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Japan-Blog

14. Februar 2018 16:45; Akt: 16.02.2018 09:28 Print

Ein Trommelkonzert wie ein kunstvoller Orkan

Taikos bringen einen ganzen Saal in Schwingung. In Tokio können sich auch Touristen an den japanischen Trommeln versuchen.

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Wer denkt, dass ein japanisches Trommelkonzert vor allem laut ist, wird überrascht sein von den verschiedenen Klangfarben, der Vielfalt der Trommeln und der unglaublichen Präzision der Show.
Wer die grossen Trommeln bespielt, braucht sehr viel Kondition und Kraft. Der Schweiss fliesst und das Publikum lässt seinen Herzschlag mit demjenigen der Trommeln verschmelzen, während die Muskeln der Kompaniemitglieder auf der Bühne bewundert werden.

Es ist nicht nur ein schönes und eindrückliches Konzert. Es ist auch lustig, unterhaltsam und verspielt. Werden die grossen Trommeln hinter dem Vorhang um- oder aufgestellt, wird das Publikum mit kleineren Trommeln (Shime- oder Okedo-daiko) davor unterhalten. Das Beste kommt zum Schluss: Die Odaiko, die grösste Trommel (Ooki bedeutet gross, zusammengehängt mit Taiko entsteht das Wort Odaiko). Für diesen Trommelkörper wird ein einziges grosses Stück des Stammes einer Ulme (Japanische Zelkove) ausgehöhlt und auf beiden Seiten mit Leder bespannt. Die Chudaiko (mittelgrosse Trommel) wird aus den kleineren Stücken des Baumes hergestellt. Darum wird oft von einer Trommelfamilie gesprochen.

Wir Sakatas gehörten zu den kritischen Zuhörerinnen, als wir vor Jahren einmal Tickets für eine Taikoshow bekamen. Japankitsch im Ausland präsentiert, dachten wir. Aber wir hatten keine Ahnung. Innerhalb der ersten Minuten wurden wir mitgerissen von den Trommelwirbeln und sind seit jeher immer dabei, wenn die grossen Trommeln in Zürich zu Gast sind.

Es war schon immer ein Traum von mir, eine solche Trommel aus der Nähe zu betrachten, ja ihr vielleicht sogar ein paar Töne zu entlocken. Auf Airbnb fand ich die Aktivität «Taiko spielen mit Junko in Tokio». Kinder sind auch willkommen und so sind meine Tochter Mika und ich an einem verregneten Nachmittag nach Asakusa gefahren, wo Junko ihre Gäste empfängt. Junko spielt in einer der vielen lokalen Taiko-Gruppen und trainiert regelmässig für Auftritte an Festivals und traditionellen Festtagen.

Im Keller eines Taiko-Geschäfts mietet sie ein schallgedämpftes Übungsstudio für Taiko-Workshops. Ich war gespannt, ob sie in dieser Stunde versucht, uns mit gewohnt japanischem Drill und Strenge zu Höchstleistungen anzutreiben. Junko wählte aber den spielerischen Ansatz und wir durften den Trommeln unbedarft nähertreten und einfach ganz viel ausprobieren. Mika und ich hatten zusammen mit einem kanadischen Koch aus Montreal grossen Spass. Die Zeit war zwar zu kurz, aber für einen kleinen Einblick ins Universum der japanischen Trommelkunst hat es gereicht. Eines ist auf jeden Fall klar: Der Respekt vor den grossartigen Künstlern der Trommeltruppen ist ins Unermessliche gestiegen.



(sei)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • ClaLa am 14.02.2018 21:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Odaiko

    Hab selber mal bei einem Freund ca 30 min auf der grossen Odaiko gespielt. Das braucht sehr dynamische Bewegungen. Eindrücklich . Und hat mich mit den starken Schwingungen richtig 'dureputzt'. Tolles Instrument

  • leser2018 am 14.02.2018 20:32 Report Diesen Beitrag melden

    what a beat ...

    Sehr interessant und ein erster Einblick, der Neugierde auf mehr macht. Danke.

  • Coolio am 15.02.2018 16:03 Report Diesen Beitrag melden

    Cool!

    Cool, das würde ich auch gerne machen, wenn ich mal in Tokio bin :)

Die neusten Leser-Kommentare

  • Coolio am 15.02.2018 16:03 Report Diesen Beitrag melden

    Cool!

    Cool, das würde ich auch gerne machen, wenn ich mal in Tokio bin :)

  • ClaLa am 14.02.2018 21:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Odaiko

    Hab selber mal bei einem Freund ca 30 min auf der grossen Odaiko gespielt. Das braucht sehr dynamische Bewegungen. Eindrücklich . Und hat mich mit den starken Schwingungen richtig 'dureputzt'. Tolles Instrument

  • leser2018 am 14.02.2018 20:32 Report Diesen Beitrag melden

    what a beat ...

    Sehr interessant und ein erster Einblick, der Neugierde auf mehr macht. Danke.

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