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Japan-Blog

28. November 2017 14:53; Akt: 28.11.2017 16:26 Print

Kyoto im Herbstfarben-Rausch

von Ronja Sakata - Herbstblätter sind das Pendant zu den Kirschblüten im Frühling. Kyoto und seine Tempel bieten die perfekte Bühne für die Farbenpracht.

Die einmalige Herbstpracht in Kyoto.
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Was Hanami im Frühling, ist Koyo im Herbst. Das Bestaunen der Blätterpracht ist eine bei Japanern beliebte Freizeitbeschäftigung. Meine Freundin Rika hat eine Spazierroute ausgewählt, auf der wir an unzähligen Tempeln und Schreinen vorbeikommen, wo der Kojo besonders schön zu sehen ist. Startpunkt ist die Haltestelle Saga-Arashiyama in Kyoto.

Unser zweiter Halt, der Nisonin-Tempel, ist keine Berühmtheit. Mehrmals pro Minute klingt ein satter schöner Glockenklang über das Gelände. «Sicher ein Mönch, der mit viel Geduld seine Arbeit verrichtet», dachte ich erst. Dann verstand ich rückblickend, was der Angestellte beim Eingang zu Rika gesagt hatte: «Wir haben eine Glocke, und wer sie läutet, bringt Glück und Freude in sein Leben!» Wie beim Beten im Tempel werfe ich zuerst eine Münze ein, dann schwinge ich den am Seil hängenden Schlegel mit Anlauf gegen die riesige Glocke. Den Ton und seine Schwingung spüre ich während meines kurzen Gebets im ganzen Körper.

Eine lange, steile, zerfurchte Treppe führt neben dem Glockenhäuschen zu einem uralten Friedhof, wo verschiedene Kaiser beerdigt sein sollen. Die Aussicht über ganz Kyoto ist auf jeden Fall majestätisch. Neue Gräber hat es auch. «Die kosten ein Vermögen!», meint Rika. Sie hat bei der Suche nach einer schönen Grabstätte für ihren Vater auch hier angefragt.

Eine Kalligrafie als Souvenir

Im kleinen und sehr schlichten Tempelgarten stehen sechs Jizo-Statuen, die uns je vor spezifischem Unglück wie Krankheiten und Unfällen beschützen sollen. Die sechs Jizo sind berühmt und kommen auch in Märchen vor. Die Statuen im Nisonin sind ziemlich neu, sie haben noch kein Moos angesetzt. Im Hintergrund sorgt ein Shishi-odoshi, eine Bambuskonstruktion, die sich immer wieder mit Wasser füllt, nach vorne kippt und leer wieder nach oben spickt, für einen regelmässigen Knall. Ursprünglich diente sie dem Vertreiben von Rehen und Wildschweinen (=Inoshishi), heutzutage ist sie auch in Privatgärten eine beliebte Dekoration.

Beim Eintreten in den Tempel haben Rika und ich unsere Goshuin-Bücher abgegeben. Nach dem Bezahlen (400 Yen, circa 3.50 Franken) bekommen wir ein Abholnümmerli. Goshuin bedeutet roter Stempel. Neben dem Stempel des Tempels erhalten wir eine wunderschöne Kalligrafie. Rika liebt es, Tempel in ganz Japan zu besuchen und dazu dieses traditionelle Souvenir zu erhalten.

Die weiteren Tempel auf der Route lassen wir trotzdem sausen. Wir geniessen die knallbunten Spitzahornblätter – momiji – in vollen Zügen und erfreuen uns an der Entdeckung, die wir heute gemacht haben. Nisonin, bleib ein Geheimtipp! Du bist wunderschön.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • m. stehli am 28.11.2017 15:19 Report Diesen Beitrag melden

    "Kojo"???

    Was soll bitteschön "Kojo" sein? Sicher nicht das, was die Autorin beschreibt. Zumal man dieses Wort dann als "Kodscho" aussprechen würde. Sie beschreibt "Kôyô". Und ja, die Längungsstriche sind wichtig bei der korrekten Umschrift japanischer Begriffe in das europ. Alphabet. Mir ist schon oft aufgefallen, dass die Autorin in ihren Berichten auf "Kleinigkeiten" nicht sonderlich achtet. Sei es, weil sie es tatsächlich nicht weiss oder weil sie denkt, dass es den Lesern eh egal ist. Beides ist nicht wirklich professionell.

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  • leser!n am 28.11.2017 19:09 Report Diesen Beitrag melden

    so schön - danke

    Ach wie schön und informativ der Artikel und der Film. Erinnert mich an meine Reise im Frühjahr und zeigt, wie sich doch die Farben ändern. Gerne mehr davon.

  • Peter am 28.11.2017 16:00 Report Diesen Beitrag melden

    Koyo besser als Hanami

    Mir hat der Herbst immer besser gefallen als die Zeit der Kirschblüten. Vor allem, weil ausser der Kirschblüten die restlichen Bäume noch kahl sind. Der Herbst in Japan kann ich jedem Japan interessierten sehr empfehlen. Arashiyama ist natürlich toll, aber touristisch komplett überlaufen. Kanazawa oder Hikone sind zwar auch sehr beliebt, aber bei weitem nicht so "stressig" wie Kyoto dabei aber sicher genau so schön.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Fernweh am 01.12.2017 10:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wunderschöne Herbstfarben

    War gerade erst dort (gestern zurückgekommen, 7 Wochen Japan), und dank dieses Beitrages möchte ich wieder zurück :) Die Herbstfarben in Kyoto sind besonders schön, aber auch sonst überall in Japan.

  • AntiTheist am 01.12.2017 00:19 Report Diesen Beitrag melden

    Himmeltraurige Videoqualität.

    Himmeltraurige Videoqualität. Hat da jemand mit einem alten Nokia gefilmt?

    • 20minLeser am 01.12.2017 07:01 Report Diesen Beitrag melden

      Prioritäten setzen

      mir ist der Content tausendfach wichtiger als HDR bei nem youtube Video auf dem Natel. Während andere sich besonders cool finden, wenn sie mit ner Drohne über nen Strand fliegen oder als Pärchen abwechselnd Selfie-Dialoge in die Cam labern, so kommen hier echte Insights zum Land, zu Kultur, Leute, Traditionen, usw. Genau das interessiert mich, nicht die Selfie-Darsteller.

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  • leser!n am 28.11.2017 19:09 Report Diesen Beitrag melden

    so schön - danke

    Ach wie schön und informativ der Artikel und der Film. Erinnert mich an meine Reise im Frühjahr und zeigt, wie sich doch die Farben ändern. Gerne mehr davon.

  • Schreiberling am 28.11.2017 18:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ich mag die Berichte über Japan..

    einfach Super...

  • Peter am 28.11.2017 16:00 Report Diesen Beitrag melden

    Koyo besser als Hanami

    Mir hat der Herbst immer besser gefallen als die Zeit der Kirschblüten. Vor allem, weil ausser der Kirschblüten die restlichen Bäume noch kahl sind. Der Herbst in Japan kann ich jedem Japan interessierten sehr empfehlen. Arashiyama ist natürlich toll, aber touristisch komplett überlaufen. Kanazawa oder Hikone sind zwar auch sehr beliebt, aber bei weitem nicht so "stressig" wie Kyoto dabei aber sicher genau so schön.

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