Reisen

Auf der Suche nach Inspirationen für Ihre nächsten Ferien oder Ideen für den geplanten Kurztrip?

 

Klicken Sie auf die interaktive Weltkarte!

Zur interaktiven Karte

Nuvu-Blog

18. April 2017 23:07; Akt: 18.04.2017 23:07 Print

Ein Blick hinter Rios Fassade

von Martin Hoch - Mehr als Karneval, Favelas und Kriminalität: Zu Gast bei vier Charakterköpfen Rios – vom Vollzugsbeamten bis zum Juwelier.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Emerson de Carlos jagt seinen Kleinwagen die gewundenen Strassen zu Niteróis Stadtpark hoch. «Da oben wird die Aussicht grandios sein», sagt er. Wir freuen uns auf die Ankunft. Nicht wegen der Aussicht, sondern wegen des Fahrstils. Der kräftige Brasilianer lacht nur und sagt: «So fahren wir hier, das nennt sich Carioca-Style.» Cariocas nennen sich Rios Einwohner. Und ja, sie pflegen einen eigenen Fahrstil.

Emerson de Carlos ist Vollzugsbeamter in einem von Rios Gefängnissen. Er arbeitet als Fahrer der Direktorin. Und Gefahr ist für ihn Alltag. Er wurde im Einsatz entführt und gefoltert. Seine Wohnung ist von Favelas umgeben. An der Aussenfassade sind mehrere Einschusslöcher zu sehen. Er aber lacht und sagt: «Rio ist mehr als Kriminalität.» Es seien die Strände, eine spannende Kulturszene und die Lebensfreude der Einwohner, die die Stadt prägten. Am nächsten Tag postet er auf Facebook ein Bild, das ihn gutgelaunt beim Surfen zeigt.

Eine Frage der Perspektive

Auch die nach Rio ausgewanderte Kanadierin und Gästehausbesitzerin Bindu Mathur schüttelt den Kopf und sagt: «Auf etwa 800 jährlich beherbergte Gäste kommen gerade mal drei negative Meldungen.» Stattdessen spricht sie lieber über ihre Nachbarschaft, das charmante Künstlerviertel Santa Teresa. Sie wohnte bereits an verschiedenen Orten auf der Welt und sagt: «In Santa Teresa ist für mich die Lebensqualität am höchsten.» Klar, sie sei nicht blind. «Probleme gehören zu Rio – sie sind es aber nicht, die die Stadt ausmachen.»

Auch die weiteren Bewohner, die wir treffen, teilen diese Sichtweise. «Ich baute mein erstes Gourmet-Restaurant in einer Gegend auf, die als dunkle Ecke verpönt war», sagt Danni Camilo. Heute sei das Quartier eines der angesagtesten in Rio. Es verändere sich vieles zum Guten. Positive Veränderung geschehe aber nur durch Engagement: «Zusammen mit anderen Unternehmern setze ich mich für die Quartierentwicklung ein.» Aauch der weltweit tätige Juwelier Roberto Stern, der das Familienunternehmen H. Stern führt, zeichnet ein freundliches Bild von Rio und sagt: «Ich führe hier ein normales Leben, fahre Velo oder gehe abends an den Strand.»

Die sind doch verrückt

Die grösste Gefahr in Rio? Die Taxifahrer. Gleich nach der Ankunft in Rio, auf der Fahrt vom Flughafen zum Hotel, überschätzte sich unser Taxifahrer. Es schleuderte uns unkontrolliert über die Strasse. Es fehlten nur Zentimeter und wir wären mit überhöhtem Tempo in eine Mauer geprallt. Solche waghalsigen Manöver wiederholten sich während unseres Aufenthalts. Die Reaktion der Taxifahrer nach Beinahe-Kollisionen war dann auch stets dieselbe: Sie kramten ihren Kreuzanhänger hervor, küssten ihn und schauten zur allgegenwärtigen Christusstatue empor. Danach lachten sie wieder, als wäre nichts gewesen. Carioca-Style eben.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 2 Tage, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Guido Casanova am 19.04.2017 03:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Propaganda - sonst gar nichts

    Keine Hintergründe, kein Tiefgang. Ich habe zehn Jahre in Rio gelebt, bin ein "Carioca de coração", doch was ich von den beiden Typen lese, ist so Oberflächen, dass ich fast Schreikrämpfe kriege.

  • Antonio Colhelo am 19.04.2017 00:11 Report Diesen Beitrag melden

    Paid Post?

    10 Fotos die Mehrheit vom Strand und eine Siedlung ist zusehen ... warum nicht wie es wirklich ist?

    einklappen einklappen
  • Kurt am 19.04.2017 14:55 Report Diesen Beitrag melden

    Fassade

    Wo bleibt der Blick hinter die Fassade? ich sehe nur Fassade.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Kurt F am 19.04.2017 23:16 Report Diesen Beitrag melden

    Badeorte Sicher

    Genau wie im Märchenbuch nur glaubt das keiner.. ich verbringe meine Ferien lieber an sicheren Orten dazu gehören: Tel Aviv, Los Angeles, Honolulu, Casta Blanca, Fethiye, Antalya, Bahamas, Bora Bora, Dubai

  • Hans im Glück am 19.04.2017 19:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    In die Schuhe des anderen schlüpfen

    Brasiliens tiefere Schichten habe ich erst kennengelernt, als ich aufhörte nur an Europäischen Vorstellungen,Wahrheiten zu glauben. Es gibt so viele unendlich viele Möglichkeiten. Meint ihr die Brasilianer würden mit uns tauschen wollen?

  • Ökonom am 19.04.2017 17:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es geht Auwärts

    Brasilien wird wieder stabil sein. Im moment eine Krise aber die Prognosen sehen gut aus.

  • Kurt am 19.04.2017 14:55 Report Diesen Beitrag melden

    Fassade

    Wo bleibt der Blick hinter die Fassade? ich sehe nur Fassade.

    • Tim am 19.04.2017 22:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Kurt 

      BrAsilien ist die Fassade. Die Wahrheit finden Sie in den Favelas..

    einklappen einklappen
  • Berner am 19.04.2017 12:47 Report Diesen Beitrag melden

    Arte

    Gestern war auf Arte eine sehr interessante Reportage: "Brasilien: Der große Sprung zurück". Die Sendung findet ihr in der Arte Mediathek. Korrupte Politiker, Kürzung der Sozialprogramme, Kürzung bei der Bildung, massenhaft Obdachlose...Brasilien ist ziemlich am A.... schaut euch das mal.

Traumreisen
bis zu 70% günstiger
Melden Sie sich mit Ihrer E-Mail-Adresse kostenlos bei Secret Escapes an!
Jetzt entdecken