«The Human Centipede 2»

11. Oktober 2011 15:05; Akt: 11.10.2011 15:49 Print

Das Scheussliche wird noch grässlicherDas Scheussliche wird noch grässlicher

von Oliver Baroni - In «Human Centipede» wurden drei Menschen Mund an After aneinandergenäht. Etliche fragten sich: Kann es je noch ekelhafter werden? Ein Jahr später wissen wir: ja.

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Der erste Teil, «The Human Centipede», setzte die Latte in Sachen Ekel sehr hoch an. Im Horrorfilm fügte ein Arzt drei Menschen Mund an Anus chirurgisch aneinander, um einen «menschlichen Tausendfüssler» zu kreieren. Nun liegt «The Human Centipede 2 - Full Sequence» vor ... ... und es steht ausser Zweifel, dass er in Sachen Ekel seinen Vorgänger bei weitem übertrifft. Wurden im ersten Film drei Menschen zu einem Tausendfüssler zusammengefügt, sind es nun deren zwölf. Und nicht etwa von einem qualifizierten Chirurgen, sondern von einem geistesgestörten Parkgaragen-Abwart, der vom ersten Film besessen ist. Dieser pflegt seinen Opfern mit einer Brechstange eins über die Rübe zu ziehen, um sie nachher mittels rostigen Gartengerätschaften und grosszügiger Anwendung von Isolierband zusammenzufügen. Bei der US-Premiere Ende September am Horrorfilm-Festival Fantastic Fest in Austin Texas verteilte der Filmvertrieb Kotztüten und parkierte einen Krankenwagen vor dem Theater als Werbe-Gag. Während der Vorführung wurde eine Zuschauerin aber so krank, dass sie von realen Sanitätern behandelt werden musste. Die British Board of Film Classification weigerte sich zunächst, eine Altersfreigabe zu erteilen, was effektiv einem Verbot gleichkam. Die Filmbehörde kritisierte, dass «keine Anstalten gemacht wurden, eines der Opfer zu portraitieren. Stattdessen wurden sie einzig als Objekte dargestellt, die zur Unterhaltung und Erregung der zentralen Figur - und des Publikums - misshandelt, erniedrigt und verstümmelt werden.» Regisseur Tom Six protestierte gegen den Entscheid mit den üblichen Argumenten: Der Film sei «100 Prozent fiktiv», er sei «Kunst».

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Anfang 2010 herrschte helle Aufregung in den Filmblogs des World Wide Web. Die Rede war von einem Film, der derart entschlossen widerwärtig ist, dass er einen Rekord aufstellen könnte. In «The Human Centipede» fügte ein Arzt drei Menschen Mund an Anus chirurgisch aneinander, um einen «menschlichen Tausendfüssler» zu kreieren. Das Vorhaben des niederländischen Regisseurs Tom Six, einen Film zu machen, der «medizinisch zu 100 Prozent akkurat» sein sollte, machte das Film-Erlebnis für den Betrachter gar noch ekliger. «Betrachtet dies als Warnung», schrieb Filmkritiker Frank Scheck im «Hollywood Reporter», der Film vollführe «den Schritt von Horror zum schlichtweg Kranken».

Rostige Messer und Isolierband

In der Tat wurde «The Human Centipede» zu einem Kult-Hit, der einige Filmfestival-Awards gewann (und gewisse Schmuckdesigner kreativ werden liess) - genug Erfolg jedenfalls, um für Regisseur Tom Six eine Fortsetzung zu rechtfertigen. Nun liegt «The Human Centipede 2 – Full Sequence» vor; und während die Kritiken bestenfalls durchzogen sind, steht ausser Zweifel, dass er in Sachen Ekel seinen Vorgänger bei Weitem übertrifft.

Während sich der Erstling zum Erstaunen vieler Horrorfans in Sachen Blut noch zurückhielt, tut dies «The Human Centipede 2» in keiner Weise. Wurden im ersten Film drei Menschen zu einem Tausendfüssler zusammengefügt, sind es nun deren zwölf. Und nicht etwa von einem qualifizierten Chirurgen, sondern von einem geistesgestörten Parkgaragen-Abwart, der vom ersten Film besessen ist. Dieser pflegt seinen Opfern mit einer Brechstange eins über die Rübe zu ziehen, um sie nachher mittels rostigen Gartengerätschaften und grosszügiger Anwendung von Isolierband zusammenzufügen.

Kunst oder Kotze?

Die British Board of Film Classification weigerte sich zunächst, eine Altersfreigabe zu erteilen, was effektiv einem Verbot gleichkam. Die Filmbehörde kritisierte, dass «keine Anstalten gemacht wurden, eines der Opfer zu portraitieren. Stattdessen wurden sie einzig als Objekte dargestellt, die zur Unterhaltung und Erregung der zentralen Figur - und des Publikums - misshandelt, erniedrigt und verstümmelt werden.» Regisseur Tom Six protestierte gegen den Entscheid mit den üblichen Argumenten: Der Film sei «100 Prozent fiktiv», er sei «Kunst».

Auch in den USA wurde keine Altersfreigabe erzielt - womit der Film nur in ausgesuchten Kinos und ausschliesslich in Mitternachtsvorführungen gezeigt werden darf. Bei der US-Premiere Ende September am Horrorfilm-Festival Fantastic Fest in Austin Texas verteilte der Filmvertrieb Kotztüten und parkierte einen Krankenwagen vor dem Theater als Werbe-Gag. Während der Vorführung wurde eine Zuschauerin aber so krank, dass sie von realen Sanitätern behandelt werden musste.

Demnächst: Das Happy-End

Am 6. Oktober 2011 gewährte die British Board of Film Classification dem Film eine Altersfreigabe ab 18 Jahren, nachdem 32 Einstellungen mit einer Gesamtlänge von zwei Minuten und 37 Sekunden herausgeschnitten wurden (die Details ersparen wir Ihnen, verehrte Leser). In der Schweiz dürfte «The Human Centipede 2», wie bereits sein Vorgänger, keinen Kino-Release erfahren.

Wer glaubt, das Tausendfüssler-Ekel-Epos habe nun ein Ende gefunden, der sei bereits vorgewarnt. Tom Six hat bestätigt, dass «The Human Centipede 3 – Final Sequence» bereits in Produktion sei. Dieser Film würde «den Vorgänger wie ein Disney-Film aussehen lassen», so Six. «Wir werden den dritten Teil komplett in Amerika drehen und es wird mein Favorit werden. Er wird jede Menge Leute gegen mich aufbringen.» Immerhin werde der dritte Teil ein Happy-End haben. Na, wenn das kein Trost ist!

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  • moischi am 27.12.2011 16:11 Report Diesen Beitrag melden

    Film

    Die wahre Welt ist ungleich schlimmer, als es je ein Film sein könnte. Die wirklichen Scheusslichkeiten sind im wahren Leben zu finden. Daher verstehe ich das Theater um diese Filme nicht, darum nennt man sie ja auch Filme.

  • Tamara am 25.10.2011 17:15 Report Diesen Beitrag melden

    Musste abbrechen

    Ich bin an Horrorfilme gewöhnt - aber als ich Teil 1 sah, musste ich abbrechen. Das war der absolute Hammer - mir kam fast der Mageninhalt wieder hoch.

  • Vane am 21.10.2011 09:55 Report Diesen Beitrag melden

    Warum?

    Wieso um Himmels Willen werden überhaupt solche Filme gedreht? Will man den Menschen einfach ein bisschen Angst einjagen oder will man bloss gute Vorlagen für geisteskranke Menschen schreiben, die es dann tatsächlich nachahmen wollen??? Ich verstehe die Filmindustrie nicht!!!