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Skydiving am Uluru

10. Juli 2017 12:38; Akt: 10.07.2017 12:38 Print

Meine 30 Sekunden Todesangst im Outback

von Bettina Bendiner - Das mit der Höhe ist nicht so Ihr Ding? Meins auch nicht. Aber manchmal lohnt es sich, sich selbst zu überwinden.

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Auf dem Eiffelturm wird mir schlecht. Sessellifte und Gondeln? Nein. Und nein. Trotzdem finde ich mich an einem wunderschönen Juli-Tag in einem Mini-Flugzeug hoch über dem australischen Outback wieder. Mit diesem teuflischen Plan: Skydiving am Uluru. In einem sehr, sehr schwachen Moment ein paar Wochen davor habe ich mich für diesen Wahlausflug zum Abschluss dieser Pressereise entschieden. Ich kann ja immer noch nicht springen, dachte ich mir.

Umfrage
Würden Sie einen Fallschirmsprung wagen?
58 %
24 %
18 %
Insgesamt 429 Teilnehmer

Denn, seien wir ehrlich, grundsätzlich ist das ja eine dumme Idee, auf 3500 Metern aus einem Flugzeug zu springen. Eine redaktionsinterne Umfrage hat ergeben: Hey, du wirst das schon überleben, du könntest auch schon auf dem Weg nach Australien abstürzen (danke dafür). Und so finde ich mich am besagten, wunderschönen Juli-Tag also in dieser Mini-Maschine mit Plastik-Tür wieder. Fest angeschnallt an Chris von SkydiveUluru (Skydive-Neulinge springen logischerweise nicht allein, das wäre des Wahnsinns). Nach etwa zehn Minuten Wackelflug sagt er mir: «Wir sind jetzt bei halber Strecke.» Ich bin sicher, er macht Witze.

Ein Salto vorwärts ins Nichts

Nochmals knapp zehn Minuten später baumeln meine Beine über dem Abgrund (Zuvor haben wir uns gemeinsam Richtung Tür gerobbt. Ein Erlebnis, dass ich Ihnen gern erspare. Nur so viel: Beim Skydiven sehen Sie eigentlich immer doof aus). Chris (der Mann hat schon 10'000 Sprünge hinter sich, augenscheinlich hat er alle überlebt – und: auch er hat Höhenangst) checkt zum dreihundertsten Mal meine Ausrüstung – auf meinen Befehl, ja, ich war ein wenig nervig. Chris sagt, er habe es erst einmal erlebt, dass jemand über den Wolken kniff. Ich führe dies auf die die Sinne vernebelnde Panik seiner Gäste und mangelnde Luftzufuhr zurück. Als Neuling hat man ja die Tendenz, die Ausrüstung besonders fest zuziehen zu lassen.

Und dann plötzlich macht es «plopp». Mit einem Vorwärtssalto (!) kugeln wir aus dem Flugzeug. Was ausbleibt? Das Achterbahn-Gefühl im Bauch. Dafür sind Sie zu schnell unterwegs. Sie rasen gerade mit rund 140 Stundenkilometern auf die Erde zu. Dann noch eine Drehung auf den Bauch (es hört nicht auf). Jetzt sind Sie eine Pistolenkugel. Atmen? Bisschen schwierig. Die Luft peitscht Ihnen um die Ohren und das Gesicht. Die Ausrüstung quetscht und drückt. Die Angst ist plötzlich weg. Zu viel passiert gerade. Nach etwa 30 Sekunden ist der freie Fall vorbei – der Fallschirm (HALLELUJAH!) öffnet sich.

Glückliche Landung im australischen Outback

Bei der Landung etwa sechs Minuten nach dem Sprung ins Nichts sehen alle Neu-Skydiver gleich aus: Ein bisschen gaga, ein bisschen fröhlich, etwas geschockt, zerzaust und irr grinsend. Wieso sich Menschen so etwas antun? Ich kann mir das auch nach dem Sprung nicht erklären. Vielleicht ist es die Spannung, die Frage «Schaff ich das?» oder das Gefühl, sich selbst zu überwinden (Check bei mir). Bisschen egal auch, weil am Boden alle Skydiving-Neulinge das gemeinsam haben: Sie sehen zerfleddert, aber wahnsinnig glücklich aus. Sogar ich.

Zum Schluss noch ein paar Geheimtipps:

1. Mund zu beim Rausspringen. Sonst flattert auch Ihre Lippe rund einen Kilometer neben Ihrem Gesicht.
2. Das «Davor» ist schlimmer als das «Während». Ab Stufe «Beine baumeln» verschwimmt eh alles.
3. Höhenangst kuriert das nicht. Sie sind zu weit oben. Ein konkreter Referenzpunkt unten fehlt.


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