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Die Zukunft von 3D
18. März 2010 13:24; Akt: 19.03.2010 11:07 Print
«Niemand will Jasons Penis in 3D sehen!»
von Oliver Baroni - Seit dem Kinokassen-Erfolg von «Avatar» stehen 3D-Filme im Fokus. 20 Minuten Online sprach mit Experten über die optische Zukunft auf der Kinoleinwand.
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Alice in Wonderland
«Monsters vs Aliens» war nur der Anfang. Spätestens seit «Avatar» sich zum erfolgreichsten Film aller Zeiten gemausert hat, weiss jedermann über 3D Bescheid. Nun fragt man sich, ob der Erfolg von Dauer sein wird. Werden in ein paar Jahren sämtliche Filme in 3D sein? Oder wird der gegenwärtige Hype abflauen?
Bereits in den frühen Fünfzigerjahren gab es eine 3D-Welle.
Für Letzteres spricht immerhin, dass es bereits zwei 3D-Wellen gab – bezeichnenderweise immer zu einem Zeitpunkt, als das Kino sich in der Krise befand. In den frühen Fünfzigerjahren büssten nordamerikanische Theater erhebliche Marktanteile gegenüber dem neuen Medium Fernsehen ein. Also suchte man nach Wegen, den Kinobesuch wieder zum Spektakel zu machen: Die Cinemascope-Breitleinwand war eine davon, 3D-Filme die andere. Anfangs der Achtzigerjahre wurde wiederholt die 3D-Technik gepushed – mit mässigem Erfolg. Wer mag sich noch an «Jaws 3-D» erinnern? Eben.
Bis vor Kurzem sahen sich die Kinobetreiber von DVD-Markt und Download-Angebot bedrängt. Doch nun ist die Technik nachgezogen, dem Publikum werden unschlagbare Argumente für einen Kinobesuch geboten. Waren anno dazumal die 3D-Brillen grünrot, was zu erheblichem Farbausfall führte, erlebt man heute die wunderbare Welt Pandoras als Farbspektakel.
Pimp My Blockbuster
«Hat das Publikum die Wahl, wird es immer die 3D-Version eines Films wählen», so Roman Güttinger vom Schweizer Film-Verleih Ascot Elite. Die Statistik gibt ihm Recht. Beim aktuellen Kinokassen-Schlager «Alice in Wonderland», der sowohl in 3D als auch in der normalen Fassung in der Schweiz gezeigt wird, wurden bisher 85 Prozent der Eintrittskarten für die dreidimensionale Version verkauft, wie Steffi Hug von der Schweizer Disney-Vertretung bestätigt.
Die Zukunft ist dreidimensional. Ist es nur eine Frage der Zeit, bis jeder Film in 3D daherkommt? Sind die Streifen rentabel, selbst bei den deutlich höheren Produktionskosten? «Avatar»-Regisseur James Cameron ist ja bereits daran, sein früheres Erfolgswerk «Titanic» auf 3D zu pimpen. Auch die nächsten Folgen von «Harry Potter» und «Twilight» sollen in 3-D produziert werden.
Dem liegen handfeste wirtschaftliche Überlegungen zugrunde. «So lange es sich rechnet, wird es 3D-Filme geben», so Simon Spiegel, Lehrbeauftragter am Seminar für Filmwissenschaft an der Universität Zürich. «Es ist bezeichnend, dass 'Avatar' bisher der profitabelste Film der Geschichte ist, nicht aber der Film mit den grössten Zuschauerzahlen. 3D-Filme sind für Verleiher attraktiv: Man kann sie dem Kinopublikum teurer verkaufen. Zudem ist die Download-Attraktivität kleiner, da der 3D-Effekt auf Raubkopien verloren geht.»
«Ich will nicht ständig mittendrin sein!»
Doch ein Blick auf die rund zehn 3D-Filme, die noch im Jahr 2010 in die Kinos kommen werden, zeigt auf: Mehr als die Hälfte davon sind Animationsfilme («Shrek Forever After», «Toy Story 3» usw.), ein Genre, das nicht nur aufgrund der Herstellungsweise für 3D prädestiniert ist: Animationsfilme entstehen von Grund auf digital. «Tron Legacy» ist ein Science-Fiction-Streifen, «Clash of the Titans» ein Fantasy-Wälzer, «Piranha» ein Horrorfilm. Der Erzählfilm oder die romantische Komödie in 3D sucht man vergebens.
Dies soll auch so bleiben, so die Meinung nicht weniger Filmemacher. Jüngst äusserte sich US-Regisseur Judd Apatow («Knocked Up», «Forgetting Sarah Marshall») gegen die neue Technologie: «Ich will nicht alles in 3D, da ich nun mal nicht ständig in der Mitte des Geschehens sein will. Manchmal möchte man ein wenig aus der Distanz betrachten können. Ich denke kaum, dass jemand Jason Segels Penis in 3D sehen will.»
Dies spricht eher dafür, dass 3D nach anfänglichem Hype in Zukunft ein Nischendasein führen könnte. Eine grosse Nische vielleicht – eine, die Animations-, Horror-, Fantasy- und Actionfilme umfasst – doch der Erfolg eines Filmes wird nach wie vor von anderen Kriterien abhängig sein. «Der emotionale Bezug des Zuschauers zu den Filmfiguren ist immer noch matchentscheidend», so Spiegel, «es ist ein Irrtum zu meinen, der Erfolg eines 'Avatar' oder 'Alice' sei nur auf die 3D-Technik zurückzuführen. Gerade 'Avatar' verzichtet ja bewusst auf die klassischen 3D-Effekte, bei denen Gegenstände dem Publikum ins Gesicht fliegen. Der Reiz des Films liegt wohl vor allem in der unglaublich detaillierten Ausgestaltung einer fremden Welt - was auch in 2D spektakulär ist.»
Blut geleckt beim Wow-Effekt
Und so wird die Dreidimensionalität bei den nächsten «Harry Potter»- oder «Twilight»-Folgen vielmehr ein Sahnehäubchen auf dem Kino-Erlebnis sein. Doch «Avatar» und «Alice» sei Dank, «müssen die Grossen mitziehen», wie es Michael Vögtlin von der Zürcher Hochschule der Künste ausdrückt. «3D ist eine Entwicklung des Mainstream und so wird in Zukunft das Gros der grossen Hollywoodproduktionen auf 3D zielen. Dort, wo die Filmindustrie floriert, stellt man um. In Deutschland ist man bereits daran.»
Einmal mehr ist es das Publikum, das bestimmt. Und das Kinopublikum ist vor allem eines: Jung. Die Jugend hat Blut geleckt und erwartet nun den Wow-Effekt, den sie vom 3D-Kinoerlebnis her kennt. In unmittelbarer Zukunft dürfte der eine oder andere Streifen in 3D daherkommen, der sich die Technik auch hätte sparen können.
Die Geschichte lehrt uns aber auch: Das junge Publikum ist unbeständig. Es geht nicht mehr lange und der Reiz des Neuen ist bei 3D abgeflaut. Die Kinoindustrie wird dann fieberhaft nach einer weiteren neuen Technik suchen – vielleicht wiederum in den Fussnoten der Kino-Geschichte. «Smell-O-Vision», irgendwer?
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Alle 26 Kommentare




























3D ist und bleibt ein
... mediengemachter Hype. Für mich allerdings ohne Nutzen. Bin noch nie in ein 3D Film gegangen und würde deshalb auch nicht mehr zahlen. Aber man muss den Menschen halt immer etwas Neues vorsetzen, man muss sie abgelenkt halten, damit weiter eingekauft wird.
War noch nie
war noch nie einen film in 3d schauen aber hat eine meinung zum thema, grossartig, Dieter Nuhr hat da ein gutes zitat zu dem Thema. schau dir mal einen Film in 3D an und komm dann wieder. 3D ist einfach ein geniales erlebniss aber es gibt immer miesmacher.
Bau die Mauer ab!
Es gibt immer selbsternannte Filmkritiker-Gurus die zu allem das letzte Wort haben wollen aber vor lauter Mauerziegeln die Mauer vor ihrer Nase nicht mehr sehen! 3D ist nicht für Romanverfilmungen geeignet, klar, aber für Abenteuer-SF-Fantasy-Filme sehr wohl. Aber F. kann gerne weiterhin Karenina und Julia Roberts Eat Pray Love zweidimensional sehen und die Mauer vor seinem Kopf höher und höher bauen - oder schaut sich mal einen 3D-SF-Film an und baut sich endlich die Mauer ab!
nicht so überragend
also vor allem bei alice in wonderland. die bildqulität hat enorm gelitten. auch der kontrast war nicht unbedingt der beste. was ja eigentlich die zwei wichtigsten kriterien wären.. und die brille auf der nase nervt. könnte wenigstens bequemer sein.
Und was ist mit HDTV ?
HDTV ist nicht ein mal richtig verbreitet und schon will man uns den nächsten 'unausbleibliches' Gadget andrehen ... Bringt mal zuerst HDTV flächendeckend und dann kann man immer noch 'upgraden' ... in 5 - 10 Jahren oder so.
HDTV
im Kino werden schon lange die Filme in HDTV abgespielt und bis die neue 3D technik sich für zuhause eignet ist HDTV ein alter hut