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Tadschikistan

11. November 2016 16:58; Akt: 11.11.2016 16:58 Print

Auf dem Pamir-Highway über das Dach der Welt

von Marlies Seifert - Ein Roadtrip auf der «Mutter aller Rumpelpisten» ist noch ein echtes Abenteuer.

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«Pschhh!» – mit einem lauten Zischen verabschiedet sich die Luft aus dem Pneu des rechten Hinterrads. Was wäre eine Reise auf dem Pamir-Highway ohne eine Panne? 1300 Kilometer führt die Fernstrasse M41 auf engen Bergwegen, rumpligen Asphaltpisten und rutschigen Geröllwüsten über das Dach der Welt.

Wir befinden uns auf einem Schlenker durch das Wakhan-Tal, als der Reifen platzt. Bauern sind auf den goldenen Feldern mit der Getreideernte beschäftigt. Gegenüber glänzen die schneebedeckten Gipfel des Hindukusch. Es ist ein ganz normaler Tag an der Grenze zu Afghanistan, geprägt von Begegnungen mit ganz normalen Menschen. Mit dem Soldat, der die Frage, ob er schon Taliban gesehen habe, mit einem schallenden Lachen quittiert. Oder mit dem Bauern, der auf dem Cross-Border-Markt Handarbeiten von seinen afghanischen Verwandten kauft, um sie an die spärlichen Besucher zu verkaufen.

Tags darauf keucht der Jeep – Ersatzrad sei Dank – über den Khargush-Pass zurück auf das karge Pamir-Hochplateau. Auf der M41 donnern uns chinesische Lastwagen entgegen. Sie transportieren Tonnen von Billigwaren ins arme Tadschikistan. Zurück fahren sie leer. Präsident Emomali Rachmon hat den östlichen Nachbarn riesige Landstriche überlassen, im Gegenzug investieren diese in den Rohstoffabbau und bauen Strassen.

Pamir Highway Reiseseite 9.7.

Ein Rinnsal lässt einen schmalen Streifen in der Mondlandschaft ergrünen, dahingewürfelte Jurten verheissen Zivilisation. Im Weiler Bashgumbez, auf 4000 Metern über Meer, betreibt Nur ein einfaches Homestay. Geschlafen wird auf dem Boden. Draussen knattert ein Generator, drinnen knistert der Holzofen. Mahan gesellt sich zum Essen dazu. Der ehemalige Wilderer ist heute Wildhüter. Er organisiert Yak-Trekkings, Safaris und nachhaltige Jagdreisen. «Vom Tourismus profitiert die ganze Gemeinschaft», ist der Pamir-Kirgise überzeugt. Das umliegende Schutzgebiet ist Heimat für Schneeleoparden und Marco-Polo-Schafe. Erstere werden im Auftrag der auf Grosskatzen spezialisierten Artenschutzorganisation Panthera streng bewacht. Letztere sind besonders bei russischen Jägern als Trophäen beliebt. Den Abschuss eines Tiers lassen sie sich rund 20'000 Dollar kosten.

Noch ist die Gebirgswelt Tadschikistans jedoch vor allem Langzeitradlern ein Begriff. Vorbei am aus einer «Star Wars»-Szene entsprungenen Container-Basar von Murgab strampeln sie über den Ak-Baital, den höchsten Pass der früheren Sowjetunion, zum Karakul-See. Über bunte Berge führt der Weg anschliessend durch 20 Kilometer Niemandsland nach Kirgisistan. Alles ganz normal? Von wegen: Was für ein Abenteuer!

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • afedial am 11.11.2016 17:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tolle Touren...

    Ich mag ja solche aussergewöhnlichen Touren... Der Pamir-Highway ist ja die zweithöchst gelegene befestigte Fernstraße der Welt. Mein grosser Traum und Plan ist die Panamericana von Alaska nach Feuerland zu fahren. Knapp 30,000 km. Dafür möchte ich mir ein Jahr Zeit nehmen...

  • Letzi Parker am 11.11.2016 17:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Herrlich

    Das ist Freiheits-Gefühl pur. Phantastisch.

  • Alex M. am 12.11.2016 07:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pamir mit Velo

    Ich habe letztes Jahr genau dieselbe Reise mit dem Velo gemacht. Einfach toll, der Pamir. Die Leute leben in ärmlichen Verhältnissen, sind aber mindestens so glücklich wie viele von uns.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Alex M. am 12.11.2016 07:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pamir mit Velo

    Ich habe letztes Jahr genau dieselbe Reise mit dem Velo gemacht. Einfach toll, der Pamir. Die Leute leben in ärmlichen Verhältnissen, sind aber mindestens so glücklich wie viele von uns.

    • roberto.calmi@frog.cc am 12.11.2016 22:06 Report Diesen Beitrag melden

      Die Panamericana ist kulturell etwas fad

      Hallo Alex M. Ich will dir deinen Traum nicht vermiesen, aber ich habe die Reise durch Südamerika schon hinter mir (wenn auch nicht die ganze Strecke). Landschaftlich sehr reizvoll, aber meine Erfahrung ist, dass man sich immer mehr oder weniger im gleichen Kulturkreis befindet - einfach gesagt: alles Abkömmlinge von Spaniern (Südamerika) und Europäern (Nordamerika). Vereinfacht gesagt ist es, als würdest Du 30'000 km weit nur durch 2 Länder fahren. Die Reise von hier Richtung Australien - ebenfalls etwa 30'000 km finde ich kulturell interessanter, weil man viele verschiedene Kulturen erlebt

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  • André Gubelmann Brasilien. am 12.11.2016 00:49 Report Diesen Beitrag melden

    Vergleich

    Verglichen mit den Strassen im Nordosten Brasiliens sind das noch Luxusstrassen,ohne Riesenlöcher und absurden Bodenschwellen.

    • Zürcher am 12.11.2016 01:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @André Gubelmann Brasilien.

      Na, Sie haben wohl noch nie die Hohlstrasse stadteinwärts Zürich bezwungen...

    • Weltenbummler in Australien am 12.11.2016 08:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @André Gubelmann Brasilien.

      Wenn man wirklich schlechte Strassen sehen will ist der Nordwesten Brasiliens (MT, RO, AC, AM und RR) empfehlenswert. Der Nordosten BR ist schon zu zivilisiert ;-) Für mich ist und bleibt die Pamier Region einer der schönsten Orte die ich jemals bereist habe.

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  • Claudio am 11.11.2016 23:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pamir Highway - der Weg in den Himmel

    Wunderbar der Pamir Highway..... Was für traumhafte Erinnerungen Bereise die unberührte Gegend und tauche ein in eine andere Welt!

  • markus am 11.11.2016 19:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nächstes Ziel!

    Ich bin jetzt gerade ein Jahr am Russisch lernen und nachher geht es auf Reisen. Ich habe jetzt schon das erste Ziel gefunden!

  • Fabian am 11.11.2016 18:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Darm

    mit Scharm kommt mit dabei in den Sinn... War trotzdem eine tolle Reise.

    • Globi am 12.11.2016 03:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Fabian

      :) schön, dass wir nicht die einzigen waren! Ich dachte, ich überlebe diese Viecher nicht. Aber dieser Trip, mit all den tollen Menschen, Landschaften, Eindrücken, der Herzlichkeit und Toleranz war überwältigend. Wir haben heute noch Kontakt zu Menschen dort.

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