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Einnahmen steigen wieder
25. November 2012 07:38; Akt: 25.11.2012 07:52 Print
Die Touristen kehren nach Tunesien zurück
Ein Jahr nach der Revolution sind die Touristen wieder nach Tunesien zurückgekehrt. Schweizer Touroperators haben durchwegs Zuwächse erzielt.
Im letzten Jahr, als Tunesiens langjähriger Machthaber Zine al- Abidine Ben Ali aufgrund eines Volksaufstands das Land am 14. Januar verlassen musste, war der Tourismus um 30 Prozent eingebrochen. Bis 2010 hatten jährlich 7 Millionen Touristen das Land bereist.
Bildstrecken Schweiz mit Last-Second-Sieg in Tunesien Infografik Die arabische Welt im UmbruchIm laufenden Jahr versuchte Tunesien zunächst, den verlorenen Markt, in erster Linie die Badegäste, wieder zurückzugewinnen, wie Anis Rezgui, Direktor des nationalen tunesischen Verkehrsbüros (ONTT) in Zürich, der Nachrichtenagentur SDA sagte.
Das ist dem Land weitgehend gelungen. Bis Ende Oktober dieses Jahres besuchten laut Tourismus-Minister Elyes Fakhfakh mehr als 5 Millionen Touristen Tunesien. Das sind 26,6 Prozent mehr als in der gleichen Periode 2011, aber 15 Prozent weniger als 2010 vor der Revolution.
Die Einnahmen aus dem Tourismus stiegen in den ersten zehn Monaten dieses Jahres um 34 Prozent auf 2,6 Mrd. Dinar (1,54 Mrd. Franken). Das sind noch 10 Prozent weniger als 2010. Damals erwirtschaftete die Branche 7 Prozent des BIP. Der Tourismus beschäftigte vor der Revolution 400'000 Personen, indirekt leben zwei der zehn Millionen Einwohner von dem Sektor.
Sonne und Wellness
Sie komme jedes Jahr mit ihrem Mann nach Djerba, sagte eine französische Touristin, die in einem Luxushotel auf der Insel Gast ist. So könne sie vor dem grauen Pariser Winter noch Sonne tanken. Ausserdem schätze sie das Wellness-Angebot des Hotels.
Tunesien ist auch bei Schweizern beliebt. Bei allen angefragten Schweizer Reiseveranstaltern hat das Geschäft dieses Jahr wieder angezogen. Laut Rezgui besuchten bis Ende Oktober 56'000 Schweizer und Schweizerinnen Tunesien, das sind 43 Prozent mehr als im selben Zeitraum 2011.
Seit der Revolution sei Tunesien - seit je eine Destination mit einem guten Preis-Leistungsverhältnis - sehr günstig und die Touristen seien zurückgekehrt, sagte Peter Brun von Kuoni.
Sicherheit längst kein Thema mehr
Die Sicherheit war nach Angaben der Schweizer Veranstalter nur Anfang 2011 ein Thema, aber nie auf der bei Schweizern beliebten Ferieninsel Djerba. Als es auf dem Festland nahe von Hammamet Demonstrationen gegeben habe, sei den Touristen geraten worden, das Hotel nicht zu verlassen, sagte Brun.
Auch nach Angaben von Andi Restle, Geschäftsführer von ITS Coop Travel, wurden die Touristen von den landesinternen Unruhen nicht in Mitleidenschaft gezogen.
Hotelplan Suisse habe auf Rat des Eidg. Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) nur vom 13. Januar - ein Tag bevor Ben Ali das Land verliess - bis 15. Februar 2011 keine Flüge nach Tunesien angeboten, sagte Kommunikationschefin Prisca Huguenin-dit- Lenoir.
Neue Angebote
Tunesien hofft, dass sich der Tourismus bis 2013 wieder gänzlich erholt. Künftig will das Land nicht nur günstige Badedestination sein. «Wir haben eine 3000-jährige Geschichte, verfügen über Golfplätze und die Sehenswürdigkeiten der Wüste», sagte Rezgui.
Im Landesinnern, das unter Ben Ali stark vernachlässigt worden war - 80 Prozent der Investitionen flossen in das Küstengebiet - will Tunesien den Kultur- und ökologischen Tourismus zunächst bei Kasserine, Le Kef und Kairouan entwickeln.
Dort befinden sich mehrere Stätten, die UNESCO zum Kulturerbe erklärte. Besser vermarktet werden soll auch der Süden mit seinen Oasen, den Salzseen und der Sahara.
Verhandlungen über Open Sky
Zurzeit verhandelt Tunesien mit der EU über den Open Sky. Damit könnten Billig-Fluggesellschaften Tunesien anfliegen. Einige tunesische Beobachter sind der Meinung, der Tourismus in Marokko habe Tunesien dank der Öffnung des Luftraums überholt.
Die nationale Fluglinie Tunisair setzt sich aber dafür ein, dass zunächst vor allem der Flughafen von Tunis von einer Liberalisierung ausgenommen wird, damit die Fluggesellschaft Zeit hat, um sich zu sanieren.
Tunisair hatte unter anderem darunter gelitten, dass sich Belhassen Trabelsi, Ben Alis Schwager und Besitzer der Fluggesellschaft Karthago Airline, jeweils bei Tunisair mit Ersatzteilen bedient hatte, wie es in tunesischen Tourismuskreisen heisst. Viel Geld habe Tunisair auch mit Flügen nach Dubai verloren, wohin Ben Alis Frau Leila Trabelsi jeweils zum Shoppen flog.
(sda)
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Alle 17 Kommentare

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Monopol
solange das Monopol von Tuisair und CTN in Tunesien nicht gebrochen ist hat die touristenbranche überhaupt keine Chance. Mit Opensky wäre da ein guter Anfang.
Einmal und nie mehr
Einmal und nie mehr Tunesien, Alptraumurlaub vom feinsten. Zu verschieden sind unsere und deren Kulturen. Leider lassen sich viele Schweizer immer wieder von den tiefen Preisen locken.
Nein danke
1000mal lieber auf die Kanaren!