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Vanabundos-Blog

08. August 2017 07:18; Akt: 08.08.2017 07:18 Print

Sind in Zentralamerika wirklich alle kriminell?

von Gabriella Hummel - Diese Länder sind doch gefährlich! Das hören unsere Blogger im VW-Bus sehr oft über Zentralamerika. Vor allem von Menschen, die noch nie da waren.

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Nach einigen Monaten unterwegs von Nord- nach Südamerika haben wir ein Muster festgestellt. Egal, wohin wir unterwegs sind, wir werden immer davor gewarnt. In den USA warnte man uns eindringlich vor Mexiko (O-Ton einer eigentlich netten Frau: «Die sind alle kriminell!»), die Mexikaner warnten uns jeweils vor dem nächsten Bundesstaat und erst recht vor Guatemala, die Guatemalteken vor El Salvador und so weiter.

Anfangs nimmt man die Warnungen ernst und fährt mit einem komischen Gefühl weiter. Aber je öfter wir sie hören, desto weniger beunruhigen sie uns, denn es ist tatsächlich noch nie etwas passiert.

Schlimmes wird eher weiterverbreitet

Wir sind ganz normale Leute, weder sonderlich mutig noch besonders ängstlich. Wir mussten aber früh lernen, Angstmache von unserer eigenen Wahrnehmung zu unterscheiden. Menschen und auch Medien geben nur die schlimmsten Statistiken und Fälle weiter.

Wenn uns heute jemand vor einem Land (als könnte ein ganzes Land gefährlich sein) warnen will und eine üble Geschichte erzählt, fragen wir, ob er oder sie das Opfer oder den ach so gefährlichen Ort persönlich kennt. Das war noch nie der Fall. Medien berichten natürlich nur über ein Land, wenn dort etwas passiert ist. Dass in El Salvador Menschen ganz normal leben und arbeiten, ist keine Schlagzeile wert.

Nicht naiv, aber mit Bauchgefühl

Wenn man unterwegs ist wie wir, liest man nicht jeden Tag die Mordstatistik eines Ortes durch. Man fährt und fährt und von Zeit zu Zeit verändert sich das Klima, die Menschen und die Häuser sehen etwas anders aus, der Akzent verschärft sich – aber das passiert nie auf einen Schlag. Und so geschieht es, dass man durch vermeintlich gefährliche Länder fährt und merkt: Eigentlich ist das Leben überall dasselbe. Menschen überall auf der Welt haben ihre Herausforderungen und versuchen nur, glücklich zu sein.

Natürlich fahren wir nicht völlig naiv durch Mittelamerika. Aber mit einer Handvoll kleiner persönlicher Regeln wird man eine durchwegs positive Erfahrung haben: immer freundlich und aktiv auf alle Menschen zugehen, nicht in der Nacht fahren, nicht nach Drogen suchen (und so mit den wirklich gefährlichen Leuten in Kontakt kommen), das Auto sicher oder in Sichtweite abstellen, aufs Bauchgefühl hören.

Aus Angst etwas verpassen

Wir haben viele Reisende kennengelernt, die Honduras oder El Salvador innert eines Tages durchqueren, um nicht mehr als eine Pinkelpause in diesen Ländern einlegen zu müssen. Sie geben sich und ihren Vorurteilen gar nicht die Chance, sich zu ändern. Hauptsache, man hat das Land auf der Liste abgehakt – aber sich effektiv damit befassen? Nein, danke.

Das ist schade. Denn gerade diese beiden Länder sind nicht sehr anders als ihre Nachbarn Nicaragua oder Guatemala. Dafür trifft man auf viel weniger Touristen, auf authentische Lebensweisen und auf ganz viel Freude über jeden Besuch. Natürlich lernten wir auch Reisende kennen, die Monate dort verbrachten und es absolut liebten.

Übrigens hatten auch meine Eltern ihre Bedenken. Sie sind wie wir (oder besser gesagt: wir wie sie) begeisterte Camper – und wurden gerade in Italien ausgeraubt. Ihre Nachricht am Tag darauf: «Mittelamerika ist ja sooo gefährlich!»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pura Vida am 08.08.2017 07:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Globetrotter

    Auch wir waren 6 Jahre lang mit unserem Sprinter von Feuerland nach Alaska unterwegs. Auch wir wurden immer wieder gewarnt. Wenn man sich an die Regeln hält, ist es auf diesem Teil d er Erde nicht gefährlicher als bei uns! Wir sind jedenfalls reich zurückgekehrt. Reich an schönen Erinnerungen, reich an tollen Erlebnissen und reich an guten Erfahrungen!

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  • Zazu am 08.08.2017 08:25 Report Diesen Beitrag melden

    El Salvador!

    Ich stamme selbst aus El Salvador und es ist gefährlich dort. Vorallem Tattoos können falsch gedeutet werden! In El Salvador tragen nur Gang-Mitglieder Tättowierungen. Man sollte auf jeden Fall vorsichtig sein und Nachts nicht alleine rumlaufen. Wenn man sich an die Einheimischen hält passiert aber selten was.

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  • Freddy am 08.08.2017 09:01 Report Diesen Beitrag melden

    Es ist gefährlich

    Zentralamerika ist gefährlich. Das ist ein Fakt, denn ich habe in Belize und El Salvador gelebt. Natürlich ist die Bedrohungslage nicht überall gleich aber es ist nicht umsonst so, dass die zentralamerikanischen Staaten ganz oben auf der Liste stehen mit den meisten Morden. Nur weil man also wie diese Weltreisenden Glück hatte und von Kriminalität verschont wurde, hat dies keinerlei repräsentative Aussage. Die meisten Europäer die in Mittel- und Südamerika leben wurden schon ein oder mehrmals ausgeraubt weil sie einfach wie Touristen aussehen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Supertramp am 15.08.2017 22:05 Report Diesen Beitrag melden

    Take it easy

    Wurde in Peru 2 mal in einer Stunde ausgeraubt. War aber irgendwie lustig weil ich total betrunken war(-:

  • Terry F am 14.08.2017 15:21 Report Diesen Beitrag melden

    seit Jahren ein Haus bei Arenal

    Nur Costa Rica ist relative sicher....der Rest of Z. Amerika, nur in luxus Hotels mit Security.....nix zum einfach herum-fahren.

  • Ried Winkel NZL am 13.08.2017 11:04 Report Diesen Beitrag melden

    Naive Influenzas

    Die Statistiken sprechen eine andere Sprache aber wenn sie so gerne Abenteuer mögen, sollten sie doch nach Venezuela gehen, dort sieht man aktuell gerade die 1:1 Umsetzung des SP-Parteiprogramms Aber vielleicht wollten sie ihrem langweiligen Blog ein wenig Pep verhelfen und hofften darauf in El Salvador etwas zu "erleben"

  • Rolf Hefti am 10.08.2017 19:55 Report Diesen Beitrag melden

    Braucht echt Mut

    ...mit einem V-Weh so weit weg zu fahren. Ich hatte früher auch einen, damit bin ich mal nach Portugel gefahren, aber unterwegs dahin habe ich ein neues Getriebe gebraucht, und auf dem Heimweg einen Austausch-Alternator, als ich zuhause ankam habe ich festgestellt dass die Bremsen kompl. am A..... waren. Neue Bremsscheiben und Klötze wurden montiert, teure Ferien mit einem V-Weh. Heute fahre ich was besseres, man wird ja klüger!

  • Der Realist am 09.08.2017 22:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Heimvorteil

    Um von Wegelagerern ausgeraubt zu werden, braucht man nicht nach Südamerika zu reisen, die grössten Gangster rauben uns hier in der Schweiz regelmässig aus, man nennen es Steuern.

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