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Für 100 Millionen Dollar

07. Februar 2018 13:58; Akt: 07.02.2018 13:58 Print

Russen wollen Touristen ins Weltall schiessen

Der Raumfahrtkonzern Energia baut Module für vier bis sechs Personen. Eine Reise kann bis zu zehn Tage dauern.

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Diese Bilder aus dem Inneren der Internationalen Raumstation schoss die italienische Astronautin Samantha Cristoforetti vor ihrer Rückreise zur Erde. Vor ihrer Abreise machte die 38-Jährige ein Bild in jedem Modul der ISS, die zuvor 199 Tage lang ihr Zuhause war. Zur Freude aller Weltraum-Fans wurden die detailreichen Bilder nun zu einem interaktiven Panoroma zusammengefügt und ... ... auf eine Website der ESA (European Space Agency) gestellt. Die ISS blickt bereits auf eine lange Geschichte zurück: Am 20. November 1998 wurde es ernst mit dem Abenteuer «Internationale Raumstation». Auf dem Weltraumbahnhof Baikonur startete eine unbemannte russische Proton-Rakete mit dem ersten Bauteil für die ISS. Das Fundament der ISS: Das Fracht- und Antriebsmodul «Sarja», hier während seiner Montage im Kosmischen Forschungs- und Produktionszentrum M. W. Chrunitschew. Nur Tage später startete das Space Shuttle Endeavour mit dem Verbindungsknoten «Unity», dem Bindeglied zwischen dem russischen und dem amerikanischen Teil der Station. Die Aufnahme zeigt Astronaut Jim Newman am 7. Dezember 1998 bei Montagearbeiten an «Unity». Die beiden ersten Astronauten in der ISS: Der Kosmonaut Sergei Krikaljow (oben) und der Astronaut Robert Cabana am 10. Dezember 1998. Die ISS am 26. Mai 2000 vom Space Shuttle «Atlantis» aus aufgenommen. Noch besteht sie lediglich aus «Sarja» und «Unity». Ab dem Sommer 2000 wurde die ISS weiter ausgebaut. Ende Oktober des Jahres war sie so weit, dass sie die erste permanente Besatzung aufnehmen konnte. Bill Shepherd, Juri Gidsenko und Sergei Krikaljow starteten die bis heute ununterbrochene menschliche Präsenz an Bord der ISS. Bereits die zweite ISS-Besatzung war keine rein männliche Angelegenheit mehr. Susan Helms verbrachte 2001 als Teil der Expedition 2 mit Juri Ussatschow (M.) und James Voss 163 Tage an Bord der Station. Kurz darauf entdeckten auch die Touristen die ISS für sich. Dennis Tito (vorne) liess sich im Frühjahr 2001 das Privileg, der erste Weltraumtourist an Bord der Station zu sein, 20 Millionen Dollar kosten. Ihm folgten bis 2009 sechs weitere, darunter die amerikanisch-iranische Multimillionärin Anousheh Ansari. Von grösseren Problemen blieb die ISS lange verschont. Der erste Notfall trat am 18. September 2006 ein: Ein russischer Sauerstoffgenerator überhitzte und es traten ätzende Dämpfe aus. Die Besatzung zog vorsichtshalber Masken und Handschuhe an. Nach offiziellen Angaben waren ihre Leben aber zu keiner Zeit in Gefahr. Die ISS Anfang 2010: Der Ausbau war zu diesem Zeitpunkt beinahe komplett. Danach kamen mit den letzten Space-Shuttle-Flügen noch vier weitere Ausbauelemente dazu. 2014 soll eine Proton-Rakete ein russisches Fracht- und Labormodul und einen europäischer Roboterarm zur ISS bringen. Das Ende der letzten Space-Shuttle-Mission am 21. Juli 2011 bedeutete den Verlust des potentesten Versorgungsweges zur ISS. Bis auf Weiteres können die Besatzungen nur noch mit russischen Sojus-Raumschiffen zur Station und wieder zurück gelangen. Am 28. Mai geschah Historisches: Mit «Dragon» koppelte erstmals ein privates Versorgungsschiff an die ISS an. Die USA setzen nach Ende des Shuttle-Programms ganz auf private Dienstleister, um die Station mit Nachschub zu versorgen. Künftig sind auch bemannte Flüge geplant. 2013 kam es zu zwei Notfällen. Ein Defekt an einer Pumpensteuerung mit einem resultierenden Ammoniak-Leck zwang die Astronauten Chris Cassidy (abgebildet) und Tom Marshburn am 11. Mai zu einem ausserplanmässigen Weltraumspaziergang. Sie konnten das Teil am Solarmodul P6 austauschen. Gefährlicher war der Ausseneinsatz von Luca Pamitano am 16. Juli. In seinem Helm sammelte sich Wasser aus einer Trinkflasche. Er drohte zu ertrinken. Chris Cassidy rettete ihm das Leben, indem er ihn zur Luftschleuse zurückführte. Ein Höhepunkt des Jubiläumsjahres: Am 9. November 2013 nahmen die Kosmonauten Oleg Kotow und Sergei Rjasanski die olympische Fackel für die Winterspiele in Sotschi 2014 auf einen Weltraumspaziergang mit. Bis 2020 wird es die ISS sicher noch geben, anschliessend ist die Finanzierung ungewiss.

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Russland will schon in ein paar Jahren Weltraumausflüge für Touristen anbieten. Die «komfortablen» Reisen sollen nicht mehr als 100 Millionen Dollar kosten, sagte der Leiter des staatlichen Raumfahrtkonzerns Energia, Wladimir Solntsew, der russischen Zeitung «Komsomolskaja Prawda» vom Donnerstag. Das Unternehmen bereitet demnach den Bau eines eigens für Kosmos-Urlauber konstruierten ISS-Moduls vor. Einen konkreten Zeitplan gibt es allerdings noch nicht.

Marktuntersuchungen hätten ergeben, dass es Leute gebe, «die bereit sind, bis zu 100 Millionen Dollar» für eine Reise in den Weltraum zu bezahlen, versicherte Solntsew. Sein Unternehmen baut unter anderem die Sojusraketen – die einzig verbliebene Möglichkeit, zur Weltraumstation ISS zu gelangen. Derzeit baut Energia ein neues ISS-Modul mit dem Namen NEM.

Bis zu zehn Tage im All

Laut Solntsew ist ein weiteres Modul zur Unterbringung von Touristen in Vorbereitung. Das NEM-2 sei «ein Modul für vier bis sechs Personen. Es wird bequeme Kabinen haben, zwei Toiletten, Internet», erklärte Solntsew. Der US-Luftfahrtkonzern Boeing hätte bereits Interesse an dem Projekt angemeldet. Fünf bis sechs Touristen könnten so für maximal zehn Tage ins All fliegen, versicherte der Energia-Chef.

Bisher engagieren sich vor allem westliche Unternehmen wie Virgin Galactic im kommerziellen Weltraumtourismus. Russland hatte im Jahr 2009 den kanadischen Milliardär Gy Laliberté ins Weltall gebracht. Der Gründer des Cirque du Soleil verbrachte damals zwei Wochen an Bord der ISS.

(ma/yb/afp)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Raoof am 07.02.2018 14:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Raketentourismus

    Ich binde die Leute an eine 1. August Rakete, und verlange nur 100. Schweizerfranken, neu auch mit Bitcoins.

  • andi am 07.02.2018 14:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    genial

    finde ich super, ich soll also wenn möglich nicht auto fahren wegen der umwelt, aber solcher mist darf dann wieder gemacht werden?

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  • einer mit fettem Bankkonto am 07.02.2018 15:56 Report Diesen Beitrag melden

    Mal eine wichtige Frage:

    Bekomme ich das ganze Geld wieder zurück, wenn die Sache Schief läuft, und die Rakete explodiert? Wenn ja, bin ich dabei!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Waterpolo1s am 11.02.2018 15:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ... warum nicht ....?!

    Warum nicht alle Verbrecher !!! aner nur Hinflug-Billett ohne retour !!

  • Mäsi motz am 11.02.2018 15:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ist doch toll

    Wenn die reichen ihr geld ausgeben, wenn das geld zur weiteren forschungen dient!?

  • Mendi am 10.02.2018 15:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der Mensch hat nie genug!

    100Millionen ? Wie vielen Menschen in Not ich eine freude machen könnte mit diesem Geld.

  • Gregor am 08.02.2018 21:13 Report Diesen Beitrag melden

    USA/Russland

    Die Amis und die Russen mögen sich ja s das in Russland jetzt der Dollar eingeführt wurde.

  • Bürger am 08.02.2018 19:34 Report Diesen Beitrag melden

    Ja klar

    Für touristen, für nur 100millionen.. Is klar.. Es sollte für die völker gehen.. Realistische preise... Ich kann mir nichtmal 100000.- leisten.. kommt mir nicht vonwegen kosted viel etc.. Dan sollen sie halt erst dan kommen wenn es rralistisch ist.. Mit 100millionen baue ich selber ein ding das mich in die solch eine höhe bringt!

    • Bepo am 11.02.2018 12:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Bürger

      Es ist realistisch. Nur nicht für normale Menschen wie Du und Ich. Und nein, mit 100Mio baust du das ganz sicher nicht.

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