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Arizona

21. November 2017 15:48; Akt: 21.11.2017 15:48 Print

Spukhotels, Klischees und Anti-Trump-Stimmung

Die ehemalige Kupferminenstadt Jerome in den Hügeln Arizonas sieht zwar wie eine alte Wildwest-Film-Location aus, hat aber noch viel mehr zu bieten.

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Die ehemalige Kupferminenstadt Jerome befindet sich in den Hügeln Arizonas, genauer am Cleopatra Hill in einer Höhe von 1600 Metern. Nach unzähligen Bergrutschen und Feuersbrünsten sowie der Schliessung von der Phelps Dodge Mine 1953, Jeromes letzter Kupfermine, verwandelte sich der bis dahin boomende Ort in eine Geisterstadt. Mit etwa 450 Einwohnern lebt Jerome heute hauptsächlich vom Tourismus. Das Prädikat «Amerikas grösste Geisterstadt» kommt nicht von ungefähr. In fast allen Hotels soll es spuken. So zum Beispiel im Ghost City Inn, das von der deutschsprachigen Hamburgerin Ingrid Sarris betrieben wird. Von wegen Horrorsetting: Jedes Zimmer im Ghost City Inn wurde individuell eingerichtet und verzaubert mit charmanter Jahrhundertwende-Möblierung. Ingrid Sarris' Mann Richard weiss auch zu verzaubern: Sein Erdbeer-French-Toast gehört zu den besten bis über die Grenzen von Jerome hinaus. Dieses Frühstück alleine ist schon ein Grund, im Ghost City Inn zu übernachten. Im Paul & Jerry's Saloon feiern vor allem die Locals, mit denen man schnell ins Gespräch kommt. Es lohn sich: Nur so gibts tolle Insider-Tipps in Sachen Jerome und Umgebung. Insider-Tipp Nr. 1: Ein Trip mit der Kult-Eisenbahn Verde Canyon Railroad. Die vierstündige Fahrt ab Clarkdale führt auf gut 30 Kilometern durch 100 Jahre Geschichte und passiert dabei nicht nur kleine Wild-West-Städte, sondern auch die leuchtend roten Red Rocks rund um Sedona. Insider-Tipp Nr. 2: Auf dem Constellation Trail bei Prescott hiken. Die etwa einstündige, nicht allzu steile Wanderung bietet wunderbare Ausblicke auf die Bradshaw Mountains sowie die Möglichkeit, unterwegs Rosenquarz-Steinbrocken zu sammeln. Zudem bietet sich die spektakuläre Landschaft des Constellation Trails gerade dazu an, Fotos oder Snaps für Social Media zu schiessen. Insider-Tipp Nr. 3: Mitten in der Wüste gelegen, von Frank Lloyd Wright designt und voller spannender Hintergrundgeschichten – so präsentiert sich Taliesin West, Wrights Winterwohnsitz und Atelier in Scottsdale, Arizona. Architektur-Fans kann es im Arbeitszimmer des Über-Architekten schon mal die Sprache verschlagen.

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Felslandschaften, die mal rosa, dunkelrot oder golden leuchten, überdimensionale Kakteen und Sonnenuntergänge, so schön, dass sie einem die Tränen in die Augen treiben: Wer nach Arizona reist, begegnet diesen in Wildwest-Filmen zelebrierten Klischees auf Schritt und Tritt. So auch in der ehemaligen Kupferminenstadt Jerome, die sich knapp 120 Kilometer nordwestlich von Phoenix befindet. Natürlich. Denn vor etwas mehr als hundert Jahren wurden in dem Bergdorf, das in einer Höhe von 1600 Metern auf dem Cleopatra Hill liegt, 15'000 Bergleute beschäftigt, die dort Kupfer abbauten. Und die sich nach der harten Arbeit in den fast 100 Saloons, Opiumhöhlen und anderen einschlägigen Etablissements erholten. Das ist heute passé. Nach Schliessung der Phelps Dodge Mine 1953, Jeromes letzter Kupfermine, wurde das Dorf zur Geisterstadt. Wortwörtlich. Kevin Savage, der Präsident der örtlichen Handelskammer, sagt grinsend dazu: «In manchen unserer Hotels soll es spuken.»

Geister und French Toast

Etwa im Ghost City Inn, wo sich gemäss einer Legende Sammy, eine vor knapp hundert Jahren ermordete Prostituierte, heulend rumtreiben soll. Auf die Frage, ob sie Sammy schon begegnet sei, lächelt Gastgeberin Ingrid Sarris geheimnisvoll. Wer nun beim Ghost City Inn aber an ein unheimliches Haus wie jenem aus Stephen Kings «Shining» denkt, liegt völlig falsch. Statt mit Horrorelementen hat die gebürtige Hamburgerin jedes der sechs Zimmer liebevoll ausgestattet, traumhaft bequeme Kingsize-Betten inklusive. Sollte das nicht genug Motivation sein: Das von Ingrids Mann Richard zubereitete Frühstück mit Erdbeer-French-Toast gehört zu den besten bis weit über die Grenzen von Jerome. Überhaupt lohnt es sich, mit Jeromies, den Bewohnern von Amerikas grösster Geisterstadt, in Kontakt zu treten. Sie verraten gerne Insidertipps – etwa wo vegane (!) Dinnerpartys im Freien stattfinden – und sind ganz wunderbare Tanzpartner. Zum Beispiel im Paul & Jerry's Saloon, wo sich angehende Ghostbusters zu Jukebox-Sounds bei Barmann George auch etwas Mut antrinken oder gegen US-Präsident Donald Trump wettern können. Denn für diesen Spuk haben die Jeromies so gar kein Verständnis.

(ISC)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Zwänzminüteler am 21.11.2017 17:34 Report Diesen Beitrag melden

    Mal was Anderes...

    sicher spannend aber müsst ihr unbedingt Polik in diesem Bericht erwähnen? Hätte nicht sein müssen...

  • Max König am 22.11.2017 14:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hmm...

    Arizona ist von den Organ Pipes über die Saguaros bis zur Gebirgskette im Norden einfach wunderschön!

  • Der Seher am 22.11.2017 11:01 Report Diesen Beitrag melden

    Ghosttown

    da war ich im 2010... ein abgelegener Ort, aber sehr spezielle Atmosphäre. Schade steht nichts über "the Gold King Mine & Ghost Town", der Inhaber sammelt alles was nicht niet- und nagelfest ist. Unbedingt besuchen, wenn man dort ist...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Max König am 22.11.2017 14:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hmm...

    Arizona ist von den Organ Pipes über die Saguaros bis zur Gebirgskette im Norden einfach wunderschön!

  • Der Seher am 22.11.2017 11:01 Report Diesen Beitrag melden

    Ghosttown

    da war ich im 2010... ein abgelegener Ort, aber sehr spezielle Atmosphäre. Schade steht nichts über "the Gold King Mine & Ghost Town", der Inhaber sammelt alles was nicht niet- und nagelfest ist. Unbedingt besuchen, wenn man dort ist...

  • Robi am 22.11.2017 07:32 Report Diesen Beitrag melden

    Jerome

    Ich war letzes Jahr dort. Kann es nur empfehlen. :-)

  • marko 32 am 21.11.2017 21:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Krass

    Krass

  • Zwänzminüteler am 21.11.2017 17:34 Report Diesen Beitrag melden

    Mal was Anderes...

    sicher spannend aber müsst ihr unbedingt Polik in diesem Bericht erwähnen? Hätte nicht sein müssen...

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