10. Januar 2006 21:18; Akt: 10.01.2006 21:20 Print

Ohne Label zur Hype-BandOhne Label zur Hype-Band

Ein neuer Hype lässt die Musikwelt erzittern: Die Brit-Rocker Arctic Monkeys stiegen mit ihrer Debüt-Single Ende 2005 aus dem Nichts auf Platz 1 der UK-Charts ein. Zu verdanken ist das dem Internet.

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Anfang 2005 wurde die Musikbibel «NME» zum ersten Mal aufmerksam auf die Arctic Monkeys. Von grossartiger Musik war die Rede, vom Internet und einer eingeschworenen Netzgemeinschaft. Ein Jahr später sind die vier 19-jährigen Lausbuben aus Sheffield die Label-Kollegen von Franz Ferdinand, werden als Nachfolger von Oasis gehandelt und schafften mit ihrer Debüt-Single «I Bet You Look Good on the Dancfloor», was Coldplay und den Libertines verwehrt blieb: Platz eins beim Einstieg in die Charts.

Damit hatten die Arctic Monkeys bewiesen: Das Internet kann jungen Musikern zum ganz grossen Durchbruch verhelfen – gerade wenn sie ihre Musik einfach verschenken. Denn ihre fast schon fanatische Gefolgschaft hat ihre Ursprünge in Chatrooms und Message-Boards, wo sie die ersten Demo-Songs als MP3 gratis verteilten.

Die Arctic Monkeys bringen mit überschwänglicher Musik und unglaublich treffenden Geschichten aus dem Alltag das Lebensgefühl einer Generation auf den Punkt. So schafften sie es, eine Jugendbewegung hinter sich zu vereinen, die mit dem Internet aufgewachsen ist und dort ihre Idole fanatisch feiert und fördert.

Ende Januar erscheint ihr erstes Album «Whatever People Say I Am, That's What I'm Not». Es bleibt nun abzuwarten, ob die riesigen Erwartungen erfüllt werden. Da dieser Hype aber für einmal nicht auf dem Reissbrett von Marketingplanern entstanden ist, darf man auf das Jahr der Arctic Monkeys hoffen.

Thomas Nagy