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31. Oktober 2006 10:45; Akt: 31.10.2006 11:19 Print
So legt Borat seine Opfer rein
Alles nur gestellt? Mitnichten: Sacha Baron Cohen weiss genau, wie er es anstellen muss, damit seine Interviewpartner ehrlich antworten, und so oft ihr Schlimmstes geben.
Borat ist nicht echt. Die Reaktionen, die er mit seiner Figur provoziert, sind es aber: Wenn ein Rodeo-Cowboy ihm fröhlich beipflichtet, dass man Muslime und Homosexuelle verfolgen sollte, und wenn adrette amerikanische College-Boys über Vergewaltigungen lachen, dann sind das, allen Unkenrufen in Teilen der US-Presse zum Trotz, keine gestellten Szenen.
Borat: «Dr. Yamuka hat bewiesen, dass das Frauenhirn so gross ist wie das eines Eichhörnchens!». Linda Stein sitzt neben ihm.
Das konnte auch Linda Stein bestätigen – sie war eine der drei Feministinnen, die von Borat in seinem Kinofilm auf den Arm genommen werden. Cohen habe es tatsächlich geschafft, die drei Frauen während des ganzen Interviews zu täuschen: «Als er mit dem Interview anfing, dachte ich, der Typ ist entweder ein Kauz oder einfach dumm, aber ich wäre nie darauf gekommen, dass das eine Täuschung war», erzählte Stein der englischen Zeitung «The Observer».
Dabei sind Linda Stein und ihre Kolleginnen alles andere als naiv – Borats Tricks sind einfach so überzeugend, dass beinahe jeder darauf reinfällt. Stein erzählte der Zeitung, wie der Komiker das anstellte: «Jemand rief an und erzählte mir von diesem Typen aus Kasachstan, der einen Dokumentarfilm über die USA dreht...der Name Borat wurde nicht genannt». Jede Teilnehmerin sollte mit 200 Dollar für den Aufwand entschädigt werden. Und selbstverständlich wollten die Frauen gerne mit dem weitgereisten TV-Journalisten sprechen.
Am Tag des Interviews ging Borats Spiel weiter: Die Crew erschien – doch Borat habe sich leider verspätet, wurde behauptet. Damit entfiel auch die geplante Aufwärmrunde: Borat tauchte Sekunden vor Drehbeginn auf und wechselte vor dem Interview kein Wort mit seinen Opfern. Sofort ging’s zur Sache. Linda: «Es ist eine seltsame Situation, in der dir dein Bauch sagt, dass etwas faul ist, aber sicher kannst du ja nicht sein – und du willst dem Herrn ja sein Interview nicht verderben.»
«Carole De Saram, die neben mir sass, gab mir einen Stoss in die Rippen. 'Lach nicht', hat sie geflüstert, 'der wird sonst wütend.'...Ich war ja sehr ernst: Ich habe ihm die feministische Bewegung erklärt, blablabla, und dann hat er einfach nur gesagt: 'Wie kann ich denn Pamela Anderson kennenlernen?'» Darauf reichte es den Frauen: «Okay, jetzt ist das vorbei», sagten sie, und verliessen den Raum. Linda: «Die Kamera-Crew und der Produzent blieben total ernst...aber als Borat Condoleezza Rice als 'Schokoladen-Frau' bezeichnete, da wars für mich vorbei.»
(gbr)

























