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Vanabundos-Blog

17. März 2018 18:32; Akt: 17.03.2018 18:32 Print

Vegan auf Reisen – gar nicht mal so schwer

von Gabriella Hummel - Irgendwo auf Höhe Costa Rica hörten unsere Blogger auf, tierische Produkte zu essen. Heute wissen sie: Das ist leichter als gedacht.

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Als Erstes möchte ich klarstellen, dass mir natürlich bewusst ist, wie gross die Projektionsfläche ist, die ich mit diesem Text aufstelle. Zwei Menschen in einem alten VW-Bus, bereits über 20 Monate unterwegs, sie ab und zu Yogalehrerin, er Musiker – und zu allem Überfluss leben sie jetzt auch noch vegan. Was noch schlimmer ist: Jetzt will sie uns ihre extreme Lebensweise wahrscheinlich auch noch aufbinden. Keine Angst! Das will ich nicht. Ich werde versuchen, so neutral wie möglich über unsere Erfahrungen zu sprechen, die natürlich nie neutral sein können, weil es sich ja um mein Leben handelt.

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Veganismus. Das Wort klang auch für uns noch sehr extrem und fremd. Das, obwohl ich Vegetarierin bin, seit ich selbst entscheiden darf, was ich zu mir nehme. Sandro hat sich bis vor einem Jahr noch die Cervelat nach Mexiko mitbringen lassen. Was in der Zwischenzeit passiert ist, lässt sich wohl am besten beschreiben mit schrittweiser, ungewollter Entwöhnung.

Lieber kein Käse

Sandros Fleischkonsum hatte sich bereits auf ein seltenes Minimum reduziert. Und spätestens in Guatemala, wo das Fleisch am Stück in einem Holzhäuschen hängt und die Fliegen mit dem Palmblatt weggewedelt werden, war es um den guten Mann geschehen - auf die schlechte Art und Weise.

Ihnen muss ich ja nicht erklären, dass der Käse ausserhalb der Schweiz nicht zu gebrauchen ist. Da kauft man lieber gar keinen. Das ist es, was wir taten. Wozu zu viel Geld für einen Käse ausgeben, der ohnehin nach nichts schmeckt? Und wo der fehlende Käse anfangs noch ein klaffendes Loch in unserer Geschmackserinnerung hinterlassen hatte, war bald keines mehr.

Da blieben noch die Eier. Supermärkte meiden wir, so gut es geht, um die lokale Bevölkerung zu unterstützen. Das Problem war dann irgendwann, dass die lokale Bevölkerung ihre Eier nur in 24er-Kartons kauft. Etwas zu viel für uns.

Und das als Argentinierin!

Natürlich, neben all diesen praktischen Gründen, die zu unserer neuen Ernährungsweise führten, gab es parallel auch andere: Gedanken, die wir uns machten, zum Beispiel. Und Informationen, die wir uns einverleibten. Die Tatsache, dass wir uns besser fühlen. Ist ein Klischee, stimmt aber zu 100 Prozent.

Schwierig ist es übrigens überhaupt nicht. Wir essen ohnehin recht simpel und frisch. Und auswärts haben wir noch immer irgendetwas gefunden. Ich kenne ja das Vegi-Notfall-Menü Pommes und Salat schon sehr gut, das funktioniert auch als Veganer. Auch die lokalen Spezialitäten lassen sich oft in veganen Versionen finden, wenn man sich die Zeit nimmt. Die haben wir ja glücklicherweise. Es gibt auch eine hervorragende App, mit der man vegetarische und veganerfreundliche Restaurants auf der ganzen Welt findet.

Was noch lustig ist: Jedes Land bisher brüstet sich damit, extrem viel Fleisch zu essen. Und dass es quasi unmöglich sei, als Veganer zu überleben. Doch wir fanden bereits in den kleinsten Dörfern und Vororten von grossen Städten vegane Restaurants. Gerade hier in Kolumbien ist es eine wahre Freude. In der Altstadt von Cartagena zum Beispiel kocht eine Handvoll Grossmütter bereits seit über 15 Jahren vegan-vegetarisch. In den meisten Städten haben sich irgendwo die Hare Krishna niedergelassen und kochen fantastische vegane Mittagsmenüs. In kleineren Orten sind es kleine lokale Familienrestaurants, in denen gesund gekocht wird – was hier so viel heisst wie Vegi-Zeug.

Übrigens: Ich wuchs in einer argentinischen Familie auf. Wenn ich krank war und mit meiner Mama telefonierte, meinte sie immer: Iss doch bloss ein kleines Stückchen Fleisch, das wird dir guttun! Als ich Vegi wurde, nahmen sie mich nicht sehr ernst. Wenn die gewusst hätten, was noch auf sie zukommt!

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • globetrotter am 17.03.2018 19:38 Report Diesen Beitrag melden

    keine kunst

    als ich vor kurzem in mexico und venezuela war, ernährte ich mich auch zu 90% von früchten. das ist dort bei den schmackhaften angebot je keine kunst.

  • Chris am 18.03.2018 23:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So viel Wissen

    Schade, dass in diesem Blog immer wieder versucht wird allwissend zu sein. Wir waren auch in Südamerika und haben immer wieder sehr guten Käse gefunden und das nicht nur im Supermarkt. Naja.... so neutral sind eure Berichte wirklich nicht.

  • B4b4 d4s Origin4l am 17.03.2018 23:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    vegan

    ist nicht so schwer,weil Reis leichter ist als Fleisch. Oder sollte es wohl heissen Vegan auf Reisen -gar nicht mal so schwierig

Die neusten Leser-Kommentare

  • Chris am 18.03.2018 23:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So viel Wissen

    Schade, dass in diesem Blog immer wieder versucht wird allwissend zu sein. Wir waren auch in Südamerika und haben immer wieder sehr guten Käse gefunden und das nicht nur im Supermarkt. Naja.... so neutral sind eure Berichte wirklich nicht.

  • Lu Ko am 18.03.2018 17:49 Report Diesen Beitrag melden

    Sehr interessant!

    Dankeschön für diesen tollen Artikel!

  • Efraín am 18.03.2018 17:30 Report Diesen Beitrag melden

    Vegan auf Reisen - und das erst noch...

    ... in Südamerika. In Ländern, wo das Angebot an Früchten und Gemüse zigfach grösser (und von besserer Qualität) ist als bei uns. Ja was bitte schön soll hier schwierig sein? Und bzgl. Fleisch vom Markt - so ist das nun mal in diesen Ländern. Wenn man einige Grundregeln beachtet, dann ist das kein Problem. Ich wünsche euch sehr viel Spass auf eurer Reise - aber lasst doch diese unsägliche Effekthascherei!

  • Peter Schneider am 18.03.2018 15:11 Report Diesen Beitrag melden

    Wichtigmacherei

    Vegan ist wieder so eine Schnapsidee welche in einem degeneriertem Wohlstandshirn entstanden ist. Wie immer findet Solches Nachahmer, welche sich dann, mangels anderer Alternativen, mit dem in Ihrer Umgebung wichtig machen können.

  • Ernährer Grossfamilie am 18.03.2018 11:24 Report Diesen Beitrag melden

    Modeerscheinung bei uns

    Unsere Kinder und ihre Freunde haben zusammen mit dem Eintreten der Pubertät auch den Vegetarismus und Veganismus entdeckt. Wir haben sie machen und glauben lassen. Das führte so weit, dass sie selbst zu kochen begannen, was das einzig Positive war daran - rückwirkend gesehen. Nach 18 Monaten begann die Lust zu bröckeln. Nach 24 Monaten griffen sie wieder freudig zu Fleisch, Fisch und Geflügel. Heute lachen sie nur noch darüber, obwohl ihr Konsum an tierischen Produkten eindeutig abgenommen hat. Dafür haben die Flugkörner und -Früchte, das Superfood, im Moment Hochsaison. Geht auch vorüber!

    • Pascal am 18.03.2018 14:35 Report Diesen Beitrag melden

      Mode, Fundamentalismus, Freiheit

      Vieles ist eben eine Modeerscheinung...ein bisschen bleibt hängen...Jeder soll auf seine Art glücklich werden. Wirklich schlimm sind die ideologisierten / fundamentalistischen Veganer...Für die sind alle nicht Veganer Feinde. Am schlimmsten behandeln die aber frühere Veganer, die aus gesundheitlichen Gründen auch wieder etwas tierische Nahrung zu sich nehmen.

    • I_AM_VAMPIRE am 18.03.2018 17:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Pascal

      Ja unddu zeigst doch auch grad selbst mit den Finger aif andere.

    • I_AM_VAMPIRE am 18.03.2018 17:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Pascal

      Wenn man als Veganee tierisches zu sich nimmt wegen der Gesundheit, dann hat man mit sicherheit was falsch gemacht.

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