Filmfestival Venedig

02. September 2010 15:31; Akt: 02.09.2010 16:25 Print

Leid und Liebe am LidoLeid und Liebe am Lido

von Hanns-Jochen Kaffsack, dpa - Schon am zweiten Tag wird das Filmfestival Venedig politisch. Der Regisseur Julian Schnabel bricht mit «Miral» eine Lanze für die Palästinenser. Einen «Schrei nach Frieden» nennt er das.

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Der Goldene Löwe geht an Sofia Coppola! Überglücklich dankt die Regisseurin ihrem Ex-Freund und Filmemacher Quentin Tarantino. Der Silberne Löwe für die Beste Regie verdiente sich Spanier Álex de la Iglesia für seine grotesk-überdrehte «Balada triste de trompeta». Fürs Familien-Album: Regisseur Taylor Hackford fotografiert seine Frau und Schauspielerin Helen Mirren. Vorsicht, Alba Parietti! Zur Premiere von «Vallanzasca - Gli Angeli Del Male» erschienen: Der sympatische Schauspieler Moritz Bleibtreu. Auch Mr. Obercool ist zu den diesjährigen Festspielen erschienen. Wie immer mit Zigarette, dafür ... ... ausnahmsweise ohne Bart: Joaquin Phoenix. Ein weiterer Schönling auf dem roten Teppich: Bens Bruder und Schauspieler Casey Affleck. Was an der Erstaufführung von «The Ditch» wohl so lustig war? Regisseur Wang Bing verbreitete gute Laune. Die spanische Schauspielerin Paz Vega ... .... schreibt auch mal gerne Autogramme. Das blaue Wunder von Venedig: Valerio Solarino. Schauspielerin Catherine Deneuve. Grosser Empfang für Starregisseur John Woo, hier in Begleitung der chinesischen Actrice und Ex-Bondgirl Michelle Yeoh. Der Regisseur John Woo wurde bei den Filmfestspielen in Venedig mit einem Goldenen Löwen für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Das Regisseuren-Trio um Marco Müller, Quentin Tarantino und Tsui Hark (v.l.) zollen ihm Tribut. «Ich möchte eine Brücke zwischen den guten Dingen des Westens und des Ostens sein, so dass wir unser beiderseitiges Wissen fördern und eine starke Freundschaft aufbauen können», sagte der in China geborene und später in die USA übergesiedelte Woo. Nebenbei läuft das Starkarussell am Lido weiter. Schauspielerin Cristiana Capotondi präsentierte ihren neuen Film «La Passione». Die italienische Schauspielerin Laura Chiatti an der Premiere von «Somewhere». Sie gewinnt den Preis für den markantesten Lippenstift ... ... diese Dame gewinnt den Preis für den exzessivsten Schlitz im Kleid: Schauspielerin Valeria Marini. Die Premiere von «Somewhere», der neuste Streifen von Regisseurin Sofia Coppola zog etliche Fachkollegen an: Die Schauspieler Roy Di Vita und Nancy Brilli ... ... die französische Actrice Clemence Poesy, bekannt aus den «Harry Potter»-Filmen ... Schauspielerin Isabella Ragonese ... ... im Fokus der Fotografen. Die Schauspieler-Geschwister Antoine und Delphine Arnault aus Frankreich. Geniesst ihren ersten Ausflug in die glamouröse Welt der Biennale: Jungschauspielerin Elle Fanning. Hauptdarsteller Stephen Dorff verteilt Autogramme. US-Schauspieler und Regisseur John Turturro präsentierte seinen neusten Film «La Passione» ... ... und sie stahl allen das Scheinwerferlicht an der Premiere ... ... Hauptdarstellerin Cristiana Capotondi. Das schwedische Schauspielerehepaar Noomi und Ola Rapace. Schauspielerin Nathalie Rapti Gomez. Der alte Mann des italienischen Sexfilms, Tinto Brass, mit seiner Muse Caternia Varzi. Catherine Deneuve (l.), Grande Dame des französischen Films kam zum Screening von «Potiche» ... ... mit Ko-Darstellerin Judith Godreche ... ... die sichtlich gut gelaunt Autogramme verteilte. Stets noch einen Sinn für den richtigen Kameramoment: Catherine Deneuve. Die Schauspieler Stefania Rocca, Michele Venitucci und Jess Weixler beim Fototermin zum Film «A Woman». Auch er gehört zum Cast von «A Woman»_ US-Star Willen Dafoe. Schauspieler Silvio Orlando beim Pressetermin für «La Passione». Süss wie ein Zuckerbonbon (und farblich entsprechend): Eleanne Kwong aus China ... ... die mit Kollegin Rainie Yang (l.) den Film «Tung ngann 3D» vorstellte. Amerikanischer Backfisch am Lido: Dakota-Schwester Elle Fanning. Damit hier nicht der falsche Eindruck entsteht ... ... muss erklärt werden, dass der Herr links im Bilde - der Chef der italienischen Museumsbehörde Vittoria Sgarbi - als gebildeter Mann von Welt die Dame rechts im Bild lediglich mit der ethnologisch korrekten Begrüssung ehrt ... ... Vittoria Risi ist nämlich italienischer Pornostar und war als Nebendarstellerin im Film «Miral» auch an dessen Premiere in Venedig zugegen. Auch Schauspielerin Yasmine Al Masri geizte bei der «Miral»-Premiere nicht mit ihren Reizen. Auch dabei an der «Miral»-Premiere: Wer verteilt hier denn Autogramme? Es ist Supermodel und Diamanten-Spezialistin Naomi Campbell. Doch diese Bilder drohten bald einmal allen Stars und Sternchen den Rang abzulaufen ... Am 3. September goss es so sehr aus allen Kübeln ... ... dass der ganze Eingangsbereich verwüstet wurde. Klar, dass dabei Pomp und Prunk baden gingen. Die Ankunft der Stars am Lido wirkte bald einmal nicht mehr so glamourös ... ... schon gar nicht die Pressekonferenz, wenn dabei das Dach ein Leck hatte. Zurück zu den Stars und den Filmen: Regisseurin Sofia Coppola präsentierte ihren Film «Somewhere» zusammen mit Darstellerin Elle Fanning (Richtig! Die kleine Schwester von Dakota.) Die japanischen Schauspielerinnen Rinko Kikuchi und Kiko Mizuhara bei der Premiere von «Norwegian Wood». Wir lieben dich auch, Kiko. «Na was wollt ihr denn genau von mir, werte Fotografen?» ... ... «Etwa so?» Die italienische Schauspielerin Maya Sansa während dem Fototermin für ihren Streifen «La pecora nera». Venedig verleiht Flügel: Der italienische Jungschauspieler Luigi Fedele beim Fototermin für «La pecora nera». Höhenflüge gab es auch von Schauspielerin Gao Ting Ting, die ihren Film «Yong Xin Tiao» präsentierte. 1. September: Natalie Portman schwebt über den Roten Teppich bei der Vorführung ihres neusten Streifens «Black Swan». Filmpartner Vincent Cassel freute sich sichtlich über den Anblick seiner Kollegin. Italienischer Chique: Schauspielerin Violante Placido. Erkennen Sie diesen Hollywood-Star? Die Anzahl der Fotografen zeigt, dass es sich um ein ganz grosses Tier handelt: Im kleinen Schwarzen kam ... ... Aktrice Jessica Alba zur Premiere ihres Filmes ... ... «The Machete». Schauspieler Danny Trejo ohne ... ... und mit Hemd sowie den Kollegin Jessica Alba und mit Regisseur Robert Rodriguez. Regisseur Quentin Tarantino begrüsst seine Fans. Die italienische Aktrice sabella Ragonese ist Patin des Festivals. Das Kleid kann sich sehen lassen. Gleich zwei junge Männer helfen der schönen Jessica Alba ins Boot. Schliesslich hat die Schauspielerin auch mit ihren High Heels zu kämpfen ... Alba erschien übrigens für die Aufführung ihres neuesten Streifens «Machete». Auch Natalie Portman ist schon in Venedig eingetroffen. Juror und Regisseur Quentin Tarantino posiert mit Kollege Marco Muller und ... ... Robert Rodriguez. Die italienische Schauspielerin Isabella Ragonese. Danny Trejo.

Stars beim Filmfest in Venedig.

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In seinem fünften Film «Miral» zeichnet Schnabel (»Schmetterling und Taucherglocke») das Leiden palästinensischer Frauen nach. Sollte Venedig heuer einen «politischen Löwen» vergeben wollen, gäbe es für die Jury unter Quentin Tarantino bereits einen Anwärter. Auch wenn «Miral» etwas schlicht daherkommt, und mit erhobenem Zeigefinger.

Die internationalen Medien nahmen etwas zurückhaltend auf, was am Abend nach dem Gang über den roten Teppich Weltpremiere haben sollte: Der Regisseur mit den jüdischen Wurzeln griff den erfolgreichen Roman «Miral» der muslimisch-arabischen Schriftstellerin Rula Rebreal auf.

Bildung führt zu Frieden

Die Geschichte von vier palästinensischen Frauen wird aus deren Sicht gezeigt: 1948 nimmt die engagierte Hind Husseini 55 Waisenkinder auf, Opfer der Gewalt im Zuge der Gründung des Staates Israel. Tausende werden es später sein, die in dem zur Schule umgebauten Haus ihrer Familie eine Bleibe finden.

Dazu stösst Miral (»Slumdog Millionaire»-Beauty Freida Pinto). Die Liebe zu einem politischen Aktivisten bringt sie zeitweise vom Weg ab, doch kehrt Miral zur Ersatzmutter und zu deren Losung zurück - Bildung ebnet den Weg zum Frieden, nicht die Gewalt.

«Ein Dialog ist möglich, was gut ist für die Palästinenser, das ist auch gut für die Israelis», so Schnabel am Lido: «Der Konflikt muss so schnell wie möglich beendet werden.» Die Menschen beider Seiten verbinde mehr als sie trenne.

Langatmiges aus Japan

Um Liebe, Leiden und Tod dreht sich auch alles in dem japanischen Wettbewerbsfilm «Norwegian Wood» von Tran Anh Hung. Auf mehr als zwei Stunden in die Länge zieht der Löwen-Gewinner von 1995 (»Cyclo») das nach einem Beatles-Song benannte Werk.

Der junge Watanabe kommt nicht von seiner seelisch stark geschädigten Liebe Naoke los. Er fühlt sich für sie verantwortlich und kann sich erst nach ihrem Selbstmord einer so ganz anders gepolten Frau zuwenden.

Wer sich auf den ruhigen und elegischen Film mit seinen überzeugenden Schauspielern einlässt, kommt auf seine Kosten.