner sehr geduldig.

    einklappen einklappen
  • Japanese Girl am 08.02.2017 09:17 Report Diesen Beitrag melden

    Stolz

    Bei solchen Berichten bin ich zwar immer Stolz auf meine Herkunft aber das Heimweh wächst immer mehr. Die Reise nach Japan lohnt sich natürlich immer mehr!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Christina Tokyo am 08.02.2017 22:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gruezi sagen kann der Schweizer nicht

    Und viele Schweizer können noch nicht mal Gruezi sagen. Ach wie traurig....

  • lulu am 08.02.2017 21:42 Report Diesen Beitrag melden

    War schon mehrmals

    in Japan, aber das ist wirklich keinen Arikel wert. Es ist nicht wirklich anders als in der CH. Und das man beim Chauffeur zahlt ist fast ausser der CH auf der ganzen Welt so. Nur in Zentralchina traf ich im Bus noch Ticketverkäufer an, wie vor 50 Jahren in der CH.

  • Giussi am 08.02.2017 13:45 Report Diesen Beitrag melden

    Zum PS .. unfertiger Satz

    PS: Hast du den JR-Railpass? Dann ist ein riesiges Busnetz, welches zwischen Städten, aber auch in den Städten die hintersten Winkel miteinander verbindet. .. Irgendwie verstehe ich den Satz wohl nicht richtig , oder fehlt da etwas? Sonst ist der Artikel gut geschrieben und ich bin mir grade 2 Jahre in die Vergangenheit versetzt vorgekommen.

  • Wm Oz am 08.02.2017 12:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auto > ÖV

    Der ÖV ist wirklich sehr gut, aber wenn man nicht in grossen Ballungscentren lohnt es sich ein Auto zu mieten. Ich hatte für mein Sprachjahr ein Auto gekauft. Da meine Schule etwas ländlich war ist ein Auto von vorteil. Der Verkehr ist sehr angenehm, und es gibt keine Unterschiede ob Rushhour oder unter dem Tag. Ist empfehlenswert auch wenn man eine grössere Tour plant.

  • Thomas am 08.02.2017 09:38 Report Diesen Beitrag melden

    Lustiges Volk. Aber liebe Japan!

    Es ist lustig. Sobald ich als Ausländer dann auf dem Bahnsteig etwas ausserhalb der angezeichneten Warteschlange warte werden alle wartenden Japaner plötzlich sehr nervös. Mit den plötzlichen Ausnahmen vom Standard können sie grundsätzlich sehr sehr schlecht umgehen.

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