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Doktor Sex

02. September 2010 11:53; Akt: 04.10.2011 15:27 Print

«Ich fürchte mich vor dem Frauenarzt»«Ich fürchte mich vor dem Frauenarzt»

Alle Kolleginnen von Arabel waren schon beim Frauenarzt. Und jede erzählt eine andere Geschichte über die Konsultation. Kein Wunder, hat sie Bammel vor dem ersten Termin. Aber wie ist es denn nun wirklich?

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Frage von Arabel (14) an Doktor Sex: Meine Kolleginnen waren schon alle beim Frauenarzt und jede erzählt etwas anderes darüber, wie der Besuch verlaufen ist. Ich habe bald einen Termin und fürchte mich davor. Was wird er tun?

Antwort von Doktor Sex:


Liebe Arabel

Der erste Frauenarztbesuch ist für viele Mädchen mit Unsicherheiten verbunden.

Wenn du nicht wegen Beschwerden zu ihm gehst, ist beim ersten Kontakt nicht zwingend eine Untersuchung notwendig. Du kannst auch nur Fragen stellen und dir erklären lassen, was du über deinen Körper und seine Entwicklung in der Pubertät oder über Menstruation, Sexualität und Verhütung wissen möchtest. Schreib doch deine Fragen vorher auf einen Zettel und nimm diesen mit in die Sprechstunde. So bist du sicher, dass in der Aufregung auch nichts vergessen geht. Sollte trotzdem eine Untersuchung notwendig sein, wird dir der Arzt genau erklären, was er tut. Wenn du magst, kannst du dich von einer Freundin begleiten lassen. Falls du wegen der Pille gehst, kannst du auch deinen Freund mitnehmen. So weiss er auch gleich Bescheid. Ärzte unterstehen der Schweigepflicht und dürfen ohne deine Einwilligung niemandem etwas über dich, Grund oder Inhalt deines Besuchs sagen.

Gründe, um sich beim Frauenarzt oder der Frauenärztin anzumelden, sind beispielsweise Jucken und Brennen in der Scheide oder an deren Eingang, auffälliger Ausfluss, der vielleicht sogar übel riecht, sehr starke oder sehr unregelmässige Menstruationsblutungen und Schmerzen während, vor oder nach der Blutung. Aber auch wenn ein Mädchen mit fünfzehn Jahren die erste Blutung noch nicht gehabt hat, sollte sie sich vorsorglich untersuchen lassen.

Wahrscheinlich wirst du bereits im Wartezimmer Namen, Alter, Adresse und deine Krankenkasse in ein Formular eintragen müssen. Im persönlichen Gespräch wird dir der Arzt Fragen zu deinem Befinden, deiner Entwicklung und zur Menstruation stellen. Zudem wird er wissen wollen, welche Erkrankungen du in deinem Leben schon durchgemacht hast, ob du an Allergien leidest, schon operiert wurdest oder regelmässig Medikamente einnimmst. Im Zusammenhang mit der Pille wird er von dir wissen wollen, ob du rauchst. Es ist wichtig, dass du bei dieser Frage ehrlich bist, denn sonst kann er die Risiken für die Pillenverschreibung nicht richtig abwägen. Falls du eine Frage oder einen Begriff nicht verstehst, darfst du das ruhig sagen. Ärztesprache ist für viele Menschen «Kauderwelsch» und bedarf daher einer Übersetzung.

Die Kosten für den Arztbesuch werden von der Krankenkasse übernommen. Das bedeutet, dass die Rechnung zu dir nach Hause geschickt wird und deine Eltern dadurch zwangsläufig von der Konsultation erfahren. Solltest du aus irgendeinem Grund nicht wollen, dass deine Eltern davon wissen, musst du das unbedingt in der Sprechstunde mit dem Frauenarzt bereden. Falls du nur Informationen über Verhütungsmethoden brauchst, ist es nicht zwingend notwendig, dafür zum Arzt zu gehen. In der Schweiz gibt es eine Vielzahl von regionalen Familienplanungsstellen, welche kostenlose Verhütungsberatung anbieten. Einige von ihnen stellen auch Pillenrezepte aus. Adressen findest du über die nachfolgenden Links.

Der erste Frauenarztbesuch ist zwar eine komplexe Angelegenheit und bietet einige Herausforderungen, schliesslich wollen aber alle nur das Beste für dich. Du brauchst dir daher keine Sorgen zu machen.


  • Adressen und Telefonnummern aller Familienplanungsstellen in der Schweiz
  • Infos und Tipps zum ersten Frauenarztbesuch
  • Erste Hilfe bei Verhütungspannen oder einer ungewollten Schwangerschaft
  • (bwe)

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    • Cory am 02.09.2010 20:07 Report Diesen Beitrag melden

      Versteh ich gut

      Vor meinem allerersten F-Arztbesuch hatte ich auch Panik. Vielleicht, weil gerade damals in den Medien von Missbrauchsfällen von F-Ärzten berichtet wurde... Nach der Session fühlte ich mich furchtbar und wollte nur noch alleinsein. Wäre eine Freundin dabeigewesen, hätte ich mich vielleicht wohlergefühlt. Heute habe ich eine weibliche Ärztin und fühle mich eindeutig wohler, geborgener. Deswegen: such einen weiblichen Arzt!!! Obwohl eine Frau nicht unbedingt weniger grob zugreift...! ;)

    • vera am 02.09.2010 18:25 Report Diesen Beitrag melden

      hei leute..

      ..find das echt ne gute antwort vom doc. weiss gar nicht wieso entsetzen wegen 14, und von wegen über sex erklären. da muss man echt nicht mehr mit bienchen und blümchen kommen. info holen, und beraten lassen sind immer gut.

    • asdf am 02.09.2010 13:49 Report Diesen Beitrag melden

      Mal eine gute Antwort

      Nehmt doch euren Freund mit, wenn ihr Angst habt. Oder eben eine Kollegin, die ihr vertraut. Es ist viel weniger schlimm. Die betatschen euch nicht, sondern erklären euch genau, was sie wann machen. Ihr werdet also abgetastet und so kontrolliert. Und NICHT betatscht oder ungewollt berührt. Allenfalls gibt es eben auch noch (meist gut gebuchte) Fraunärztinnen, bei denen die Wahrscheilichkeit von einer perversen Person behandelt zu werden noch kleiner ist.

      • Mann am 02.09.2010 17:43 Report Diesen Beitrag melden

        hmm

        Als ich zum Urologen musste, hab ich das niemandem, ausser meiner Freundin, gesagt! Nicht weil es mir peinlich war(haha war ein wenig zu wild ;)) sondern weil ich kein Bock auf blöde Sprüche hatte, viele Kolleginnen und Kollegen reagieren auf solche Dinge völlig falsch, z.B. die Angstmacher (vorallem unter Frauen wenn es um den berüchtigten "Stuhl" geht) Also ich war froh das ich alleine war. Aber ich geb Noroelle recht!Geschlechtsorgane untersuchen lassen und sich über Verhütung informieren hat weniger mit Sex mehr denn mit Verantwortung und Interesse zu tun.Kompliment an Dr.Sex! Gute Antwort

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    Bruno Wermuth ist Sexualberater und Sexualpädagoge mit eigener Praxis in Bern. Als «Doktor Sex» beantwortet er drei Mal wöchentlich Fragen zur schönsten Nebensache der Welt und im «Sexblog» spricht er das aus, was andere nicht zu denken wagen. www.brunowermuth.ch


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    Schwester Herz hat oft geliebt und nachher manchmal auch gelitten. Mittlerweile weiss sie, wo das Glück wohnt, nämlich bei ihr zu Hause an der schönen Limmat, in Form von einem Mann, einem Sohn und zwei Meerschweinchen.


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