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Autography

05. April 2016 08:49; Akt: 05.04.2016 10:20 Print

Florenz will Schmierfinken mit Kritzel-App bändigen

Um unersetzbare Kulturgüter vor Touristen-Kritzeleien zu schützen, können sich Besucher der italienischen Stadt neu auf Tablets verewigen.

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«Ich war hier», Herzchen mit Initialen oder Smileys – keine Sehenswürdigkeit der Welt, an der Touristen sich nicht mit solchen Kritzeleien verewigen. Was Urlauber witzig finden, ist den Restauratoren ein Graus. Verbote zeigten bislang wenig Wirkung.

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In Florenz soll nun eine App Besucher und Denkmalschützer zufriedenstellen. «MF+A» steht in roter Farbe auf dem grauen Stein des Campanile di Giotto, dem Glockenturm des Doms von Florenz. Doch an dieser Hinterlassenschaft stört sich niemand – sie ist rein virtuell. Auf Tablets im ersten, dritten und vierten Stockwerk des Turms können Touristen ihre Botschaft hinterlassen.

Sprayen, Kritzeln oder Schmieren

Die App Autography lässt den Benutzern die Wahl, ob sie lieber auf Marmor, Holz oder Gemäuer kritzeln wollen und ob mit Filzstift, Pinsel oder Spraydose. Auf einer speziellen Website können sich die Touristen ihre Hinterlassenschaften auch noch ansehen, wenn die Ferien längst vorbei sind.

400 Stufen führen hinauf in Giottos Glockenturms, der eine fantastische Aussicht über die Dächer von Florenz bietet. Der Turm zählt zum Unesco-Weltkulturerbe. Das hat Millionen Besucher aber nicht davon abgehalten, die Wände des fast 700 Jahre alten Bauwerks zu beschmieren. «Der Turm war unglaublich heruntergekommen und verschmutzt», berichtet die Architektin Beatrice Agostini, die für die Restaurierung zuständig ist. Alle Bauteile seien über und über mit Graffiti beschmiert gewesen.

700 Kritzeleien in einer Woche

«Vor drei Monaten haben wir damit begonnen, zum ersten Mal überhaupt die Wände zu säubern», sagt Alice Filipponi, Social Media-Beauftragte der Organisation Opera di Santa Maria del Fiore, die sich um den Erhalt des Doms kümmert. «Da fragten wir uns, was wir tun könnten, damit wir mit dieser ganzen Arbeit nicht bald wieder von vorne anfangen müssen.» Filipponi hatte schliesslich die Idee mit der App.

Den Besuchern des Glockenturms scheint sie zu gefallen: Bereits in der ersten Woche hinterliessen 700 Touristen virtuelle Kritzeleien. Die Botschaften reichen von Friedensappellen über das klassische «Pietro was here» bis hin zu Klagen über unerwiderte Liebe.

Hinterlassenschaften für die Ewigkeit

All diese Hinterlassenschaften werden am Ende jeden Jahres ausgedruckt und im Archiv des Doms aufbewahrt – neben historischen Dokumenten wie zum Beispiel der Geburtsurkunde von Lisa Gherardini, die für Leonardo da Vincis Mona Lisa Modell gesessen haben soll.

«Wir wollen bei den Besuchern ein Bewusstsein für Vandalismus schaffen, ihnen aber gleichzeitig die Chance geben, ein dauerhaftes Zeichen zu hinterlassen, ohne dabei das Bauwerk zu beschädigen», heisst es in einer Erklärung zu der neuen App.

Inzwischen sind die meisten Kritzeleien von den Wänden des Turms verschwunden – bis auf die ins Mauerwerk geritzten, gegen die auch die Restauratoren nichts ausrichten können. Als nächstes sind die Schmierereien in der Domkuppel an der Reihe. Und auch dort darf dann auf Tablets weitergekritzelt werden.

(pst/afp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Realistin am 05.04.2016 10:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Noch kein Erfolg

    Naja, es ist kein Erfolg wenn sich viele Leute auf der App verewigen. Es ist erst ein Erfolg, wenn sich dadurch weniger auf den richtigen Mauern verewigen. Ich wage aber zu bezweifeln, dass sich diese Leute durch ein Tablet aufhalten lassen.. Ich lasse mich aber gerne eines Besseren belehren... :-)

  • Sina am 05.04.2016 09:32 Report Diesen Beitrag melden

    Anderer Vorschlag

    Inzwischen wissen wir ja wie nutzlos Apps sind um Leute vom Rauchen abzuhalten, vom Kiffen oder vom Alkohol trinken oder von der Depression. Genau so nutzlos ist auch so eine App, da sie für den Verursacher nicht den selben Erfolg haben. Deshalb hätte ich einen anderen Vorschlag für Florenz. Damit die Stadt von den Schmierereien verschont bleibt einfach 10 Jahre Gefängnis verhängen und schon ist Florenz genau so schön wie es war als ich dort zu Gast war und die alte Geschichte in mich aufgesogen habe.

    einklappen einklappen
  • Espano am 05.04.2016 16:44 Report Diesen Beitrag melden

    Paradebeispiel...

    ...von "was Cüplis vor/nach der Sitzung auslösen können." Als würde das (ausser dem Tourismus) etwas nützen. Abwarten

Die neusten Leser-Kommentare

  • Espano am 05.04.2016 16:44 Report Diesen Beitrag melden

    Paradebeispiel...

    ...von "was Cüplis vor/nach der Sitzung auslösen können." Als würde das (ausser dem Tourismus) etwas nützen. Abwarten

  • Realistin am 05.04.2016 10:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Noch kein Erfolg

    Naja, es ist kein Erfolg wenn sich viele Leute auf der App verewigen. Es ist erst ein Erfolg, wenn sich dadurch weniger auf den richtigen Mauern verewigen. Ich wage aber zu bezweifeln, dass sich diese Leute durch ein Tablet aufhalten lassen.. Ich lasse mich aber gerne eines Besseren belehren... :-)

  • Sina am 05.04.2016 09:32 Report Diesen Beitrag melden

    Anderer Vorschlag

    Inzwischen wissen wir ja wie nutzlos Apps sind um Leute vom Rauchen abzuhalten, vom Kiffen oder vom Alkohol trinken oder von der Depression. Genau so nutzlos ist auch so eine App, da sie für den Verursacher nicht den selben Erfolg haben. Deshalb hätte ich einen anderen Vorschlag für Florenz. Damit die Stadt von den Schmierereien verschont bleibt einfach 10 Jahre Gefängnis verhängen und schon ist Florenz genau so schön wie es war als ich dort zu Gast war und die alte Geschichte in mich aufgesogen habe.

    • YB99 am 05.04.2016 09:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Sina

      ach ja ist das deine Lösung 10 Jahre Gefängnis für eine Schmierei, sind wir hier in Nordkorea? Ist doch schön mit der App, dass die Schmiereien an diesen Wänden zurückgegangen sind.

    • Barbara am 05.04.2016 10:44 Report Diesen Beitrag melden

      Putzen

      YB99 .... es gibt Menschen, die sind ohne saftige Busse resp. Konsequenzen einfach nicht lernfähig. Bei denen muss es richtig weh tun, damit sie ihr Fehlverhalten realisieren. Also, 10 Jahre .....

    einklappen einklappen
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