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Saltstraumen-Strom

26. Mai 2015 15:07; Akt: 26.05.2015 15:07 Print

Und täglich steht das Meer viermal still

von Fee Riebeling - Wer an Norwegens Natur denkt, denkt an die absolute Ruhe. Das ist nur eine Seite der Medaille.

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So etwas gibt es sonst nirgendwo: 33 Kilometer vor der norwegischen Stadt Bodø scheint die Welt viermal am Tag für einige Minuten stillzustehen. Denn die Wassermassen des Saltstraumen-Stroms bewegen sich nicht. Selbst die Touristen, die extra wegen des Naturschauspiels gekommen sind, erstarren vor Ehrfurcht. Einzig die schrillen Schreie der Möwen erinnern daran, dass absoluter Stillstand hier gar nicht möglich ist.

Dann plötzlich: Wie um die Erkenntnis zu bestätigen, setzt sich das Wasser ohne Vorwarnung in Bewegung. Das eigentlich dunkelgrüne Wasser schäumt mit einem Mal türkisfarben. Die weissen Schaumkronen formen tänzelnd gewaltige Strudel. Bis zu 400 Millionen Liter Wasser strömen in den nächsten sechs Stunden durch den engen Sund, der Salten- und Skerstadford miteinander verbindet. Laut, wild, gewaltig. Ausgelöst wird das Naturspektakel durch den Wechsel zwischen Ebbe und Flut. Hier findet der Wasserausgleich statt.

Einzigartiges Spektakel

Der Saltraumen ist der stärkste Gezeitenstrom der Welt. Und das beweist er viermal am Tag mit aller Kraft. Wann das Schauspiel beginnt, erfährt man online oder bei der lokalen Touristeninformation. Wer zur richtigen Zeit da ist, kann es nicht verfehlen.

Zwar sind es vom Parkplatz aus nur ein paar Meter bis zu den Ufern des Stroms, aber ein frühes Kommen ist trotzdem ratsam. Denn die Felsen sind auch bei Anglern äusserst beliebt. Schliesslich lockt das nährstoffreiche Wasser viele Fische an. Zudem wurde hier der grösste Seelachs der Welt gefangen. Ein wahrer Prachtkerl, 22,3 Kilogramm schwer. Das motiviert.

Ein Ort, viele Highlights

Ebenso ratsam: Der Aufstieg auf die Saltstraumenbrücke, über die die Küstenstrasse RV 17 führt. Denn von dort oben bietet sich der beste Blick. Wohl dem, der ein Weitwinkelobjektiv besitzt. Denn während unter den Füssen mehrere Millionen Liter Wasser mit bis zu 20 Knoten – rund 40 Kilometern pro Stunde – ins offene Meer hinausdrängen, geben grasende Kühe und rote Holzhäuschen an den Ufern die perfekte Norwegen-Idylle. Und am Horizont sind die Bergkuppen auch im Hochsommer schneebedeckt. Das alles wird begleitet von dem säuselnden Pfeifen der Luftwirbel über den schäumenden Wasserstrudeln.

Wem der Anblick des gewaltigen Naturschauspiels nicht Nervenkitzel genug ist, der kann sich auch noch näher heranwagen. Ob mit einem PS-starken Motorboot, das versucht, gegen die Strömung anzukämpfen, oder bei einem Tauchgang – das bleibt jedem selbst überlassen. Die, die es bereits einmal gemacht haben, schwärmen von dem Erlebnis. Doch selbst erfahrene Taucher sprechen von einer grossen Herausforderung.


So klingt der stärkste Gezeitenstrom der Welt. (Video: Youtube/Saltstraumen DykkeCamp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • hansi am 26.05.2015 15:47 Report Diesen Beitrag melden

    wir haben so viel energie..

    müssten sie nur nutzen. gezeitenkraftwerk in norwegen, wind in der niederlande, sonne in spanien und und und...

    einklappen einklappen
  • Mette am 26.05.2015 16:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Skandinavien-Fan

    Die Natur ist schon toll :-) Danke für diesen gedanklichen Ausflug!

  • graue maus am 26.05.2015 15:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    fantastisch

    top of norway. Sehr zu empfehlen. Wir waren auch schon da, wunderprächtig.

Die neusten Leser-Kommentare

  • charly am 27.05.2015 22:35 Report Diesen Beitrag melden

    Errinerung

    Habe ein Poster seit über 30 Jahren davon. Ist super errinnerung an Skandinavienreise von 1983 mit meinem Vater. Wir verbrachten über 6Stunden an und auf der Brücke.

  • M.G. am 26.05.2015 19:25 Report Diesen Beitrag melden

    Omaha Beach II

    Abhängig von der Topographie und dem Gezeitenkalender gibt es mehrere Abschnitte an der Kanal- und Nordseeküste wo bei Flut solche Querabströmungen auftreten. Es gibt immer wieder Touristen die glauben bei auflaufender Flut könne man das Badeverbot missachten weil einen das Wasser zurück an den Strand trägt. Wer aber in diese Querabströmung gerät hat keine Chance mehr.

  • M.G. am 26.05.2015 19:11 Report Diesen Beitrag melden

    Omaha Beach

    Das gleiche Phänomen kostete die US-Army bei Omaha Beach am D-Day sehr viele Soldaten: Die DD-Panzer (Shermans mit Schwimmvorrichtung) sollten auf den Kirchturm von Vierville zuhalten. Da den Alliiierten die Querabströmung bei auflaufender Flut unbekannt war wurden die Schwimmpanzer abgetrieben. Die Besatzungen versuchten gegen den Strom zu steuern, dabei brachen die Schwimmvorrichtungen, die Panzer gingen unter und so fehlte am Strand die Feuerunterstützung. Ein Unterwasserarchäologie fand das heraus, alle 36 untergegangenen Panzer liegen etwa 20° schräg zum Strand in Richtung Kirchturm.

  • rene w am 26.05.2015 19:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hurtigruten

    Sehr empfehlenswert eine Bootstour zu machen. Wir machten diese als Exkursion bei der Schiffsfahrt der Hurtigruten. Die Fahrt mit den Hurtigrutenschiffen ist was vom Besten um Norwegen zu entdecken.

  • Steph am 26.05.2015 17:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Quatsch

    Na klar. Ein schön in die Landschaft eingebetetes Kraftwerk würde der Natur nur Gutes tun.

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